{"id":20271,"date":"2023-07-13T15:08:56","date_gmt":"2023-07-13T13:08:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02564-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:57","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:57","slug":"02564-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02564-01\/","title":{"rendered":"Aufstellung einer Untersuchung \u00fcber das grabenlose Bauen und Instandhalten von Leitungen  &#8211; Anwendungskriterien und deren Bewertung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zum Gesamtprojekt liegt der Abschlu\u00dfbericht vom Juni 1997 Leitfaden zur Auswahl von Bauverfahren f\u00fcr den Bau und die Instandhaltung erdverlegter Leitungen unter um-weltrelevanten und \u00f6konomischen Gesichtspunkten (Phasen I und II) &#8211; Seiten 1 bis 129 &#8211; sowie der dazugeh\u00f6rige Anhang zum Leitfaden &#8211; Seiten 130 bis 384 &#8211; vor.<br \/>\nAllein f\u00fcr die n\u00e4chsten 5 Jahre werden von Fachgremien etwa 400.000 km Leitungsneuverlegungen und 200.000 km Leitungssanierungen in Deutschland prognostiziert. Ferner sind umfangreiche Sanierungsma\u00dfnahmen an bereits verlegten Leitungen durchzuf\u00fchren. Die Gesamtkosten allein f\u00fcr die Leitungssanierung werden mit etwa 200 Mrd. DM beziffert. Leitungssanierungen sind \u00f6kologisch dringend erforderlich, um das unkontrollierte Eindringen von z. B. Abw\u00e4ssern in den Boden und damit auch in das Grundwasser einzuschr\u00e4nken. Durch die Leitungssanierungsma\u00dfnahmen wird daher ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet.<br \/>\nUmweltschonende Technologien zur Instandhaltung undichter Leitungen und zur Herstellung von Leitungen k\u00f6nnten oft auch mit der Anwendung unterirdischer Baumethoden erreicht werden. Dennoch werden in Deutschland zur Zeit noch insgesamt etwa 85% der Leitungen in offener Bauweise hergestellt oder instandgesetzt. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind unter anderem:<br \/>\n&#8211; die Ausschreibung offener Bauweisen ist heute noch gel\u00e4ufiger;<br \/>\n&#8211; die offenen Baumethoden k\u00f6nnen wegen ungen\u00fcgender Kenntnisse \u00fcber die geschlossenen Baumethoden h\u00e4ufig preiswerter angeboten werden;<br \/>\n&#8211; die genehmigten und vergebenen Dienststellen besitzen h\u00e4ufig nichtausreichende Kenntnisse, um die unterirdischen Bauweisen richtig beurteilen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDie GSTT und die STUVA Studiengesellschaft f\u00fcr unterirdische Verkehrsanlagen e.V., K\u00f6ln, gingen im Antrag davon aus, da\u00df offene Baumethoden die Umwelt h\u00e4ufig in einem Ausma\u00df belasten, das nicht nur vielf\u00e4ltige St\u00f6rungen und Bel\u00e4stigungen hervorruft, sondern durch geschlossene Bauweisen vermeidbar w\u00e4re. Nicht selten zerst\u00f6ren offene Bauweisen irreversibel die Umwelt, beeintr\u00e4chtigen benachbarte bauliche Anlagen oder unterbinden zeitweilig bestimmte Verkehrsabl\u00e4ufe. Bei Einsatz der geschlossenen Bauweisen werden die genannten Nachteile vermieden. Ferner m\u00fcssen keine Deponiefl\u00e4chen f\u00fcr die Ablagerung aufzubrechender Stra\u00dfenbefestigung in Anspruch genommen werden. Der Verkehr auf den Stra\u00dfen wird nicht noch zus\u00e4tzlich durch Bodentransporte belastet.<br \/>\nObjektiv gesehen m\u00fc\u00dfte im Grunde zun\u00e4chst immer die Frage offen sein, welche Baumethode im konkreten Einzelfall anzuwenden ist. Ziel des Projektes war es daher, einen Leitfaden zu erarbeiten, mit dem f\u00fcr den jeweiligen Anwendungsfall eine geeignete, umweltschonende Baumethode bzw. Instandsetzungsma\u00dfnahme gefunden werden kann. Der Leitfaden besteht aus zahlreichen Checklisten, in denen die m\u00f6glichen Bauverfahren mit Hilfe von Auswahlkriterien kritisch bewertet werden. Die Hauptauswahlkriterien sind Verfahrenstechnik, Umweltvertr\u00e4glichkeit, Umwelt- und Privatrecht sowie \u00d6konomie.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einer gro\u00dfen interdisziplin\u00e4ren Arbeitsgruppe, in der Vertreter von zahlreichen mittelst\u00e4ndischen Firmen, Ingenieurb\u00fcros, Kommunen und Forschungsinstituten mitarbeiteten, wurden die Projektinhalte in folgende Arbeitspakete aufgeteilt:<br \/>\na) Verfahrenstechnik,<br \/>\nb) Umweltvertr\u00e4glichkeit,<br \/>\nc) Umwelt- und Privatrecht,<br \/>\nd) \u00d6konomie.<br \/>\nDie Arbeitsgruppen erarbeiteten zun\u00e4chst f\u00fcr obige Bereiche die relevanten Auswahlkriterien und stellten sie in Tabellen zusammen. Diese wurden anschlie\u00dfend im Projektausschu\u00df aus insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Umweltvertr\u00e4glichkeit diskutiert und entsprechend korrigiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Durch die Arbeitsgruppe bzw. den st\u00e4ndig begleitenden Projektausschu\u00df wurde erreicht, da\u00df die Auswahlkriterien und die Erl\u00e4uterungen zu den einzelnen Bauverfahren kurz und verst\u00e4ndlich formuliert wurden. Zudem wurde ein zutreffender Bewertungschl\u00fcssel vorgeschlagen.<br \/>\nIm Ergebnis des Projektes liegt ein spezieller Leitfaden zur Auswahl eines geeigneten Bauverfahrens in offener oder geschlossener Bauweise vor.<br \/>\nMit Hilfe dieses Leitfadens ist es m\u00f6glich, f\u00fcr Einzel-Freispiegel- oder Einzel-Druck-Leitungen ein geeignetes offenes oder geschlossenes Bauverfahren auszuw\u00e4hlen. Der Leitungsplaner mu\u00df hierzu zun\u00e4chst seine Bauaufgabe definieren. Hierzu geh\u00f6ren u.a. folgende Aufgaben:<br \/>\nI\tZustandserfassung der vorhandenen Leitungen;<br \/>\nII\tFormulierung der technischen Anforderungen;<br \/>\nIII\tErfassung der umweltspezifischen Randbedingungen;<br \/>\nIV\tErfassung \u00f6rtlicher Vorgaben.<\/p>\n<p>Nach Formulierung der Bauaufgabe mu\u00df der Leitungsplaner sich entscheiden, ob er z. B. bei einer Sanierungsaufgabe die Leitung reparieren, renovieren oder erneuern will. Im Leitfaden findet er f\u00fcr diese Sanierungsverfahren jeweils verschiedene Tabellen mit vielen Beurteilungskriterien. Die Tabellen sind unterteilt in Verfahrenstechnik, Umweltvertr\u00e4glichkeit\/Recht und \u00d6konomie. Der Leitungsplaner mu\u00df seine spezielle Bauaufgabe den m\u00f6glichen Bauverfahren im Leitfaden zuordnen und die im Leitfaden m\u00f6glichen Bauverfahren mit Punkten oder monet\u00e4r bewerten. Das Bauverfahren, das die meisten Punkte erh\u00e4lt, ist das bestm\u00f6gliche Bauverfahren und sollte zur Anwendung kommen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadressen:<br \/>\nGSTT e.V., St. Petersburger Stra\u00dfe 1, 20355 Hamburg<br \/>\nHerr Bielecki, Tel.: 040\/3569-0 (-2238) oder Baubeh\u00f6rde Hamburg,<br \/>\nTel.: 040\/34913592.<br \/>\nSTUVA Studiengesellschaft f\u00fcr unterirdische Verkehrsanlagen e.V.,<br \/>\nMathias-Br\u00fcggen-Stra\u00dfe 41, 50827 K\u00f6ln<br \/>\nHerr Dr. Schreyer, Tel.: 0221\/597950.<\/p>\n<p>Das Projekt und seine Ergebnisse wurde den Mitgliedern der GSTT und verschiedenen externen Experten mehrfach vorgestellt. Dadurch wurden auch deren Einw\u00e4nde bei der \u00dcberarbeitung des Leitfadens direkt ber\u00fccksichtigt. Dar\u00fcber hinaus wurden verschiedene Vortr\u00e4ge auf internationalen Kongressen (No Dig-Konferenzen 1995 in Dresden und 1997 in Genua) gehalten, um den Leitfaden auch international bekannt zu machen. Die vorgestellte Untersuchung ist nach Information der GSTT national und international auf gro\u00dfe Resonanz und Anerkennung gesto\u00dfen.<br \/>\nAufgrund der breiten Diskussion des Leitfadens in Fachkreisen sieht die GSTT weitere M\u00f6glichkeiten der Verfeinerung und Detaillierung insbesondere im Hinblick auf eine Erleichterung der Handhabung der aufwendigen und umfangreichen Tabellen zur Entscheidungsfindung und auf die Erg\u00e4nzung von mehreren Bewertungsbeispielen aus der Praxis.<br \/>\nDerzeit mu\u00df der Leitungsplaner zur Auswahl eines geeigneten Bauverfahrens f\u00fcr seine spezielle Bauaufgabe eine entsprechenden Zeitaufwand investieren. Um die Untersuchungsergebnisse noch besser in die Praxis umsetzen zu k\u00f6nnen, ist geplant, in einem Anschlu\u00dfvorhaben den Leitfaden in eine Multimedia-Anwendung f\u00fcr den PC umzusetzen. Vorteilhaft hierbei ist, da\u00df mehrere Bewertungsdurchg\u00e4nge in relativ kurzer Zeit vorgenommen werden k\u00f6nnten. Ferner k\u00f6nnten beispielsweise Bauverfahren in Videosequenzen anschaulich erl\u00e4utert werden. Auch ist eine umfangreichere Unterst\u00fctzung bei der Bewertung des Umweltrechts und der Umweltvertr\u00e4glichkeit m\u00f6glich. Die Multimedia-Anwendung soll insbesondere junge Ingenieure motivieren, sich \u00fcber umweltschonende Technologien im Leitungsbau besser zu informieren.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Dem Projekt kommt auch weiterhin insbesondere vor dem Hintergrund der in den n\u00e4chsten Jahren anstehenden, umfangreichen Sanierungsaufgaben im Leitungsbau und der gro\u00dfen Leitungsnetz-Erneuerung in den neuen Bundesl\u00e4ndern gro\u00dfe Bedeutung zu.<br \/>\nTrotz der nach ehrlicher und n\u00fcchterner Einsch\u00e4tzung von GSTT und STUVA genannten Kritikpunkte an den bisher eingeschr\u00e4nkten Handhabungsm\u00f6glichkeiten des Leitfadens (siehe vorstehende Ausf\u00fchrungen im Abschnitt B, Kapitel 5.) mu\u00df deutlich herausgestellt werden, da\u00df der Leitfaden ein guter Einstieg und ein nach gutachterlicher Einsch\u00e4tzung auch objektives Mittel darstellt, neben den routineartig zur Anwendung gelangenen offenen Bauverfahren gleichrangig auch geschlossene Bauweisen zu betrachten bzw. gelten zu lassen und sie ggf. konkret in Erw\u00e4gung zu ziehen.<br \/>\nIm Sinne der \u00d6kologie und Umwelt k\u00f6nnten grabenlose Verfahren mit Sicherheit vielerorts &#8211; allerdings nur bei erheblicher Verbreitung des Leitfadens und offensiver \u00d6ffentlichkeitsarbeit von GSTT\/STUVA &#8211; unter erheblichen Vorteilen verst\u00e4rkt zur Anwendung gelangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zum Gesamtprojekt liegt der Abschlu\u00dfbericht vom Juni 1997 Leitfaden zur Auswahl von Bauverfahren f\u00fcr den Bau und die Instandhaltung erdverlegter Leitungen unter um-weltrelevanten und \u00f6konomischen Gesichtspunkten (Phasen I und II) &#8211; Seiten 1 bis 129 &#8211; sowie der dazugeh\u00f6rige Anhang zum Leitfaden &#8211; Seiten 130 bis 384 &#8211; vor. 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