{"id":20283,"date":"2023-07-13T15:15:05","date_gmt":"2023-07-13T13:15:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12063-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:06","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:06","slug":"12063-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12063-01\/","title":{"rendered":"Untersuchung des Langzeitbetriebes von Pflanzenkl\u00e4ranlagen am Beispiel der Anlage in Germerswang bei M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Deutschland werden auch zuk\u00fcnftig mindestens 10% der Einwohner oder 2 Millionen Haushalte ihr Abwasser \u00fcber Hauskl\u00e4ranlagen (bis 50 EW) oder \u00f6rtliche kleine Kl\u00e4ranlagen (50 bis 5000 EW) reinigen. Eines der daf\u00fcr geeigneten Kl\u00e4rverfahren bieten Pflanzenkl\u00e4ranlagen (PKAen) bzw. sogenannte \u0082bewachsene Bodenfilter (BBF).<br \/>\nZiel des Forschungsprojektes war es, die Langzeiterfahrungen anhand von 5 verschiedenen PKAen, die mehr als 8 bis 10 Jahre in Betrieb waren, zu dokumentieren. So wurden die Systemteile: \u0082Boden und \u0082Pflanzen der PKA Germerswang intensiv untersucht, um damit Aussagen zur Langzeit-Betriebsstabilit\u00e4t und zur (Schad-)Stoffanreicherung machen zu k\u00f6nnen. Die hier gewonnenen Ergebnisse wurden mit Daten der PKAen in See (bei N\u00fcrnberg mit 150 EW), Rade (bei Jetten\/Elster, mit 530 EW), Mannersdorf (bei Wien, mit 4.000 EGW) und Weinitzen (bei Graz, mit 210 EW) verglichen.<\/p>\n<p>Zusammengefa\u00dft sollte im Projekt erreicht werden, die Langzeiterfahrung mit Pflanzenkl\u00e4ranlagen am Beispiel Germerswang zu dokumentieren und dazu die vorhandenen Ergebnisse der Abwasser-, Boden- und Pflanzenuntersuchungen sowie die Betriebserfahrungen aus dem Betriebstagebuch und der Befragung des Kl\u00e4rwerkspersonals auszuwerten; den Zustand von Pflanzen und Boden nach 12 Jahren Betrieb zu erfassen; mit der Langzeiterfahrung von weiteren Pflanzenkl\u00e4ranlagen zu vergleichen, den aktuellen Kenntnis- und Erfahrungsstand im In- und Ausland aus dem Langzeitbetrieb sowie die sich daraus ergebenden Empfehlungen zur Dimensionierung und zur Konstruktion, zum Einsatz und zum Betrieb von Pflanzenkl\u00e4ranlagen f\u00fcr den deutschsprachigen Raum zusammenzufassen, und daraus eine knappe, dem Nichtfachmann (B\u00fcrger, Politiker, Verwaltungspersonal) und dem Fachmann eine allgemein verst\u00e4ndliche Brosch\u00fcre zu erstellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf der Pflanzenkl\u00e4ranlage in Germerswang wurden 2 mehrw\u00f6chige Dauerprobenahmen auf die in einem vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie unterst\u00fctzten Projekt (ehemals BMFT-F+E-Projekt 02 WA 88407, wurde 1990 beendet) ermittelten Abwasserparameter durchgef\u00fchrt.<br \/>\nIm August 1997 wurden zun\u00e4chst in einer 2-w\u00f6chigen Probenahmekampagne Boden- und Pflanzenproben gewonnen und auf bereits untersuchte Parameter und zus\u00e4tzlich auf AOX, Dioxin und weitere Schwermetalle analysiert. Danach wurden die anderen langzeitig betriebenen PKAen bzw. deren Betreiber und wissenschaftlichen Betreuer vor Ort besucht und befragt. Deren Erfahrungen wurden in einem Bericht zusammengestellt, der auch Empfehlungen f\u00fcr die Einsatzgebiete, f\u00fcr Bemessung und Konstruktion sowie f\u00fcr Bau und Betrieb enth\u00e4lt.<br \/>\nDer Bericht vermittelt sowohl den Fachleuten als auch den Nichtfachleuten (B\u00fcrger, Politiker, Verwaltung) wichtige Informationen in knapper und verst\u00e4ndlicher Form.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegt sowohl die Kurzfassung als auch die ausf\u00fchrliche Langfassung vom April 1998 mit dem Titel Langzeitbetrieb von Pflanzenkl\u00e4ranlagen vor.<\/p>\n<p>Der Vergleich der untersuchten PKAen zeigt im Ergebnis, da\u00df alle PKAen die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen an die Ablaufwerte vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme an einhalten. Eine Abnahme der Reinigungsleistung im Zuge des Langzeitbetriebes war nach 10 &#8211; 15 Betriebsjahren nicht zu erkennen. Erh\u00f6hte Ablaufwerte ergaben sich nur dann, wenn die Anlagen hydraulisch \u00fcberlastet waren, wenn extrem niedrige Temperaturen \u00fcber lange Zeit herrschten oder wenn das Filtermaterial von Anfang an zu schlecht durchl\u00e4ssig war.<br \/>\nEine Schadstoffanreicherung hinsichtlich Schwermetallen, Dioxinen und AOX in den B\u00f6den der untersuchten PKAen lag nicht vor. Die gefundenen Gehalte lagen alle weit unter den zul\u00e4ssigen H\u00f6chstwerten der Kl\u00e4rschlammverordnung.<br \/>\nBei den Pflanzen setzte sich als dominante Art im Laufe der Jahre Phragmites australis (Schilf) gegen\u00fcber allen anderen urspr\u00fcnglich eingesetzten Arten durch. Nur Schilf besitzt die F\u00e4higkeit, bis in 1 m Tiefe zu wurzeln. Die Schwermetallkonzentrationen in den Schilfhalmen und der Streu der untersuchten PKAen lagen weit unter den Werten der Kl\u00e4rschlammverordnung. Eine Kompostierung der Mahd ist ohne Bedenken m\u00f6glich.<br \/>\nAuf allen untersuchten Anlagen kam der Art der Vorkl\u00e4rung eine gro\u00dfe Bedeutung zu. In gewissem Umfang kam es \u00fcberall zu Abtrieb aus der Vorkl\u00e4rung, was zu Verstopfungen in den Einlaufrohren oder Verschlammungen im Einlaufbereich der Pflanzenbeete f\u00fchrte. Dies machte den Einbau von noch nicht vorhandenen Sp\u00fclvorrichtungen in den Einlaufrohren notwendig (Anlagen See und Rade).<br \/>\nDie PKAen an sich stellten sich als sehr wartungsarm heraus, da die Pflanzenbeete selbst fast keiner Pflege bed\u00fcrfen. Die sonstigen Arbeiten beschr\u00e4nken sich auf Kontrollg\u00e4nge, Verstellen der Zu- und Ablaufkonzentrationen im Bedarfsfall und Pflege der Au\u00dfenanlagen. Die gesch\u00e4tzten Werte f\u00fcr den Betriebsaufwand lagen zwischen 7 und 20 Arbeitstagen, abh\u00e4ngig von der Intensit\u00e4t der Kontrollen und der zu m\u00e4henden Au\u00dfenanlagen. Alle Anlagen stie\u00dfen auf gro\u00dfen Anklang in der Bev\u00f6lkerung, sowohl in der direkten als auch in der weiteren Umgebung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichungen:<br \/>\nEs wurde in der Ausgabe 1\/98 der Fachzeitschrift \u0082Wasser &#038; Boden bereits kurz \u00fcber das Projekt berichtet; ausf\u00fchrlichere Ver\u00f6ffentlichungen in den Fachjournalen \u0082W &#038; B, \u0082IAWQ-Specialist Groups Newsletter und \u0082WAP sind eingereicht.<br \/>\nBeim Erfahrungsaustausch Pflanzenkl\u00e4ranlagen Weihenstephan in Kassel im Mai 1998 wurde den Fachleuten in diesem Bereich berichtet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Dokumentation des Langzeitbetriebes von Pflanzenkl\u00e4ranlagen vom Filtermaterial und den Erfahrungen der Beteiligten her konnte antragsgem\u00e4\u00df umgesetzt und erstellt werden.<br \/>\nDie Ergebnisse entsprachen im Grunde den Erwartungen bez\u00fcglich des Filtermaterials und sie wurden in den Handlungsanleitungen umgesetzt.<br \/>\nDer hinzugekommene bzw. durch das Projekt nochmals best\u00e4tigte Erfahrungsschatz verschafft bei Planung, Genehmigung, Bau und Betrieb von PKAen k\u00fcnftig zus\u00e4tzliche Sicherheiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Deutschland werden auch zuk\u00fcnftig mindestens 10% der Einwohner oder 2 Millionen Haushalte ihr Abwasser \u00fcber Hauskl\u00e4ranlagen (bis 50 EW) oder \u00f6rtliche kleine Kl\u00e4ranlagen (50 bis 5000 EW) reinigen. 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