{"id":20151,"date":"2023-07-13T15:08:40","date_gmt":"2023-07-13T13:08:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01983-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:41","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:41","slug":"01983-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01983-01\/","title":{"rendered":"Biologische Abbaustufe f\u00fcr Leichtfl\u00fcssigkeitsabscheider"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Projekt wird f\u00fcr handels\u00fcbliche Leichtfl\u00fcssigkeitsabscheider eine biologische Abbaustufe entwickelt. Diese zus\u00e4tzliche Abwasserreinigung ist als integrierte Einheit f\u00fcr Neuanlagen oder auch als Erg\u00e4nzung f\u00fcr vorhandene Abscheideanlagen gedacht. Mit dem zu entwickelnden biologischen Verfahren sollen sich feinstverteilte und emulgierte Kohlenwasserstoffe in Kfz-Abw\u00e4ssern abbauen lassen. Zus\u00e4tzlich werden auch andere organische Inhaltsstoffe eliminiert. Die zus\u00e4tzliche Abwasserreinigung soll stabil gegen\u00fcber Mengen- und Konzentrationsschwankungen sowie leicht zu handhaben sein. Eventuell werden sich die in vielen F\u00e4llen \u00f6kologisch bedenklichen Emulsionsspaltanlagen ersetzen lassen, die zu einem starken Einsatz von chemischen F\u00e4llungsmitteln und damit zu vermehrtem Sonderabfall f\u00fchren.<br \/>\n\u00b7 Zusammengefa\u00dft ergeben sich folgende Ziele:<br \/>\ndas Grundverfahren der biologischen aeroben Abwasserreinigung als integrierte Abscheideeinheit zur Anwendungsreife f\u00fcr Problemabw\u00e4sser aus dem Kfz-Bereich zu bringen,<br \/>\n\u00b7 an der Quelle des Abwasseranfalls (hier Autohaus als Indirekteinleiter) eine branchen- bzw. stoffspezifische L\u00f6sung zur Reduzierung von Kohlenwasserstoffen, wie \u00d6l, Benzin, L\u00f6semittel usw. und anderen wassergef\u00e4hrdenden Stoffen zu entwickeln,<br \/>\n\u00b7 die Behandlung dieses gewerblichen Abwassers soweit voranzutreiben, da\u00df der Wiedereinsatz als Brauchwasser beispielsweise f\u00fcr die wasserintensive Fahrzeugreinigung m\u00f6glich wird,<br \/>\n\u00b7 den derzeitigen Stand der Technik von \u00d6labscheidern (nach DIN 1999) zugunsten einer \u00f6kologisch sinnvollen L\u00f6sung fortzuschreiben.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst wurde eine Analyse des Ist-Zustandes von der Abwasserbeschaffenheit vor und hinter einem handels\u00fcblichen Abscheidesystem auf dem Gel\u00e4nde des Autohauses Hackerott, Langenhagen, durchgef\u00fchrt. F\u00fcr weitere Testbedingungen mit entsprechend h\u00f6heren Eingangskonzentrationen wurde zum Betriebshof der Stadt Langenhagen gewechselt. In der dortigen Abscheideanlage werden Abw\u00e4sser aus einer Kfz-Werkstatt und einer Waschhalle behandelt. Der Zulauf dieser Abscheideanlage mit all seinen Schwankungen diente auch als Eingangswasser f\u00fcr alle weiteren Labor- und halbtechnischen Versuche.<br \/>\nZu Beginn der Versuchsreihen wurde bakterielles Impfmaterial herangezogen und dessen N\u00e4hrstoffanspr\u00fcche bez\u00fcglich Stickstoff- und Phosphaterg\u00e4nzung zum Kfz-Abwasser herausgefunden. Dazu wurde im Modellversuch die biologische Abbaubarkeit der Abwasserinhaltsstoffe des Betriebshofes im statischen Test in Anlehnung an DIN 38412, Teil 25 bestimmt. Ziel dieser Versuchsanordnung (5 Glaszylinder mit einem Volumen von 3.000 ml f\u00fcr Batchtests) war es, ein geeignetes Inokulum aus verschiedenen Mischpopulationen, wie beispielsweise Belebtschlamm oder aus dem Schlammfang eines Abscheiders herauszufinden. Durch den gezielten Einsatz von unterschiedlichen N\u00e4hrl\u00f6sungen sollte zudem das Abbauverhalten der Organismen im Hinblick auf die Verwertung von Kohlenwasserstoffen und anderen organischen Verbindungen beg\u00fcnstigt werden. Desweiteren wurden die Bel\u00fcftungszeiten variiert und der Einflu\u00df der Sauerstoffversorgung auf die Reduktion der Abwasserinhaltsstoffe bestimmt. Anschlie\u00dfend wurden verschiedene F\u00fcllk\u00f6rpermaterialien (Keramikmaterial, Bl\u00e4hton, karbonathaltiges Gestein Akdolith, Marmorbruch, gebranntes Ziegelmaterial Poroton, Raschig-Ringe, handels\u00fcbliche Kunststoff\u00fcllk\u00f6rper BioNet) in 4 Laborreaktoren (Nutzvolumen jeweils 31 l) getestet, um den gew\u00fcnschten Bakterien eine g\u00fcnstige Siedeloberfl\u00e4che zu bieten und sie so im System zu behalten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Durch eine geeignete N\u00e4hrstoffzugabe und Bel\u00fcftung kann mit Bakterien, die nat\u00fcrlicherweise in Abscheidesystemen vorkommen, eine gute Abbauleistung von Kohlenwasserstoffen und anderen organischen Abwasserinhaltstoffen (gemessen als chemischer Sauerstoffbedarf CSB) erzielt werden. Die Ablaufwerte f\u00fcr Kohlenwasserstoffe betragen weniger als<br \/>\n5 ppm und die f\u00fcr den CSB weniger als 150 mg 02\/l. Um einen sicheren Anlagenbetrieb zu gew\u00e4hrleisten, wurden f\u00fcr diese Bakterien geeignete Aufwuchsfl\u00e4chen ermittelt. Entsprechend gestaltetes F\u00fcllk\u00f6rpermaterial erm\u00f6glicht eine hohe Bakteriendichte im System und somit einen hohen Stoffumsatz in einem relativ kleinen Volumen. Selbst Konzentrationsspitzen werden gut abgefangen. Eine sofort gesteigerte Atmungsaktivit\u00e4t dokumentiert, da\u00df die Bakterien hierauf mit erh\u00f6hter Abbauleistung reagieren. Bei dem gew\u00e4hlten F\u00fcllk\u00f6rpermaterial konnte zudem ein gutes Siedlungsverhalten der Bakterien festgestellt werden, so da\u00df auch nach einj\u00e4hriger Versuchszeit kaum Bakterienschlamm aus dem Reaktor ausgetragen wurde. Der Ablauf ist beinahe schwebstofffrei und klar. Als sehr gut geeignete Aufwuchsfl\u00e4che hat sich ein gebrochenes Material erwiesen. Im Rahmen des Projektes wurde eine M\u00f6glichkeit gefunden, dieses Sch\u00fcttgut verfahrenstechnisch leicht zu handhaben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Um den in der Entwicklung befindlichen Reaktortyp fest in einem Abscheidesystem zu integrieren, m\u00fc\u00dften \u00fcber die im Projekt durchgef\u00fchrten Versuche hinaus weitere Untersuchungen stattfinden. Dazu m\u00fc\u00dften die F\u00fcllk\u00f6rperreaktoren \u00fcber einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten im Langzeittest weiterbetrieben werden. Weitere geeignet erscheinende F\u00fcllk\u00f6rpermaterialien sollten erprobt werden, um das erfolgversprechende Material im kontinuierlichen Betrieb zu testen. Des weiteren w\u00e4re ein Pilotabscheider im verkleinerten Ma\u00dfstab nach der \u00c4hnlichkeitstheorie zu testen.<br \/>\nDieses Modell sollte insbesondere unter den Fragestellungen<br \/>\n\u00b7 Welche Verweilzeit ist dann zu nehmen?<br \/>\n\u00b7 Welche Bel\u00fcftungsrate ist zu w\u00e4hlen?<br \/>\n\u00b7 Wo soll bel\u00fcftet werden?<br \/>\n\u00b7 Wie ist die Stoffumw\u00e4lzung zu gestalten?<br \/>\n\u00b7 Wie kann die Biomasse zur\u00fcckgehalten werden, um eine optimale Bakteriendichte ohne Verstopfungsgefahr zu gew\u00e4hrleisten?<br \/>\n\u00b7 Wie kann der F\u00fcllk\u00f6rper eingebaut werden?<br \/>\nzur Kl\u00e4rung beitragen, wie und an welcher Stelle sich die biologische Abbaustufe realisieren l\u00e4\u00dft.<br \/>\nDas Ingenieurb\u00fcro Knedel verfolgt mit der Entwicklung die Anbietung einer verkaufsfertigen kompakten Einheit. Diesbez\u00fcglich besteht eine Zusammenarbeit mit der Firma AWAS IHNE GmbH in 57234 Wilnsdorf, Rudersdorf, Schulstr. 24. Ein entsprechendes Pilotabscheidermodell wurde bereits auf der Messe Entsorga 96 von der Projektgemeinschaft ausgestellt. Das Anwendungsgebiet konnte auch auf andere industrielle Abw\u00e4sser, wie beispielsweise Beh\u00e4lterinnen des Verfahrens- und -au\u00dfenreinigung oder die Werkstoffpr\u00fcfung ausgedehnt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus Sicht der Gesch\u00e4ftsstelle war es richtig, die Entwicklung eines biologischen Verfahrens alternativ zu den chemisch-physikalischen Emulsionsspaltanlagen zu f\u00f6rdern. Hierbei ist auch zu beachten, da\u00df die Projektgemeinschaft mit ihrer Reaktorentwicklung die stark belasteten Abw\u00e4sser aus den Hochdruckwaschpl\u00e4tzen, der Teilew\u00e4sche, der Entkonservierung und der Werkstattbodenreinigung im Auge hat und nicht die wie viele andere Firmen schwach belasteten Abw\u00e4sser aus dem Tankstellenbereich, den Abstellfl\u00e4chen und der maschinellen Fahrzeugreinigung; dieses ist positiv zu vermerken.<br \/>\nDie vom Ingenieurb\u00fcro vorgelegten Ergebnisse der Batchtests und der Laborreaktorversuche zeigen einerseits erste gute Abbauleistungen, andererseits den umfangreichen weiteren Versuchsbedarf und zu kl\u00e4rende Fragen auf. Angesichts der gutachterlichen Diskussion sollte auch erw\u00e4hnt  werden, da\u00df der Aufwand in der Praxis f\u00fcr Abscheiderbetreiber (Indirekteinleiter), einen solchen biologischen Reinigungsreaktor nachtr\u00e4glich einzubauen, sich eventuell auch aufwendig und kostenintensiv gestalten k\u00f6nnte. Zudem konnten sich in der Zwischenzeit auch andere konkurrierende Verfahren -auch biologische Festbettverfahren- am Markt etablieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Projekt wird f\u00fcr handels\u00fcbliche Leichtfl\u00fcssigkeitsabscheider eine biologische Abbaustufe entwickelt. Diese zus\u00e4tzliche Abwasserreinigung ist als integrierte Einheit f\u00fcr Neuanlagen oder auch als Erg\u00e4nzung f\u00fcr vorhandene Abscheideanlagen gedacht. Mit dem zu entwickelnden biologischen Verfahren sollen sich feinstverteilte und emulgierte Kohlenwasserstoffe in Kfz-Abw\u00e4ssern abbauen lassen. Zus\u00e4tzlich werden auch andere organische Inhaltsstoffe eliminiert. 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