{"id":20139,"date":"2023-07-13T15:13:50","date_gmt":"2023-07-13T13:13:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10240-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:52","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:52","slug":"10240-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10240-01\/","title":{"rendered":"Brauchwassernutzung zur WC-Sp\u00fclung in Gastst\u00e4tten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Schonung der Trinkwasservorr\u00e4te durch Brauchwassernutzung. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer Verfahrensweise zur Nutzung des in Gastst\u00e4tten anfallenden Gl\u00e4sersp\u00fclwassers f\u00fcr die WC-Sp\u00fclung. Dabei soll einerseits gekl\u00e4rt werden, unter welchen Randbedingungen eine solche Anlage wirtschaftlich betrieben werden kann. Andererseits wird durch Wasserproben sichergestellt, da\u00df keine hygienischen Probleme auftreten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einer Gastst\u00e4tte wird eine Pilotanlage errichtet. W\u00e4hrend der Projektlaufzeit werden alle Anlagenteile wie z.B. Pumpe, Speicherbeh\u00e4lter, Filter, etc. auf ihre Eignung bez\u00fcglich Brauchwassernutzung getestet. Wartungs- und Reinigungsintervalle sollen ermittelt werden.<br \/>\nIn mehreren weiteren Gastst\u00e4tten werden Wasserz\u00e4hler installiert, um die anfallenden Wassermengen beim Gl\u00e4sersp\u00fclen und den WC-Sp\u00fclwasserbedarf zu ermitteln. Die dabei erfa\u00dften Werte dienen der Einsch\u00e4tzung, f\u00fcr welche Gastst\u00e4tten sich eine solche Anlage unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt.<br \/>\nUm sicherzustellen, da\u00df die Anlage hygienisch einwandfrei funktioniert, wird das Brauchwasser in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden untersucht. Erfa\u00dft werden folgende Parameter: Tr\u00fcbung, CSB- bzw. BSB-Wert und Keimbelastung. Ermittelt werden der Einflu\u00df der unterschiedlichen Teilstr\u00f6me des anfallenden Brauchwassers, der Einflu\u00df der Mengenverh\u00e4ltnisse (Brauchwasser zu Trinkwasser- nachspeisung), saisonale Schwankungen, \u00c4nderungen beim Getr\u00e4nkeumsatz der Gastst\u00e4tten, Temperatur und Verweildauer im Speicherbeh\u00e4lter.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Brauchwasser aus dem Thekenbereich von Gastst\u00e4tten setzt sich aus verschiedenenTeilstr\u00f6men mit unterschiedlichem Verschmutzungsgrad zusammen. Die Abwasserstr\u00f6me von Kaffeemaschine, Abtropfleiste und die Getr\u00e4nkereste sind organisch so hoch belastet, da\u00df Geruchsbeeintr\u00e4chtigungen auftreten, wenn sie nicht vom \u00fcbrigen Brauchwasser separiert werden. Bei der Benutzung von Haupt- und Klarsp\u00fclwasser kann sich nach l\u00e4ngerer Stillstandszeit ebenfalls unangenehmer Geruch einstellen, der aber nur schwach ausgepr\u00e4gt ist. Durch Lufteind\u00fcsung l\u00e4\u00dft sich dieser Geruch weitgehend beseitigen. Wird nur das Abwasser aus dem Klarsp\u00fclbecken f\u00fcr die Toilettensp\u00fclung benutzt, bleibt das Wasser unter den gegebenen Bedingungen in der Projektgastst\u00e4tte ohne Einsatz von weitergehenden technischen Ma\u00dfnahmen zur Wasserverbesserung geruchsfrei und klar.<br \/>\nBei den durch die Brauchwassernutzung m\u00f6glichen Trinkwassereinsparmengen ergeben sich je nach Gastst\u00e4ttentyp deutliche Schwankungen und saisonale Einfl\u00fcsse. Die Werte reichen von ca. 150 l bis 500 l pro Tag.<br \/>\nWas die Wirtschaftlichkeit einer Brauchwassernutzungsanlage in Gastst\u00e4tten betrifft, kann bei einer t\u00e4glichen Einsparmenge von 300 l und bei einem angenommenen Geb\u00fchrensatz f\u00fcr Wasser und Abwasser von zusammen 10 DM\/m\u00b3 mit einer Amortisationszeit von etwa 4 Jahren gerechnet werden, wenn die Einbindung der Toilettenanlage von der Leitungsf\u00fchrung her einfach durchzuf\u00fchren ist.<br \/>\nDie bakteriologischen Untersuchungen ergaben in den fr\u00fchen Morgenstunden aufgrund der l\u00e4ngeren Stillstandszeit \u00fcber Nacht die h\u00f6chsten Werte. Die Richtwerte der Badegew\u00e4sser-Richtlinie werden nur zum Teil eingehalten. E-coli und Salmonellen wurden in keiner Probe nachgewiesen. Andere F\u00e4kalkeime wurden nur gelegentlich nachgewiesen. Sie k\u00f6nnen sich offenbar nicht dauerhaft im Brauchwasser durchsetzen. Gleiches gilt f\u00fcr Staphylococcus aureus, der nur in einer Probe nachgewiesen werden konnte. Der einzige Krankheitserreger, der in drei Viertel der Proben gefunden wurde, ist Pseudomonas aeruginosa.<br \/>\nGrauwassernutzung wird bereits seit mehreren Jahren in einer Berliner Gastst\u00e4tte und in vielen privaten Haushalten erfolgreich praktiziert, wobei unterschiedliche Verfahrenskonzepte zum Einsatz kommen.<br \/>\nEine Gegen\u00fcberstellung der Keimbelastung in unserem Projekt mit der aus anderen Grauwasseranlagen und aus anderen Umweltbereichen l\u00e4\u00dft den Schlu\u00df zu, da\u00df eine gesundheitliche Beeintr\u00e4chtigung durch die Benutzung des Brauchwassers zur Toilettensp\u00fclung nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es ist geplant, zwei Patente f\u00fcr die Brauchwassernutzung anzumelden. Danach sollen die gewonnenen Erfahrungen vermarktet werden. Dazu erfolgt eine entsprechende Pressearbeit und die Information interessierter Kreise.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In Gastst\u00e4tten l\u00e4\u00dft sich durch die Benutzung von Gl\u00e4sersp\u00fclwasser zur Toilettensp\u00fclung eine deutliche Umweltentlastung erreichen, weil bei gutgehenden Gastst\u00e4tten bis zu 500 l Trinkwasser eingespart werden k\u00f6nnen. Bei einfacher Anschlu\u00dfm\u00f6glichkeit der Toiletten an die Brauchwassernutzungsanlage ist die Brauchwassernutzung auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten interessant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Schonung der Trinkwasservorr\u00e4te durch Brauchwassernutzung. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer Verfahrensweise zur Nutzung des in Gastst\u00e4tten anfallenden Gl\u00e4sersp\u00fclwassers f\u00fcr die WC-Sp\u00fclung. Dabei soll einerseits gekl\u00e4rt werden, unter welchen Randbedingungen eine solche Anlage wirtschaftlich betrieben werden kann. 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