{"id":20112,"date":"2023-07-13T15:11:58","date_gmt":"2023-07-13T13:11:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07315-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:59","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:59","slug":"07315-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07315-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines neuartigen Extrusionsverfahrens zur Herstellung von Pellets zur tierschutzgerechten Kontrolle der Stadttaubenpopulation"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die hohe Anzahl von Tauben in den St\u00e4dten verursacht durch den ausgeschiedenen Kot und dem Nestbau an und in Geb\u00e4uden gro\u00dfe Sch\u00e4den. Es sind hohe finanzielle Aufwendungen notwendig, um Geb\u00e4ude, Fu\u00dfwege und Pl\u00e4tze vom st\u00e4ndig ausgeschiedenen Kot zu s\u00e4ubern und Tauben von Geb\u00e4uden fernzuhalten.<br \/>\nZiel des Projekts ist es, Pellets zur wirksamen und tierschutzgerechten Kontrolle der Stadttauben zu entwickeln. Diese Pellets sollen von den Tauben aufgepickt werden und als Depotsystem die Fortpflanzung hemmenden Wirkstoffe \u00fcber ca. 3 Monate freisetzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn vorhergehenden Untersuchungen wurde der Nachweis erbracht, dass Polymethylmethacrylat die geeignete Matrix darstellt, im Taubenmagen \u00fcber einen Zeitraum von ca. 3 Monaten zu verweilen und langsam durch die zermahlenden Kr\u00e4fte des Magens zerrieben zu werden. W\u00e4hrend des Zermahlprozesses werden dann die eingebetteten Wirkstoffe (Hormone) freigesetzt. Der freigesetzte Wirkstofflevel ist so bemessen, dass \u00fcber den gesamten Zeitraum eine Fortpflanzungshemmung erfolgt.<br \/>\nF\u00fcr die Herstellung gr\u00f6\u00dferer Mengen Pellets, im 50 kg-Ma\u00dfstab, war eine andere als die im Labor angewandte Technologie notwendig. Als m\u00f6gliches Herstellungsverfahren wurde im ersten Schritt dieses Projekts in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kunststoffinstitut in Darmstadt ein Extrusionsverfahren entwickelt. Ausgehend von dem Polymethylmethacrylat (Plex 6612-F, medical grade) wurden Extruderbedingungen erarbeitet, nach denen Pellets geeigneter Gr\u00f6\u00dfe hergestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die gewonnenen Erkenntnisse wurden im Institut f\u00fcr Getreideverarbeitung in Bergholz-Rehbr\u00fccke mit einem f\u00fcr die Herstellung im gew\u00fcnschten Ma\u00dfstab geeigneten Extruder verifiziert.<br \/>\nEs konnten in diesem zweiten Schritt des Projekts Bedingungen erarbeitet werden, nach denen im 50 kg-Ma\u00dfstab Pellets mit hoher Gewichts- und Formhomogenit\u00e4t hergestellt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nIm dritten Schritt wurden in einem pharmazeutischen Unternehmen (GEHE Produktionsgesellschaft mbH &#038; Co. KG, Weimar) mit Wirkstoff dotierte Pellets hergestellt. Hier wurden insbesondere die Bedingungen erarbeitet, die eine den Anforderungen an ein Tierarzneimittel entsprechende Qualit\u00e4t gen\u00fcgen. Es wurden homogene Mischungen, bestehend aus dem Polymethacrylatpulver und den pulverf\u00f6rmigen Hormonen hergestellt. Die Homogenit\u00e4t der Mischung wurde nachgewiesen.<br \/>\nDie hergestellte Mischung wurde mittels des speziell f\u00fcr diese Pelletherstellung umgebauten Extruders zu Pellets verarbeitet.<br \/>\nDie Herstellung erfolgte in 3 Pilotchargen, 2 Chargen \u00e0 20 kg und 1 Charge \u00e0 10 kg.<br \/>\nDie Polymethylmethacrylat-Pellets werden in dieser Form von den Tauben nicht aufgepickt. Es wurde eine Umh\u00fcllung entwickelt, die von der Farbe, der Form und der Konsistenz (Weichheit) den Tauben ein verwertbares Futter signalisiert.<br \/>\nDamit sind alle Voraussetzungen daf\u00fcr geschaffen, Pellets f\u00fcr die Fortpflanzungshemmung der Stadttaubenpopulation im Feldversuch einzusetzen.<br \/>\nEs sind analytische Verfahren entwickelt worden, die zur Bestimmung der Qualit\u00e4t der hergestellten Pellets geeignet sind. Auf Grund der Neuheit dieses Produkts wurden in Anlehnung an bekannte analyti-sche Methoden (HPLC) die spezifischen Methoden entwickelt und validiert .<br \/>\nDie Ergebnisse dieser Untersuchungen sowie alle anderen Ergebnisse aus den klinischen Untersuchungen, den Versuchen am Zieltier (Feldversuch), den Unterlagen zu den verwendeten Roh- und Hilfsstoffen und sonstige Unterlagen sind Bestandteile eines vorliegenden Zulassungsdossiers, das im Juni 1997 beim Bundesinstitut f. ges. Verbraucherschutz und Veterin\u00e4rmedizin eingereicht wurde.<br \/>\nEine Verbesserung des Extrusionsverfahrens hinsichtlich der Formgebung der Pellets und damit verbunden eine h\u00f6here Gewichtshomogenit\u00e4t ist geplant.<br \/>\nDie hergestellten Pellets werden in den St\u00e4dten Hannover, Berlin, Hagen und G\u00f6ttingen im Feldversuch getestet. Die vorliegenden Ergebnisse aus den St\u00e4dten Hannover, Berlin und Hagen belegen die hohe Wirksamkeit dieser Methode zur Reduzierung der Stadttaubenpopulation.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Taubenpille ist in verschiedenen Zeitungen, im Rundfunk und auch im Fernsehen der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt worden. Sie hat inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht und wird \u00fcberwiegend als eine tierschutzgerechte Methode zur Taubenreduzierung akzeptiert.<br \/>\nWeitere Ver\u00f6ffentlichungen, insbesondere nach der Zulassung als Tierarzneimittel, sind geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt konnte durch die finanzielle F\u00f6rderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Die Vorgehensweise hat sich unter den gegebenen Bedingungen bew\u00e4hrt. Es sind alle Ziele erreicht worden, die im Zeitplan vorgesehen waren. Es wurde ein weiterer, nicht geplanter Entwicklungsschritt, die Umh\u00fcllung mit einer geeigneten Deckschicht, getan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die hohe Anzahl von Tauben in den St\u00e4dten verursacht durch den ausgeschiedenen Kot und dem Nestbau an und in Geb\u00e4uden gro\u00dfe Sch\u00e4den. Es sind hohe finanzielle Aufwendungen notwendig, um Geb\u00e4ude, Fu\u00dfwege und Pl\u00e4tze vom st\u00e4ndig ausgeschiedenen Kot zu s\u00e4ubern und Tauben von Geb\u00e4uden fernzuhalten. 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