{"id":20163,"date":"2023-07-13T15:14:11","date_gmt":"2023-07-13T13:14:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10728-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:12","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:12","slug":"10728-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10728-01\/","title":{"rendered":"Umweltgerechter Glasfaserziehprozess"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Glasseidenerzeugnisse werden als Verst\u00e4rkungsmaterialien in vielen Branchen (Automobilindustrie, Baugewerbe, Kunststoff- und Elektroindustrie) eingesetzt. Zur Herstellung des Glases, das zu Spinnf\u00e4den weiterverarbeitet wird, werden in Oschatz zwei Glasschmelzanlagen betrieben. Der Schmelzprozess von E-Glas gilt als eines der energieintensivsten Glasschmelzprozesse. Bedingt durch hohe Schmelztemperaturen und durch den Einsatz von Natriumsulfat und Flussspat als L\u00e4utermittelsystem entstehen umweltsch\u00e4digende Emissionen. Hinzu kommt, dass der Spinnprozess ein sehr st\u00f6ranf\u00e4lliger Arbeitsschritt mit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Abfallraten ist. Ziel der Verfahrensentwicklung ist deshalb eine Verbesserung der Ausbeute des Spinnprozesses in Verbindung mit deutlicher Reduzierung des Energieverbrauches und umweltsch\u00e4dlicher Emissionen HF, NOx sowie CO2.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wurde in mehrere Arbeitspakete unterteilt.<br \/>\n&#8211;\tL\u00e4utermitteloptimierung (Flussspat) mit Versuchsschmelzen im Laborma\u00dfstab und Erprobung an einer laufenden Wanne;<br \/>\n&#8211;\tSauerstoffbefeuerung wurde ausgehend von theoretischen Betrachtungen unter Einbeziehung bekannter Sauerstofflieferanten bearbeitet. Versuche mit Sauerstoffzudosierung an einer Wanne waren Voraussetzung f\u00fcr eine vollst\u00e4ndige Umstellung einer Schmelzwanne;<br \/>\n&#8211;\tKlimatisierung Ziehprozess und damit Erh\u00f6hung der Prozessstabilit\u00e4t der Spinnfadenherstellung durch Optimierung der Klimaanlage und der Luftf\u00fchrungsbedingungen an den Spinnstellen. Diese Arbeiten wurden einem Unterauftragnehmer \u00fcbertragen. Im Ergebnis erfolgte die Projektierung und Realisierung einer sauerstoff-gas-beheizten Schmelzwanne, die Verbesserung der klimatischen Verh\u00e4ltnisse in der Spinnerei\/Spulerei sowie die L\u00f6sung der Abgasprobleme. Die Anlage wurde im April 2002 in Betrieb genommen und nach Optimierungsarbeiten zur vollen Produktionsleistung gef\u00fchrt.<br \/>\nEs wurde der Nachweis erbracht, dass mit Sch\u00fcttelbettfiltersystemen HF-Emissionen und Staubemissionen entsprechend der TA Luft realisiert werden k\u00f6nnen. Um eine absolute HF-Emissionsabsenkung zu erreichen wurde versuchsweise ein fluorfreies Glas eingesetzt. Dabei hat sich gezeigt, dass sich dieses Glas schmelzen l\u00e4sst und gute Spinneigenschaften besitzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Aufbauend auf Labor- und Technikumsuntersuchungen wurde die Umstellung einer Schmelzanlage auf eine Sauerstoff-Gas-Beheizung realisiert. Durch eine Anpassung der Klimaanlage wurde der Spinnprozess stabilisiert. Eine optimierte Technologie wurde erarbeitet.<br \/>\nMit den durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen konnte eine Verbesserung der Glasqualit\u00e4t, der Produktausbeute und eine deutliche Energieeinsparung erreicht werden. Die Sauerstoffeinf\u00fchrung in den Verbrennungsprozess f\u00fchrte zu einer Absenkung des Energieverbrauches und erh\u00f6ht gleichzeitig die spezifischen Schmelzleistung. Die Umstellung des Verbrennungssystems war nur m\u00f6glich durch Anpassung des Glases, des Verbrennungsprozesses und der Regelungstechnik. Eine Abgasreinigungsanlage ist auch f\u00fcr die geringeren Abgasmengen einer Sauerstoff-Gas-Beheizung erforderlich. Eine Abgasw\u00e4rmenutzung wurde mit Hilfe eines Rekuperatorsystems durchgef\u00fchrt. Die entstehende Hei\u00dfluft wird f\u00fcr technologische Prozesse oder zur Herstellung von Warmwasser verwendet. Zur Abgasreinigung wurde ein Sch\u00fcttelbettfilter eingesetzt, mit dem gleichzeitig die SOx-Emission reduziert werden konnte. Die NOx-Werte lagen im Bereich der Zielstellung.<br \/>\nNach Umstellung einer Schmelzwanne auf Sauerstoff-Gas-Befeuerung konnten spezifische Leistungs- und Emissionskennzahlen entsprechend nachfolgender Tabelle vergleichend mit dem bisherigen Stand der Technik ermittelt werden:<br \/>\nTabelle s. PDF-Datei<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es ist vorgesehen, eine weitere Schmelzanlage in der P-D Glasseiden GmbH Oschatz auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse umzustellen. Eine Zusammenarbeit auf schmelztechnischem Gebiet ist mit der Valmiera Glasfaser AG langfristig konzipiert. Durch die weitere Zusammenarbeit mit Glass Service und TNO Eindhoven ist eine breitgef\u00e4cherte Nutzung der Erkenntnisse in der Branche gew\u00e4hrleistet. Teiler-gebnisse wurden bereits ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aufbauend auf Grundlagenuntersuchungen wurde die Umstellung einer Schmelzanlage auf eine Sauerstoff-Gas-Beheizung realisiert und eine Anpassung der Klimaanlage mit der Bereitstellung der Technologie bewerkstelligt. Mit den durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen ist eine Verbesserung der Glasqualit\u00e4t, der Ausbeute und eine Energieeinsparung erreichbar. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Emissionswerte einer Glasschmelzwanne, bezogen auf die hergestellte Produktionsmenge, deutlich reduziert werden. Die Umstellung des Verbrennungssystems war nur m\u00f6glich durch Anpassung des Glases, des Verbrennungsprozesses und der Regelungstechnik. Die Abgasw\u00e4rmenutzung kann mit Hilfe eines Rekuperatorsystems wirtschaftlich betrieben werden. Eine Abgasreinigungsanlage ist auch f\u00fcr geringere Abgasmengen einer Sauerstoff-Gas-Beheizung erforderlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Glasseidenerzeugnisse werden als Verst\u00e4rkungsmaterialien in vielen Branchen (Automobilindustrie, Baugewerbe, Kunststoff- und Elektroindustrie) eingesetzt. Zur Herstellung des Glases, das zu Spinnf\u00e4den weiterverarbeitet wird, werden in Oschatz zwei Glasschmelzanlagen betrieben. Der Schmelzprozess von E-Glas gilt als eines der energieintensivsten Glasschmelzprozesse. 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