{"id":20378,"date":"2023-07-13T15:15:21","date_gmt":"2023-07-13T13:15:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12466-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:23","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:23","slug":"12466-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12466-01\/","title":{"rendered":"Umweltschutz als Chance f\u00fcr Besch\u00e4ftigung, dargestellt am Beispiel von mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gten Unternehmen und Branchen in der vom Strukturwandel betroffenen Region Augsburg\/Bayerisch Schwaben"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der Chancen und Risiken von Umweltschutzmassnahmen f\u00fcr Wettbewerb und Besch\u00e4ftigung in Unternehmen und Regionen, die einem verst\u00e4rkten Strukturwandel unterworfen sind, zielte das Forschungsprojekt auf folgende Fragestellungen ab:<br \/>\n1.\tWie kann Umweltschutz bei den von Regulierungen betroffenen Unternehmen als positiver Wettbewerbs- und Besch\u00e4ftigungsfaktor genutzt werden?<br \/>\n2.\tWelche Besch\u00e4ftigungspotentiale bieten sich f\u00fcr Unternehmen, die auf dem Markt f\u00fcr Umwelttechnik Waren und Dienstleistungen anbieten?<br \/>\n3.\tWelche Chancen bestehen f\u00fcr Unternehmen, Branchen und Regionen, die dem Strukturwandel ausgesetzt sind, um durch Diversifizierung in den Umweltmarkt Besch\u00e4ftigung zu sichern?<br \/>\nAls deutsche Untersuchungsregion wurde der Raum Augsburg\/Bayerisch Schwaben gew\u00e4hlt, da diese Region durch signifikante strukturelle Anpassungsprobleme gekennzeichnet ist und gleichzeitig hohe Entwicklungs- und Besch\u00e4ftigungspotentiale in der regionalen Umweltschutzwirtschaft bestehen.Diese Projektregion bot sich auch deswegen an, weil die regionalen und lokalen Entscheidungstr\u00e4ger aber auch die Bayerische Staatsregierung den Raum Augsburg\/Bayerisch Schwaben zum Umweltkompetenzzentrum entwickeln m\u00f6chten bzw. bereits entwickelt haben.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Untersuchung der genannten Fragenkomplexe waren im wesentlichen folgende Arbeitsschritte erforderlich: a) Eine Bestandsaufnahme mit Situations- und St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analyse in den drei Untersuchungsgruppen. b) Die Erarbeitung von Konzepten, Vorschl\u00e4gen und Massnahmen zum Aufbau eines Umweltkompetenzzentrums. c) Die Mitwirkung bei und bewertende Begleitung der Implementierung des unter b) erarbeiteten Massnahmenb\u00fcndels. Um den Nachweis daf\u00fcr zu erbringen, dass sich umweltpoliti-sche Rahmenbedingungen auch auf die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen und deren Arbeitsplatzangebot positiv auswirken k\u00f6nnen, war vorgesehen, eine Fallstudiensammlung \u00fcber Unternehmen zu erstellen, die von Umweltauflagen betroffen waren. Nachgewiesen werden sollte, dass Einsparungen von Ressourcen erhebliche Kostenentlastungen bewirken und die Umstellung auf umweltschonendes Verhalten in allen Unternehmensbereichen zur Schaffung neuer Gesch\u00e4ftsfelder und Absatzm\u00e4rkte f\u00fchrt und damit auch neue Arbeitpl\u00e4tze geschaffen werden. Unterst\u00fctzt durch die DBU und den Europ\u00e4ischen So-zialfonds wurde das Projekt mit den deutschen Partnern INEM und Ifo-Institut durchgef\u00fchrt. Auf internationaler Ebene wurde die Gemeinschaft ENFIVE gegr\u00fcndet, in der Umweltorgansiationen aus den Niederlanden (Renaval), Italien (Centro Itard), Schweden (Halmstadt University) und Grossbritannien (Greenwich Environmental Management Services) zusammen arbeiteten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die wesentlichen Ergebnisse des Projektes sind in der &#8211; diesem Bericht beiliegenden &#8211; Fallstudiensammlung ausf\u00fchrlich dokumentiert und k\u00f6nnen hier nur stark verk\u00fcrzt und exemplarisch wiedergegeben wer-den. Beispielsweise liegen zu zwei der untersuchten Unternehmen folgende Ergebnisse vor:<br \/>\n1.\tFirma Haindl Papier: (\u0085) Bei Haindl ist die Grenze zwischen \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Massnahmen vielfach fliessend. Jede Umweltmassnahme hat auch finanzielle Auswirkungen. Es ist nicht wichtig, ob etwa der vermehrte Einsatz von Altpapier \u00f6konomisch oder \u00f6kologisch begr\u00fcndet ist. Entscheidend ist, dass durch die damit verbundene Ressourceneinsparung der Rohstoffeinsatz opti-miert werden kann. Die sich daraus ergebenden Kosteneinsparungen sichern Haindl-Standorte und Arbeitspl\u00e4tze. Aber auch die weichen Faktoren sind von Bedeutung: Das Umweltmanagementsystem schafft &#8211; bei allem b\u00fcrokratischen Mehraufwand &#8211; die Voraussetzung, der wachsenden Verantwortung und der heutigen Komplexit\u00e4t von Umweltaufgaben gerecht zu werden. F\u00fcr Mitarbeiter bedeuten die daf\u00fcr festgelegten Strukturen und die geschaffene Unternehmenstransparenz Vorteile. Ein positiver Effekt ist z.B. die Kl\u00e4rung von Verantwortlichkeiten.<br \/>\n2.\tFirma Creaton: (\u0085) Auch wenn die direkten Wettbewerbsvorteile schwierig messbar sind, so konnte Creaton einen sp\u00fcrbaren Imagegewinn in der Oeffentlichkeit sowie eine gesteigerte Anerkennung bei bestimmten Kundenkreisen und Beh\u00f6rden erzielen. Creaton ist \u00fcberzeugt, dass sich eine \u00f6kologische Unternehmensf\u00fchrung nicht zuletzt dadurch langfristig positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt. Mit der Einf\u00fchrung des Umweltmanagementsystems und der damit verbundenen Aufwendungen f\u00fcr die Pflege der Dokumentation und der Durchf\u00fchrung von Umweltpr\u00fcfungen und Audits wurde insgesamt eine neue Stelle im Unternehmen geschaffen. Gleichzeitig wurden die zu bew\u00e4ltigenden Aufgaben und Zust\u00e4ndigkeiten auf m\u00f6glichst viele Personen im Unternehmen \u00fcbertragen. Dies hat den Vorteil, dass die pers\u00f6nliche Auseinandersetzung mit dem betrieblichen Umweltschutz sehr breit gef\u00e4chert wird und dass die zus\u00e4tzlichen Belastungen f\u00fcr einzelne Mitarbeiter nicht zu hoch werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Am 25.\/26. M\u00e4rz1999 wurde das Projekt anlaesslich des ADAPT Arbeitskreises 9 (Arbeit und Umwelt) in Berlin vorgestellt. Am 9.\/10. September 1999 erfolgte die Durchf\u00fchrung einer internationalen Konferenz mit dem Titel Re-gional competitiveness, employment and environment in Augsburg. Erste Erfahrungen des vorliegenden Projektes wurden mit \u00e4hnlichen Umwelt- und Besch\u00e4ftigungsinitiativen im In- und Ausland ausgetauscht und &#8211; soweit \u00fcbertragbar &#8211; f\u00fcr die Region Augsburg\/Bayerisch Schwaben nutzbar gemacht.Am 21.\/22. Oktober wurde das Projekt zudem durch das Ifo-Institut w\u00e4hrend eines Workshops in Kassel pr\u00e4sentiert. Von 16.-18. Februar 2000 fand im Rahmen der ENFIVE-Projektpartnerschaft eine Konferenz zum Thema Environment and Employment in Amsterdam statt; das vorliegende Projekt war durch das Ifo-Institut und INEM vertreten.<br \/>\nDie 1999 vorgenommene Umfrage bei den Anbietern von G\u00fctern und Dienstleistungen f\u00fcr den Umwelt-schutz in der Projektregion wurde zu Beginn des Jahres 2000 ausgewertet, analysiert. Ein Regionalver-gleich der Besch\u00e4ftigungssituation wurde veranlasst. Zudem erfolgte die Auswertung der Befragungsakti-on der ADAPT-AG 2 Netzwerke anl\u00e4sslich einer Redaktionssitzung Umweltbezogene Netzwerke am 4. Mai in Berlin. Hier wurde eine erste Auswahl f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung in Frage kommender Netzwerke vorgenommen. (Der Entwurf des geplanten Tagungsbandes wurde am 7. 9. 2000 in Berlin vorgestellt).Am 17.18. Mai 2000 wurden die vorl\u00e4ufigen Projektergebnisse anl\u00e4sslich eines transnationalen Treffens in Desenzano, Italien unter dem Tagungstitel Environmental Policy as an Opportunity for Jobs, illustrated by the Case of small and medium-sized Businesses and Industries in the Regions affected by Structural Change pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Festzuhalten ist, dass das Projekt erfolgreich durchgef\u00fchrt und abgeschlossen werden konnte. Insbesondere die Fallstudiensammlung d\u00fcrfte weit \u00fcber die Projektregion Augsburg\/Schwaben hinaus von Interesse sein und damit der finanzielle Aufwand f\u00fcr das Gesamtvorhaben gerechtfertigt sein. Erfahrungsgem\u00e4ss erzielt ein Projekt wie das hier vorliegende erst nach ca. ein bis zwei Jahren seine volle Wirkung, da die wissenschaftliche Begleitung erst rezipiert und die praktische Fallstudiensammlung noch weiter verbreitet werden m\u00fcssen. Schon heute gibt es aber reges Interesse an den Projektergebnissen (z.B. von der UN-Entwicklungseinheit UNDP oder der deutschen Wirtschaftskreises B.A.U.M). Dies l\u00e4sst den Schluss zu, dass sich die Etablierung der &#8211; doch mit erheblichem organisatorischen Aufwand verbunde-nen &#8211; Projektgemeinschaft sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene im R\u00fcckblick als rich-tiger Schritt erwies und als Modell f\u00fcr etwaige Folgeprojekte dienen mag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Vor dem Hintergrund der Chancen und Risiken von Umweltschutzmassnahmen f\u00fcr Wettbewerb und Besch\u00e4ftigung in Unternehmen und Regionen, die einem verst\u00e4rkten Strukturwandel unterworfen sind, zielte das Forschungsprojekt auf folgende Fragestellungen ab: 1. Wie kann Umweltschutz bei den von Regulierungen betroffenen Unternehmen als positiver Wettbewerbs- und Besch\u00e4ftigungsfaktor genutzt werden? 2. 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