{"id":20294,"date":"2023-07-13T15:15:05","date_gmt":"2023-07-13T13:15:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12103-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:08","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:08","slug":"12103-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12103-01\/","title":{"rendered":"Stickstoff-Umsatz auf Grasland bei ganzj\u00e4hriger Beweidung mit Fleischrindern unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Winterau\u00dfenhaltung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die ganzj\u00e4hrige Weidewirtschaft ist eine kosteng\u00fcnstige M\u00f6glichkeit der fortgesetzten Gr\u00fcnlandnutzung auf Standorten mit hohem landschafts\u00f6kologischen Wert, die von der Aufgabe landwirtschaftlicher Nutzung bedroht sind. Weidehaltung im Winter ist mit einem erh\u00f6hten Risiko der Nitratauswaschung bzw. der dadurch bedingten Umweltbelastung verbunden. Das Vorhaben hat zum Ziel, das Ausma\u00df dieser Belastung in Abh\u00e4ngigkeit von der Intensit\u00e4t der Bewirtschaftung zu quantifizieren, Ursachen der Umweltbelastung aufzuzeigen und Managementoptionen zur Minderung zu entwickeln. Das Vorhaben wird in Kooperation des Naturschutzbetriebes Freistatt, Landkreis Diepholz, und der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, Zentrum f\u00fcr Veredelungswirtschaft in Vechta, mehrj\u00e4hrig durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGrundlage der Untersuchungen bildete ein gro\u00dffl\u00e4chiger Weideversuch (Standweide) auf einem Sandstandort in der Diepholzer Moorniederung. Die Fl\u00e4chen wurden langj\u00e4hrig nicht ged\u00fcngt, das Gr\u00fcnland ist ertragsschwach. Als systematische Faktoren wurden die Besatzst\u00e4rke (hohe Besatzst\u00e4rke 1,4 GV ha-1, niedrige Besatzst\u00e4rke 0,7 GV ha-1) und die Beweidung im Winter (mit bzw. ohne) variiert. Als Zielgr\u00f6\u00dfen wurden \u00fcber einen Zeittraum von drei Jahren Kriterien zur umwelt- und ertragsbezogenen Analyse ermittelt; der Schwerpunkt lag dabei auf den N-Fl\u00fcssen im Winter: Nmin-Mengen der Funktionsbereiche (inkl. unbeweidete Kontrollfl\u00e4chen), Mistmengen an Funktionsbereichen, Weidefutterangebot, Zufuttermengen, Lebendmassezunahme der Weidetiere.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die auf dem Versuch ermittelte Stickstoffbelastung war auf Harnflecken in der Weide und Exkrementanreicherungen in den h\u00e4ufig frequentierten Funktionsbereichen r\u00e4umlich begrenzt. An Raufe und Tr\u00e4nke konnte Harn z.T. direkt in den Boden eindringen. Zudem bildeten sich an den Futterpl\u00e4tzen Mistmatten. Hier wurden Nmin-Mengen bis 90 g N m-\u00b2 gemessen, die vor allem als Ammonium vorlagen und w\u00e4hrend des Winters nicht verlagert wurden. Die nach dem R\u00e4umen der Mistmatten auftretenden Stickstoffverluste waren zumindest teilweise auf Nitratauswaschungen zur\u00fcckzuf\u00fchren. An den Tr\u00e4nkepl\u00e4tzen, an denen keine die Nitrifikation des Ammoniums hemmenden Mistmatten vorhanden waren, waren die gemessenen Nmin-Mengen geringer als an den Futterpl\u00e4tzen und der Nitratanteil an den Nmin-Mengen war deutlich h\u00f6her. Der Anteil des \u00fcber den Harn ausgeschiedenen Stickstoffs am insgesamt ausgeschiedenen Stickstoff betrug zwischen 40 % und 70 % je nach Stickstoffkonzentration im aufgenommenen Weide- und Zufutter und der jeweils aufgenommenen Futtermengen. Anhand von im Winter entstandenen Harnflecken konnte gezeigt werden, dass es bereits w\u00e4hrend des Winters zur Mineralisierung und Nitrifizierung des Harnstickstoffs kommt und Nitratverlagerungen auftreten. Je sp\u00e4ter im Winter Harn abgesetzt wurde, desto geringer war das Verlagerungsrisiko und um so mehr Stickstoff konnte in der folgenden Vegetationsperiode von der Vegetation aufgenommen werden. Weidegras wurde w\u00e4hrend des gesamten Winters von den Tieren gefressen und in der Regel dem Zufutter (Heu oder Stroh ad libitum) vorgezogen. Mit steigendem Weidefutterangebot sank der Zufutterverbrauch. Daraus kann abgeleitet werden, dass das Angebot von Winterweide-Futter eine wirksame Strategie zur Vermeidung von N-Akkumulationen im Raufebereich darstellt. Als eine geeignete Ma\u00dfnahme zur Verringerung des N-Austrages an den Funktionsbereichen wurde die Einstreu dieser Bereiche erkannt; dadurch wird einerseits Stickstoff durch die Einstreu gebunden und andererseits wird die  Nitrifikation des Stickstoffs im Oberboden noch w\u00e4hrend des Winters verhindert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Verlauf des Vorhabens wurde die berufsst\u00e4ndische und wissenschaftliche \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Fortgang des Projektes und die erzielten Ergebnisse regelm\u00e4\u00dfig informiert. Hierf\u00fcr bestanden gute Voraussetzung, da zum einen der Naturschutzbetrieb Freistatt ein weithin bekanntes und h\u00e4ufig auch von der landwirtschaftlichen und natursch\u00fctzerischen Praxis aufgesuchtes landwirtschaftliches Unternehmen ist und da zum anderen das Zentrum f\u00fcr Veredelungswirtschaft in Vechta stark in der regionalen Land-wirtschaft verankert ist und im Bereich der Tierproduktion wissenschaftlich international ausgewiesen ist. \u00d6ffentlichkeitsarbeit vor Ort: F\u00fcnf Feldbegehungen im Rahmen von Tagungen, Seminaren Exkursionen, sieben Vortr\u00e4ge, vier Fachpublikationen, vier Posterpr\u00e4sentationen bei wissenschaftlichen Tagungen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Verglichen mit intensiv bewirtschafteten Weiden sind die Stickstoffverluste eines extensiven Winterau\u00dfenhaltungsverfahrens als gering anzusehen. Durch die in dieser Arbeit aufgezeigten Strategien k\u00f6nnen die Stickstoffverluste zus\u00e4tzlich minimiert werden. Diese Strategien sind vergleichsweise einfach und kosteng\u00fcnstig in der Praxis umzusetzen. Insgesamt kann die ganzj\u00e4hrige extensive Weidewirtschaft auf gut dr\u00e4nenden Standorten umweltgerecht gestaltet werden, wenn die genannten, einfach umzusetzenden Ma\u00dfnahmen, bei der Gestaltung der Weidewirtschaft ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die ganzj\u00e4hrige Weidewirtschaft ist eine kosteng\u00fcnstige M\u00f6glichkeit der fortgesetzten Gr\u00fcnlandnutzung auf Standorten mit hohem landschafts\u00f6kologischen Wert, die von der Aufgabe landwirtschaftlicher Nutzung bedroht sind. Weidehaltung im Winter ist mit einem erh\u00f6hten Risiko der Nitratauswaschung bzw. der dadurch bedingten Umweltbelastung verbunden. 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