{"id":20330,"date":"2024-11-27T10:34:22","date_gmt":"2024-11-27T09:34:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12230-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:24","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:24","slug":"12230-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12230-01\/","title":{"rendered":"Die Bedeutung unterschiedlicher Kontexte von Umweltbildung f\u00fcr Nachhaltigkeitsbewu\u00dftsein"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt zielte auf die empirische Untersuchung der Frage, in welchen biografischen und sozialen Kontexten umweltp\u00e4dagogische Vorhaben, die der Popularisierung des Leitbildes Nachhaltige Entwicklung dienen, erfolgreich sein k\u00f6nnen. Die gemeinsame Hypothese der Forschungsvorhaben war, dass Nachhaltigkeitsbewusstein in verschiedenen Auspr\u00e4gungen in die Lebenswelten von Individuen eingebunden ist. Das Projekt folgte vor diesem Hintergrund dem Konsens in der Umweltbewussteinsforschung, dass Bewusstseinsprozesse und Handlungsdispositionen bereichsspezifisch und lebensweltbezogen ausgepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEs wurden in sechs Forschungsvorhaben empirische Untersuchungen zum Umweltbewusstein im Hinblick auf Nachhaltige Entwicklung durchgef\u00fchrt. Die Untersuchungen waren am qualitativen Forschungsansatz ausgerichtet, d. h. im Mittelpunkt standen problemzentrierte \u00cdnterviews, die computergest\u00fctzt ausgewertet wurden. Die Forschungsvorhaben umfassten im einzelnen: Interviews mit sog. Lebensstilpionieren (d. h. Menschen, die es geschafft haben, ihr Handeln an den Kriterien von Nachhaltigkeit auszurichten), mit Berufssch\u00fclerinnen und Berufssch\u00fclern zu ihrer Wahrnehmung und ihrem Verhalten im Hinblick auf Mobilit\u00e4t, mit Kindern in schulischen und au\u00dferschulischen Umweltgruppen, mit Lehrerinnen und Lehrern aus verschiedenen Schularten, mit Erwachsenen, die in sog. Dritte Welt-Gruppen engagiert sind und mit der \u00f6kologisch-nachhaltigen Gestaltung von Bildungseinrichtungen im Elementarbereich.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die einzelnen Studien geben auf unterschiedlichen Ebenen Hinweise f\u00fcr die Bildungspraxis. Bei den Lebensstil-Pionieren  zeigte sich der Motivationskern nachhaltiger Lebensstile vor allem in der Betroffenheit als Ausdruck der Sorge um sich selbst und als Ausdruck der Sorge um andere, Bedeutende biografische Einfl\u00fcsse, die zu solchen Motivationslagen beigetragen haben, lagen vor allem in der Kindheit und Jugend. Mitglieder aus sog. Dritte Welt-Gruppen zeigen vor allem vier Orientierungsmuster: politisch-nachhaltig, lebensstilfokussiert, karitativ und kulturell. Bei den Berufssch\u00fclerinnen und Berufssch\u00fclern wurde deutlich, dass auf der einen Seite Mobilit\u00e4tsverhalten in hohem Ma\u00dfe habitualisiert ist, dass aber auf der anderen Seite handlungsorientierte Aktive (d. h. Jugendliche, die auch in anderen Lebensbereichen aktiv sind) durchaus Vorstellungen haben, wie sie ihr Mobilit\u00e4tsverhalten tendenziell ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Lehrerinnen und Lehrer aus verschiedenen schulischen Umfeldern (z. B. Berufsschulen, Gesamtschulen) sind gegen\u00fcber dem gegenw\u00e4rtig offenbar reduzierten Interesse von Jugendlichen an Umweltfragen (Dominanz der Arbeitsplatz- und Ausbildungsprobleme) eher skeptisch, halten aber auch hier die Einbindung von Nachhaltigkeitsperspektiven f\u00fcr aussichtsreich und m\u00f6glich, wenn sie sukzessiv und bezogen auf die Ausbildungspraxis erfolgt. Kinder haben- vor dem Hintergrund eines bemerkenswerten Wissens, durchaus realistische Vorstellunge von ihren Handlungsm\u00f6glichkeiten. Handlungsorientierte Bildungskonzepte best\u00e4tigend ist dies umso deutlicher der Fall je intensiver Kinder konkrete Handlungserfahrungen im Umweltbereich haben. Im Elementarbereich bieten sich Chancen, Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung zu initiieren, wenn Erfahrungsr\u00e4ume f\u00fcr Nachhaltigkeit geschaffen werde, wenn Lernen in Ernstsituationen erm\u00f6glicht wird und wenn f\u00fcr Partizipation (d. h. vor allem Teilhabe an lokalen Agenda-Prozessen) Gelegenheiten geschaffen werden.<br \/>\nDas Projekt hat insgesamt gezeigt &#8211; und damit die Grundannahme des Forschungsvorhabens best\u00e4tigend -, dass es keine kontextunabh\u00e4ngigen Bildungsstrategien geben kann, die Aussicht auf Erfolg versprechen: Zu beachten sind sowohl institutionnelle Rahmenbedingungen von Umweltlernen als auch alters- und biografiespezifische Entwicklungen und Situationen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Beteiligung an Fachtagungen und Publikation der Forschungvorhaben und ihrer p\u00e4dagogischen Konsequenzen in der Reihe der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Erziehungswissenschaft (vgl. Bolscho, D.; Michelsen, G. (Hrsg.): Umweltbewusstsein unter dem Leitbild Nachhaltige Entwicklung. Opladen: 2002.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die in diesem anwendungsorientierten Forschungsprojekt herausgefundenen Erkenntnisse k\u00f6nnen auf der Forschungsebene weitere spezifische Forschungsvorhaben anregen, z. B. die besondere Funktion von Orientierungs- und Verf\u00fcgungswissen. Dieser Schwerpunkt w\u00e4re deswegen von aktuellem Interesse, weil er den in der PISA-Studie verwendeten Begriff der Kompetenz auf Umwelthandeln transferiert.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen die in diesem Projekt untersuchten Fragestellungen in entsprechend differenzierten Bildungskonzepten &#8211; von Projekten \u00fcber Materialentwicklungen &#8211; ihren Niederschlag finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt zielte auf die empirische Untersuchung der Frage, in welchen biografischen und sozialen Kontexten umweltp\u00e4dagogische Vorhaben, die der Popularisierung des Leitbildes Nachhaltige Entwicklung dienen, erfolgreich sein k\u00f6nnen. Die gemeinsame Hypothese der Forschungsvorhaben war, dass Nachhaltigkeitsbewusstein in verschiedenen Auspr\u00e4gungen in die Lebenswelten von Individuen eingebunden ist. 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