{"id":20130,"date":"2023-07-13T15:09:11","date_gmt":"2023-07-13T13:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02990-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:11","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:11","slug":"02990-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02990-01\/","title":{"rendered":"Sanierungserkundung f\u00fcr Boden und Grundwasser auf dem Betriebsgel\u00e4nde der ehemaligen Ex-Leuchten GmbH Oberweimar"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Erarbeitung einer Strategie zur Sanierung von Boden und Grundwasser im Bereich der ehemaligen Galvanik eines Industriestandortes, dessen Errichtung in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts begann und schrittweise erweitert wurde. Dazu wurde ein Feuchtwiesengebiet in der Ilmaue bei Oberweimar aufgesch\u00fcttet und bebaut.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Sanierungsuntersuchung erstreckte sich auf Boden und Grundwasser. Nach der Ermittlung und Eingrenzung der Schadstoffschwerpunkte erfolgten Variantenvergleiche zur einzusetzenden Verfahrenstechnik.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Ergebnis der Untersuchungen wurden Kontaminationen des Galvanikgeb\u00e4udes, des Bodens und des Sicker- und Grundwassers ermittelt und r\u00e4umlich eingegrenzt. Eine Sanierung oder Sicherung dieser Bereiche wurde als notwendig erkannt, da der zu sanierende Bodenk\u00f6rper durch galvanik-spezifische Schwermetalle und Cyanide kontaminiert ist. Der zu sanierende Bodenk\u00f6rper ist ca. 0,5 &#8211; 1,5 m m\u00e4chtig und besteht aus aufgef\u00fcllten schluffig tonigen Sanden, darunter steht ein 1 &#8211; 6 m m\u00e4chtiger Aueton an. Die Schwermetalle im Bodenk\u00f6rper sind schwer eluierbar. Aufgrund der geringen Wasserdurchl\u00e4ssigkeit des unterliegenden Auelehms liegt der kontaminierte Bodenk\u00f6rper teilweise im LHKW-belasteten Stauwasser. Der obere Grundwasserleiter und das anstehende Stauwasser sind durch chlorierte Kohlenwasserstoffe (bis 0,18 mg\/l) verunreinigt. Die CKW-Konzentration wird haupts\u00e4chlich durch die Hauptkomponenten Trichlorethen und cis-Dichlorethen verursacht.<\/p>\n<p>1. F\u00fcr die Bodensanierung wurden verschiedene Varianten untersucht, verglichen und mit der Genehmigungsbeh\u00f6rde zur Genehmigungsf\u00e4higkeit der technischen L\u00f6sung und den voraussichtlichen Kosten abgestimmt. Folgende Varianten wurden verglichen:<br \/>\n&#8211; Immobilisierungsverfahren mit Wiedereinbau des Materials vor Ort<br \/>\nBewertung: wegen der Lage des Standortes im \u00dcberschwemmungsgebiet und des permanent im Bodenk\u00f6rper vorhandenen Stauwassers besteht die Gefahr der Auslaugung, es liegen hierzu keine Langzeiterfahrungen vor. Diese Variante wurde von der Genehmigungsbeh\u00f6rde abgelehnt.<br \/>\n&#8211; Bodenw\u00e4sche (on site, off site)<br \/>\nBewertung: m\u00f6gliche Variante, problematisch ist allerdings der hohe Feinkornanteil des vorliegenden Materials<br \/>\n&#8211; Deponierung:<br \/>\nAblagerung auf Sonderabfalldeponie &#8211; sehr kostenaufwendige Variante<br \/>\n&#8211; Bergwerksversatz:<br \/>\nBewertung: mit einem Gutachten zur Bergwerksvertr\u00e4glichkeit konnte f\u00fcr geeignete Bergwerke des Zust\u00e4ndigkeitsbereiches des Bergamtes Bad Langensalza der Nachweis der Einlagerungsf\u00e4higkeit des Materials erbracht werden.<\/p>\n<p>2. Grundwassersanierung: Rahmenbedingungen und Vorgaben<br \/>\n&#8211; Im Grundwasser wurden chlorierte Kohlenwasserstoffe in sanierungspflichtigen Konzentrationen gefunden. Die Hauptkomponenten der CKW sind Trichlorethen und cis-Dichlorethen. Zeitlich schwankend tritt zus\u00e4tzlich eine erh\u00f6hte Vinylchloridbelastung des Grundwassers auf.<br \/>\n&#8211; Als Sanierungszielwerte des gereinigten Grundwassers wurden festgelegt:<br \/>\n&#8211; Summe der halogenierten C1- und C2-Kohlenwasserstoffe              40 \u00b5g\/l<br \/>\n&#8211; Mineral\u00f6lkohlenwasserstoffe (H 18)                                                    1000 \u00b5g\/l<br \/>\n&#8211; F\u00fcr die von der Grundwasserreinigungsanlage ausgehenden gasf\u00f6rmigen Emissionen wurden ebenfalls Grenzwerte festgelegt.<br \/>\n&#8211; Aufgrund des vorgefundenen Schadensbildes und der hydrogeologischen Situation am Standort wurde eine Sanierung mit gleichzeitiger hydraulischen Sicherung konzipiert und auch genehmigt. Als Sanierungszeitraum sind vorerst 2 Jahre vorgesehen.<br \/>\n&#8211; Die hydraulische Sicherung soll durch eine konventionelle hydraulische Technik mittels Entnahmebrunnen und teilweiser Infiltration des gereinigten Grundwasser \u00fcber Infiltrationsbrunnen erfolgen.<br \/>\n&#8211; F\u00fcr die Grundwasserreinigung sind verschiedene Verfahren m\u00f6glich, sie sind in der Sanierungskonzeption dargestellt und durch die Obere Beh\u00f6rde genehmigt. Die Auswahl des anzuwendenden Verfahrens wird bestimmt von den technischen Sicherheiten zum erfolgreichen Betrieb der Anlage und den Kosten des Verfahrens.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die umfangreichen Altlastuntersuchungen konnte in einem fr\u00fcheren Feuchtwiesengebiet, das viele Jahre industriell genutzt wurde, der Hauptschadensherd lokalisiert werden und Methoden und Verfahren zur Sanierung von Boden und Grundwasser an diesem Standort vorgeschlagen und bis zur Genehmigungsreife gef\u00fchrt werden. Die Zielstellung der Stadt Weimar, dieses Gebiet umfassen zu renaturieren, wird durch diese Ma\u00dfnahme um einen wesentlichen Abschnitt bef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Erarbeitung einer Strategie zur Sanierung von Boden und Grundwasser im Bereich der ehemaligen Galvanik eines Industriestandortes, dessen Errichtung in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts begann und schrittweise erweitert wurde. Dazu wurde ein Feuchtwiesengebiet in der Ilmaue bei Oberweimar aufgesch\u00fcttet und bebaut. 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