{"id":20181,"date":"2023-07-13T15:11:41","date_gmt":"2023-07-13T13:11:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06849-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:42","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:42","slug":"06849-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06849-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung eines Rieselstromreaktors zur aeroben biologischen Behandlung von hochbelasteten W\u00e4ssern mit niedrigem Energieaufwand"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aus dem Einsatz wassersparender Technologien und der zunehmenden Mehrfachnutzung von Proze\u00dfw\u00e4ssern ergibt sich ein wachsender Bedarf an leistungsf\u00e4higen und kosteng\u00fcnstigen Verfahren f\u00fcr die Behandlung hochbelasteter Industrieabw\u00e4sser. Ver-sch\u00e4rfte gesetzliche Auflagen stellen auch viele kleine und mittlere Unternehmen vor die Entscheidung, die Abwasserfracht in innerbetrieblichen Anlagen zu reduzieren. Biologische Verfahren gewinnen dabei aufgrund eines weitgehend chemikalienfreien Betriebes immer mehr an Bedeutung.<br \/>\nZiel des Vorhabens ist die Entwicklung einer leistungsstarken und betriebsstabilen Technologie mit niedrigen Investitionskosten sowie sehr niedrigen Energie- und Betriebskosten f\u00fcr die Reinigung hochbelasteter Abw\u00e4sser mittelst\u00e4ndiger Unternehmen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wurde insgesamt durch die TU Dresden wissenschaftlich unterst\u00fctzt. Insbesondere fand eine umfangreiche Begleitung bei der analytischen Auswertung und Diskussion der Versuche statt. Die Analytik wurde im Labor der TU Dresden auf dem Gel\u00e4nde der Kl\u00e4ranlage Dresden vorgenommen.<br \/>\nIm Verlaufe der Entwicklung wurde das Verfahren des Rieselstrom-Reaktors im Technikumsma\u00dfstab am Beispiel der biologischen Nitrifikation im Rahmen umfangreicher Untersuchungen getestet.<br \/>\nInnerhalb des ersten Versuchsabschnittes im 2. Halbjahr 1995 wurden mit einer halbtechnischen Versuchsanlage die grundlegenden Zusammenh\u00e4nge des Prinzips Rieselstrom-Reaktor und hohe organische Fracht im Dauerbetrieb sowie bei Variation der Betriebseinstellungen untersucht und optimiert. Die Umsetzung dieser Untersuchungen in den Praxisbetrieb erfolgte im ersten Quartal 1996 in Form von Projektierung, Bau und Betrieb der Pilotanlage (Reaktorvolumen 14 m\u00b3) zur Behandlung des Abwassers einer Gro\u00dfw\u00e4scherei vor Einleitung in die Kanalisation.<br \/>\nAus Basis der Versuchsergebnisse wurde im 2. Quartal 1996 eine weitere Pilotanlage in einem Betrieb der Tierk\u00f6rperverwertung errichtet. Zur st\u00e4ndigen Einhaltung der Einleitbedingungen wurde eine 2. Stufe zur weitergehenden Abwasserreinigung mit Restnitrifikation und anschlie\u00dfender Denitrifikation aufgebaut.<br \/>\nMit den durchgef\u00fchrten Untersuchungen wurden die Zusammenh\u00e4nge zwischen Abbauleistung und den gew\u00e4hlten Betriebsparametern erarbeitet. Wichtige Parameter f\u00fcr den Anlagenbetrieb sind der Rohwasserzuflu\u00df, Biomassegehalt, hydraulische Belastung und Bel\u00fcftung. Desweiteren wurden die Betriebssicherheit des Verfahrens sowie der Kontroll- und Bedienaufwand abgesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegt der ausf\u00fchrliche Abschlu\u00dfbericht vom Dezember 1997 vor.<\/p>\n<p>Mit dem Bau der beiden Pilotanlagen des Rieselstrom-Reaktors und dem Betreiben der Anlagen unter Praxisbedingungen wurden die gro\u00dftechnische Realisierung und die Vorteile des Verfahrens demonstriert. Anhand von zwei unterschiedlichen Aufgabenstellungen wurde der stabile Betrieb erfolgreich nachgewiesen. Im Rahmen des Projektes war es m\u00f6glich, wichtige Zusammenh\u00e4nge zu erkennen, die Technologie zu optimieren und allgemeing\u00fcltige Bedingungen f\u00fcr die Bemessung weiterer Anlagen festzulegen. Die ersten Praxiseins\u00e4tze des Rieselstrom-Reaktors lassen Verallgemeinerungen zur Anwendungsvielfalt des Verfahrens zu.<\/p>\n<p>Der Rieselstrom-Reaktor arbeitet mit einem sehr effektiven Bel\u00fcftungsprinzip und erreicht eine hohe Raumabbauleistung bei niedrigen Investitions- und sehr niedrigen Betriebskosten. Die Grundlage daf\u00fcr bildet eine hohe Konzentration aktiver Biomasse in einem Bett aus kleink\u00f6rnigem Tr\u00e4germaterial, welches von dem zu behandelnden Abwasser von oben nach unten \u00fcberrieselt und in Gegenrichtung von Luft durchstr\u00f6mt wird. Weitere wichtige Vorteile der neuentwickelten Technologie sind der einfache Aufbau, der vollautomatische Betrieb bei minimalem Bedienaufwand und der geringe Platzbedarf.<br \/>\nAnlagen nach dem Prinzip des Rieselstrom-Reaktors werden nach dem Baukastensystem direkt an die gegebenen Bedingungen angepa\u00dft. Sie k\u00f6nnen \u00fcberall dort eingesetzt werden, wo Abw\u00e4sser oder Abwasserkonzentrate mit hoher organischer Fracht (CSB, BSB) oder hoher Ammoniumkonzentration<br \/>\nNH4) vor Indirekteinleitung (Kanalisation), Direkteinleitung (Vorflut) oder zur Wiederverwendung (Sp\u00fclwasser) mit niedrigem Aufwand behandelt werden sollen. Dies betrifft zahlreiche Unternehmen der mittelst\u00e4ndigen Industrie, der Landwirtschaft und der Altlastensanierung.<br \/>\nDie Umweltentlastung durch das Verfahren ergibt sich aus dem sehr geringen Energiebedarf, dem niedrigen Investitionsaufwand sowie der anwenderfreundlichen Anlagengestaltung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadresse:<br \/>\nFirma Hahnewald GmbH, Freitaler Stra\u00dfe 30, 01189 Dresden, Ansprechpartner: Herr Dr. Haldenwang, Herr Hahnewald, Tel. 0351 \/ 4084236,<br \/>\nFax 4015425.<br \/>\nTechnische Universit\u00e4t Dresden, Institut f\u00fcr Siedlungs- und Industriewasserwirtschaft, 01062 Dresden, Ansprechpartner: Herr Dr. Kermer, Tel. 0351\/4633877.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Kombination zwischen einem nicht eingestauten Reaktionsraum mit Zwangsbel\u00fcftung und einem kleink\u00f6rnigem Aufwuchstr\u00e4germaterial, wie sie mit dem Rieselstrom-Reaktor verwirklicht wurde, war vor dem Projekt noch nicht bekannt.<\/p>\n<p>Im Projekt wurden zwei technische Pilotanlagen des Rieselstrom-Reaktors aufgebaut und in Betrieb genommen. Damit kann die Hahnewald GmbH zwei repr\u00e4sentative Referenzanlagen vorweisen. Die im Vergleich zum Stand der Technik hohe Leistungsf\u00e4higkeit bei nur niedrigen Kosten sowie die M\u00f6glichkeit der individuellen Anpassung des Verfahrens an unterschiedliche Industrieabw\u00e4sser konnte weitere produzierende Unternehmen von den Verfahrensvorteilen des Rieselstrom-Reaktors \u00fcberzeugen. Aufgrund des Projektes wurden bereits weitere Gro\u00dfanlagen in der Fleischverarbeitenden Industrie, der Milchwirtschaft und der Chemischen Industrie realisiert.<\/p>\n<p>Mit der Anwendung in vielen Bereichen der Industrieabwasserbehandlung ergibt sich auch die Frage nach einem Einsatz der neuen Technologie f\u00fcr die biologische Behandlung kommunalen Abwassers. Interessant ist hier die intensive Vorbehandlung des Abwassers zur Entlastung und Stabilisierung bestehender Kl\u00e4ranlagen und die Ausr\u00fcstung dezentraler Objekte ohne Anschlu\u00df an die Kanalisation. Da es sich hierbei um ein prinzipiell anderes Abwasser und andere Forderungen handelt, welche eine Kombi-nation mit weiteren Vor- und Nachbehandlungsstufen notwendig machen, w\u00fcrde sich zus\u00e4tzlicher Forschungsaufwand ergeben.<\/p>\n<p>Im Projekt wurden alle Zielstellungen vollst\u00e4ndig erreicht und erfolgreich in die Praxis umgesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aus dem Einsatz wassersparender Technologien und der zunehmenden Mehrfachnutzung von Proze\u00dfw\u00e4ssern ergibt sich ein wachsender Bedarf an leistungsf\u00e4higen und kosteng\u00fcnstigen Verfahren f\u00fcr die Behandlung hochbelasteter Industrieabw\u00e4sser. Ver-sch\u00e4rfte gesetzliche Auflagen stellen auch viele kleine und mittlere Unternehmen vor die Entscheidung, die Abwasserfracht in innerbetrieblichen Anlagen zu reduzieren. 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