{"id":20125,"date":"2023-07-13T15:11:06","date_gmt":"2023-07-13T13:11:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06051-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:09","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:09","slug":"06051-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06051-01\/","title":{"rendered":"Drehgestellverkleidungen an Schienenfahrzeugen zur Reduzierung der L\u00e4rmemissionen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In den neuen Bundesl\u00e4ndern sind in ca. 18 St\u00e4dten Stra\u00dfenbahnwagen des Typs TATRA im Einsatz. Diese haben noch eine Nutzungsdauer von etwa 16 bis 20 Jahren. Verglichen mit Stra\u00dfenbahnen in den alten Bundesl\u00e4ndern weisen diese Fahrzeuge einen technischen Stand auf, der in vielen Bereichen immer wieder zu erheblichen Schwierigkeiten f\u00fchrt. Ganz besonders trifft das auf die Schallabstrahlung der veralteten Fahrzeuge zu. Aus diesem Grunde ist die Zielsetzung des Projektes, eine Verkleidung  herzustellen, welche eine L\u00e4rmminderung von mindestens 3 dB(A) erbringt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm dieses Projekt bearbeiten zu k\u00f6nnen, wurden umfangreiche Untersuchungen bzw. Analysen durch-gef\u00fchrt. Dies begann mit der Einbeziehung von Fachkr\u00e4ften zur Ermittlung der Anzahl der Fahrzeugtypen in den neuen Bundesl\u00e4ndern, der Anzahl der davon im Einsatz befindlichen Fahrzeuge, der Anzahl der zur Modernisierung vorgesehenen Fahrzeuge sowie der Anzahl der Fahrzeuge, die nach der Modernisierung ausgesondert werden sollen.<br \/>\nAus dieser Statistik wurde ein Fahrzeugtyp ausgew\u00e4hlt, an dem diese L\u00e4rmschutzma\u00dfnahme erprobt werden sollte. An diesem Fahrzeug wurde eine umfangreiche Analyse \u00fcber die vorhandenen Schallabstrahlungen und Schwingungen durchgef\u00fchrt. Im Ergebnis dieser Analyse wurde eine Konstruktion erstellt, mit der diese Befindlichkeiten und die daraus resultierenden Bel\u00e4stigungen sinnvoll bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnen sowie die Anforderungen der Fahrzeugnutzer einbezieht. Nach den Vorgaben der Konstruktion wurde die L\u00e4rmschutzma\u00dfnahme hergestellt. Sie besteht aus einem fest am Fahrzeug montierten Stahlrahmen (GFK), welche mittels Schnellspannverschl\u00fcssen an diesem Rahmen befestigt ist.<br \/>\nNach Fertigstellung, Probefahrten und Abnahme der L\u00e4rmschutzhaube wurde eine L\u00e4rmminderungsmessung durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei der Bearbeitung des Projektes hat es sich als sinnvoll erwiesen, fachkompetente Personen mit einzubeziehen. Zur Marktanalyse der vorhandenen Fahrzeuge wurde ein Fachberater mit Kenntnissen \u00fcber Lieferlose und die Spezifika der unterschiedlichen Fahrzeugtypen hinzugezogen. Im Ergebnis lag eine \u00dcbersicht \u00fcber die nach Deutschland gelieferten Fahrzeuge vor.<br \/>\nNach der Auswahl des Fahrzeuges, an dem die L\u00e4rmschutzhaube erprobt werden sollte, wurde mit einem auf Schall- und Schwingungsmessungen spezialisierten Ingenieurb\u00fcro dieses Fahrzeug genauestens untersucht und gemessen. Es zeigte sich, da\u00df beim Fahrzeug enorme Beschleunigungs- spitzen auftraten, die die Anforderungen an die Konstruktion auf ein sehr anspruchsvolles Niveau gehoben haben.<br \/>\nDie Messungen wurden an einem zur Verf\u00fcgung gestellten Fahrzeug auf einer gesonderten Me\u00dfstrecke durchgef\u00fchrt und aufgezeichnet. Der Ergebnisbericht dieser Messung wurde in das Pflichtenheft f\u00fcr die Konstruktion als Grundforderung eingearbeitet.<br \/>\nDa sich die Fahrzeuge im \u00f6ffentlichen Verkehrsraum bewegen, war die Sicherheit die wichtigste Anforderung an die Konstruktion. Weiterhin waren die Befindlichkeiten der Nutzer und Instandhalter (schnelle De- und Montage) zu beachten und es sollte nat\u00fcrlich ein Maximum an L\u00e4rmd\u00e4mmung erreicht werden.<br \/>\nAls problematisch stellte sich die Gestaltung der Konstruktion dar, da sich bei diesen Fahrzeugen aufgrund der geringen Differenz von Wagenkastenbreite und Spurbreite spezielle Forderungen ergeben.<\/p>\n<p>Die durch den Konstruktionspartner vorgestellte konstruktive L\u00f6sung, die mittels CAD-System umgesetzt wurde, konnte als erfolgversprechend bewertet werden. Nun konnte ein Fertigungsunternehmen damit beauftragt werden, einen Teil der Konstruktion, \u00e4hnlich dem Stahlbau, umzusetzen.<\/p>\n<p>Den zweiten Teil der Fertigung, der die Herstellung der L\u00e4rmschutzhaube aus glasfaserverst\u00e4rktem Kunststoff beinhaltete, wurde durch ein weiteres Unternehmen \u00fcbernommen.<br \/>\nDer Musteranbau zeigte, da\u00df alle Anforderungen beachtet worden sind, und es konnte eine Probefahrt absolviert werden.<\/p>\n<p>Eine vergleichende Messung mit und ohne L\u00e4rmschutzma\u00dfnahme an einem Fahrzeug wies eine Differenz von 2 dB(A) aus. Dieses Ergebnis ist im Bereich der Schienenfahrzeuge gut und kann als Erfolg des Projektes gewertet werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Ergebnis wurde in Form eines Workshops ver\u00f6ffentlicht und an die Nahverkehrsbetriebe, die diesen Fahrzeugtyp einsetzen, weitergetragen.<br \/>\nNach Abschlu\u00df des Workshops gab es weitere Interessenten. Mit diesen wurde im Detail besprochen, wie eine L\u00e4rmschutzma\u00dfnahme an ihren Fahrzeugen konstruktiv zum Tragen kommen kann. Erg\u00e4nzend hierzu wurde ein Faltblatt erstellt, in dem die L\u00e4rmschutzma\u00dfnahme vorgestellt wird.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Fazit des Projektes ist, da\u00df es sinnvoll ist, die L\u00e4rmschutzma\u00dfnahme direkt am Fahrzeug anzubauen und mobil wirken zu lassen. Im Vergleich zu station\u00e4ren Anlagen (L\u00e4rmschutzw\u00e4nden) ist die L\u00e4rmschutzma\u00dfnahme am Fahrzeug zudem um einiges kosteng\u00fcnstiger. Es hat sich au\u00dferdem gezeigt,<br \/>\nda\u00df diese L\u00e4rmschutzma\u00dfnahme \u00f6ffentlichkeitswirksam ist und auch aus diesem Grunde positiv bewertet wurde.<br \/>\nDer \u00fcber 12 Monate durchgef\u00fchrte Dauerbetrieb des Fahrzeuges zeigte, da\u00df f\u00fcr einen Serieneinsatz geringf\u00fcgige Verbesserungen der Konstruktion notwendig sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In den neuen Bundesl\u00e4ndern sind in ca. 18 St\u00e4dten Stra\u00dfenbahnwagen des Typs TATRA im Einsatz. Diese haben noch eine Nutzungsdauer von etwa 16 bis 20 Jahren. Verglichen mit Stra\u00dfenbahnen in den alten Bundesl\u00e4ndern weisen diese Fahrzeuge einen technischen Stand auf, der in vielen Bereichen immer wieder zu erheblichen Schwierigkeiten f\u00fchrt. 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