{"id":20265,"date":"2023-07-13T15:10:49","date_gmt":"2023-07-13T13:10:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05509-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:49","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:49","slug":"05509-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05509-01\/","title":{"rendered":"Umfassende Verbesserung der \u00d6kobilanz, Erweiterung der Anwendungsbereiche und St\u00e4rkung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit eines Zellulosed\u00e4mmstoffes aus Zeitungsaltpapier"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zielsetzung ist die umfassende Verbesserung der \u00f6kologischen Produktqualit\u00e4t eines Zellulosed\u00e4mmstoffes unter Ber\u00fccksichtigung des Produktionsprozesses und der Verarbeitungstechnik. Durch technische Weiterentwicklungen sollen dar\u00fcber hinaus weitere Anwendungsfelder erschlossen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVorgehensweise<br \/>\nNach Versuchsreihen und begleitenden Laboranalysen werden Langzeitversuche im industriellen Ma\u00dfstab bei laufender Produktion durchgef\u00fchrt.<br \/>\nArbeitsschritte<br \/>\nMaterialforschung &#8211; Erkenntnisse zur Beschaffenheit und den Eigenschaften von Zeitungspapier im trockenen Zerfaserungsproze\u00df.<br \/>\nStaubreduktion &#8211; Im Sinne eines vorsorgenden Umwelt- und Arbeitsschutzes steht die Reduktion von Staubemissionen bei der Verarbeitung der losen D\u00e4mmfasern mit im Vordergrund des Projektes. Dies betrifft den gesamten Lebenszyklus von der Herstellung \u00fcber die industrielle und handwerkliche Verarbeitungstechnik bis zum R\u00fcckbau.<br \/>\nBrandschutz &#8211; Der Borateinsatz soll reduziert werden. Dar\u00fcber hinaus werden in Kooperation mit der MPFA Leipzig und Dortmund verifizierbare Pr\u00fcfverfahren zum Brand-, Schwel- und Glimmverhalten von losen D\u00e4mmflocken entwickelt und erprobt.<br \/>\nD\u00e4mmwirkung &#8211; Zerfaserungsversuche und die Beimischung von anderen Abfallstoffen sollen zu einer geringeren W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit beitragen.<br \/>\nQualit\u00e4tsnachweis &#8211; Das \u00dcberpr\u00fcfen \u00e4lterer Bauten mit isofloc-D\u00e4mmkonstruktionen bringt zus\u00e4tzliche Erkenntnisse zur Alterungsbest\u00e4ndigkeit des Materials. Die geichzeitige Thermografieuntersuchung liefert Hinweise auf verarbeitungsbedingte Schwachstellen des in situ Verfahrens.<br \/>\nDurch neue Beschichtungstechniken sollen neue Anwendungsgebiete beispielsweise f\u00fcr Schallschutzkonstruktionen erschlossen werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>1. Materialforschung<br \/>\nDie Analytik tr\u00e4gt zur genaueren volumetrischen Einstellung der Produktionsanlage pro Charge bei. Daneben entsteht eine proze\u00dfbegleitende Qualit\u00e4tskontrolle (u.a. Brandschutz, W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit). Hervorzuheben ist dabei die normierte und verifizierbare Siebstrahlanalyse zur Bestimmung von Staub-, Faser- und Schnipselanteilen (sog. Stippen) im Produkt.<br \/>\n2. Staubreduktion in der Produktion<br \/>\nBei einer Jahresproduktion in 1997 von ca. 7.000 t Isofloc sinkt der Staubanteil im Produkt um 140 t oder knapp 20 %. Erreicht wurde dies durch die Kombination von Befeuchtung, Entstaubungstechnik und anschlie\u00dfender Kreislauff\u00fchrung ausgefilterter St\u00e4ube im Produktionsproze\u00df.<br \/>\n3. Staubreduktion bei handwerklicher Verarbeitung<br \/>\nDie aktiv absaugenden sog. Schlauch-in-Schlauch Systeme f\u00fcr Dach- und Wandkonstruktionen mit losen D\u00e4mmflocken reduzieren die Emission organischer Fasern je nach Anwendung um bis zu 88 % und die Gesamtstaubbelastung auf unter 3 mg\/m\u00b3. Verglichen mit den derzeit in Betrieb befindlichen Systemen liegen die Feinst\u00e4ube und anorganischen Faserbestandteile unterhalb der Nachweisgrenze. Die gesteuerte Absaugung f\u00fchrt zu einer gleichm\u00e4\u00dfigeren Bef\u00fcllung der Hohlr\u00e4ume mit positivem Effekt f\u00fcr die D\u00e4mmqualit\u00e4t und Effizienz (homogene Fl\u00e4che, weniger Material). Die entwickelte D\u00fcsenkombination f\u00fcr das offene Aufspr\u00fchen von D\u00e4mmschichten (Decken, B\u00f6den) umh\u00fcllt den luftgesteuerten Faserstrahl mit Wasser und reduziert damit die Staubbelastung um 75 % gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Systemen.<br \/>\n4. Staubreduktion bei industrieller Verarbeitung<br \/>\nEine big bag Bef\u00fcllanlage, eine Entleerstation und eine automatische Elementbef\u00fclleinheit bilden das logistische System zur D\u00e4mmung von Fertighauselementen. Alle Komponenten konnten entwickelt, teilweise gebaut und bei Herstellern erprobt werden. Dabei zeigt sich, da\u00df der Prototyp einer Elementbef\u00fclleinheit staubfrei, ohne Verschnitt und ohne Verpackungsabfall arbeitet und homogene D\u00e4mmfl\u00e4chen automatisch herstellt. Die eingesetzten big bags erreichen bisher 11 Uml\u00e4ufe und sparen 132 Kraftpapiers\u00e4cke.<br \/>\n5. Brandschutz<br \/>\nStauboptimierung und Verringerung der Boratmengen h\u00e4ngen eng zusammen. Die Na\u00dfdosierung von Boraten scheiterte, aber die verbesserte Trockendosierung reduziert den Materialeinsatz um 12 % oder 110 t Borat p.a.<br \/>\n6. Dichte und D\u00e4mmwirkung<br \/>\nDie Beimischung faseriger Abfallstoffe bis zu 15 Gew.% verringert die W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit, zerschnipselte Banknoten bis zu 5 Gew.% verbessern die Verarbeitungsf\u00e4higkeit und es lie\u00dfen sich damit etwa 380 t p.a. bisher stofflich nicht nutzbaren Altgelds verwerten.<br \/>\n7. Qualit\u00e4t und Alterungsbest\u00e4ndigkeit<br \/>\nDie \u00d6ffnung bestehender Bauten in der Schweiz und in Deutschland ergibt keine Hinweise auf eine mangelnde Alterungsbest\u00e4ndigkeit selbst unter extremen klimatischen Bedingungen und bei diffusionsoffenen Konstruktionen. Anhand erkannter Schwachstellen wird aber auch deutlich, wie wichtig die Verarbeitungstechnik und die Schulung der Handwerker ist. Parallel durchgef\u00fchrte R\u00fcckbauversuche alter D\u00e4mmung und die Vorbereitung einer Wiederverwertung in der Produktionsanlage erm\u00f6glichen jetzt eine komplette Kreislauff\u00fchrung.<br \/>\n8. Schallschutz<br \/>\nExperimente bei amtlichen Me\u00dfstellen beweisen, da\u00df der Altpapierd\u00e4mmstoff im Schallschutz einsetzbar ist und in einigen Frequenzbereichen Vorteile gegen\u00fcber anderen D\u00e4mmstoffen bietet. Mit neuer Beschichtungstechnik kann z.B. eine C-Profil Trennwand kosteng\u00fcnstiger schallged\u00e4mmt werden.<br \/>\n9. Beschichtungstechnik und neue Anwendungsbereiche<br \/>\nDie Entwicklung und Zumischung von Klebern aus Kasein und modifizierte D\u00fcsenkombinationen erm\u00f6glichen es, D\u00e4mmschichten bis zu 20 cm direkt \u00fcberkopf auf eine Decke oder auf senkrechte W\u00e4nde zu spr\u00fchen. Bei Tests mit einem isoflocged\u00e4mmten Eisenbahnwaggon erwies sich der D\u00e4mmstoff als r\u00fcttelfest, hochd\u00e4mmend, schallisolierend und entdr\u00f6hnend. Die Beschichtung eines Waggons mit der neuen Aufspr\u00fchtechnik verbessert das Verfahren, senkt die Herstellungskosten und erschlie\u00dft weitere Anwendungsgebiete.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Geplant sind: Fachver\u00f6ffentlichungen in fremden und eigenen Publikationen (Auflage 30000); Schulungsma\u00dfnahmen f\u00fcr Handwerker und Informationstage f\u00fcr Fertighaushersteller. Das EcoAudit wird nach Fertigstellung ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die kombinierte \u00dcberdruck- \/Absaugsteuerung der neuen fast staubfreien Verarbeitungstechnik stellt eine Art Paradigmawechsel f\u00fcr alle Fachbetriebe dar. Weitergehende Entwicklungen betreffen die Zuf\u00fchrmaschinen, deren Luftsteuerung und schlie\u00dflich die Sackentleerung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zielsetzung ist die umfassende Verbesserung der \u00f6kologischen Produktqualit\u00e4t eines Zellulosed\u00e4mmstoffes unter Ber\u00fccksichtigung des Produktionsprozesses und der Verarbeitungstechnik. Durch technische Weiterentwicklungen sollen dar\u00fcber hinaus weitere Anwendungsfelder erschlossen werden. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVorgehensweise Nach Versuchsreihen und begleitenden Laboranalysen werden Langzeitversuche im industriellen Ma\u00dfstab bei laufender Produktion durchgef\u00fchrt. 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