{"id":20166,"date":"2024-11-27T10:32:28","date_gmt":"2024-11-27T09:32:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03268-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:29","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:29","slug":"03268-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03268-01\/","title":{"rendered":"Modelluntersuchungen zur Gestaltung von Bergbaufolgelandschaften auf der Basis spontaner und gelenkter Sukzessionen unter Ber\u00fccksichtigung von Aspekten des Naturschutzes am Beispiel des Braunkohlentagebaus Goitzsche"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Nach 1990 wurden in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern 27 der 39 aktiven Braunkohlentagebaue eingestellt. Von der in den vergangenen Jahrzehnten bergbaulich genutzten Fl\u00e4che von ca. 800 km\u00b2 war bis 1995 lediglich etwa die H\u00e4lfte saniert worden. Auf gro\u00dfen Teilen der nicht sanierten Fl\u00e4chen waren durch Spontansukzession Ersatzlebensraum und R\u00fcckzugsgebiete f\u00fcr hochgradig gef\u00e4hrdete Arten und Lebensgemeinschaften entstanden. Die Bedeutung dieser Fl\u00e4chen f\u00fcr den Naturschutz wurde nach der abrupten Stillegung der Tagebaue zun\u00e4chst nicht erkannt, folglich konnten die Potentiale der Bergbaufolgelandschaft (BFL) f\u00fcr den Naturschutz auch bei der Planung f\u00fcr die Sanierung und Wiedernutzbarmachung nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt werden.<br \/>\nDas Vorhaben sollte dazu beitragen, die Bedeutung der Potentiale der BFL f\u00fcr den Naturschutz aufzuzeigen und methodisches R\u00fcstzeug f\u00fcr die Erfassung und Bewertung sowie Handlungsanleitungen f\u00fcr die weitere Planung, Sanierung und Nachnutzung der BFL unter Ber\u00fccksichtigung dieser Potentiale zu liefern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wurde in folgenden Arbeitsschritten erarbeitet:<br \/>\n&#8211; Erarbeitung eines an die Bergbaufolgelandschaft (BFL) Goitzsche angepa\u00dften Kartierschl\u00fcssels,<br \/>\n&#8211; Charakterisierung und Bewertung der BFL Goitzsche \u00fcber Biotoptypen und Vegetation,<br \/>\n&#8211; Kl\u00e4ren der Zusammenh\u00e4nge zwischen Substratauspr\u00e4gung und Vegetationsauspr\u00e4gung,<br \/>\n&#8211; Charakterisierung und Bewertung der BFL Goitzsche \u00fcber die Erfassung ausgew\u00e4hlter Tierartengruppen, Darstellung von Beziehungen zur Auspr\u00e4gung von Struktur- und Biotoptypen,<br \/>\n&#8211; Analyse von Sukzessionsabl\u00e4ufen in Abh\u00e4ngigkeit von Standortparametern, Ableitung von Entwicklungsprognosen,<br \/>\n&#8211; Initiierung einer naturnahen Vegetationsentwicklung auf verschiedenen B\u00f6schungsstandorten,<br \/>\n&#8211; Ableitung allgemeiner Zielvorgaben und Handlungsanweisungen f\u00fcr die Planung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Anforderungen, die an die Sanierung der Bergbaufolgelandschaft gestellt werden, sind vielf\u00e4ltig. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, da\u00df bei der Umsetzung jeglicher Anforderung die Einhaltung der Grunds\u00e4tze zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsf\u00e4higkeit des Naturhaushalts gew\u00e4hrleistet sein mu\u00df. <\/p>\n<p>Leitziel einer jeden Entwicklung der Bergbaufolgelandschaft mu\u00df es sein, die ihr innewohnenden Potentiale so zu erhalten bzw. zu entwickeln, da\u00df die Bergbaufolgelandschaft den ihrem gro\u00dfen Leistungsverm\u00f6gen entsprechenden Beitrag zur Entwicklung des Naturhaushalts langfristig und ohne Einschr\u00e4nkungen auch erbringen kann.<\/p>\n<p>Zur Umsetzung dieses Leitziels ist es erforderlich, da\u00df die Belange von Natur und Landschaft beim weiteren Umgang mit der Bergbaufolgelandschaft vorrangig ber\u00fccksichtigt werden; die Praxis, der Entwicklung von Natur und Landschaft lediglich anteilige Restfl\u00e4chen zuzuweisen und den \u00fcberwiegenden Fl\u00e4chenanteil hinsichtlich Art und Intensit\u00e4t der Nutzung in die umgebende &#8211; zumeist intensiv genutzte &#8211; Kulturlandschaft einzugliedern, gibt die in der Kulturlandschaft seltenen Entwicklungspotentiale der Bergbaufolgelandschaft in gro\u00dfem Umfang preis.<\/p>\n<p>Dabei sind grundlegende, sich erg\u00e4nzende Strategien zu verfolgen:<br \/>\n&#8211; Erhaltung des aktuell vorhandenen Bestandes, wenn vorhandene Zust\u00e4nde, Auspr\u00e4gungen, Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten oder Lebensgemeinschaften eine sehr hohe Bedeutung aufweisen und durch anthropogene Ver\u00e4nderungen gef\u00e4hrdet sind<br \/>\n&#8211; Erhaltung von wertgebenden Merkmalen, wenn sich vorhandene Potentiale erst nach Eintreten sanierungsbedingter Parameter (z. B. Grundwasserstand) entwickeln lassen<br \/>\n&#8211; Entwicklung von Potentialen durch gezielte Ver\u00e4nderung des Bestandes, wenn durch gezielte, Ver\u00e4nderung vorhandener Zust\u00e4nde, Auspr\u00e4gungen oder Entwicklungspotentiale eine deutlich h\u00f6here Bedeutung f\u00fcr Natur und Landschaft erreicht werden kann.<\/p>\n<p>Die mit dem Vorhaben erarbeiteten Empfehlungen und Handlungsanleitungen sind geeignet, im Rahmen der noch zu leistenden umfangreichen Sanierungsarbeiten eine bessere Ber\u00fccksichtigung von Belangen des Naturschutzes zu erreichen. Voraussetzung ist allerdings, da\u00df sich der Sanierungstr\u00e4ger in erheblich gr\u00f6\u00dferem Umfang als bisher \u00fcblich auf allen Ebenen der Planung und auch bei der Ausf\u00fchrung von Sanierungsarbeiten auf die Erfordernisse des Naturschutzes einstellt, die gezielte Nutzung von Sukzessionsabl\u00e4ufen ist dabei &#8211; auch unter Kostengesichtspunkten &#8211; ein sehr wesentlicher Ansatz.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde begleitet durch verschiedene Ver\u00f6ffentlichungen und Fachvortr\u00e4ge zu Zwischenergebnissen. Weiterhin wurden Schwerpunkte des Projektes durch Studien- und Diplomarbeiten vertieft.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Vorhaben konnten die Defizite der Kenntnis \u00fcber die Besiedlung der Bergbaufolgelandschaft durch Fauna und Flora erheblich verringert werden. Weiterhin konnten grundlegende Zusammenh\u00e4nge zwischen Substratauspr\u00e4gung und Besiedlungspotential durch Vegetation und ebenso zwischen Struktur- und Biotoptypenauspr\u00e4gungen und faunistischer Besiedelung in Bergbaufolgelandschaften gekl\u00e4rt werden. Auf dieser Grundlage konnte eine auf die besonderen Bedingungen der Bergbaufolgelandschaft angepa\u00dfte detaillierte Bewertung vorgenommen werden. Die aufgrund der erhobenen Daten (Biotoptypen, Vegetation, Fauna, Substrat) nachgewiesene \u00fcberregionale Bedeutung gro\u00dfer Teile der Bergbaufolgelandschaft Goitzsche f\u00fcr Naturschutz und Landschaftspflege wird durch weitere, der Bergbaufolgelandschaft immanente Merkmale, wie Gro\u00dfr\u00e4umigkeit, geringe Nutzungsintensit\u00e4t, geringer Zerschneidungsgrad, N\u00e4hrstoffarmut, Substratheterogenit\u00e4t und insgesamt hohe Entwicklungsdynamik weiter gesteigert. Bei vergleichbarer Entwicklung ist von einer vergleichbar hohen Bedeutung der Bergbaufolgelandschaft auch anderer Tagebauregionen f\u00fcr Naturschutz und Landschaftspflege auszugehen. Diese k\u00f6nnen durch gezielte Ma\u00dfnahmen erhalten und entwickelt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Nach 1990 wurden in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern 27 der 39 aktiven Braunkohlentagebaue eingestellt. Von der in den vergangenen Jahrzehnten bergbaulich genutzten Fl\u00e4che von ca. 800 km\u00b2 war bis 1995 lediglich etwa die H\u00e4lfte saniert worden. 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