{"id":20285,"date":"2023-07-13T15:15:05","date_gmt":"2023-07-13T13:15:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12065-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:07","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:07","slug":"12065-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12065-01\/","title":{"rendered":"Abfallminimierung in der Steppdeckenproduktion"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des Forschungsvorhabens ist ein Verfahren zu entwickeln, das es gestattet, bisher als Abfall auf die Deponie verbrachtes, in kontinuierlich anfallenden mehrlagigen Randstreifen enthaltenes Steppdeckenf\u00fcllmaterial der Wiederverwendung im Produktionsproze\u00df zuzuf\u00fchren. Die Realisierung dieser Zielsetzung kann sowohl beim Einfassen der Steppdecke wie auch als zentrale Einheit erfolgen. Mit der Entwicklung soll eine Senkung des Restabfalls auf weniger als 10 % erreicht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie aus dem Stand der Technik abzuleitenden L\u00f6sungen sind f\u00fcr die Aufbereitung von vern\u00e4hten Randstreifen in keiner Weise nutzbar. Auch Wirkprinzipien unter Nutzung von Saug- oder Blasluft bleiben infolge der Quern\u00e4hte wirkungslos.<br \/>\nEine \u00dcbertragung von L\u00f6sungen aus anderen Bereichen ist nur sehr schwer m\u00f6glich, da die Spezifik der textilen Fl\u00e4chengebilde v\u00f6llig andere Anforderungen an Separations- und Trenneinrichtungen stellt.<br \/>\nZur L\u00f6sung des Problems sind folgende Schritte vorgesehen:<\/p>\n<p>A) Analyse des aktuellen Standes der Technik (Literatur- und Patentrecherche) unter Einbeziehung benachbarter Branchen<br \/>\nB) Analyse und Klassifikation der technologischen Einflussfaktoren zur Konzipierung der Recyclinganlage<br \/>\nC) Bestimmung von verarbeitungstechnischen Kennwerten<br \/>\nD) Erfassung m\u00f6glicher konstruktiver L\u00f6sungsvarianten durch Erarbeitung eines L\u00f6sungskataloges<br \/>\nE) Konstruktive Umsetzung<br \/>\nF) Bautechnische Umsetzung<br \/>\nG) Erarbeitung des R\u00fcckf\u00fchrungskonzeptes<br \/>\nH) Erprobung des R\u00fcckf\u00fchrungskonzeptes<br \/>\nI)  Erarbeitung eines Konzeptes zur Decklagenbehandlung<br \/>\nJ)  Zusammenstellung der Ergebnisse<br \/>\nK)  Umweltrelevanz<\/p>\n<p>Die aus dem Stand der Technik abzuleitenden L\u00f6sungen sind f\u00fcr die Aufbereitung von vern\u00e4hten Randstreifen in keiner Weise nutzbar. Auch Wirkprinzipien unter Nutzung von Saug- oder Blasluft bleiben infolge der Quern\u00e4hte wirkungslos. Eine \u00dcbertragung von L\u00f6sungen aus anderen Bereichen ist nur sehr schwer m\u00f6glich, da die Spezifik der textilen Fl\u00e4chengebilde v\u00f6llig andere Anforderungen an Separations- und Trenneinrichtungen stellt.<br \/>\nEs wurde eine umfassende Analyse und Klassifikation der technologischen Einflu\u00dffaktoren im Produktionsproze\u00df sowie eine Untersuchung von verarbeitungstechnischen Kennwerten vorgenommen. Die im Rahmen der Forschungsaktivit\u00e4ten entwickelten, technischen Innovationen lassen sich nahtlos in bestehende Fertigungstechnologien involvieren. Eine produktionsintegrierte Abfallminimierung und -r\u00fcckf\u00fchrung wurde durch firmeninterne Kopplung zur Vliesherstellung erfolgreich realisiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>&#8211; Eine erste L\u00f6sungskonzeption wurde f\u00fcr die Aufbereitung der Randstreifen an Vielnadelmaschinen erarbeitet. Etwa 80% der Steppdecken werden auf N\u00e4hstra\u00dfen kontinuierlich hergestellt. Die Randstreifen werden entsprechend der Musterbreite geschnitten. Es erfolgt eine Trennung in F\u00fcllmaterial und Decklagenmaterial mit anschlie\u00dfender R\u00fcckf\u00fchrung des F\u00fcllmaterials in den Vliesbildungsproze\u00df und Sammlung der Deklagenstreifen. Die Anlage kann in Kopplung zum kontinuierlichen  N\u00e4hproze\u00df betrieven werden. <\/p>\n<p>&#8211; F\u00fcr Randstreifen an Einfa\u00dfmaschinen wurde eine zweite Recyclingl\u00f6sung untersucht. Nach Aufnahme der Randstreifen und Trennung der Decklagenstreifen und des F\u00fcllmaterials k\u00f6nnte eine getrennte Sammlung durchgef\u00fchrt werden. Der automatische Proze\u00dfablauf wird in direkter Kopplung zur N\u00e4hanlage betrieven. Eine produktionswirksame Umsetzung wird vorbereitet. <\/p>\n<p>&#8211; Die dritte Entwicklung, in Erweiterung der urspr\u00fcnglichen Aufgabenstellung, betrifft eine Recyclinganlage zur Behandlung kompletter Abfalldecken bis 800 mm Arbeitsbreite. Die maschinelle Aufbereitung der Abfalldecken umfa\u00dft die manuelle Beschickung, die Auftrennung der N\u00e4hte und die Abtrennung der Materialien im automatisierten Ablauf. <\/p>\n<p>Ausgew\u00e4hlte technische L\u00f6sungen wurden als Prototyp in der Firma Badenia bautechnisch realisiert und unter Produktionsbedingungen getestet, die Installation von zwei weiteren Anlagen f\u00fcr Abfalldecken im Unternehmen vorgesehen. Das geplante Einsparungspotential konnte dabei unter den Fertigungsbedingungen des Unternehmens als erreichbare Gr\u00f6\u00dfe erfolgreich nachgewiesen werden. Die neue Anlagentechnik steht f\u00fcr potentielle Nutzer zur Verf\u00fcgung und kann den jeweiligen Produktionsbedingungen angepa\u00dft werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Anlagentechnik wurde bereits mit ausgezeichneter Resonanz durch Unternehmen der Steppdeckenbranche 1999 auf der Heimtex vorgestellt, weitere Pr\u00e4sentationen auf internationalen und regionalen Messen sind geplant. Mit dem Verlag der Melliand Textilbericht wurde die Ver\u00f6ffentlichung eines Fach-artikels Vermeidung und Verwertung produktionsbedingter Abf\u00e4lle bei der Herstellung von Steppdecken f\u00fcr Heft 7\/8 1999 bindend vereinbart. Weiterhin wurden 3 Sachstandsberichte planm\u00e4\u00dfig vorgelegt und eine entsprechende Schutzrechtsanmeldung get\u00e4tigt (AZ 198 60 431.9).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die entwickelten Maschinen und Anlagen stellen vermarktungsf\u00e4hige Prototypen f\u00fcr die Minimierung des im Produktionsproze\u00df der Steppdeckenfertigung anfallenden Produktionsabfalls dar und liefern v\u00f6llig neue Impulse f\u00fcr die gesamte Heimetxtilienbranche. Weiterf\u00fchrende Forschung, speziell zur Anwendbarkeit der neuen Verfahren und Ger\u00e4te in anderen Branchen (Polsterindustrie, technische Textilien) ist gegeben.<br \/>\nGleichzeitig konnte, unter dem Aspekt der Erh\u00f6hung des Anteils wieder verwertbarer Produktionsabf\u00e4lle, ma\u00dfgeblich zur Umweltentlastung beigetragen werden. Durch Einsparung von Steppdeckenf\u00fcllmaterial werden nat\u00fcrliche Ressourcen geschont, weniger Produktionskapazit\u00e4t, Energie, Wasser und Farbstoffe f\u00fcr die Herstellung von Prim\u00e4rmaterial aufgewendet und die Schadstoffbelastung der Umwelt eingeschr\u00e4nkt. Entsorgungs-, Deponie- und Transportkapazitk\u00e4t f\u00fcr Produktionsabfall erf\u00e4hrt eine deutliche Reduzierung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des Forschungsvorhabens ist ein Verfahren zu entwickeln, das es gestattet, bisher als Abfall auf die Deponie verbrachtes, in kontinuierlich anfallenden mehrlagigen Randstreifen enthaltenes Steppdeckenf\u00fcllmaterial der Wiederverwendung im Produktionsproze\u00df zuzuf\u00fchren. Die Realisierung dieser Zielsetzung kann sowohl beim Einfassen der Steppdecke wie auch als zentrale Einheit erfolgen. 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