{"id":20246,"date":"2023-07-13T15:11:58","date_gmt":"2023-07-13T13:11:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07300-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:58","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:58","slug":"07300-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07300-01\/","title":{"rendered":"Nutzungskonflikte in der Kulturlandschaft &#8211; M\u00f6glichkeiten der Umweltkommunikation am Beispiel der Modellregion Bippen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Auf dem Kuhlhoff wird eine ganzheitliche Umwelterziehung angestrebt, in der \u00fcber praktische Eigent\u00e4tigkeit und Wahrnehmung Umweltaspekte erfahrbar gemacht werden. Zu verstehen ist sie als Erziehung zu umweltgerechtem Verhalten und \u00f6kologischer Handlungskompetenz. Wesentliche Leitlinien f\u00fcr die praktizierte Umwelterziehung sind die Handlungs- und Erlebnisorientierung sowie die Problemorientierung in den einzelnen Angeboten. Daneben wird gro\u00dfer Wert  auf Interdisziplinarit\u00e4t und f\u00e4cher\u00fcbergreifende Aspekte gelegt, zur F\u00f6rderung des vernetzten Denkens. Ein weiterer wesentlicher Grundsatz ist in dem regionalen Bezug zu sehen, den die einzelnen Angebote haben. Diese Leitlinien, die sich der Kuhlhoff f\u00fcr seine Umweltbildungsarbeit gesetzt hat, sind auch als Rahmen f\u00fcr das Curriculum zu sehen. Daher wurden folgende Ziele f\u00fcr die einzelnen Angebote festgelegt:<br \/>\nDie einzelnen Angebote des Curriculums sind Teil eines Ganzen und sind auf der Grundlage der Nutzungskonflikte er Kulturlandschaft mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung zu entwickeln. Alle Bildungsangebote des Curriculums sollen regionale Nutzungskonflikte in der Kulturlandschaft beinhalten. Die Angebote sollen nach den Grunds\u00e4tzen des f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Lernens entworfen werden und die Vielschichtigkeit und Komplexit\u00e4t der verschiedenen Problematiken sichtbar und begreifbar machen. Regionale Umweltprobleme werden gr\u00fcndlich untersucht und analysiert, um die einzelnen Teilaspekte wie z. B. Verursacher, Auswirkungen, Interessengegens\u00e4tze oder notwendige Schutzma\u00dfnahmen zu erkennen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenTheoretische Bestandsaufnahme der Landschaft<br \/>\nPraktische Bestandsaufnahme der Landschaft<br \/>\nDidaktische Aufbereitung zu Bildungsangeboten<br \/>\nAusarbeitung eines Curriculums<br \/>\nDurchf\u00fchrung der Bildungsangebote mit verschiedenen Zielgruppen<br \/>\nReflexive Auswertung und konstruktive \u00dcberarbeitung der Angebote<br \/>\nAufbau einer Ausstellung<br \/>\nErstellung einer Dokumentation<br \/>\nF\u00fcr die konkrete Durchf\u00fchrung des Projektes waren bestimmte Vorbedingungen mit einzubeziehen. So sollte die Projektarbeit in den Rahmen der schon bestehenden Arbeitsstrukturen eingegliedert werden k\u00f6nnen. Diese Strukturen sind Arbeitsgruppen &#8211; im Kuhlhoff Fachgruppen genannt -, in denen verschiedene Schwerpunktthemen wie Landwirtschaft, Wald und Forstwirtschaft, Wasser und Wasserwirtschaft, Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raumes und Natur- und Umweltschutz, bearbeitet werden. In den Fachgruppen haben jeweils Experten der verschiedenen Fachrichtungen und P\u00e4dagogen zusammen die Umweltbildungsarbeit entwickelt und durchgef\u00fchrt.<br \/>\nF\u00fcr die Umsetzung der Projektziele waren verschiedenen Arbeitsphasen mit unterschiedlichem Zeitkontingent vorgesehen:<br \/>\n1. Planungsphase: Inhaltliche Abgrenzung und Strukturierung des Themas. Es wurde eine theoretische Bestandaufnahme erarbeitet und eine \u00dcbersicht von Konfliktpotentialen aus allen Schwerpunktbereichen. Am Runden Tisch flossen Tipps und Hilfen von allen Beteiligten in die Projektarbeit ein.<br \/>\n2. Erarbeitungsphasen: Praktische Bestandsaufnahme der Landschaft auf wissenschaftlicher Basis. Es wurde eine gro\u00dfe Daten- und Materialsammlung angelegt, ausgew\u00e4hlte Gebiete aus dem Naturschutzkataster des Landkreises erkundet und Flie\u00dfgew\u00e4sser f\u00fcr chemisch-biologische Langzeituntersuchungen bestimmt. Im Rahmen der praktischen Arbeit in der Landschaft wurden auf dem Kuhlhoff-Gel\u00e4nde landwirtschaftliche Modellfl\u00e4chen geplant und vorbereitet sowie ein Bauerngarten angelegt. Die drei einzubeziehenden Lehrpfade (Gew\u00e4sser, Landwirtschaft und Forst) wurden mit den jeweiligen Kooperationspartnern ausgearbeitet. Didaktische Aufbereitung der Einzelprojekte zu Bildungsangeboten:<br \/>\n&#8211;\tKulturgeschichte: Entstehung der Kulturlandschaft, \u00dcbergang in der Jungsteinzeit von der Phase der J\u00e4ger und Sammler zur Phase der Ackerbauern und Viehz\u00fcchter (5. Klasse)<br \/>\n&#8211;\tWasser: Trinkwassergewinnung &#8211; der Boden als Filter (6. Klasse)<br \/>\n&#8211;\tWald und Forstwirtschaft: Nutzungskonflikte im Wald (7. Klasse)<br \/>\n&#8211;\tLandwirtschaft. Ein Vergleich von \u00f6kologischer und konventioneller Landwirtschaft anhand von regionalen Beispielen unter besonderer Ber\u00fccksichtigung von Bodenuntersuchungen (8. Klasse)<br \/>\n&#8211;\tNaturschutz: Flurbereinigung unter Naturschutzaspekten (9. Klasse)<br \/>\n&#8211;\tUmweltschutz: Bodenversiegelung (Pilotprojekt, 10. Klasse).<br \/>\nErprobungs- und \u00dcberarbeitungsphase der Einzelprojekte und Bildungsangebote:<br \/>\nEs wurden die einzelnen Bildungsangebote und Projekte praktisch getestet, ausgewertet und einer kritischen \u00dcberpr\u00fcfung unterzogen.<br \/>\nIn der Darstellungsphase wurden die Ergebnisse des Projektes in einer Dokumentation zusammengestellt und ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Zielsetzung des Projektes kann gesagt werden, dass durch das Bildungsprogramm (Curriculum und Einzelveranstaltung) und die Ausstellung viele Anforderungen umgesetzt werden konnten. So werden viele Aspekte, die f\u00fcr die historische Entstehung des Landschaftsbildes bedeutsam sind, im geschichtlichen Teil der Ausstellung sowie im ersten Teil des Curriculums aufgegriffen. Gr\u00fcnde f\u00fcr die Ver\u00e4nderung der Landschaft werden beleuchtet und in ihren Zusammenh\u00e4ngen dargestellt. Vorab war allerdings eine Analyse der vielf\u00e4ltigen Nutzungsinteressen an der Landschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durchzuf\u00fchren, die als Grundlage f\u00fcr die weitere Bearbeitung diente. Das Curriculum wie auch die Ausstellung leistet Aufkl\u00e4rungs- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit, nur die interessierte \u00d6ffentlichkeit war trotz Aufrufes in der \u00f6rtlichen Presse und pers\u00f6nlichen Anschreiben, in denen zur Mitarbeit im Bereich Natur- und Umweltschutz aufgerufen wurde, nicht zur Mitarbeit zu bewegen. Die Arbeit am Runden Tisch in Form der Fachgruppe Schule\/Lernstandort hat eine konstruktive, interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit erbracht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tVorstellung des Projektes am Tag des Offenen Kuhlhoff mit Beteiligung der \u00f6rtlichen Presse<br \/>\n&#8211;\tVerteilung des Projektordners an Schulen im Umkreis<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Insgesamt k\u00f6nnen der Ablauf und die Durchf\u00fchrung des Projektes als erfolgreich betrachtet werden. Das Projektvorhaben konnte umgesetzt werden. Eine solche Aufgabe war allerdings auch nur zu leisten, weil alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Konzept des Projektes mit \u00dcberzeugung trugen und sich weit \u00fcber das normale Ma\u00df hinaus im Projekt engagierten. Denn es muss auch eingestanden werden, dass sich der erforderliche Arbeitsaufwand als wesentlich h\u00f6her erwies, als zun\u00e4chst angenommen bzw. unsere Anspr\u00fcche an das Vorhaben sehr hoch gesteckt waren. Insofern ist in diesem Projekt durch die Mitarbeit der vielen Kooperationspartner und des Kuhlhoff-Teams sehr viel geleistet worden. F\u00fcr das Umweltbildungszentrum Kuhlhoff Bippen hat sich durch das Projekt ein breites Spektrum an regionalen Umweltbildungsm\u00f6glichkeiten aufgetan, das in den n\u00e4chsten Jahren zur Ausarbeitung weiterer Bildungsangebote f\u00fchren kann, dieses Potential an Themen konnte erst in der konkreten Arbeit und Auseinandersetzung entdeckt werden. Der Lernstandort Kuhlhoff hat mit dieser Aufgabe an Profil gewonnen und es ist gelungen, eine Vielzahl verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen an dem Projekt zu beteiligen. Er hat seine Stellung als Forum f\u00fcr ganz unterschiedliche Interessengruppen behauptet und weiter ausgebaut, sodass er in dem Spannungsfeld zwischen Nutzungs- und Schutzinteressen an der Landschaft als Begegnungs- und Kommunikationszentrum genutzt wird. In dieser Beziehung hat sich die Projektarbeit als sehr konstruktiv erwiesen. Durch das Curriculum und die Ausstellung ist eine Basis f\u00fcr die weitere Umweltbildungsarbeit entstanden, die immer wieder eine breite Bev\u00f6lkerungsschicht ansprechen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Auf dem Kuhlhoff wird eine ganzheitliche Umwelterziehung angestrebt, in der \u00fcber praktische Eigent\u00e4tigkeit und Wahrnehmung Umweltaspekte erfahrbar gemacht werden. Zu verstehen ist sie als Erziehung zu umweltgerechtem Verhalten und \u00f6kologischer Handlungskompetenz. 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