{"id":20184,"date":"2024-11-27T10:32:28","date_gmt":"2024-11-27T09:32:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03074-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:28","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:28","slug":"03074-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03074-01\/","title":{"rendered":"Ganzheitliche Bilanzierung von nachwachsenden Energietr\u00e4gern unter verschiedenen \u00f6kologischen Aspekten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens war, nachwachsende mit herk\u00f6mmlichen Energietr\u00e4gern unter verschiedenen \u00f6kologischen Aspekten zu analysieren. Untersuchungsobjekte waren alle potentiell in Deutschland anbaubaren Bioenergietr\u00e4ger, das sind Biokraftstoffe sowie biogene Festbrennstoffe aus der landwirtschaftlichen Produktion bzw. aus land- und forstwirtschaftlichen R\u00fcckst\u00e4nden. Die Vorgehensweise, die Basisdaten und damit auch die erhaltenen Ergebnisse sollten nachvollziehbar und in Konsens mit allen Beteiligten abgeleitet sowie \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich gemacht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Vorgehensweise wurde streng an den aktuellen Stand der ISO-Normierungsbem\u00fchungen zur Vorgehensweise bei \u00d6kobilanzen angelehnt. Dabei wurden der Untersuchung grunds\u00e4tzlich Lebenswegvergleiche zugrunde gelegt, d. h. die kompletten Lebenswege der Bereitstellung und Nutzung von Bioenergietr\u00e4gern gegen\u00fcber den entsprechenden kompletten Lebenswegen bei den diversen herk\u00f6mmlichen Energietr\u00e4gern.<br \/>\nInsbesondere wurden erstmals \u00fcber die gesamten betrachteten Lebenswegvergleiche hinweg nicht nur Energie- und CO2-Bilanzen, sondern eine Vielzahl weiterer Schadstoffbilanzen ermittelt, die die verschiedenen \u00d6kobilanz-Wirkungskategorien wie Treibhauseffekt, stratosph\u00e4rischer Ozonabbau oder Versauerung repr\u00e4sentieren. Zus\u00e4tzlich wurden ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Bereich der Pflanzenproduktion Emissionen von Pflanzenschutzmitteln, Stickstoff- und Phosphorverbindungen in die Hydrosph\u00e4re sowie Auswirkungen auf die boden\u00f6kologische Funktionen und die Biodiversit\u00e4t untersucht.<br \/>\nUm konsensf\u00e4hige Ergebnisse zu erhalten wurde \u00fcber die gesamte Projektlaufzeit ein projektbegleitender Ausschu\u00df eingerichtet. Zusammengesetzt war er aus Vertretern wissenschaftlicher Institutionen, Vereinen sowie Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Ziel, eine \u00fcber die Lebenswegvergleiche hinweg l\u00fcckenlose Dokumentation aller Ausgangsdaten zusammenzutragen und die Vergleiche zu berechnen, wurde erreicht. Diese Sachbilanz ist nun \u00f6ffentlich verf\u00fcgbar. Es zeigt sich, da\u00df es mehrere \u00f6kologische Kenngr\u00f6\u00dfen gibt, die \u00fcber die gesamten Lebenswege hinweg wissenschaftlich hoch belastbar sind wie z. B. der Prim\u00e4renergieeinsatz, der Treibhauseffekt oder die Versauerung durch luftgetragene Schadstoffe. Es gibt aber auch solche, bei denen die Ausgangsdaten bei einigen Lebenswegabschnitten noch zu unsicher f\u00fcr eine abschlie\u00dfende Beurteilung sind wie bei den Dioxin-\u00c4quivalenten oder dem Benzo(a)pyren. Die Einzelergebnisse selbst sind aufgrund der Vielhunderten von berechneten Lebenswegvergleichen samt den Parametervariationen so umfangreich, da\u00df sie hier nicht zusammengefa\u00dft werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch wenn es nicht das Ziel des Projektes war, eine Bewertung der erhaltenen Sachbilanz durchzuf\u00fchren, wurden die Ergebnisse zumindest einer ersten Interpretation unterzogen. Dabei zeigt sich, da\u00df es keine Bioenergietr\u00e4ger gibt, bei denen die Ergebnisse grunds\u00e4tzlich g\u00fcnstiger ausfallen als bei ihren jeweiligen fossilen Pendants. Umgekehrt gilt aber auch, da\u00df es keine fossilen Energietr\u00e4ger gibt, bei denen alle Ergebnisse g\u00fcnstiger als bei den biogenen Pendants ausfallen. D. h., es gibt bei allen Lebenswegvergleichen diverse \u00f6kologische Wirkungskategorien, die f\u00fcr die Bioenergietr\u00e4ger sprechen bzw. andere, die gegen Bioenergietr\u00e4ger sprechen.<\/p>\n<p>Die einzelnen Bioenergietr\u00e4ger &#8211; jeweils im Vergleich zu ihren fossilen Pendants &#8211; zeigen auch miteinander verglichen unterschiedliche Ergebnisse. D. h., der eine Bioenergietr\u00e4ger zeigt bei der einen oder anderen \u00f6kologischen Wirkungskategorie g\u00fcnstigere Ergebnisse als ein anderer Bioenergietr\u00e4ger, ist bei anderen Wirkungskategorien allerdings ung\u00fcnstiger. Dadurch l\u00e4\u00dft sich nicht a priori eine Reihenfolge der diversen Bioenergietr\u00e4ger festlegen. Tendenziell kann zumindest jedoch zusammengefa\u00dft werden, da\u00df die biogenen Festbrennstoffe eher g\u00fcnstigere Ergebnisse aufweisen als Biokraftstoffe. Und unter den Festbrennstoffen zeigen wiederum Holzhackschnitzel aus Kurzumtriebsplantagen bzw. aus Waldrestholz tendenziell g\u00fcnstigere Ergebnisse als die diversen Halmg\u00fcter. Auch l\u00e4\u00dft sich festhalten, da\u00df die \u00f6kologischen Vorteile der festen Bioenergietr\u00e4ger bei Substitution von Kohle gr\u00f6\u00dfer sind als bei Substitution von Heiz\u00f6l oder gar Erdgas. <\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend zu diesen Aussagen ist jedoch hinzuzuf\u00fcgen, da\u00df durch Variationen der Lebenswege deutlich andere, also auch andere als die hier mit tendenziell beschriebene, Ergebnisse erhalten werden k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren z. B. unterschiedliche landwirtschaftliche Produktionsvarianten oder unterschiedliche Konversionstechniken. D. h. im Umkehrschlu\u00df jedoch, da\u00df mit den vorliegenden Erkenntnissen nun die \u00f6kologischen Schwachstellen bei den einzelnen Bioenergietr\u00e4gern bekannt sind und somit die Grundlagen existieren, im Bedarfsfall unerw\u00fcnschte Umwelteffekte bei der Bereitstellung und Nutzung von Bioenergietr\u00e4gern zu reduzieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Inhalt und Ergebnisse bzw. Teile davon wurden bisher auf Dutzenden von Tagungen und anderen Veranstaltungen in Form von Vortr\u00e4gen, Postern, Tagungsbeitr\u00e4gen etc. vorgestellt. Der Abschlu\u00dfbericht selbst wurde als Monografie herausgegeben: Kaltschmitt, M., Reinhardt, G.A. (Hrsg.): Nachwachsende Energietr\u00e4ger: Grundlagen, Verfahren, \u00d6kologische Bilanzierung. Vieweg Verlag (1997)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es zeigt sich, da\u00df die erhaltenen Ergebnisse eine \u00fcberaus wichtige Entscheidungshilfe darstellen k\u00f6nnen f\u00fcr<br \/>\n&#8211;\tdie generelle \u00f6kologische Einsch\u00e4tzung von Bioenergietr\u00e4gern,<br \/>\n&#8211;\t\u00f6kologische Einsch\u00e4tzung m\u00f6glicher Projekte zur Nutzung von Bioenergietr\u00e4gern sowie<br \/>\n&#8211;\t\u00f6kologische Optimierungspotentiale bei der Nutzung von Bioenergietr\u00e4gern.<br \/>\nZudem k\u00f6nnen die Vorgehensweise und insbesondere die zahlreichen Basisdaten &#8211; quasi als Standardwerk &#8211; als eine grundlegende Basis f\u00fcr zuk\u00fcnftige \u00d6kobilanzen oder andere \u00f6kologische Untersuchungen aus dem gesamten Umfeld fungieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens war, nachwachsende mit herk\u00f6mmlichen Energietr\u00e4gern unter verschiedenen \u00f6kologischen Aspekten zu analysieren. 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