{"id":20362,"date":"2024-11-27T10:34:25","date_gmt":"2024-11-27T09:34:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12381-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:26","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:26","slug":"12381-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12381-01\/","title":{"rendered":"Aufbau des Nationalparkhauses S\u00e4chsische Schweiz &#8211; Umweltinformationszentrum in der Nationalparkregion S\u00e4chsische Schweiz (Bad Schandau)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Vorhaben umfasst Planung, Aufbau und Erprobung des Nationalparkhauses in Bad Schandau als Besucherzentrum sowie Begegnungs- und Bildungsst\u00e4tte der Nationalparkregion S\u00e4chsisch-B\u00f6hmische Schweiz. W\u00e4hrend mit dem Besucherzentrum insbesondere Urlauber auf einen erlebnisreichen Besuch im Nationalpark vorbereitet werden sollen, wendet sich die Begegnungs- und Bildungsst\u00e4tte vorrangig an Einwohner des Elbsandsteingebirges. Ziel ist es, einen zukunftorientierten Umgang mit Natur und Umwelt in Verbindung mit wirtschaftlicher Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit (Erarbeitung und Umsetzung einer Regionalen Agenda 21) anzuregen. Besondere Zielsetzung des Vorhabens ist der Ausbau der grenz\u00fcberschreitenden Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik in Naturschutz und Regionalentwicklung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Wahl des Standortes fiel auf das ehemalige Kinogeb\u00e4ude in Bad Schandau, einem zentralen Ausgangspunkt f\u00fcr Unternehmungen in der Region. Die Bauma\u00dfnahme wurde unter Federf\u00fchrung des Verm\u00f6gens- und Hochbauamtes im Auftrag des Freistaates Sachsen durchgef\u00fchrt. Das \u00f6kologische Energiekonzept und die spezifischen Nutzeranforderungen wurden in Abstimmung zwischen Hochbauamt und S\u00e4chsischer Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) umgesetzt. Bei der Innengestaltung waren die Schaffung einer hellen und freundlichen Atmosph\u00e4re und die Anwen-dung moderner museumsp\u00e4dagogischer Methoden die wichtigsten Leitlinien. Die Entwicklungen der letzten Jahre auf dem Gebiet der Umweltbildung wurden bei Konzeption und Umsetzung der Ausstellungen sowie der Veranstaltungen der Begegnungs- und Bildungsst\u00e4tte angewandt.<br \/>\nProjektablauf:<br \/>\n1.4.1998\t\tProjektbeginn<br \/>\nIII-IV\/98\t\t\tAusf\u00fchrungsplanung Geb\u00e4ude, erste Konzepte zur Innengestaltung<br \/>\nI-IV\/99\t\t\tBaubeginn, Vergabe Multivisionen<br \/>\nI-III\/00\t\t\tBauausf\u00fchrung, Ausschreibungen zur Innengestaltung<br \/>\nIV\/00-II\/01\t\tAbschluss Rohbau, Beginn Einbau Felswand<br \/>\nIII-IV\/01\t\t\tAbschluss Bauma\u00dfnahme und Einbauten, Erprobungsphase<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt wurde mit leichten Verschiebungen zwischen den Projektphasen durchgef\u00fchrt und erfolgreich nach zweimonatiger kostenneutraler Verl\u00e4ngerung abgeschlossen. Wie geplant konnte das Haus zum zehnj\u00e4hrigen Bestehen des Nationalparks S\u00e4chsische Schweiz im Oktober 2001 er\u00f6ffnet werden.<br \/>\nPlanung, Aufbau und Erprobung des Hauses wurden erfolgreich durchgef\u00fchrt. Ein massiver Bauverzug durch unerwartete Schwierigkeiten im Baugrund f\u00fchrten zu einer verk\u00fcrzten Einbauzeit f\u00fcr die Inneneinrichtungen. Insgesamt konnte der Zeitplan jedoch eingehalten werden. Das \u00f6kologische Energiekonzept wurde mit leichten Modifikationen umgesetzt. Besonderheit des Hauses ist die transluzente W\u00e4rmed\u00e4mmung des Glasdaches.<br \/>\nDas Haus wurde mit einer ausgewogenen Mischung von multimedialen und klassischen Ausstellungsteilen ausgestattet. Interaktive und multisensuale Elemente \u00fcberwiegen und werden von den Besuchern sehr gut angenommen. Das gesamte Haus ist zweisprachig ausgef\u00fchrt (deutsch und tschechisch), eine dritte Sprache (englisch) steht in Papierform bzw. in den multimedialen Pr\u00e4sentationen zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nDas Haus ist barrierefrei gebaut und behindertenfreundlich ausgestattet.<br \/>\nDie Aufbauzeit wurde durch die Kooperationspartner sehr konstruktiv und erfolgreich begleitet. Die Kooperation konnte auf die neu gegr\u00fcndete Nationalparkverwaltung B\u00f6hmische Schweiz ausgeweitet und im Dauerbetrieb durch enge Abstimmung und gemeinsame Veranstaltungen weitergef\u00fchrt werden. Das Nationalparkhaus wurde organisatorisch, wie geplant, in zwei Arbeitsbereiche untergliedert:<br \/>\nDas Besucherzentrum stellt in einem eintrittsfreien Bereich des Hauses umfangreiche Informationen zur Nationalparkregion f\u00fcr Urlauber und G\u00e4ste bereit. Zahlreiche Anfragen sowie die Vermittlung von Kontakten zu Personen und Institutionen des regionalen Naturschutzes und der Regionalentwicklung werden bearbeitet. Der eintrittspflichtige Bereich mit Einf\u00fchrungsvortrag, Dauerausstellung zum Thema Natur-schutz\/Nationalpark\/Wildnis, Wechselausstellung zum Thema Kulturlandschaft, verschiedenen Sonderausstellungen und einer gro\u00dfen Multivision steht den Besuchern zum Rundgang zur Verf\u00fcgung. Ein Restaurant\/Cafe mit Speisen und Getr\u00e4nken der Region, ein themenbezogener kleiner Verkaufsshop sowie ein naturnah gestaltetes Au\u00dfengel\u00e4nde runden das Angebot ab. Das Haus ist selbsterkl\u00e4rend, es werden jedoch f\u00fcr verschiedene Gruppen auch F\u00fchrungen zu Spezialthemen (z.B. zur \u00f6kologischen Energietechnik) durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie Begegnungs- und Bildungsst\u00e4tte hat ebenfalls mit Er\u00f6ffnung des Hauses den Betrieb aufgenommen. Die zahlreichen Veranstaltungen zu den Themen Natur- und Umweltschutz, Agenda 21 und grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit treffen auf gro\u00dfes Interesse und liegen mit sehr guten Teilnehmerzahlen weit \u00fcber den Erwartungen. Spezielle Angebote gibt es insbesondere f\u00fcr Kindergruppen und Familien sowie f\u00fcr Senioren und ausl\u00e4ndische G\u00e4ste. Auch dem Interesse an vertiefenden Veranstaltungen zu speziellen Themen des Naturschutzes, der Regionalentwicklung und zur grenz\u00fcberschreitenden Zusammenarbeit kann durch regelm\u00e4\u00dfige oder auf Anfrage organisierte Veranstaltungen gen\u00fcgt werden. Schon jetzt hat sich das Haus zu einem Treffpunkt und bekannten Veranstaltungsort in der Region entwickelt. Die Offenheit des Hauses auch gegen\u00fcber kontroversen Positionen, die in einer Nationalparkregion nicht ausbleiben, konnte kommuniziert werden und f\u00fchrt zu einer zunehmenden Nutzung als Diskussionsplattform f\u00fcr verschiedene Interessengruppen.<br \/>\nDie urspr\u00fcngliche Kostenkalkulation wurde in der Gesamtsumme eingehalten. Einsparungen gab es im Bereich Personal, w\u00e4hrend die Innenausstattung des Hauses, besonders die Medien- und Ausstellungstechnik, zu knapp kalkuliert worden war.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In zielgruppenorientierter \u00d6ffentlichkeitsarbeit werden Einwohner und G\u00e4ste der S\u00e4chsisch- B\u00f6hmischen Schweiz \u00fcber Angebote und Veranstaltungen des Hauses informiert. Das Nationalparkhaus ist in den regionalen touristischen Printmedien sowie in Presse, Rundfunk und Internet (www.lanu.org) vertreten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Aufbau des Hauses wurde erfolgreich abgeschlossen, die gesetzten Ziele erreicht. Der Dauerbetrieb ist erfolgreich angelaufen, seit Er\u00f6ffnung im Oktober 2001 besuchten bereits \u00fcber 40.000 Einwohner und G\u00e4ste das Haus. Aufgrund von Befragungen und G\u00e4steb\u00fcchern wurde festgestellt, dass die Besucherzufriedenheit sehr hoch ist. Auch von tschechischen G\u00e4sten wird das Haus aufgrund der zweisprachigen Ausf\u00fchrung aller Text-, Bild- und Medieninformationen gern angenommen. Das Veranstaltungsprogramm der Begegnungs- und Bildungsst\u00e4tte wird mit \u00fcber 1000 Teilnehmern pro Quartal sehr gut nachgefragt. Drei Arbeitskreise zu regionalen Themen wurden initiiert und treffen sich regelm\u00e4\u00dfig im Haus. Enge Kooperation besteht mit den drei Schutzgebietsverwaltungen der Region.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Vorhaben umfasst Planung, Aufbau und Erprobung des Nationalparkhauses in Bad Schandau als Besucherzentrum sowie Begegnungs- und Bildungsst\u00e4tte der Nationalparkregion S\u00e4chsisch-B\u00f6hmische Schweiz. W\u00e4hrend mit dem Besucherzentrum insbesondere Urlauber auf einen erlebnisreichen Besuch im Nationalpark vorbereitet werden sollen, wendet sich die Begegnungs- und Bildungsst\u00e4tte vorrangig an Einwohner des Elbsandsteingebirges. 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