{"id":20359,"date":"2023-07-13T15:15:18","date_gmt":"2023-07-13T13:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12368-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:20","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:20","slug":"12368-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12368-01\/","title":{"rendered":"Evaluation der Orientierungsberatungsprogramme"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Als Soforthilfe f\u00fcr die neuen Bundesl\u00e4nder unterst\u00fctzte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zwischen 1991 und 1996 mit rd. 25 Mio. Euro den Aufbau einer Umweltberatungsinfrastruktur bei den neugegr\u00fcndeten Handwerks-, Industrie- und Handelskammern, verschiedenen Einzelgewerkschaften und der Landwirtschaftsberatung Mecklenburg-Vorpommern sowie die Vermittlung von fast 10.000 Beratungen privater Ingenieurb\u00fcros bei Kommunen sowie kleineren und mittleren Unternehmen. Im Rahmen des Projekts Evaluation von Umweltberatung in den neuen Bundesl\u00e4ndern wurden diese gef\u00f6rderten Umweltberatungsprogramme im Auftrag der DBU evaluiert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Evaluation hatte zum Ziel, die interne und externe Nachhaltigkeit der Wirkungen der Programme der verschiedenen Tr\u00e4gerorganisationen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Unter der internen Nachhaltigkeit werden diejenigen Programmwirkungen verstanden, die zu dauerhaften Ver\u00e4nderungen innerhalb einer Durchf\u00fchrungsorganisation gef\u00fchrt haben (z.B. die dauerhafte Einf\u00fchrung einer Umweltberatungsstelle). Die externe Nachhaltigkeit bezeichnet dagegen diejenigen Programmwirkungen, die zu dauerhaften Diffusionseffekten au\u00dferhalb der Durchf\u00fchrungsorganisation gef\u00fchrt haben (z.B. die Verbreitung der im Beratungsprogramm empfohlenen Umwelt-Innovationen).<br \/>\nDie Schwerpunkte der im Projekt bearbeiteten Aufgaben sind eine Dokumentation und Typologisierung der von den verschiedenen Tr\u00e4gern durchgef\u00fchrten Programme in ihrem prozessualen Verlauf, eine Analyse der Wirkungen der Umweltberatung innerhalb der Tr\u00e4gerorganisationen sowie der Wirkungen der Umweltberatung bei den Zielgruppen (Unternehmen, Kommunen, Arbeitnehmer) und das Erarbeiten von Empfehlungen aus den gewonnenen Erfahrungen.<br \/>\nIm Rahmen der ex-post Evaluation wurden neben einer umfassenden Analyse aller vorliegender Dokumente rund 80 Leitfaden gest\u00fctzte Intensivinterviews mit allen Beteiligten durchgef\u00fchrt und knapp 1500 beratene und nichtberatene (Kontrollgruppe) Unternehmen und Kommunen telefonisch befragt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ein wesentliches Ziel der DBU war es, durch die institutionelle F\u00f6rderung der Tr\u00e4ger den dauerhaften Aufbau leistungsf\u00e4higer Strukturen zu erm\u00f6glichen, um den Zielgruppen ein sich ver\u00e4ndernden Bed\u00fcrfnissen angepasstes Umweltberatungsangebot zur Verf\u00fcgung zu stellen (interne Nachhaltigkeit). Die Projekttr\u00e4ger sollten hierzu eine den Zielgruppenbed\u00fcrfnissen entsprechende Beratungskonzeption entwickeln und erproben. Grundlage daf\u00fcr ist neben einer funktionierenden und angepassten Organisationsstruktur die angemessene Einbindung in bestehende und neu aufzubauende Netzwerke sowie entspre-chende Ressourcen. Die F\u00f6rdermittel sollten dabei als Anschubfinanzierung dienen und die Kosten der Umweltberatung nach F\u00f6rderende von den jeweiligen Tr\u00e4gern aus den eigenen Mitteln getragen werden. Daneben zielte das Programm darauf ab, \u00fcber die finanzielle Unterst\u00fctzung von Beratungsleistungen dauerhafte Ver\u00e4nderungen mit einer m\u00f6glichst umfassenden Breitenwirkung bei den Zielgruppen zu erreichen. Denn generell ist es zentrale Aufgabe von Umweltberatung, einen Beitrag zur L\u00f6sung konkreter Umweltprobleme zu leisten und geeignete Ma\u00dfnahmen zur dauerhaften Sicherung des erreichten Standards zu implementieren (externe Nachhaltigkeit). Voraussetzung f\u00fcr eine Breitenwirkung des Programms ist die Verbreitung von Informationen \u00fcber die F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten unter den Zielgruppen und nat\u00fcrlich die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen &#8211; wobei dies wiederum von der Qualit\u00e4t der Beratungsleistungen abh\u00e4ngig ist. Der Beratungserfolg dokumentiert sich in der subjektiven Einsch\u00e4tzung des Beitrags zur L\u00f6sung von konkreten Umweltproblemen durch die Zielgruppen. Nachhaltige Wirkungen sind dann zu verzeichnen, wenn sich durch die Beratungen dauerhafte Ver\u00e4nderungen im Stellenwert des Umweltschutzes bei den Zielgruppen ergeben. Im vorliegenden Fall interessierten daneben die Auswirkungen auf den sich erst konstituierenden Umweltberatungsmarkt in den neuen Bundesl\u00e4ndern.<br \/>\nDie Gesamtbilanz des F\u00f6rderprogramms zum Evaluationszeitpunkt ist ausgesprochen positiv. Es ist gelungen, eine fl\u00e4chendeckende Umweltberatungsinfrastruktur in den neuen Bundesl\u00e4ndern aufzubauen und in den Tr\u00e4gerorganisationen zu verankern. Durch die F\u00f6rderung von Umweltberatungsleistungen selbst\u00e4ndiger Beratungsfirmen konnten mehrere tausend ostdeutsche Handwerksbetriebe, kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen bei einer Bestandsaufnahme ihrer Umweltprobleme unterst\u00fctzt werden und in fast allen F\u00e4llen erfolgte eine Implementation sinnvoller Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung der Probleme. Daneben hat das Programm zur Konsolidierung des Umweltberatungsmarktes in den neuen Bundesl\u00e4ndern beigetragen und den Bestand eines breiten und hochqualifizierten Beratungsangebots zum Teil sichern k\u00f6nnen. In den meisten Tr\u00e4gerorganisationen hat sich die Besch\u00e4ftigung mit Umwelt-fragen erh\u00f6ht und bei einigen Gewerkschaften und Handwerkskammern wurden Umweltthemen in das Standardausbildungsprogramm aufgenommen.<br \/>\nWeniger erfolgreich sind die Wirkungen des Programms bei den Gewerkschaften und der Landwirtschaftsberatung Mecklenburg-Vorpommern zu beurteilen. Auch f\u00fcr Kommunen konnten Beratungs- und Vermittlungsleistungen nicht dauerhaft institutionalisiert werden. Zudem gingen von dem Programm weniger Impulse f\u00fcr Existenzgr\u00fcndungen aus als urspr\u00fcnglich erwartet.<br \/>\nTrotz dieser M\u00e4ngel gibt es jedoch keinen Anlass, die grunds\u00e4tzlich positiven und nachhaltigen Wirkungen des F\u00f6rderprogramms in Zweifel zu ziehen. Dies ist insbesondere angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen in den neuen Bundesl\u00e4ndern ein bemerkenswerter Erfolg.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen der Tagung Umweltberatung und Nachhaltigkeit im Mai 2000 wurden die Ergebnisse einer breiten Fach\u00f6ffentlichkeit vorgestellt und diskutiert. Eine Dokumentation der Tagung findet sich in: STOCKMANN, R.; URBAHN, J. (Hrsg.) 2001: Umweltberatung und Nachhaltigkeit: Dokumentation einer Tagung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Osnabr\u00fcck, 28.\/29. Mai 2000, Berlin: Erich Schmidt.<br \/>\nEine ausf\u00fchrliche Beschreibung der theoretischen und methodischen Grundlagen der Evaluation und ihrer Ergebnisse sowie daraus abgeleitete Empfehlungen f\u00fcr k\u00fcnftige F\u00f6rderprogramme finden sich in: STOCKMANN, R. U.A. 2001: Nachhaltige Umweltberatung: Evaluation eines F\u00f6rderprogramms der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Opladen: Leske + Budrich.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zum Evaluationszeitpunkt bestand weiterhin ein gro\u00dfer Bedarf an gef\u00f6rderter Umweltberatung, der sich in dem gro\u00dfen Interesse an einer Neuauflage eines solchen Programms \u00e4u\u00dferte. Dabei sollten jedoch folgende konzeptionelle \u00c4nderungen ber\u00fccksichtigt werden: Gef\u00f6rdert werden sollten nicht nur die Beratungen, sondern auch die Umsetzung der empfohlenen Ma\u00dfnahmen &#8211; dadurch w\u00fcrde sich der maximale F\u00f6rderbetrag erh\u00f6hen. Zudem sollten verschiedene Themen f\u00f6rderf\u00e4hig sein und statt Orientierungs- sollten heute vielmehr Schwerpunktberatungen gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Als Soforthilfe f\u00fcr die neuen Bundesl\u00e4nder unterst\u00fctzte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zwischen 1991 und 1996 mit rd. 25 Mio. 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