{"id":20191,"date":"2023-07-13T15:14:11","date_gmt":"2023-07-13T13:14:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10752-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:13","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:13","slug":"10752-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10752-01\/","title":{"rendered":"Aufbau einer Pholtovoltaikanlage einschl. Demonstrationsm\u00f6glichkeit an der Wilhelm-Raabe-Schule"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Einsatz von Photovoltaik als aktiver Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz im eigenen Schulgeb\u00e4ude. Die Anlage ist die Fortf\u00fchrung einer ganzen Reihe von Ma\u00dfnahmen, die exemplarisch zeigen sollen, wie die Nutzer der Schule in erheblichem Ma\u00dfe zur CO-2-Reduktion an ihrem Arbeitsplatz beitragen k\u00f6nnen. Der vorausgegangene Bau einer kleinen PV-Demonstrationsanlage mit 51 W, angelegt als einj\u00e4hriges Experiment, hat bereits die Gr\u00f6\u00dfenordnung der durch die verf\u00fcgbaren Dachfl\u00e4chen erreich-baren Deckungsrate durch PV an dieser Schule aufgezeigt (25 &#8211; 35%). Die nun (weitgehend im Selbstbau) zu errichtende netzgekoppelte Anlage soll Sch\u00fcler- und Lehrerschaft die M\u00f6glichkeiten dieser Technik anschaulich und hautnah vermitteln; die Daten sollen regelm\u00e4\u00dfig in den Unterricht einbezogen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Aufbau der Anlage erfolgt durch eine Arbeitsgemeinschaft unter der Anleitung eines Lehrers. Die einzelnen Arbeitsg\u00e4nge werden dokumentiert und auf Stelltafeln im Schulgeb\u00e4ude ausgeh\u00e4ngt, soda\u00df der Baufortschritt von allen verfolgt werden kann. Interessierte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen jederzeit am Bau mithelfen. Eine Fachfirma \u00fcberwacht die Bauausf\u00fchrung. Arbeitsschritte: Die Anlage wird auf Betonplatten montiert, die unter Zwischenlegung von Bautenschutzmatten frei auf dem Flachdach ruhen. Dazu werden von der AG 20 Platten 50 x 50 x 7cm auf das Dach getragen. Es folgt das Bohren der Platten und das Verschrauben der Dreieckstr\u00e4ger aus Leichtmetall. Anschlie\u00dfend werden die Tr\u00e4-ger auf die Platten ged\u00fcbelt und die L\u00e4ngstr\u00e4ger zur Aufnahme der Module angebracht. Danach werden 20 Solarex-Module in einer Reihe auf die L\u00e4ngstr\u00e4ger geschraubt und miteinander verdrahtet. Je 10 hintereinander geschaltete Module bilden einen String; die beiden entstehenden Strings werden parallelgeschaltet einem Wechselrichter zugef\u00fchrt. Der Hochspannungsanschlu\u00df wird selbstverst\u00e4ndlich von einem Elektriker ausgef\u00fchrt. \u00dcber eine serielle Schnittstelle des Wechselrichters werden die Leistungs-kennwerte der Anlage einer Datenerfassungsanlage zugef\u00fchrt. Sie besteht aus einem Datenlogger (Sunny Boy Control) der Firma SMA, an den ein Gro\u00dfdisplay (67 x 52 cm) angeschlossen ist, das die aktuelle Leistung der Solaranlage in Watt und die eingespeisten Energieertr\u00e4ge in kWh im Gro\u00dfformat an einer zentralen Stelle im Schulflur anzeigt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Bau der Anlage begann im Fr\u00fchjahr 97 und war (zun\u00e4chst ohne Datenerfassungsanlage) im November abgeschlossen (Beginn der Einspeisung: 4.11.97). Bedingt durch weitere Fortschritte beim Energiesparen, durch weitere Sponsoren und selbst durchgef\u00fchrte Sammlungen konnte das Projekt nach der erfolgten Anschubfinanzierung durch die Bundesstiftung Umwelt stark vergr\u00f6\u00dfert werden: Es wurde eine zweite (gleichartige) 1 kW-Anlage dazugebaut, die im Jahre 1998 installiert wurde. Sie speist seit Juli 98 ins Netz ein. Insgesamt liegt nun also eine 2-kW-Anlage vor. Der Bau der Datenerfassungsanlage wurde deshalb noch aufgeschoben. Mittlerweile ist er jedoch ebenfalls kurz vor seiner Vollendung: \u00dcber ein 40m langes Datenkabel und eine RS 485-Schnittstelle werden die Me\u00dfwerte der beiden Wechselrichter in den zentralen Flur \u00fcbertragen, dort im Datenlogger aus beiden Teilanlagen zusammengefa\u00dft und auf das Gro\u00dfdisplay (Zifferngr\u00f6\u00dfe 57 mm) \u00fcbertragen. S\u00e4mtliche Arbeiten wurden von der AG unter Aufsicht des Lehrers durchgef\u00fchrt.  Da die erste Anlage bereits \u00fcber 1 Jahr lang l\u00e4uft, k\u00f6nnen schon relativ genaue Aussagen \u00fcber die Leistungsf\u00e4higkeit und die Deckungsrate gemacht werden. Die erste Teilanlage erzeugte im Jahre 1998 insgesamt 757 kWh und speiste sie ins Netz ein. In Anbetracht des extrem schlechten und in Norddeutschland vielfach bew\u00f6lkten Wetters ist dieser Wert, der nur knapp unter dem Richtwert von 800 kWh f\u00fcr eine 1-kW-Anlage in Deutschland liegt, als sehr positiv zu bewerten. Da der zweite Anlagenteil mit dem ersten identisch ist, mu\u00df dieser Wert k\u00fcnftig verdoppelt werden, soda\u00df von einer j\u00e4hrlichen Einspeisung von 1600 kWh ausgegangen werden kann. Da die Schule durch Initiative der AG eine neue, energiesparende Beleuchtungsanlage bekom-men hat und au\u00dferdem st\u00e4ndig an das Nutzerverhalten appelliert wird, ist der elektrische Energiebedarf von 63000 kWh im Jahre 1995 inzwischen auf 32000 kWh zur\u00fcckgegangen. Das bedeutet, da\u00df die 2-kW-Solaranlage bereits eine Deckungsrate von 5 % erzielt. Dieser Wert macht Mut, in diesem Sinne fortzufahren; zumal es noch gewaltige, nach S\u00fcden orientierte Dachfl\u00e4chen gibt. Die AG hat im Jahr 1998 wegen ihrer Aktivit\u00e4ten zum Energiesparen und wegen ihres Einsatzes zur F\u00f6rderung regenerativer Energien den Bruno H. Schubert-Preis erhalten, der mit 10000 DM dotiert war. Zusammen mit weiteren Geldern aus dem R\u00fcckzahlungsbetrag der Stadt L\u00fcneburg wegen der Energieeinsparungen besteht nun die M\u00f6glichkeit, das Projekt weiter zu vergr\u00f6\u00dfern. Es k\u00f6nnte ein neuer 1 kW-Anlagenteil dazu gebaut werden, der dann an die vorhandene Datenerfassungsanlage einfach mit angeschlossen wird und die Leistung der Anlage weiter nach oben schraubt. Die AG-Sch\u00fcler haben sich zum Ziel gesetzt, mindestens 10 % Solarstromanteil zu erreichen; das w\u00fcrde eine insgesamt 4-kW-Anlage bedeuten. Die Erweiterung auf 3 kW ist also finanziell bereits m\u00f6glich und bedarf nun nur noch der Genehmigung durch die Beh\u00f6rden. Der Bau der bisherigen Anlage wurde in der Schule und in der Stadt mit Interesse verfolgt; es hat Presseberichte dazu gegeben. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) hat am 21.3.98 eine Veranstaltung zur Nutzung der Photovoltaik in der Wilhelm-Raabe-Schule abgehalten, auf der der AG-Leiter als Referent auftrat. Anschlie\u00dfend wurde die Anlage besichtigt. Die Aktivit\u00e4ten der Wilhelm-Raabe-Schule zum Klimaschutz, insbesondere die Leistungsdaten der schuleigenen Solaranlage, flie\u00dfen durch die Teilnehmerschaft des AG-Leiters beim Runden Tisch Agenda 21 in die \u00f6rtliche Agenda-Arbeit mit ein. So hat sich der Runde Tisch bereits des Themas erh\u00f6hter Einspeiseverg\u00fctungen f\u00fcr Solarstrom angenommen. Insgesamt l\u00e4\u00dft sich festhalten, da\u00df durch die finanzielle Unterst\u00fctzung der Bundesstiftung Umwelt ein bedeutendes schulisches Projekt anlaufen konnte. F\u00fcr andere Schulen, die etwas \u00e4hnliches planen, kann noch ein Tip weitergegeben werden: H\u00e4ufig werden die Wechselrichter, um sie z.B. vor Besch\u00e4digung zu sch\u00fctzen, in Fachr\u00e4umen installiert. Das wurde auch bei uns so ge-macht, doch machen die Ger\u00e4te Nebenger\u00e4usche, die beim Unterricht und bei Klassenarbeiten sehr st\u00f6ren k\u00f6nnen. An unserer Schule wurden die Ger\u00e4te daher noch einmal komplett umgebaut in einen Flur. Dies war eine Menge \u00fcberfl\u00fcssiger Arbeit, die man h\u00e4tte vermeiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Bau der Anlage sowie die Hintergr\u00fcnde und Zielsetzungen dieses Projekts der AG Energie und Umwelt der Raabe-Schule wurde bereits in zwei Presseartikeln der L\u00fcneburger Landeszeitung mit Photos ausf\u00fchrlich dokumentiert; ferner fand ein Vortrag mit Besichtigung statt (NABU-Veranstaltung).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Realisierung dieses Projektes hat eine Gruppe von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit ihrem Lehrer \u00fcber Jahre hinweg in ihren Bann gezogen und zur Identifikation mit den Zielen einer nachhaltigen und zukunftsf\u00e4higen Wirtschaftsweise beigetragen. Durch die ausgezeichnete Visualisierung mit Hilfe elek-tronischer Anzeigeger\u00e4te bietet die Funktion der Anlage die st\u00e4ndige M\u00f6glichkeit zur Auseinanderset-zung mit der Problematik des Energieverbrauchs f\u00fcr alle  Nutzer des Geb\u00e4udes. Die Verzahnung der bisherigen Aktivit\u00e4ten beim Energiesparen mit dem Einsatz regenerativer Energien demonstriert deutlich die M\u00f6glichkeiten k\u00fcnftigen Wirtschaftens. Die Bundesstiftung Umwelt hat mit der Anschubfinanzierung einen wesentlichen Grundpfeiler f\u00fcr dieses Projekt gelegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Einsatz von Photovoltaik als aktiver Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz im eigenen Schulgeb\u00e4ude. Die Anlage ist die Fortf\u00fchrung einer ganzen Reihe von Ma\u00dfnahmen, die exemplarisch zeigen sollen, wie die Nutzer der Schule in erheblichem Ma\u00dfe zur CO-2-Reduktion an ihrem Arbeitsplatz beitragen k\u00f6nnen. 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