{"id":20149,"date":"2023-07-13T15:09:21","date_gmt":"2023-07-13T13:09:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03299-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:21","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:21","slug":"03299-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03299-01\/","title":{"rendered":"Sonnenkollektor-Selbstbau-Station"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Jahres\u00fcbergang 1991\/92 wurde in Leipzig durch den Verein f\u00fcr \u00f6kologisches Bauen Leipzig e.V. der erste Selbstbaukurs zur Errichtung einer thermischen Solaranlage durchgef\u00fchrt. Die Zielstellung war die kosteng\u00fcnstige Errichtung einer Solaranlage f\u00fcr die Duschwassererw\u00e4rmung im kommunalen Schwimmbad Leipzig-Sch\u00f6nefeld unter aktiver Einbeziehung von Leipziger B\u00fcrgern. Dieser Workshop fand gro\u00dfe Beteiligung, so dass eine Nachfrage nach weiteren derartigen Workshops auch f\u00fcr private Solaranlagen aufkam. Hintergrund war die Kosteneinsparung durch den Selbstbau der Kollektoren. Solaranlagen galten damals in den neuen Bundesl\u00e4ndern als nahezu unerschwinglich. Aus diesem Grund bestand das Ziel des Projekts darin, mittels Sonnenkollektor-Selbstbaukursen deutlich g\u00fcnstigere und damit annehmbare Solaranlagen auf den Markt zu bringen. Im Rahmen dieser Kurse musste eine breite Weiterbildung \u00fcber die Nutzungsm\u00f6glichkeiten der Solarenergie einhergehen, um vorhandene Defizite zu beseitigen und einen nennenswerten und bezahlbaren Beitrag f\u00fcr die Verbesserung der Luftqualit\u00e4t und der Ressourcenschonung in einem belasteten Industriegebiet wie Halle-Leipzig zu leisten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Durchf\u00fchrung von Sonnenkollektor-Selbstbau-Kursen setzte die Schaffung einer daf\u00fcr notwendigen technischen Basis, die Errichtung einer Sonnenkollektor-Selbstbau-Station (SSS), voraus. Dazu wurde eine Werkstatt mit allen notwendigen Werkzeugen und Hilfsmitteln eingerichtet. Ein Materiallager mit Halbfertigteilen des Kollektors wurde notwendig, um im Fachhandel durch entsprechende St\u00fcckzahlen auch kosteng\u00fcnstig einkaufen zu k\u00f6nnen. Parallel zum Aufbau der SSS wurde an einer Publizierung des Vorhabens gearbeitet. Dazu geh\u00f6rten auch Schulungen, Weiterbildungen und Workshops. Von Anfang an existierte ein Musterkollektor in Originalgr\u00f6\u00dfe als Beratungs- und Ausstellungsst\u00fcck. Darauf aufbauend wurde eine Bauartzulassung eingeleitet. Etwa vier Monate nach Projektbeginn war die erste private Solaranlage durch das Projekt errichtet und in Betrieb genommen worden. Damit begann planm\u00e4\u00dfig die Durchf\u00fchrungsphase bis zum Ende der Projektlaufzeit. Um den Arbeitsgruppen nicht nur die Kollektoren anbieten zu k\u00f6nnen, wurde ihnen eine ingenieurm\u00e4\u00dfige Auslegung aller Anlagenkomponenten mitgegeben. Auf  Wunsch wurden diese Baugruppen vom Fachhandel beschafft. Bei Bedarf wurde auch praktische Unterst\u00fctzung beim Selbstbau  der gesamten Anlage vor Ort gegeben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Innerhalb von 3 Monaten (1.Projektphase) entstand planm\u00e4\u00dfig eine arbeitsf\u00e4hige Werkst\u00e4tte zur Herstellung von Flachkollektoren. In Anlehnung an die \u00f6sterreichischen Selbstbaugruppen wurde deren Selbstbaukollektor K16 entsprechend unseren Erfordernissen an Selbstbaufreundlichkeit (auch f\u00fcr Jugendliche), Variabilit\u00e4t, Material, Qualit\u00e4t und \u00c4sthetik zum Kollektor K16L weiterentwickelt. Den  Gro\u00dfstadtverh\u00e4ltnissen angepasst, war es notwendig, einen festen Standort aufzubauen, der als Basis auch f\u00fcr den Sonnenkollektor-Selbstbau au\u00dferhalb Leipzigs fungieren konnte. Alle Werkzeuge, auch die f\u00fcr die Absorberherstellung notwendigen, wie Biege-, L\u00f6ttisch und Material, sind  transportabel und somit ambulant anwendbar. Vorteilhaft f\u00fcr Flexibilit\u00e4t und Materialkosten erwies sich ein bescheidenes Materiallager mit allen Halbfertigteilen des Kollektors, das auch in der SSS untergebracht ist.<br \/>\nBereits 6 Monate nach Projektbeginn (2. Phase) existierte eine Best\u00e4tigung des j\u00e4hrlichen Kollektorertrages vom Institut f\u00fcr Solarenergieforschung GmbH Hameln\/Emmerthal. Damit war der Kollektor f\u00fcr den bundesweiten Nutzer f\u00f6rderf\u00e4hig. Nach anf\u00e4nglich nicht leichten Startbedingungen f\u00fcr die Vermarktung der Kollektoren verbesserte sich die Situation mit der Erweiterung des Serviceangebotes der SSS (Durchf\u00fchrung von Schulungen, exakte Auslegung der Solaranlage, Hilfe bei der F\u00f6rdermittelbeantragung, Empfehlung von Handwerksbetrieben u. a.). Innerhalb des F\u00f6rderzeitraumes wurden so ca. 300m\u00b2 Kollektorfl\u00e4che in der SSS hergestellt, installiert und als Solaranlage in Betrieb genommen. Das urspr\u00fcngliche Ziel eintausend  Quadratmeter Kollektorfl\u00e4chen zu bauen und zu installieren wurde damit nicht erreicht. Dieser Zielstellung lagen Erwartungen zugrunde, die auf Sch\u00e4tzungen einer Frankfurter (am Main) Selbstbaugruppe basierten. Entscheidender, die Sch\u00e4tzung beeinflussender Faktor, waren die wesentlich ung\u00fcnstigeren finanziellen Verh\u00e4ltnisse und damit das entsprechende Investitionsverhalten hier in der Region,  obwohl sich der Preis bei 300DM\/m\u00b2 Kollektorfl\u00e4che stabilisieren konnte und ein sehr gutes Preis-\/Leistungsverh\u00e4ltnis darstellt. Der Gro\u00dfteil der Anlagen wurden in Sachsen und Sachsen-Anhalt und nur einzelne in Bayern und im Saarland errichtet. Es kann durchgehend nach Aussage der Anwender eingesch\u00e4tzt werden, dass die durch dieses Projekt entstandenen Solaranlagen ohne dieses Projekt nicht entstanden w\u00e4ren. J\u00e4hrlich werden somit ca. 50 Tonnen CO2  und andere Luftschadstoffemissionen vermieden. Damit werden allein mit der bis jetzt durch das Projekt installierten Kollektorfl\u00e4che in den n\u00e4chsten 15 Jahren Umweltschadenskosten in H\u00f6he von ca. DM 300.000  vermieden. Dazu kommen noch weitere Anlagen, die durch das Projekt initiiert, aber durch andere Kollektoren, d.h. nicht im Rahmen des Projektes, umgesetzt wurden. Deren Umfang ist nur schwer absch\u00e4tzbar. Man kann davon ausgehen, dass im Projektzeitraum durch das Projekt ca. DM 350.000 bis DM 400.000 Investitionen im Umweltbereich ausgel\u00f6st wurden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Parallel zur technischen Entwicklung des Kollektors bis zur Produktionsreife  lebte das Projekt insbesondere von der \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Das Ziel, m\u00f6glichst viele Anlagen zu realisieren, setzte eine entsprechende Vermarktung voraus. Von Anfang an setzten wir dabei schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf die pers\u00f6nliche Pr\u00e4sentation des Kollektors, z.B. mit Schulungen und Workshops. Wir nutzten auch die M\u00f6glichkeit mit redaktionellen Artikeln in  Tageszeitungen, aber auch mit gezielt geschalteten Anzeigen in Wochenzeitungen und monatlich erscheinenden Fachzeitschriften, die regionalen Charakter besitzen. J\u00e4hrlich aktualisierten wir unsere Informations- und Pr\u00e4sentationsseiten im Handbuch Energie\/ Bau, einem Informations-Service f\u00fcr Energieeinsparung und Umweltschutz in Sachsen f\u00fcr \u00f6ffentliche Einrichtungen und private Interessenten. Nach einem Interview, das wir noch in der ersten Projektphase einem regionalen Radiosender gaben, schlossen sich im Laufe der Projektlaufzeit noch zwei Fernsehbeitr\u00e4ge vom MDR, ein Beitrag des WDR und ein Beitrag des ZDF an. Wir nutzten zur Pr\u00e4sentation unseres Projektes die j\u00e4hrlich veranstalteten Umweltmessen in Leipzig, Dresden, Halle und Merseburg. An kommunalen Ausstellungen, Umwelttagen und Pr\u00e4sentationen der Stadt Leipzig und seiner Umgebung waren wir pr\u00e4sent. Ein Schwerpunkt waren die j\u00e4hrlichen Energiesparwochen der Stadtwerke Leipzig. Wir bauten unsere flexible Werkstatt auf dem Marktplatz von Leipzig auf und produzierten 1995, 1996 und 1997 mehrere Tage hintereinander mit Sch\u00fclern und Lehrlingen Kollektoren f\u00fcr ihre Objekte. Zu allen Pr\u00e4sentationen wurden Informationsmaterialien kostenlos verteilt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die erzielten Ergebnisse zeigen die Anerkennung in der \u00d6ffentlichkeit, die die SSS inzwischen erreicht hat. Es entstand nicht nur die erste, sondern eine auch in Zukunft arbeitsf\u00e4hige und flexible Basis f\u00fcr den Kollektorbau in der Region Leipzig und dar\u00fcber hinaus eine Begegnungs-, Beratungs- und praktische Bildungsst\u00e4tte f\u00fcr die Nutzung der Solarenergie. Damit existiert zugleich auch ein geeigneter, flexibler und gut genutzter Anlaufpunkt f\u00fcr Sch\u00fcler und Jugendliche, die sich mit der Nutzbarmachung der Sonnenenergie vertraut machen wollen. Dieser manufakturartige Produktionsstandort wurde 1998 Vorbild f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere und station\u00e4re Produktionsst\u00e4tte von Sonnenkollektoren nach gleicher Bauart in Leipzig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Jahres\u00fcbergang 1991\/92 wurde in Leipzig durch den Verein f\u00fcr \u00f6kologisches Bauen Leipzig e.V. der erste Selbstbaukurs zur Errichtung einer thermischen Solaranlage durchgef\u00fchrt. Die Zielstellung war die kosteng\u00fcnstige Errichtung einer Solaranlage f\u00fcr die Duschwassererw\u00e4rmung im kommunalen Schwimmbad Leipzig-Sch\u00f6nefeld unter aktiver Einbeziehung von Leipziger B\u00fcrgern. 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