{"id":20267,"date":"2024-11-27T10:32:46","date_gmt":"2024-11-27T09:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06745-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:47","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:47","slug":"06745-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06745-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer Strategie zur Reduzierung des Fungizideinsatzes gegen die Erreger pilzlicher Blattfleckenkrankheiten der Zuckerr\u00fcbe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Blattfleckenkrankheit Cercospora beticola ist in den vergangenen Jahren in weiten Teilen S\u00fcd- und Westdeutschlands in unterschiedlicher Intensit\u00e4t aufgetreten und hat bei st\u00e4rkerem Befall erhebliche Verluste an Ertrag und Qualit\u00e4t der Zuckerr\u00fcbe verursacht. Da bisher keine resistenten Sorten im bundesdeutschen Sortiment vorhanden sind, kann diese Krankheit nur mit gezieltem Einsatz von Fungiziden bek\u00e4mpft werden. Ziel dieser Untersuchung ist es daher<br \/>\n&#8211; ein einfaches und reproduzierbares Verfahren f\u00fcr die Selektion von Sorten gegen Erreger von Blattfleckenkrankheiten zu entwickeln,<br \/>\n&#8211; durch die wissenschaftliche Beschreibung dieses Pr\u00fcfsystems den Grad der Anf\u00e4lligkeit einzelner Zuckerr\u00fcbensorten gegen die Erreger von Blattfleckenkrankheiten zu erfassen,<br \/>\n&#8211; durch die m\u00f6gliche Zulassung toleranter\/resistenter Sorten den Umfang des Fungizideinsatzes zur Schonung der Umwelt drastisch zu reduzieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Sorten und Versuchsstandorte<br \/>\nIn einer dreij\u00e4hrigen Serie wurden in Feldversuchen 12 ausgew\u00e4hlte, in ihrer Anf\u00e4lligkeit extrem unterschiedliche Zuckerr\u00fcbensorten oder -linien unter den verschiedenen Befallsbedingungen miteinander verglichen. Die Versuchsstandorte 1997 sind von den im Bundesverband Deutscher Pflanzenz\u00fcchter (BDP) Abt. Zuckerr\u00fcben vertretenen Z\u00fcchterh\u00e4usern zur Verf\u00fcgung gestellt worden. Alle Versuche wurden vollrandomisiert als Lateinisches Rechteck mit 4 Wiederholungen angelegt.<br \/>\n2. Pilzmaterial und Inokulation<br \/>\nDie aus den beiden ersten Projektjahren vorhandenen regionalen 23 Herk\u00fcnfte von C. beticola wurden um weiteres Material aus allen r\u00fcbenbauenden Regionen Deutschlands erg\u00e4nzt und dieses isoliert. Zur Erhaltung der Virulenz wurden alle Isolate zu Beginn des vergangenen Versuchsjahres ebenfalls wieder einer Wirtspassage im Gew\u00e4chshaus unterzogen. Kultur und Vermehrung erfolgte nach der von ADAMS et al. (1995) beschriebenen Methode.<br \/>\nZur Inokulation wurden 1997 der Inhalt von ca. 2,2 (CPM I) bzw. von 0,5 (CPMII) pilzbewachsenen Petrischalen pro 20 m2 &#8211; Parzelle verwendet, um so die untere Grenze der Aufwandmenge an Pilzmaterial ohne Informationsverlust zu erarbeiten. Mycel und Agar wurden dazu homogenisiert und auf eine Ausbringmenge von 400 l pro ha verd\u00fcnnt. Die Ausbringung erfolgte mit einer konventionellen Parzellenspritze auf je zwei Versuchen\/Jahr an insgesamt 4 Standorten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In den drei Versuchsjahren war die gezielte Inokulation in den daf\u00fcr vorgesehenen 19 Sortenversuchen mit C. beticola methodisch problemlos m\u00f6glich. Praxisrelevanz und Umsetzung der Einzelergebnisse in ein Pr\u00fcfungssystem f\u00fcr Sorten sollten folgende zusammenfassende Ergebnisse ber\u00fccksichtigen:<br \/>\n1. Die Inokulation verursacht einen gleichm\u00e4\u00dfigen Befall innerhalb der Parzellen, der eine deutlich bessere Sortendifferenzierung erm\u00f6glicht als der nat\u00fcrliche Befall. Dies gilt auch bei st\u00e4rker reduzierten Inokulummengen, die 1997 \u00fcberpr\u00fcft wurden. Der Befallsverlauf, dargestellt in Boniturnoten, war bei der deutlich verringerten Inokulummenge (0,5 Petrischalen\/Standardparzelle) nur in den ersten 5 Wochen nach der Inokulation etwas moderater als bei der h\u00f6heren Inokulummenge mit 2,2 Petrischalen\/Parzelle. Auch bei Zusammenfassung der einzelnen Sorten in Sortentypen unterscheiden sich die Boniturwerte f\u00fcr die unterschiedlichen Inokulummengen innerhalb einer Typenklasse praktisch nicht, zwischen den Typenklassen aber sehr deutlich. Die Einordnung von Sorten in Anf\u00e4lligkeitsgruppen ist also sehr gut m\u00f6glich.<br \/>\n2. Die Differenzierung der Leistungsparameter ist nach Anwendung unterschiedlicher Inokulummengen (1997) praktisch gleich und unterscheidet sich auch \u00fcber die drei Versuchsjahre mit den unterschiedlichen Inokulummengen nicht. Sorten, die aufgrund hoher Anf\u00e4lligkeit bereits nach 5-6 Wochen starken Befall = hohe Bonituren zeigten, werden an ihrer Leistungsauspr\u00e4gung am st\u00e4rksten gehindert. Bonitur und Leistungsauspr\u00e4gung stehen, wie die Auswertung \u00fcber die drei Jahre zeigt, in sehr enger negativer Beziehung.<br \/>\n3. Die in den Projektjahren in zus\u00e4tzlichen Versuchen getrennt ausgebrachten Pilzherk\u00fcnfte bewirken zwar unterschiedlich starke Symptomauspr\u00e4gungen am Blatt; eine nennenswerte Verschiebung der Rangfolge der in diesen speziellen Versuchen getesteten Sorten tritt jedoch nicht ein. Daraus kann gefolgert werden, da\u00df sich die Sortenrangierung unabh\u00e4ngig von der Zusammensetzung des Inokulums nur aufgrund der genetischen Veranlagung der Sorten bewirkt wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vortr\u00e4ge: G\u00f6ttinger Zuckerr\u00fcbentagung, 28.8.1996 (1); AG R\u00fcben der Gesellschaft f\u00fcr Pflanzenz\u00fcchtung, 4.\/5. M\u00e4rz 1997, Kiel (2); IfZ-Kolloquium, 16.3.1998;<br \/>\nPublikationen: Proceedings of the 59th IIRB Congress, February 1996 (3); Zuckerr\u00fcbe, 45. Jg. (5) 1996 (4); Zuckerind. 121 (1996) Nr. 8, S. 580-585 (5); Vort. Pflanzenz\u00fcchtung,37, 65-75 (1997) (6); Hannov. Land- und forstwirtsch. Ztg. 150, Nr. 31, S. 12-13 (1997) (7)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>und Empfehlung<\/p>\n<p>Die Anwendung dieser Inokulationsmethode als Teil der Leistungspr\u00fcfung wird zur Pr\u00fcfung von Zuckerr\u00fcbensorten auf Resistenz gegen Cercospora beticola mit folgenden Spezifikationen empfohlen:<\/p>\n<p>Pilzherk\u00fcnfte:                    m\u00f6glichst mehrere regionale Herk\u00fcnfte (> 10);<br \/>\nMenge:                                eine gut bewachsene Petrischale (\u00c6 9 cm, Granini-Agar) pro 20 m2 &#8211; Parzelle;<br \/>\nWassermenge:                  aliquot 400 Ltr.\/ha<br \/>\nAusbringungszeitpunkt: Ende Juni \/ Anf. Juli<br \/>\nBonitur-Termine:              5, 7 und 10 Wochen nach Inokulation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Blattfleckenkrankheit Cercospora beticola ist in den vergangenen Jahren in weiten Teilen S\u00fcd- und Westdeutschlands in unterschiedlicher Intensit\u00e4t aufgetreten und hat bei st\u00e4rkerem Befall erhebliche Verluste an Ertrag und Qualit\u00e4t der Zuckerr\u00fcbe verursacht. 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