{"id":20158,"date":"2026-03-08T10:32:02","date_gmt":"2026-03-08T09:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10269-01\/"},"modified":"2026-03-08T10:32:03","modified_gmt":"2026-03-08T09:32:03","slug":"10269-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10269-01\/","title":{"rendered":"M\u00f6glichkeiten der Integration von Landnutzung, Naturschutz und K\u00fcstenschutz in \u00dcberschwemmungsbereichen der Ostseek\u00fcste"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In einem interdisziplin\u00e4r angelegten Projektrahmen werden Renaturierungsma\u00dfnahmen in Form von R\u00fcckbauten von K\u00fcstenschutzanlagen an der Ostsee, die mit zeitweiligen Fl\u00e4chen\u00fcberschwemmungen einhergehen, untersucht. Dabei steht die Analyse der Auswirkungen auf landschafts\u00f6kologische Faktoren gleicherma\u00dfen im Mittelpunkt wie Fragestellungen hinsichtlich landwirtschaftlichproduktionstechnischer, betriebs- und regionalwirtschaftlicher Aspekte. Ziel ist die Ableitung modellhafter Landnutzungssysteme in renaturierten \u00dcberschwemmungsbereichen, die sowohl \u00f6konomische Belange der Bewirtschafter als auch naturschutzfachliche Anforderungen ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der ersten Projektphase erfolgte eine Status-Quo-Analyse ausgew\u00e4hlter Standorte, auf denen Deichr\u00fcckbauma\u00dfnahmen geplant waren. Vegetationskundliche und faunistische Ermittlungen wurden erg\u00e4nzt durch Untersuchungen zur aktuellen Aufwuchsmenge und -qualit\u00e4t des Futters. Erste Erhebungen zur Regionalvermarktung in Form von Nachfrage-Analysen wurden durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie zweite Phase setzte nach ersten erfolgten R\u00fcckbauma\u00dfnahmen ein und verfolgt die nach den Ma\u00dfnahmen zu beobachtenden Ver\u00e4nderungen auf den Fl\u00e4chen. Die Untersuchungen umfassen die Auswirkungen auf den \u00f6kologischen Status (insbesondere Vegetation und ausgew\u00e4hlte Tiergruppen) sowie auf die landwirtschaftliche Nutzbarkeit dar\u00fcber hinaus wirtschaftliche Konsequenzen, naturschutzfachliche Aspekte sowie Schlussfolgerungen f\u00fcr die agrarumweltpolitische Einordnung dieser Fl\u00e4chen. Au\u00dferdem werden Ergebnisse der Untersuchungen auf polnischen Fl\u00e4chen dargestellt.<br \/>\nZur Unterst\u00fctzung der interdisziplin\u00e4ren Arbeitsweise erfolgt die Datenbearbeitung und -verwaltung \u00fcber ein geographisches Informationssystem (GIS).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass grunds\u00e4tzlich das naturschutzfachliche Ziel der Reetablierung von Salzgrasland erreichbar ist. Sofern topografische und hydrologische Bedingungen gegeben sind, m\u00fcssten in Abh\u00e4ngigkeit von der ausgebildeten Vegetation die vorliegenden Erfahrungen auch auf andere Standorte der Ostsee-, Bodden- und Haffk\u00fcste \u00fcbertragbar sein. Derzeit besteht die Gefahr, dass bei weiterer Unterweidung der Fl\u00e4che die sich etablierenden Salzrasengesellschaften durch Brackwasserr\u00f6hrichte verdr\u00e4ngt werden. Um eine weitere Ausbreitung von Salzgraslandgesellschaften zu f\u00f6rdern, erscheint eine Anpassung des Nutzungsregimes erforderlich. Die aus naturschutzfachlicher Sicht w\u00fcnschenswerte Erh\u00f6hung der Besatzdichte ist auf Grund der agrarpolitischen Rahmenbedingungen problematisch. Es bietet sich an, die bestehenden Extensivierungsvertr\u00e4ge zu modifizieren und an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen.<br \/>\nDas Ziel, die Fl\u00e4chen m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig in die Nutzung mit einzubeziehen, ist \u00fcber ein Parzellieren der Weidefl\u00e4chen m\u00f6glich. Es k\u00f6nnen somit im Gegensatz zur Standweide einzelne Bereiche einer st\u00e4rkeren Beweidung zugef\u00fchrt und damit eine weitere Ausbreitung von Schilf unterbunden werden. Um den mengenm\u00e4\u00dfig hohen und qualitativ wertvollen ersten Aufwuchs besser nutzen zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste einerseits ein fr\u00fcherer Weidebeginn in Betracht gezogen werden, andererseits sollte die M\u00f6glichkeit zur fr\u00fcheren Schnittnutzung gegeben sein. Dar\u00fcber hinaus sollten Pflegeschnitte (Nachmahd) generell gestattet sein, um negativen Entwicklungen einer Unternutzung entgegenzuwirken. Neben modifizierten Bewirtschaftungsvertr\u00e4gen sind L\u00f6sungsans\u00e4tze im Umgang mit solchen Fl\u00e4chen in einer differenzierten Pr\u00e4miengew\u00e4hrung zu sehen. F\u00fcr Fl\u00e4chen mit erschwerten Bewirtschaftungsbedingungen erscheint es sinnvoll bei der Pr\u00e4miengew\u00e4hrung einen Salzgrasland-Zuschlag in Betracht zu ziehen, wobei ein Zuschlag von 50-100 \u20ac\/ha gerechtfertigt sein kann. Ebenso sollte die derzeitige Verwaltungspraxis, nur f\u00fcr Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen h\u00f6her Null Pr\u00e4mien zu gew\u00e4hren, \u00fcberdacht werden, denn Fl\u00e4chen unter Null (bis mindestens 0,2 m unter HN) sind als nutzbare Weidefl\u00e4che zu betrachten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Vorhabens (Phase 1 und 2) wurden in zahlreichen Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften, in der Schriftenreihe der Fachhochschule Neubrandenburg und in Vortr\u00e4gen der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. Ferner fand in Neubrandenburg vom 03.07.-05.07.02 eine internationale Tagung zur Thematik Salzgrasland statt. Dort wurden die Ergebnisse in mehreren Vortr\u00e4gen pr\u00e4sentiert. Aus beigef\u00fcgter Liste gehen die Ver\u00f6ffentlichungen und Pr\u00e4sentationen hervor (auch auf Diskette unter Datei Ver\u00f6ffentlichungen).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Forschungsvorhaben konnten Deichr\u00fcckbauma\u00dfnahmen begleitet und erste Konsequenzen erfasst werden. F\u00fcr mehrere potenzielle R\u00fcckbau-Fl\u00e4chen an der vorpommerschen Ostseek\u00fcste wurde in erster Projektphase der Status quo ante untersucht. Die Umsetzung von Deichr\u00fcckbauvorhaben ging sehr z\u00f6gerlich vonstatten, wodurch die Untersuchungen nach R\u00fcckbauma\u00dfnahmen sp\u00e4ter als geplant begannen und sich auf ein Hauptuntersuchungsgebiet konzentrierten. Die Untersuchungen zeigen, dass die Bewirtschaftung solcher Fl\u00e4chen und das Ziel einer Etablierung von Salzgrasland m\u00f6glich ist.<br \/>\nDie bisher z\u00f6gernde Umsetzung derartiger Vorhaben ist vermutlich durch fehlende Informationen zu den Konsequenzen nach Deichr\u00fcckbau und durch Unsicherheiten bei betroffenen Gemeinden, Bodeneigent\u00fcmern und anderen Institutionen bedingt. Eine in dieser Arbeit angesprochene differenzierte Pr\u00e4miengew\u00e4hrung wird die Akzeptanz f\u00fcr Renaturierungsvorhaben bei den Fl\u00e4chennutzern erh\u00f6hen. Ferner d\u00fcrfte eine weitere wissenschaftliche Begleitung von Renaturierungsvorhaben und die Untersuchung ihrer Konsequenzen an anderen Standorten der Ostseek\u00fcste eine notwendige und hilfreiche Aufkl\u00e4rungsarbeit leisten und damit dazu beitragen, die Bef\u00fcrchtungen der Betroffenen abzubauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In einem interdisziplin\u00e4r angelegten Projektrahmen werden Renaturierungsma\u00dfnahmen in Form von R\u00fcckbauten von K\u00fcstenschutzanlagen an der Ostsee, die mit zeitweiligen Fl\u00e4chen\u00fcberschwemmungen einhergehen, untersucht. Dabei steht die Analyse der Auswirkungen auf landschafts\u00f6kologische Faktoren gleicherma\u00dfen im Mittelpunkt wie Fragestellungen hinsichtlich landwirtschaftlichproduktionstechnischer, betriebs- und regionalwirtschaftlicher Aspekte. Ziel ist die Ableitung modellhafter Landnutzungssysteme in renaturierten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[1266,2422,50,51,53],"class_list":["post-20158","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-grenzueberschreitend","tag-landnutzung","tag-naturschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"10269\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-10269.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"310.251,90","dbu_projektdatenbank_firma":"Hochschule Neubrandenburg\nFachbereich Agrarwirtschaft und\nLebensmittelwissenschaften","dbu_projektdatenbank_strasse":"Brodaer Str. 2","dbu_projektdatenbank_plz_str":"17033","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Neubrandenburg","dbu_projektdatenbank_p_von":"1997-04-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2002-01-29 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"4 Jahre und 10 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0395 5693 2101","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Grenz\u00fcberschreitend","dbu_projektdatenbank_foerderber":"9","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20158","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20158\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":42830,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20158\/revisions\/42830"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20158"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20158"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20158"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}