{"id":20302,"date":"2024-11-27T10:34:22","date_gmt":"2024-11-27T09:34:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12127-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:24","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:24","slug":"12127-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12127-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und modellhafte Einf\u00fchrung von Umweltmanagement in landeskirchlichen Verwaltungseinrichtungen der evangelischen Kirche"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die g\u00fcnstigen Grundvoraussetzungen der kirchlichen Verwaltung (Sch\u00f6pfungsethik, deklarierte Leitbilder, Umweltbeschl\u00fcsse, Multiplikatorpotentiale, etc.) sollen erg\u00e4nzt werden durch einen handlungsorientierten Ansatz: Vom Wissen zum Handeln. Dazu soll in repr\u00e4sentativen Modellprojekten ein Umweltmanagementsystem f\u00fcr kirchliche Verwaltungseinrichtungen entwickelt werden, das systematisch und mitarbeiterorientiert die \u00f6kologischen Einsichten und Erkenntnisse in Handlungsoptionen umsetzt. Ein Leitfaden und Kennzahlensystem soll die Umweltwirkungen und -prozesse transparenter und vergleichbarer (\u00d6ko-Wettbewerb) machen. Darauf aufbauend werden Standards f\u00fcr alle kirchlichen Verwaltungseinrichtungen entwickelt, die zur bundesweiten Einf\u00fchrung eines kirchlich orientierten Umweltmanagements beitragen sollen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf der Grundlage von 4 Modellprojekten und dem Erfahrungsaustausch mit anderen Dienstleistungsbetrieben sollen aus der Praxis die wichtigsten Elemente eines kirchlichen Umweltmanagementsystems entwickelt werden. Dabei werden im Rahmen eines partizipativen und kommunikationsintensiven Analyseprozesses die folgenden 3 Bereiche gleichgewichtig untersucht und Verbesserungen (Umweltprogramme) gemeinsam mit der Mitarbeiterschaft entwickelt:<br \/>\nm\t\u00d6kobilanz (Input-Output-Analyse der Umweltwirkungen)<br \/>\nm\tUmweltorganisation  (Strukturelle Umweltverantwortung, Abl\u00e4ufe und Richtlinien, OE)<br \/>\nm\tUmweltkommunikation  (Interne und externe Umweltkommunikation, Umweltkultur)<br \/>\nDie Modellprojekte befinden sich in unterschiedlichen (repr\u00e4sentativen) Verwaltungseinrichtungen (ca. 50-100 MitarbeiterInnen) in Berlin (Ev. Landeskirche Berlin-Brandenburg), N\u00fcrnberg (Ev. Landeskirche Bayern), Recklinghausen (Ev. Landeskirche Westfalen) und Stuttgart (Ev. Landeskirche W\u00fcrttemberg). Dar\u00fcber hinaus wird ein Erfahrungsaustausch und eine Zusammenarbeit mit den wesentlichen kirchlichen Akteuren und Multiplikatoren (Umweltbeauftragte, ev. Akademien, etc) aktiv betrieben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Teilnehmer am Modellprojekt verf\u00fcgen \u00fcber eine aussagef\u00e4hige Datenbasis zur Beurteilung der von Ihnen ausgehenden Umweltbelastung. Die Daten wurden in der Form von Umweltkennzahlen aufbereitet und in einer Einrichtung in Form einer \u00d6kobilanz dargestellt. Die jeweils erfolgversprechendsten Handlungsfelder f\u00fcr das Umweltprogramm wurden identifiziert und befinden sich in der Umsetzung. Kontinuierliche Verbesserungsprozesse \u00fcber die Einf\u00fchrung von Umweltleitlinien, dem jeweiligen Umweltprogramm und einem Umweltmanagementsystem sind weit fortgeschritten. Die Anwendung einzelner technischer Bereiche eilt der formalen Verankerung voraus. Es wurden bereits erste praktische Erfolge erzielt (Heizenergieeinsparung von bis zu 20%, Umstellung auf Recyclingpapier, Ber\u00fccksichtigung \u00f6kologischer Kriterien bei Investitionen). Die Umweltentlastung wird in den n\u00e4chsten Jahren deutlicher werden, da die im Umweltprogramm festgelegten Verbesserungsvorschl\u00e4ge teilweise erst mit der Zeit wirken bzw. auch nur umgesetzt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Mitarbeitenden wurden von Anfang an beteiligt und sind \u00fcber Umweltteams weiter einbezogen. Die Motivation zur Beteiligung ist sehr gut und bedarf auch weiterhin gezielter Unterst\u00fctzung.<br \/>\nEs besteht konkretes Interesse von anderen kirchlichen Einrichtungen, sich am kirchlichen Umweltmanagement zu beteiligen. Einige Einrichtungen (Jugendheim Hirschluch, Haus Birkach, M\u00fctterkurheim Scheidegg) haben den Prozess nach dem Verfahren der Piloteinrichtungen bereits begonnen. Die W\u00fcrttembergische Landeskirche hat beschlossen, das \u00d6ko-Audit in allen ihren Kirchengemeinden und landeskirchlichen Einrichtungen im Rahmen ihres Projektes Wirtschaftliches Handeln einzuf\u00fchren.<br \/>\nDie Unsicherheit \u00fcber eine Fortsetzung und Erweiterung des Projekts im Rahmen einer Unterst\u00fctzung durch die DBU hat auch die Motivation und Zielorientierung in den einzelnen Einrichtungen gebremst. Dadurch entstanden Verz\u00f6gerungen der geplanten Prozesse in allen 4 Piloteinrichtungen. Das Berliner Missionswerk ist zudem auch innerhalb Berlins in das landeskirchliche Zentrum umgezogen, das Mitte 2000 mit dem Um- und Neubau fertiggestellt wurde. Innerhalb des landeskirchlichen Zentrums fand bisher keine positive Entscheidung f\u00fcr die Fortsetzung des Umweltmanagementsystems statt. Im Kirchengemeindeamt N\u00fcrnberg und dem Kirchenkreis Recklinghausen wird nach der Bewilligung des Folgeprojekts nunmehr \u00fcber die Validierung und die Konsolidierung bzw. Verbreitung des Prozesses entschieden. Im Haus Birkach, dem Modellprojekt der Landeskirche W\u00fcrttemberg, wird die Validierung im Februar 2001 vorgenommen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Umweltbericht N\u00fcrnberg<br \/>\nInterne Rundbriefe in den Einrichtungen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das kirchliche Umweltmanagement hat sich insgesamt als sinnvolles Instrument erwiesen, Sch\u00f6pfungsverantwortung in praktisches Handeln umzusetzen. Gleichzeitig ist auch deutlich geworden, da\u00df die Verankerung von Umweltmanagement in den kirchlichen Einrichtungen keine kurzfristige Aufgabe ist, sondern ein langfristiges, auf kontinuierliche Verbesserung hinzielendes Organisations- und Innovationsmittel. Dies trifft gerade auch f\u00fcr kirchliche Organisationen zu, die in ihrer gro\u00dfen Mehrheit bisher erst am Anfang der Einf\u00fchrung von Managementprozessen ganz allgemein stehen.<br \/>\nDas Ziel, aus der Praxis konkreter Einrichtungen heraus ein Modell f\u00fcr Kirchliches Umweltmanagement in Verwaltungen zu entwickeln, wurde in den meisten Modellprojekten erreicht und ist auf gutem Wege zu einem generellen Standard f\u00fcr kirchliche Einrichtungen zu werden. Dies wird erfolgversprechend fortgesetzt und abgesichert durch das nunmehr auch von der DBU bewilligte, erweiterte Folgeprojekt mit 16 Piloteinrichtungen und einem umfassenden Verbreitungsprogramm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die g\u00fcnstigen Grundvoraussetzungen der kirchlichen Verwaltung (Sch\u00f6pfungsethik, deklarierte Leitbilder, Umweltbeschl\u00fcsse, Multiplikatorpotentiale, etc.) sollen erg\u00e4nzt werden durch einen handlungsorientierten Ansatz: Vom Wissen zum Handeln. Dazu soll in repr\u00e4sentativen Modellprojekten ein Umweltmanagementsystem f\u00fcr kirchliche Verwaltungseinrichtungen entwickelt werden, das systematisch und mitarbeiterorientiert die \u00f6kologischen Einsichten und Erkenntnisse in Handlungsoptionen umsetzt. 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