{"id":20300,"date":"2024-11-27T10:34:22","date_gmt":"2024-11-27T09:34:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12124-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:24","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:24","slug":"12124-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12124-01\/","title":{"rendered":"Optoelektronische Methode der Blickregistrierung zur objektiven Bewertung der Demontagegerechtheit von Bauteilen und Produkten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Aufkommen an Elektro(nik)-Altger\u00e4ten wird in der EU f\u00fcr die Jahre 1998\/99 auf 8 Mio. Mg gesch\u00e4tzt, wobei 90 % deponiert, verbrannt bzw. verwertet werden, ohne dass eine Schadstoffentfrachtung stattfindet. Bei der Verwertung dieser Ger\u00e4te erg\u00e4nzen sich heute die Bereiche der manuellen Demontage und die der verfahrenstechnischen Aufbereitung. Voraussetzung f\u00fcr ein \u00f6kologisch hochwertiges Recycling ist vielfach die Demontage, die jedoch erhebliche Kosten verursachen kann.<br \/>\nZum einen hat das Vorhaben die Zielsetzung, ein Screening \u00fcber die bei den Verwertern anfallenden Alt-Produkte zu erzeugen, anhand dem eine Bewertung der Produkte aus \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Sicht durchgef\u00fchrt werden kann und eine Entscheidung getroffen werden kann, ob eine Demontage n\u00f6tig bzw. sinnvoll ist. Zum anderen werden Demontageuntersuchungen sowohl im Labor als auch verst\u00e4rkt bei Verwertern mit Hilfe einer Blickregistrierungskamera durchgef\u00fchrt. Aus den Analysen dieser Untersuchungen werden Konstruktionskriterien f\u00fcr eine schnellere Demontage abgeleitet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm ersten Teil des Projektes wird mit Hilfe von Umweltvertr\u00e4glichkeitsuntersuchungen die Einteilung der beim Verwerter anfallenden Produkte vorgenommen. Ausgehend von einer Musterzerlegung werden die Einzelfraktionen der Ger\u00e4te bestimmt, ihre Umweltrelevanz untersucht und die bestehenden Verwertungsalternativen zusammengestellt. Diese Ergebnisse werden unter Betrachtung aller wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Teilaspekte m\u00f6glicher Gesamtentsorgungsalternativen wie z.B. Shredder, Verbrennung bzw. Deponierung gegen\u00fcbergestellt.<br \/>\nIm zweiten Teil werden Demontageuntersuchungen mit Hilfe der Blickregistrierung durchgef\u00fchrt, deren Analyse aufzeigt, welche Konstruktionskriterien eine einfache Erkennbarkeit der Baustruktur und der Verbindungselemente zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Untersuchungen zeigen, dass sich den Elektro(nik)-Ger\u00e4ten f\u00fcr die verschiedenen Verwertungs- und Entsorgungswege \u00f6kologische und \u00f6konomische Kriterien zuordnen lassen. Nach den gesetzlichen Vorgaben, den Schadstoffgehalten und den \u00f6konomischen Gewinnm\u00f6glichkeiten bewertet, ergibt sich ein Gesamtbild, das veranschaulicht, welche Ger\u00e4te bzw. Fraktionen in welche Verwertungs- und Entsorgungswege geleitet werden sollen bzw. m\u00fcssen. Die Unterteilung der Elektro(nik)-Ger\u00e4te erfolgt in drei Klassen:<br \/>\n(a) Ger\u00e4te-Fraktionen, die aus Gr\u00fcnden des Schadstoffgehaltes manuell demontiert werden m\u00fcssen,<br \/>\n(b) Ger\u00e4te-Fraktionen, die aus Gr\u00fcnden der umweltgef\u00e4hrdenden Stoffe in Verwertungsanlagen verarbeitet werden m\u00fcssen und<br \/>\n(c) Ger\u00e4te-Fraktionen, die (unter anderem auch) aus Gr\u00fcnden der \u00d6konomie manuell demontiert werden. In einer \u00d6ko-Bilanzierung konnte gezeigt werden, dass die vertiefte manuelle Demontage gegen\u00fcber der verfahrenstechnischen Aufbereitung der Produkte \u00f6kologische Vorteile erbringt. Z. B. sinkt bei vollst\u00e4ndiger Demontage eines Notebooks der kumulierte Energieaufwand auf ca. 25 %, der Eco-Indikator 95 Wert auf ca. 31 % seines Anfangswertes.<br \/>\nIm zweiten Teil wurden die Grundlagen f\u00fcr die Untersuchungen mit der Blickregistrierungskamera geschaffen und ein breites Spektrum an Ger\u00e4ten untersucht und analysiert. Ein Ergebnis der Analyse ist, dass bei den untersuchten Produkten eine durchschnittliche anteilige Suchzeit an der Demontagezeit von ca. 30 % &#8211; bei einem Maximalwert von ca. 64 % &#8211; vorliegt.<br \/>\nProduktgruppenabh\u00e4ngige Bereiche der Handhabungs- und Suchzeiten lassen sich erkennen. Beispielsweise liegen die anteiligen Suchzeiten von Druckern im Bereich von 3 bis 34 %, die der untersuchten Monitore jedoch zwischen 16 und 64 %.<br \/>\nEin Vergleich zwischen Produkte mit einem hohem Anteil an Schraubenverbindungen (\u00e4ltere Produkte) und Produkten, die verst\u00e4rkt Kunststoff-Schnappverbindungen beinhalten (neuere Produkte), zeigt, dass neuere Produkte durchschnittlich niedrigere Demontagezeiten, jedoch h\u00f6here anteilige Suchzeiten aufweisen. Dies f\u00fchrt zu der Aussage, dass bei neueren Konstruktionen, die einen hohen Anteil an Schnappverbindungen haben,  ein gro\u00dfes Optimierungspotenzial bez\u00fcglich der Demontagezeiten vorliegt.<br \/>\nAllgemein kann gesagt werden, dass f\u00fcr alle untersuchten Elektro(nik)-Ger\u00e4te vier gegenseitig abh\u00e4ngige Kriterien (a) einheitliche Demontagerichtung aus Sicht der Zerleger, (b) nicht verdeckte Verbindungsele-mente, (c) angepasste Gr\u00f6\u00dfe der Verbindungselemente im Umfeld und (d) angepasster Kontrast der Verbindungselemente im Umfeld ma\u00dfgeblichen Einfluss auf die erzielte Such- und Demontagezeit haben.<br \/>\nAls Dienstleistung k\u00f6nnen jetzt vom Lehrstuhl des RPE Demontageanalysen von Elektro(nik)-Ger\u00e4ten mit Hilfe der Blickregistrierung angeboten werden, die \u00fcber die herk\u00f6mmlich, von au\u00dfen betrachteten Demontageuntersuchungen weit hinausgehen. Bei der Umsetzung der Ergebnisse sind &#8211; in Abh\u00e4ngigkeit des zuvor erreichten Konstruktionsstandes &#8211; Optimierungspotenziale bei der Demontagezeit von bis 30 % zu erwarten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00b7\tVer\u00f6ffentlichung und Posterausstellung auf dem Kolloquium zur Kreislaufwirtschaft und Demontage des Sonderforschungsbereiches 281 am 20. und 21. Januar 2000 in Berlin<br \/>\n\u00b7\tVortrag und Ver\u00f6ffentlichung auf der VDI-Tagung Recyclingorientierte Entwicklung technischer Produkte 2000 am 15. und 16. November 2000 in Fellbach<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In diesem Projekt konnte durch eine \u00d6ko-Bilanzierung gezeigt werden, dass eine vertiefte Demontage \u00f6kologische Vorteile gegen\u00fcber der verfahrenstechnischen Aufbereitung beim Recycling von Elektronik-Ger\u00e4ten aufweist. Weiterhin wurde erstmals die Blickregistrierung bei der Demontage von Elektro(nik)-Ger\u00e4ten eingesetzt. Der Einsatz dieser Methode in diesem Bereich hat sich als effektiv erwiesen. Der Demontageanalyseprozess wurde soweit optimiert, dass er jetzt standardm\u00e4\u00dfig als Dienstleistung ange-boten werden kann. Bei der Umsetzung der mit der Blickregistrierung ermittelten Konstruktionskriterien lassen sich bei gleichen Demontagekosten deutliche \u00f6kologische Vorteile erzielen.<br \/>\nF\u00fcr die Weiterf\u00fchrung des Projektes sind im n\u00e4chsten Schritt entwicklungsbegleitende Untersuchungen notwendig, um die Ergebnisse zu best\u00e4tigen und umzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Aufkommen an Elektro(nik)-Altger\u00e4ten wird in der EU f\u00fcr die Jahre 1998\/99 auf 8 Mio. Mg gesch\u00e4tzt, wobei 90 % deponiert, verbrannt bzw. verwertet werden, ohne dass eine Schadstoffentfrachtung stattfindet. 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