{"id":20260,"date":"2023-07-13T15:12:56","date_gmt":"2023-07-13T13:12:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08720-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:57","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:57","slug":"08720-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08720-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung (1): Erarbeitung von Anwendungsempfehlungen f\u00fcr Komposte in den verschiedenen Bereichen des Gartenbaus"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In vorangegangenen Forschungsprojekten wurden Qualit\u00e4tskriterien f\u00fcr Substratkomposte erstellt. In diesem Projekt ging es darum, Substratkompost mit definierter Qualit\u00e4t unter wissenschaftlicher Begleitung in die g\u00e4rtnerische Praxis einzuf\u00fchren. Nach wie vor ist Torf der billigste Rohstoff zur Herstellung von g\u00e4rtnerischen Substraten. Um die endlichen Torfvorr\u00e4te zu schonen und die anfallenden Komposte in den Verwertungskreislauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, m\u00fcssen die Vorteile, die durch Verwendung von Kompostanteilen in g\u00e4rtnerischen Substraten gegeben sind, dem Erwerbsgartenbau durch Versuche vor Ort und direkter Beteiligung der G\u00e4rtner n\u00e4her gebracht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEs wurde in den genannten Gartenbaubetrieben eine bestimmte Anzahl von Pflanzen einer Kultur in einem Kompostkultursubstrat produziert, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen Pflanzen zum Vergleich in den betriebs\u00fcbli-chen Torfsubstraten standen. Chemische Substrat- und Gie\u00dfwasseranalysen erfolgten jeweils zu Kulturbeginn. W\u00e4hrend der Kultur sind regelm\u00e4\u00dfige Kontrollen der Substrate, N\u00e4hrl\u00f6sungen sowie Kulturbedingungen und -ma\u00dfnahmen f\u00e4llig. Bei Ende des Versuches sind Pflanzengr\u00f6\u00dfe, Pflanzengewicht, N\u00e4hrstoffgehalte und die Qualit\u00e4t festgehalten worden.<br \/>\nNeben den Versuchen in der g\u00e4rtnerischen Praxis wurden im Versuchsbetrieb der LVG zahlreiche Versuche mit verschiedenen komposthaltigen Mischungen und \/ oder mit empfindlichen Pflanzenarten durchgef\u00fchrt. Diese dienten dazu noch mehr Erfahrungen mit den komposthaltigen Substraten zu sammeln, ohne f\u00fcr die Gartenbaubetriebe ein zu gro\u00dfes Kulturrisiko darzustellen. Die Dokumentation der Ergebnisse erfolgte tabellarisch, grafisch und fotografisch. Die halbj\u00e4hrlich erstellten Berichte haben alle Kooperationspartner erhalten und dienten gleichzeitig als Basis f\u00fcr zahlreiche Ver\u00f6ffentlichungen in der Fachpresse.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die anf\u00e4ngliche Skepsis der G\u00e4rtner gegen\u00fcber komposthaltigen Substraten wurde durch die sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Praxisbetrieben und der LVG Ahlem weitgehend abgelegt. Einige Betriebsleiter \u00fcberlegten zum Ende des Projektes, k\u00fcnftig bei bestimmten Kulturen auf Kompostkultursubstrat (KKS) umzustellen. F\u00fcr diesen Fall wurde angefragt, ob die wissenschaftliche Begleitung der LVG Ahlem in der Umstellungsphase fortgesetzt werden kann.<br \/>\nIn dem Projektzeitraum konnten zahlreiche Pflanzenarten in KKS kultiviert und gepr\u00fcft werden. Zu ihnen z\u00e4hlen verschiedene Sorten von Begonia-Elatior-Hybriden, Cyclamen persicum, Dendranthema grandiflorum, Euphorbia pulcherrima, Gerbera jamesonii, Helianthus annuus, Impatiens-Neu-Guinea-Hybriden, Pelargonium peltatum, Pelargonium zonale, Primula vulgaris, Rudbeckia hirta und Viola-Wittrockiana-Hybriden, verschiedene Gr\u00fcnpflanzen, Saintpaulia ionantha, Kalanchoe blossfeldiana und einige Beet- und Balkonpflanzen.<br \/>\nWachstum, Bl\u00fchverhalten und Qualit\u00e4t der Pflanzen in KKS sind in der Regel vergleichbar mit dem der Pflanzen in den verwendeten Standardsubstraten. Hervorzuheben ist eine sehr gute Durchwurzelung im KKS insbesondere bei einer trockenen Kulturf\u00fchrung. Der Aufbau der Pflanzen im KKS ist h\u00e4ufig kompakter und die Frischmasse etwas geringer als bei den Vergleichspflanzen.<br \/>\nAls besondere Merkmale eines KKS sind die hohe Pufferkapazit\u00e4t f\u00fcr N\u00e4hrstoffe und pH-Wert, eine gute Wiederbenetzbarkeit des Substrates und eine gleichm\u00e4\u00dfige Durchfeuchtung bei Kapillarbew\u00e4sserung zu nennen. Au\u00dferdem bleiben Kompostkultursubstrate w\u00e4hrend der Kultur l\u00e4nger feucht als die verwendeten Standardsubstrate, obwohl sie in der Regel eine geringere Wasserkapazit\u00e4t aufweisen.<br \/>\nBei den chemischen Eigenschaften unterscheidet sich KKS von anderen Substraten durch seinen hohen Kaliumgehalt. Der Salzgehalt im KKS ist jedoch nicht erh\u00f6ht, da nur ca. 50 % des Kaliums wasserl\u00f6slich sind. Der hohe Kaliumgehalt beeintr\u00e4chtigt das Pflanzenwachstum nicht.<br \/>\nIn der LVG Ahlem ist geplant, Substrate, die g\u00e4nzlich frei von Torfen sind, mit verschiedenen Zierpflanzen zu pr\u00fcfen und Empfehlungen hinsichtlich N\u00e4hrstoffversorgung und Bew\u00e4sserung zu erarbeiten. Das KKS, das bisher in den Versuchen eingesetzt wird, besteht aus 30 Vol.% Substratkompost und 70 Vol.% Torf. Torffreie Substrate w\u00e4ren z. B. Mischungen aus Substratkompost, Rindenhumus und Holzfaser. Geeignete torffreie Substrate k\u00f6nnten in Praxisbetrieben nach dem bew\u00e4hrten Verfahren getestet werden. Vorversuche laufen bereits in der LVG Ahlem.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bei Veranstaltungen und F\u00fchrungen von Besuchergruppen in der LVG Ahlem nutzten wir die Gelegenheit, unser Projekt vorzustellen. Wir hatten ein Poster gestaltet, das bei Tagungen jeweils mit aktuellen Ergebnissen gezeigt wurde. Bei F\u00fchrungen stellten wir das Projekt anhand laufender Versuche vor.<br \/>\nIn einigen Fachzeitschriften haben wir das Projekt ebenfalls vorgestellt bzw. Versuchsergebnisse publiziert.Auch im Internet weisen wir mit einem Beitrag auf das Projekt hin.<br \/>\nDie Ergebnisse des Projektes wurden im September 1998 bei einem Kompostseminar mit dem Motto Fit f\u00fcr Kompostkultursubstrat (KKS) einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. Veranstaltungsort war der Gartenbaubetrieb Grotum in der G\u00e4rtnersiedlung Bendingbostel. Neben Fachvortr\u00e4gen zum Thema Kompostkultursubstrat wurden Pflanzen, die in KKS produziert wurden gezeigt. Am Nachmittag konnten die Gartenbaubetriebe besichtigt werden. Bei diesem Seminar konnten zahlreiche interessierte G\u00e4rtner und G\u00e4rtnerinnen sowie Gartenbauberater und die Fachpresse begr\u00fc\u00dft werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Kompostkultursubstrat mit einem Anteil von 30 Vol.% Substratkompost und 70 Vol.% Torf ist f\u00fcr die Produktion von Zierpflanzen im Erwerbsgartenbau geeignet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In vorangegangenen Forschungsprojekten wurden Qualit\u00e4tskriterien f\u00fcr Substratkomposte erstellt. In diesem Projekt ging es darum, Substratkompost mit definierter Qualit\u00e4t unter wissenschaftlicher Begleitung in die g\u00e4rtnerische Praxis einzuf\u00fchren. Nach wie vor ist Torf der billigste Rohstoff zur Herstellung von g\u00e4rtnerischen Substraten. Um die endlichen Torfvorr\u00e4te zu schonen und die anfallenden Komposte in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2422,64,51,53],"class_list":["post-20260","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-landnutzung","tag-niedersachsen","tag-ressourcenschonung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"08720\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-08720.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"146.229,48","dbu_projektdatenbank_firma":"Landwirtschaftskammer HannoverLehr- und Versuchsanstalt f\u00fcr Gartenbau","dbu_projektdatenbank_strasse":"Heisterbergallee 12","dbu_projektdatenbank_plz_str":"30453","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Hannover","dbu_projektdatenbank_p_von":"1996-08-12 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2001-12-17 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"5 Jahre und 4 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0511\/4005-152","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Niedersachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"9","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33263,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20260\/revisions\/33263"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}