{"id":20253,"date":"2025-06-29T10:32:04","date_gmt":"2025-06-29T08:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07054-01\/"},"modified":"2025-06-29T10:32:04","modified_gmt":"2025-06-29T08:32:04","slug":"07054-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07054-01\/","title":{"rendered":"Einsatz der CO2-Reinigung in der Lebensmittelindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Bereich der Lebensmittelverarbeitung sind aufgrund der geforderten Produktionshygiene umfangreiche Reinigungsma\u00dfnahmen in den Proze\u00dflinien erforderlich. Als Folge fallen bei hohen Kosten (Personaleinsatz und Entsorgung) zum Teil stark belastete Abw\u00e4sser gro\u00dfen Umfangs an.<br \/>\nZiel des Projektes ist es, als alternative Reinigungsma\u00dfnahme das CO2-Reinigungsverfahren zu untersuchen, um die Abwasserrate der Betriebe zu reduzieren und die hier erforderlichen Kosten zu verringern. Wesentlicher Bestandteil der Projektarbeiten ist die Bewertung des CO2-Reinigungsverfahrens hinsichtlich seiner Keimzahlreduzierenden Wirkungsweise in Verbindung mit dem Energieverhalten. Unter Ber\u00fccksichtigung der Ergebnisse soll das Aggregat hinsichtlich der Anforderungen in der Lebensmittelindustrie optimiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie im Rahmen des Projektes durchzuf\u00fchrenden Arbeiten gliedern sich in 3 Arbeitsphasen.<br \/>\nIn Projektphase I ist in betriebsanalytischen Untersuchungen der beteiligten Industriebetriebe festzulegen, welche Anwendungen jeweils f\u00fcr das CO2-Reinigungsverfahren gegeben sind. In Zusammenarbeit mit den Betrieben sollen weiterhin die speziellen Anforderungen seitens der Lebensmittelverarbeitung zusammengestellt werden.<br \/>\nIn Projektphase II sollen an einem Versuchsstand, der parallel zu Projektphase I aufgebaut wird, grundlegende Untersuchungen zur Optimierung des CO2-Reinigungsverfahrens durchgef\u00fchrt werden. Als Einflu\u00dfparameter f\u00fcr das Reinigungsergebnis sind beispielsweise die Fahrweise des Aggregates, die D\u00fcsengeometrie, der zu reinigende Werkstoff sowie die mikrobielle Kontamination dieser Oberfl\u00e4che zu untersuchen. Unter Ber\u00fccksichtigung der Ergebnisse ist das CO2-Reinigungsverfahren zu optimieren.<br \/>\nIn Projektphase III ist die Wirkungsweise des Verfahrens in den beteiligten Industriebetrieben zu bewerten. Das Verfahren soll vor Ort in der Reinigung eingesetzt werden und hinsichtlich seiner \u00f6kologischen und energetischen Arbeitsweise bewertet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die CO2-Reinigung versteht sich als innovatives Verfahren der Reinigung und erm\u00f6glicht den Einsatz in den unterschiedlichsten Anwendungsf\u00e4llen. Im Rahmen des Projektes konnte dargestellt werden, da\u00df auch in der Lebensmittelproduktion unterschiedliche Anwendungen realisiert werden k\u00f6nnen. Das CO2-Reinigungsverfahren ist aber nicht als vollst\u00e4ndiger Ersatz f\u00fcr die bisherigen Prozeduren, sondern als Erg\u00e4nzung in der Reinigungsproblematik zu sehen.<br \/>\nDas CO2-Reinigungsverfahren ist sehr gut geeignet, auch stark haftende Verschmutzungen von den jeweiligen Oberfl\u00e4chen zu l\u00f6sen. Einschr\u00e4nkungen sind gegen\u00fcber anderen Strahlverfahren bei hoher Schichtdicke der Verschmutzungen sowie stark elastischen Produkten gegeben. Auf der anderen Seite ist das CO2-Reinigungsverfahren sehr schonend und f\u00fchrt zu keiner Sch\u00e4digung der Oberfl\u00e4chen (ausgenommen sehr weiche Materialien). Desweiteren sind keine Strahlmittel zu entsorgen, da als Reststoffe ausschlie\u00dflich die gel\u00f6sten Verschmutzungen selbst anfallen.<br \/>\nDie Effektivit\u00e4t des CO2-Reinigungsverfahrens hinsichtlich der Reduzierung der mikrobiellen Kontamination wurde beurteilt. Gem\u00e4\u00df den Ergebnissen besteht eine gute Korrelation zwischen der Verringerung der Gesamtkeimzahl und dem mechanischen Reinigungsergebnis, d. h., das Verfahren ist geeignet, die Mikroorganismen von den Oberfl\u00e4chen zu l\u00f6sen. In diesem Zusammenhang besteht jedoch das Problem, da\u00df die Mikroorganismen \u00fcber das CO2-Reinigungsverfahren in der Luft verwirbelt werden und gereinigte Fl\u00e4chen rekontaminieren k\u00f6nnen. Die M\u00f6glichkeiten einer Absaugung wurden \u00fcberpr\u00fcft und erwiesen sich bei manueller F\u00fchrung der Strahlpistole aus wirtschaftlicher und handhabungstechnischer Sicht als ungeeignet. Aus diesem Grund kann die CO2-Reinigung die herk\u00f6mmliche Reinigung unter Verwendung von Wasser und Reinigungsdetergenzien nicht ersetzen. Die Problematik der Verwirbelungen der Schmutzstoffe und der Mikroorganismen ist nicht gegeben, wenn die M\u00f6glichkeit besteht, die CO2-Reinigung fest installiert in einer kontinuierlich arbeitenden Anlage einzusetzen.<br \/>\nDas wesentliche Potential der CO2-Reinigung im Lebensmittelbereich liegt in der Anwendung in Sonderreinigungsproblemen. Der Schwerpunkt ist hier sicherlich in der mechanischen Reinigungsleistung und nicht in der Reduzierung der Gesamtkeimzahl zu sehen. Die wesentlichen Vorteile liegen in der schonenden Reinigung der Oberfl\u00e4chen, dem vollst\u00e4ndigen Verzicht auf Wasser und Reinigungsdetergenzien sowie der M\u00f6glichkeit einer Reinigung vor Ort ohne eine Demontage mit den entsprechend resultierenden Stillstandzeiten.<br \/>\nNach den Erfahrungen des Deutschen Instituts f\u00fcr Lebensmitteltechnik e. V. sowie den Diskussionen mit der Industrie gibt es hier unterschiedlichste Einsatzgebiete, wie beispielsweise die Reinigung von Backformen, Pr\u00e4gewalzen in Backstra\u00dfen, die Reinigung bei geforderter Wasserfreiheit (Ger\u00e4te zur Verarbeitung hygroskopischer Produkte, Motoren, Ventilatoren), Verpackungsmaschinen, Bauteile aus der R\u00e4ucherung sowie der Reinigung von Gefrierr\u00e4umen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projektes wurden der Industrie in einem Workshop pr\u00e4sentiert, die Funktionalit\u00e4t des Verfahrens wurde \u00fcber eine praktische Vorf\u00fchrung demonstriert. Weiterhin sind Publikationen, die die Ergebnisse zusammenfassend darstellen, in den entsprechenden Fachorganen geplant. Das Deutsche Institut f\u00fcr Lebensmitteltechnik e. V. wird ferner auch nach Projektende die Umsetzung der Projektarbeiten in der Praxis unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend ist festzuhalten, da\u00df die CO2-Reinigungsverfahren ein entscheidendes Verfahren der Reinigungstechnik, welches sinnvoll in die Reinigungskonzepte der Lebensmittelproduktion integriert werden kann, darstellt. Da bei einer Reduzierung der Keimzahl \u00fcber die Verwirbelung die Gefahr der Rekontamination besteht, kann die herk\u00f6mmliche Wasserreinigung nicht vollst\u00e4ndig ersetzt werden. Der Schwerpunkt der CO2-Reinigung liegt somit in speziellen Problemen der Reinigung, wobei die mechanische Entfernung stark haftender Verschmutzungen im Vordergrund steht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Bereich der Lebensmittelverarbeitung sind aufgrund der geforderten Produktionshygiene umfangreiche Reinigungsma\u00dfnahmen in den Proze\u00dflinien erforderlich. 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