{"id":20341,"date":"2023-07-13T15:15:13","date_gmt":"2023-07-13T13:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12295-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:16","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:16","slug":"12295-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12295-01\/","title":{"rendered":"Abwasserbehandlung aus der Textilveredelung durch Kombination von diversen Membranfiltrationsverfahren und einer mikrobiellen Bioz\u00f6nose auf einem Festbettreaktor zwecks Recycling"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die DBI Deutsche Bobinet GmbH + Co. Trier, ist ein Textilherstellungs- und Veredlungsbetrieb. Da die abwasserintensive Veredlungsindustrie auch mit wassergef\u00e4hrdeten Stoffen umgeht (hohe CSB- und AOX-Werte), war zu kl\u00e4ren, ob die Anforderung nach dem Stand der Technik die im Anhang 38 der Rahmenabwasser VwV definiert sind, eingehalten werden.<br \/>\nDie Untersuchungsergebnisse aller Abwasserarten haben uns veranla\u00dft, die Abwasserbehandlung in der Form durchzuf\u00fchren, da\u00df ein gro\u00dfer Teil als Proze\u00dfwasser zur\u00fcckgef\u00fchrt wird mit dem Ziel, neben der Reinigung des Abwassers auch das Recycling zu ca. 80% zu betreiben.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGTV Gesellschaft f\u00fcr Trennverfahren mbH<br \/>\n  72411 Bodelshausen<br \/>\n&#8211; Steinbeis-Transferzentrum Angewandte und Umwelt-Chemie,<br \/>\n  Fachhochschule Reutlingen<\/p>\n<p>2.1. Arbeitsschritte<br \/>\nBasierend auf den Voruntersuchungen wurden folgende Arbeitsschritte durchgef\u00fchrt:<br \/>\n\u00b7 Aufbereitung des Abwassers aus F\u00e4rberei und Veredlung mittels Filtration mit nachgeschaltetem Bioreaktor<br \/>\n\u00b7 Pr\u00fcfung des recyclierten Wassers auf die Wiederverwendbarkeit in der F\u00e4rberei und Veredlung als a) Sp\u00fclwasser, b) Proze\u00dfwasser f\u00fcr die F\u00e4rbungen<br \/>\n\u00b7 Aufbereitung der Reststoffe, wie Flusen und sonstige Feststoffe<\/p>\n<p>2.2. Methoden<br \/>\nF\u00fcr die Vorreinigung und Konzentrierung der Abw\u00e4sser werden verschiedene Membrantechniken eingesetzt: Mikrofiltration, Ultrafiltration und Nanofiltration.<br \/>\nF\u00fcr die Entf\u00e4rbung und den Abbau der organischen Substanzen wird ein Festbettreaktor mit anaerober und aerober Bioz\u00f6nose eingesetzt. Der Biomassentr\u00e4ger besteht aus aktiviertem Braunkohlenkoks. F\u00fcr die Qualit\u00e4tssicherung des Wassers werden ein UV-Reaktor zur Farbigkeitsmessung und Leitf\u00e4higkeitskontrollen verwendet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Untersuchungen mit separaten Abw\u00e4ssern aus F\u00e4rberei und Veredelungsbetrieb zeigen, da\u00df mit dem vorgeschlagenen Verfahrensablauf auch die hoch belasteten Abw\u00e4sser der F\u00e4rberei mit einem CSB von \u00fcber 4000 mg\/l problemlos aufbereitet werden k\u00f6nnen. Die Abbauraten der Abwasserparameter CSB, BSB5, TOC und AOX liegen bei 95 &#8211; 98 %, bei einer Verweilzeit im Festbettreaktor von 18 Std. Der Abbau des Abwassers ist in der Regel \u00fcber 90 -99 %. Es konnte visuell keine F\u00e4rbung des Klarwassers festgestellt werden.<\/p>\n<p>Die hohe Verweilzeit im Festbettreaktor von 18 Std. war Anla\u00df zur Optimierung des Biomassentr\u00e4gers. Dabei wurden 6 verschiedene Biomassentr\u00e4ger untersucht und analysiert. Die Ergebnisse zeigen, da\u00df 2 verschiedene Materialien (Kohle + Bl\u00e4hton) eine effektive Bioz\u00f6nose aufbauen und eine hohe Elimination der Inhaltsstoffe bei kurzen Verweilzeiten garantieren. Die Porosit\u00e4t des Biomassentr\u00e4gers spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Untersuchungen zur Optimierung der Verweilzeit zeigen, da\u00df mit Verweilzeiten von ca. 9 Std. bei den vorgenannten beiden Tr\u00e4germaterialien eine ausreichende Elimination der Schadstoffe im Abwasser gew\u00e4hrleistet werden kann.<br \/>\nTrotz der Reduzierung der Verweilzeiten, sind relativ gro\u00dfe Festbettreaktoren erforderlich um die Gesamtabw\u00e4sser zu behandeln und zu einem hohen Anteil zu recyclieren. Es wurde daher eine Vorkonzentrierung mittels Ultrafiltration und nachgeschalteter Nanofiltration durchgef\u00fchrt und die dabei entstehenden Konzentrate \u00fcber einen Festbettreaktor biologisch aufbereitet.<br \/>\nDieser Aufbau des Verfahrens ergab eine Wasserqualit\u00e4t f\u00fcr das recyclierte Wasser die es gestattet, das Wasser sowohl f\u00fcr F\u00e4rbeprozesse als auch f\u00fcr Waschprozesse wieder zu verwenden ohne dabei qualitative Abweichungen in den F\u00e4rbungen feststellen zu k\u00f6nnen. Die Aufbereitung der Konzentrate in den Festbettreaktoren ist sehr gut. Das gereinigte Wasser kann teilweise wieder in den Proze\u00df zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, w\u00e4hrend ein Teil in die \u00f6ffentliche Kanalisation eingeleitet wird. Bei diesem Verfahren kann eine R\u00fcckge-winnung von ca. 75 %- 80% des Abwasservolumens erreicht werden. Die Vorteile dieser Verfahrensweise sind neben der hohen R\u00fcckgewinnungsrate, die geringeren Investitionskosten, geringere Betriebskosten der Anlage und ein wesentlich geringerer Raumbedarf. Gem\u00e4\u00df den Erkenntnissen aus der Voruntersuchung werden Betriebskosten von unter 1,00 DM\/m3 erwartet.<br \/>\nDurch die Ma\u00dfnahme kann der Frischwasserbedarf von derzeit t\u00e4glich 900-1000 m3, um ca. 75 % bis 80 % reduziert werden, was eine Einsparung von 700-750 m3 t\u00e4glich bedeutet. Gleichzeitig werden die in die \u00f6ffentliche Kanalisation eingeleiteten Schmutzfrachten aus den Prozessw\u00e4ssern um mehr als 90 % reduziert, was bei den gefundenen Werten einem CSB von 1440 kg und einem BSB von 450 kg t\u00e4glich entspricht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es wurden in der Trierer Tageszeitung und im Umweltmagazin Berichte \u00fcber das Pilotprojekt ver\u00f6ffentlicht. Weitere Ver\u00f6ffentlichungen in Melliand Textilberichte und durch die Bezirksregierung Trier, sind in Vorbereitung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Fa. Deutsche Bobinet, Trier, hat sich aufgrund der Ergebnisse des Vor-projektes entschlossen, aus eigener Kraft eine gro\u00dftechnische Anlage auf der Basis der im Pilotprojekt ermittelten Daten zu installieren die noch im Jahr 1999 im Betrieb gehen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die DBI Deutsche Bobinet GmbH + Co. Trier, ist ein Textilherstellungs- und Veredlungsbetrieb. Da die abwasserintensive Veredlungsindustrie auch mit wassergef\u00e4hrdeten Stoffen umgeht (hohe CSB- und AOX-Werte), war zu kl\u00e4ren, ob die Anforderung nach dem Stand der Technik die im Anhang 38 der Rahmenabwasser VwV definiert sind, eingehalten werden. 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