{"id":20082,"date":"2023-07-13T15:11:45","date_gmt":"2023-07-13T13:11:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06936-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:45","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:45","slug":"06936-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06936-01\/","title":{"rendered":"Tiefenprofile von chlorierten Kohlenwasserstoffen unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Dioxine in subhydrischen B\u00f6den der Bundesrepublik Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen von Monitoringaufgaben und Routineanalysen sind Sedimentanalysen hinsichtlich Standardparametern erforderlich. Da nicht alle Parameter an s\u00e4mtlichen Proben bis in den pr\u00e4industriellen Background analysiert werden k\u00f6nnen und m\u00fcssen, sollte f\u00fcr Monitoringprogramme aus Gr\u00fcnden der Kostenersparnis in Abh\u00e4ngigkeit von geogen-sedimentologischen Gegebenheiten und der jeweiligen Fragestellung ein gestaffeltes Mindestuntersuchungsprogramm f\u00fcr organische Umweltchemikalien erarbeitet werden, das im Baukastenprinzip erweitert werden kann. Als Ziel des Projektes sollte nach Diskussion des methodisch-analytischen Konzeptes unter Einbeziehung von \u00f6kotoxikologischen Tests eine konkrete Handlungsanleitung zur Analyse von Gew\u00e4ssern anhand der Sedimente erarbeitet werden, die damit betrauten Institutionen ein abgestuftes Verfahren vorschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen des Forschungsprojektes wurden an 5 Probennahmelokalit\u00e4ten unterschiedlicher Kontaminationslevel und geochemischer Charakteristika mittels methodischen Vergleichs die Kontaminations-historie der PCDD\/F, PCB, selektierter persistenter Pestide (DDX, HCH, HCB) und PAH analysiert. Zus\u00e4tzlich wurden an Sedimentparametern der Wassergehalt, die Trockensubstanz, der organische und anorganische Kohlenstoffgehalt, der Schwefel- und Phosphorgehalt und teilweise mittels Pb-210 und Cs-137 die Sedimentationsrate bestimmt. An Spurenmetallen wurden Cd, Pb, Zn, Cu, Cr sowie die Metalle Fe und Mn erfa\u00dft.<br \/>\nDie Probennahmelokalit\u00e4ten sind: das Arkonabecken; der Bugsinsee; der Quenzsee in Brandenburg; der Teltowkanal bei Berlin-Chemie; der Wei\u00dfe See in Berlin. Die Sedimente wurden mittels feinstratigraphischer Bohrverfahren sedimentologisch aufgenommen und teufengerecht an selektierten Abschnitten analysiert.<br \/>\nModellhaft wurden am Wei\u00dfen See in der 2. Phase Kurzkerne, inklusive Porenwasser und Benthalwasser, die Wasserphase und die Wasser\/Luft-Grenzschicht, die Bioverf\u00fcgbarkeit nach Ingestion und die Desorption durch sequentielle Eluation ermittelt.<br \/>\nAuf der Basis der Erfahrungen des Projektes wurde ein methodisches Konzept zur Analysenstrategie unterschiedlich durch organische Umweltchemikalien kontaminierte Sedimente erstellt, das ein abgestuftes Vorgehen bei der Analyse erlaubt und im Rahmen eines Expertengespr\u00e4ches diskutiert wurde.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Aufbauend auf den Kontaminationshistorien wird folgendes stufenweises Vorgehen f\u00fcr organische Umweltchemikalien empfohlen:<br \/>\nIn einer ersten Phase sollen nur PAH, PCB, DDD und DDE analysiert werden, denen sich je nach Kontaminationslevel in einer zweiten Phase DDT, HCB und PCDD\/F anschlie\u00dfen sollten.<br \/>\nHCHs sollten nur in Verdachtsmomenten analysiert werden, da sie sich als kaum relevant au\u00dferhalb des Einflu\u00dfbereiches der Elbe erwiesen und wegen der niedrigen LogKow-Werte durch eine geringe Sorption an Sedimenten und Schwebstoffen charakterisiert sind.<br \/>\nEine Erfassung der DDT-Metaboliten DDMU (aus DDE), DDMS (aus DDD) und DDCN ist zur Beobachtung der DDT-Altlast sinnvoll.<br \/>\nChlordan, Heptachlor, Heptachlorepoxid, Aldrin, Dieldrin, Endrin, Ketoendrin, a-, \u00df-Endosulfan, Endosulfansulfat, Toxaphen und Hexachlorbutadien wurden in \u00dcbereinstimmung mit G\u00f6tz et al. 1990, Maa\u00df et al. 1997, Franke et al. 1995 und Schwarzbauer 1997 nicht detektiert oder ausnahmsweise nahe der Nachweisgrenze analysiert &#8211; sie besitzen keine Relevanz.<\/p>\n<p>Als Beprobungstiefe wird in Kenntnis der Kontaminationslevel folgendes Raster vorgeschlagen:<\/p>\n<p>\u00b7 In Backgroundgebieten (Arkonabecken oder Bugsinsee) 0 &#8211; 20 cm<br \/>\n\u00b7 In urban-industriellen Arealen ohne Informationen \u00fcber die Kontaminatinoshistorie (Wei\u00dfer See und Teltowkanal) 0 &#8211; 100 cm<br \/>\n\u00b7 In urban-industriellen Arealen mit Informationen \u00fcber die Kontaminatinoshistorie bis in den Zeitraum von 1900 (Quenzsee) 0 &#8211; > 200 cm<\/p>\n<p>Das Bewertungschema der ARGE-ELBE f\u00fcr organische Umweltchemikalien wurde an nicht-elbebeeinflu\u00dfte Gew\u00e4sser nach Literaturrecherche adaptiert.<br \/>\nDie Erfassung der Spurenmetalle, der Toxizit\u00e4t und gegebenenfalls der Bioverf\u00fcgbarkeit wird in die Handlungsanleitung zur Analyse von Gew\u00e4ssern anhand der Sedimente einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Pr\u00e4sentation des Analysenchemas auf der GUG-Tagung in Hannover 1998; Expertengespr\u00e4ch im November 1998 zur Vorstellung der Ergebnisse vor Vertretern des UBA und des Senates von Berlin zur Erarbeitung einer Handlungsanleitung zur Analyse von Gew\u00e4ssern anhand der Sedimente; Pr\u00e4sentation der Resultate zum Wei\u00dfen See auf der GUG-Tagung in G\u00f6ttingen 1999; Pr\u00e4sentation der PCDD\/F-Resultate auf der Dioxin \u00b499 in Venedig und Publikation in einer Fachzeitschrift; Publikation des Projekt-endberichtes auf der Homepage der Arbeitsgruppe.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die angestrebten Ziele sind im Rahmen des Projektes weitgehend erf\u00fcllt worden. Um eine h\u00f6here zeitliche Aufl\u00f6sung der Datierung zu gewinnen, ist entsprechend der Sedimentationsbedingungen eine gr\u00f6\u00dfe-re Anzahl an Proben zu bearbeiten. Empfohlen werden mindestens 15 &#8211; 20 Proben pro Kern.<br \/>\nDas methodisch-analytische Konzept ist nach Implementierung der Spurenmetalle, \u00f6kotoxikologischer Tests und \u00f6kologischer Parameter als Handlungsanleitung an Gew\u00e4ssern unterschiedlicher Kontaminationsgrade zu testen.<br \/>\nDer Wei\u00dfe See wird, wie vom SenSUT-Berlin signalisiert, im Rahmen eines Monitoringprogrammes weiter analysiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen von Monitoringaufgaben und Routineanalysen sind Sedimentanalysen hinsichtlich Standardparametern erforderlich. 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