{"id":20299,"date":"2023-07-13T15:15:09","date_gmt":"2023-07-13T13:15:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12119-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:10","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:10","slug":"12119-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12119-01\/","title":{"rendered":"Solare Nahw\u00e4rmeversorgung in Fellbach"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gro\u00dfe dachintegrierte Kollektorfl\u00e4chen wurden bisher aus einzelnen handels\u00fcblichen Modulkollektoren zusammengesetzt. Die Kollektoren werden auf einer Unterkonstruktion (Sparren, Holzverschalung und Dichtbahn), dem Notdach, montiert und die horizontalen und vertikalen Zwischenr\u00e4ume abgedichtet. Die Kollektoren ersetzen die wasserdichte Dachhaut. Beim Kollektordach (System Solarroof) entf\u00e4llt das Not-dach, in den vorgefertigten Dachelementen sind sowohl die tragende Dachkonstruktion (Sparren) als auch der Kollektoraufbau enthalten. Die Glasabdeckung der Elemente bildet die wasserdichte Dachhaut. Verglichen mit konventionellen dachintegrierten Feldern ergeben sich folgende Vorteile:<br \/>\n1.\tKostenreduktion um 30 bis 40 %<br \/>\n2.\tMaterialeinsparung, insbesondere durch Ersatz von energieintensiven Metallen durch Holz<br \/>\n3.\tZuverl\u00e4ssige Dachabdichtung durch bew\u00e4hrte Technik aus dem Glasdachbau<br \/>\n4.\tKurze Montagezeiten a. d. Baustelle, z. B. 100 m\u00b2 konv. ca. 10 Tage, Kollektordach ca. 5 Tage<br \/>\n5.\tGeringerer Abstimmungsaufwand w\u00e4hrend der Planung<br \/>\n6.\tVerbesserung der Optik, Glasraster kann angepa\u00dft werden<br \/>\n7.\tAusnutzung d. Bruttodachfl\u00e4che als effektive Kollektorfl\u00e4che mit bis zu 90 % (konv. 70 &#8211; \t85 %)Die Entwicklung des Kollektordachs wurde von der DBU gef\u00f6rdert. Das Kollektordach wird bei diesem Projekt erstmalig als vollwertiges Dach \u00fcber bewohnten R\u00e4umen eingesetzt. Das Projekt soll zeigen, da\u00df die Technik leistungsf\u00e4hig und das Produkt ausgereift ist. Weiterhin soll die gute Integrierbarkeit in die Architektur demonstriert werden. Durch die Umsetzung des Projektes wird die Markteinf\u00fchrung von Solarenergie beg\u00fcnstigt und die Akzeptanz weiter verbessert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliedert sich in folgende Arbeitsschritte:<br \/>\n1.\tDimensionierung der Anlage und Berechnung der W\u00e4rmelieferung, Vergleich mit konv. Systemen<br \/>\n2.\tIntegration der Kollektorfl\u00e4chen in die Architektur des Geb\u00e4udes in Zusammenarbeit mit dem Architekten, Erarbeitung von Ausf\u00fchrungsdetails<br \/>\n3.\tAusschreibung der Kollektorfl\u00e4chen an Fachfirmen, Kostenvergleiche mit bereits ausgef\u00fchrten konventionellen dachintegrierten Feldern<br \/>\n4.\tVergabe nach Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis<br \/>\n5.\tInstallation und Inbetriebnahme<br \/>\n6.\tBetriebsoptimierung<br \/>\n7.\tMessung der W\u00e4rmelieferung der Anlage u. Vergleich mit den berechn. Werten bei der Auslegung<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Ausschreibungsergebnis Kollektordach liegt mit 413 DM\/m\u00b2Kollektorfl\u00e4che sehr g\u00fcnstig f\u00fcr Kollektorfelder in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung (ca. 100 m\u00b2). Konventionelle Kollektord\u00e4cher (auf einem Notdach montierte Standardflachkollektoren) kosten ca. 30 bis 40 % mehr. Gegen\u00fcber der Kostensch\u00e4tzung ergibt sich eine Einsparung von 28 %. Die abgerechneten Kosten f\u00fcr das erste Dach (90 m\u00b2 Kollektorfl\u00e4che) betragen 409 DM\/m\u00b2 Kollektorfl\u00e4che und liegen damit leicht unter dem Angebotspreis.<br \/>\nDie Montagezeit f\u00fcr das erste Dach mit 90 m\u00b2 Kollektorfl\u00e4che betrug insgesamt 5 Arbeitstage inkl. Verrohrung und Einblechung an Traufe First und Ortg\u00e4ngen. Die Elemente waren innerhalb von 2 Tagen auf dem Dach installiert, d.h. das Dach war nach 2 Tagen dicht. Ein konventionelles Sparrendach kann in dieser Zeit nicht aufgeschlagen werden. Das Kollektorfeld wurde um eine Dachgaube herumgebaut. Dies demonstriert eindrucksvoll die hohe Flexibilit\u00e4t des Systems bzgl. Rasterma\u00dfe und die damit verbundene gute Integrierbarkeit in die Geb\u00e4udearchitektur. Die Optik wurde generell positiv bewertet.<br \/>\nDer Kostenrahmen im F\u00f6rderantrag wurde eingehalten. Die Kosten f\u00fcr die zentrale Solaranlage mit 180 m\u00b2 Kollektorfl\u00e4che (bisher 90 m\u00b2 installiert) wurden um knapp 1 % unterschritten, obwohl das Pufferspeichervolumen aufgrund der Einbindung in ein 2-Leiter-W\u00e4rmeverteilnetz von 7 m\u00b3 auf 9 m\u00b3 erh\u00f6ht wurde. Die Kosten f\u00fcr die Kollektoranlage im Sonnensegel wurden um ca. 6 % \u00fcberschritten. Dies ist auf den komplizierten Aufbau dieser Anlage mit hohen Anforderungen bzgl. Optik (z. B. alle Rohrleitungen von au\u00dfen nicht sichtbar) zur\u00fcckzuf\u00fchren. Das Sonnensegel vereinigt Kunst und Technik in einem Bauwerk und dient als markantes Wegzeichen am Ortseingang von Fellbach, das f\u00fcr die Nutzung von Solarenergie wirbt. Im Rahmen des Monitoringprogramms wurde der Betrieb der Anlage optimiert. Neben der Absenkung der Netzr\u00fccklauftemperaturen wurden M\u00e4ngel in der Anlage erkannt und beseitigt. Die Leistungsdaten der Kollektoren wurden \u00fcberpr\u00fcft und durch die Messungen best\u00e4tigt. Die Solaranlage hat trotz hoher Systemtemperaturen und M\u00e4ngel in der MSR-Technik im Zeitraum Nov. 99 bis Nov. 2000 379 kWh pro m\u00b2 Kollektorfl\u00e4che geliefert. Dies ist ein beachtliches Ergebnis. Die Sollwertregelung der Solaranlage Sonnensegel f\u00fcr die sp\u00e4tere dezentrale Einspeisung funktioniert sehr gut.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tDarstellung des Energiekonzeptes im Verkaufsprospekt der FEWO<br \/>\n&#8211;\tDie Presse wurde st\u00e4ndig \u00fcber besondere Bauabschnitte (z. B. Montage Kollektorfeld und Sonnensegel) informiert. Mittlerweile liegen eine Anzahl von Pressemitteilungen aus verschiedenen Tageszeitungen der Region Stuttgart vor.<br \/>\n&#8211;\tVortr\u00e4ge der SWF im Gemeinderat und in anderen Veranstaltungen-\tIm Juli 1999 wurde das Sonnensegel eingeweiht. Bei dieser Veranstaltung wurde eine Ausstellung Solares Wohnen mit Schwerpunkt Niedrigenergiesiedlung Kleinfeld-Ost gezeigt. Die B\u00fcrger konn-ten sich von den SWF und von Installationsbetrieben bzgl. energiesparender W\u00e4rmeversorgung beraten lassen.<br \/>\n&#8211;\tVon den SWF wurde ein Flyer erstellt mit Schwerpunkt Niedrigenergiesiedlung Kleinfeld-Ost und Klimaschutzkonzept der Stadt Fellbach.<br \/>\n&#8211;\tVon den SWF und vom STZ-EGS wurden Schautafeln \u00fcber die Niedrigenergiesiedlung Kleinfeld-Ost erstellt, die bei Veranstaltungen ausgestellt werden.<br \/>\n&#8211;\tDie SWF sind im Internet, Adresse: www.stadtwerke-fellbach.de. Die solare Nahw\u00e4rme Kleinfeld-Ost wird dort pr\u00e4sentiert.<br \/>\n&#8211;\tZuk\u00fcnftig werden die SWF Beitr\u00e4ge \u00fcber die solare Nahw\u00e4rme Klienfeld-Ost in Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlicht<br \/>\n&#8211;\tDie SWF hat sich mit der Anlage zur solar unterst\u00fctzten Nahw\u00e4rmeversorgung um den Preis der deutschen Gas-Wirtschaft beworben.<br \/>\n&#8211;\tDas Sonnensegel wurde beim vom deutschen Kupferinstitut ausgelobten Wettbewerb Architektur &#038; Solarthermie lobend erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Rahmen dieses Vorhabens gesetzten Ziele wurden im bisherigen Projektverlauf erreicht. Das Kollektordach System Solarroof hat sich bew\u00e4hrt bzgl. Montage und Kosten. Die prognostizierten Kosteneinsparungen wurden erreicht. K\u00fcrzere Montagezeiten ergeben Vorteile bzgl. Bauablauf der Geb\u00e4ude. Die hohe Flexibilit\u00e4t des Systems, die damit verbundene gute Integrierbarkeit in die Architektur, wie auch die Optik des Systems wurden sehr positiv bewertet. Dieses Konzept wird sich im Bereich von gro\u00dfen Kol-lektord\u00e4chern sicherlich langfristig gegen\u00fcber konventionellen Systemen durchsetzen. Die Ergebnisse des Monitoring-Programms zeigen deutlich die Notwendigkeit der Funktions\u00fcberpr\u00fcfung solcher Anlagen. Bei m\u00e4ngelfreiem Betrieb sind die prognostizierten Ertr\u00e4ge der Solaranlagen sicherlich im Endausbau des Baugebietes erreichbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gro\u00dfe dachintegrierte Kollektorfl\u00e4chen wurden bisher aus einzelnen handels\u00fcblichen Modulkollektoren zusammengesetzt. Die Kollektoren werden auf einer Unterkonstruktion (Sparren, Holzverschalung und Dichtbahn), dem Notdach, montiert und die horizontalen und vertikalen Zwischenr\u00e4ume abgedichtet. 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