{"id":20095,"date":"2023-07-13T15:11:37","date_gmt":"2023-07-13T13:11:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06779-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:39","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:39","slug":"06779-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06779-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer Abwasseraufbereitungsanlage zur Behandlung von Abwasser aus W\u00e4schereien"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Entwicklung einer modular aufgebauten Abwasseraufbereitungsanlage f\u00fcr Abwasser aus W\u00e4schereien. Schwerpunkte des Projektes: Recycling des Abwassers zum Wiedereinsatz als Brauchwasser getrennt nach Waschwasserkreislauf (R\u00fcckgewinnung waschaktiver Substanzen) und Sp\u00fclwasserkreislauf (vollst\u00e4ndige Aufbereitung). Ziel der Entwicklung ist die Einsparung von Waschmitteln durch entsprechende R\u00fcckgewinnung, die Reduzierung  der Einleitung von waschmittelhaltigem Abwasser und die Aufbereitung des Abwassers nur physikalisch ohne chemische Zus\u00e4tze.<br \/>\nAls Filterelement kamen Mikro-Crossflow-Filtrationsanlagen mit periodischer R\u00fccksp\u00fclung zum Einsatz. Es sollte eine Anlage speziell f\u00fcr den Einsatz in W\u00e4schereien entwickelt werden, die den gesetzlichen Anforderungen entspricht und durch die neue Verfahrenstechnik m\u00f6glichst wirtschaftlich arbeitet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm in den W\u00e4schereien direkt entsprechende Vorversuche durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen, wurde eine Laboranlage mit auswechselbaren Filtermodulen entwickelt und gebaut. Es wurde eine Versuchsreihe mit Abwasser aus verschiedenen W\u00e4schereien und  allen in der Praxis vorkommenden W\u00e4schearten durchgef\u00fchrt (Wei\u00dfw\u00e4sche, Objektw\u00e4sche, Buntw\u00e4sche, Berufsw\u00e4sche, Blauzeug, Putzt\u00fccher, Fu\u00dfmatten und Krankenhausw\u00e4sche).<br \/>\nF\u00fcr jeden Teilstrom (Vorw\u00e4sche, Hauptw\u00e4sche, Sp\u00fclen) wurde das Rohabwasser analysiert. Anschlie\u00dfend wurde das Abwasser in der Laboranlage mit verschiedenen Filtermodulen nach dem Crossflow-Verfahren filtriert. Hierbei kamen folgende Membranen zum Einsatz:<br \/>\n   a) PP-Membranen, Porengr\u00f6\u00dfe 0,1 bis 0,4 \u00b5;<br \/>\n   b) SPES-Membranen, Porengr\u00f6\u00dfe 0,2 bis 0,5 \u00b5;<br \/>\n   c) Keramik-Elemente, Alpha- Aluminiumoxyd-Keramik.<br \/>\nDie Analyse des Permeats wurde photometrisch im eigenen Labor durchgef\u00fchrt und war die Basis f\u00fcr den nachfolgenden Pilotversuch, der \u00fcber einen Zeitraum von 2 Monaten mit Abwasser aus einer W\u00e4scherei mit den oben angef\u00fchrten W\u00e4schearten durchgef\u00fchrt wurde. Auch hier wurden laufende Analysen zur Auswertung des Versuchs und zur Optimierung der Anlage durchgef\u00fchrt. Das Ergebnis dieser Pilotphase war die Grundlage f\u00fcr die Entwicklung einer Abwasseraufbereitungsanlage mit allen Modulen zur Vorreinigung und Nachbehandlung des Restabwassers.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die durchgef\u00fchrten Versuche haben gezeigt, da\u00df der Einsatz vom Mikro-Crossflow-Verfahren zur Reinigung von Abwasser aus W\u00e4schereien grunds\u00e4tzlich ausreicht, um eine Abwasserqualit\u00e4t zu erzeugen, die den heutigen gesetzlichen Anforderungen entspricht. Ziel der Untersuchung war u. a. die Ermittlung der unterschiedlichen Wirkungsweisen verschiedener Filtermodule (PP, SPES, Keramik). Alle Module erreichten die erwarteten Anforderungen. F\u00fcr den praktischen Einsatz ist es sinnvoll, ein m\u00f6glichst preiswertes Filterelement verf\u00fcgbar zu haben, das universell bei allen vorkommenden Waschverfahren einsetzbar ist. Hier zeigt das PP-Modul besondere Vorteile: preiswert in der Anschaffung, bruchfest, leicht r\u00fccksp\u00fclbar und zu reinigen. Obwohl dieses Material laut Herstellerangaben nicht gegen freies Chlor resistent ist, konnte auch bei l\u00e4ngeren Versuchen mit chlorhaltigem Abwasser aus der Krankenhausw\u00e4sche keine Ver\u00e4nderung des Materials festgestellt werden. Vermutlich ist hier die Konzentration des Chlors zu gering, um einen Einflu\u00df auf die Beschaffenheit des Materials nehmen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nF\u00fcr die Ermittlung der optimalen Reinigungsleistung wurden die Filtermodule mit unterschiedlichen Dr\u00fccken beaufschlagt und mit verschiedenen \u00dcberstr\u00f6mgeschwindigkeiten angefahren. F\u00fcr den praktischen Einsatz ist eine besondere Behandlung der Module nicht erforderlich. Lediglich bei l\u00e4ngerem Stillstand der Anlage ohne vorherige Reinigung bzw. ohne Auff\u00fcllung mit Frischwasser trockneten die Module aus und erreichten erst nach einer unterschiedlichen Anlaufzeit wieder ihre volle Leistung. Es ist zu empfehlen, vor Wiederinbetriebnahme der Anlage die Module mit einer Kochsalzl\u00f6sung oder verd\u00fcnnter S\u00e4ure zu sp\u00fclen, um eine optimale Funktion zu erzielen.<br \/>\nEine grunds\u00e4tzliche Trennung der Abwasserteilstr\u00f6me ist unbedingt zu empfehlen. Abwasser aus dem Bereich Vorw\u00e4sche und Hauptw\u00e4sche kann zusammen behandelt werden. Hier ist eine R\u00fcckgewinnung \u00fcbersch\u00fcssiger waschaktiver Substanzen (ca. 15%) m\u00f6glich und f\u00fchrt zu einer Einsparung von Waschmitteln, wenn dieses Filtrat f\u00fcr die Vorw\u00e4sche erneut zum Einsatz kommt. Aus dem Sp\u00fclwasser ist durch die Mikro-Crossflow-Filtration ein relativ sauberes Brauchwasser entstanden, welches Restmengen an waschaktiven Substanzen enth\u00e4lt. Dieses Wasser kann auf jeden Fall f\u00fcr Vor- und Hauptw\u00e4sche wieder zum Einsatz kommen. Dieses sollte m\u00f6glichst schnell und ohne lange Zwischenpufferung geschehen. Die Abwassertemperatur von ca. 400C reduziert die Energiekosten bei der Waschwasseraufheizung. Eine W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung ist nicht wirtschaftlich, da in einer W\u00e4scherei normalerweise zuviel W\u00e4rme vorhanden ist und kaum Bedarf f\u00fcr zus\u00e4tzliche W\u00e4rme besteht.<br \/>\nF\u00fcr eine Einleitung von W\u00e4schereiabwasser ist k\u00fcnftig eine Nachbehandlung sinnvoll und wahrscheinlich in vielen F\u00e4llen erforderlich. Hier ist heute eine einfache Neutralisation ausreichend. Der Bedarf an Neutralisations-Chemikalien ist allerdings durch die Reduzierung des Gesamtabwassers um bis zu 90% entsprechend verringert. Eine Neutralisation mit Rauchgas aus der Dampf-Produktion in vielen W\u00e4schereien ist ebenfalls eine sinnvolle Alternative (CO2-Reduzierung). Dieses kann durch direkte Einspeisung in die Mikro-Crossflow-Module geschehen, da hier eine gute Vermischung von Gas und Wasser erreicht werden kann.<br \/>\nMit den Mikro-Crossflow-Verfahren kann die Abwassermenge &#8211; je kg W\u00e4sche &#8211; wie folgt reduziert werden: Bei Waschtechnik mit bereits integrierter R\u00fcckgewinnung ist eine Abwasserreduzierung von durchschnittlich ca. 8 Litern auf bis zu 2 Liter m\u00f6glich. Bei Waschtechnik ohne integrierte R\u00fcckgewinnung ist eine Reduzierung des Abwassers von durchschnittlich ca. 18 Litern auf ebenfalls ca. 2 Liter m\u00f6glich. Die Restmengen bestehen zu ca. 90% aus Wasser, das direkt in den Kanal geleitet werden kann und zu ca. 10% aus Schlammkonzentrat, das zu entsorgen ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>F\u00fcr die Pr\u00e4sentation in Firmen und Medien wurden Unterlagen erstellt. Durch Vortr\u00e4ge bei der WfK (W\u00e4schereiforschung Krefeld) bei Waschmittelherstellern und \u00fcber die Innungen sollen die neuen Erkenntnisse an die spezielle Kundengruppe weitergegeben werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die Untersuchungen wurde best\u00e4tigt, da\u00df es heute m\u00f6glich ist, speziell f\u00fcr W\u00e4schereien eine optimierte Technik zur Abwasseraufbereitung zu liefern, deren Funktion den heutigen gesetzlichen Anforderungen voll entspricht und durch Zusatzmodule leicht neuen Anforderungen angepa\u00dft werden kann. Die Investitionskosten f\u00fcr solch eine Anlage liegen deutlich unter den heute \u00fcblichen Kosten markt- etablierter Filtrationstechnik und sind somit erheblich wirtschaftlicher als bisher nutzbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Entwicklung einer modular aufgebauten Abwasseraufbereitungsanlage f\u00fcr Abwasser aus W\u00e4schereien. Schwerpunkte des Projektes: Recycling des Abwassers zum Wiedereinsatz als Brauchwasser getrennt nach Waschwasserkreislauf (R\u00fcckgewinnung waschaktiver Substanzen) und Sp\u00fclwasserkreislauf (vollst\u00e4ndige Aufbereitung). 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