{"id":20052,"date":"2023-07-13T15:10:55","date_gmt":"2023-07-13T13:10:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05795-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:57","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:57","slug":"05795-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05795-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Bau einer gleisunabh\u00e4ngigen selbstfahrenden Hochdrucksp\u00fcleinrichtung mit Wasserrecycling zum Reinigen von Entw\u00e4sserungssystemen im Tunnel- und Bahnstreckenbereich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Drainagerohre in Tunnelbauwerken, wie beispielsweise der Deutschen Bahn AG, m\u00fcssen von Zeit zu Zeit von hartn\u00e4ckigen Ablagerungen mineralischer Art befreit werden, um die Wirksamkeit der Tunnelentw\u00e4sserung sicherzustellen. Bisher waren derartige Rohrreinigungsarbeiten mit gro\u00dfen Nachteilen verbunden, wie: Gleisbelegung, hoher Personaleinsatz und gro\u00dfer Wasser- und Energieverbrauch.<br \/>\nVor diesem Hintergrund sollte ein neuartiges Saug- und Sp\u00fclfahrzeug ent-wickelt werden, das selbstfahrend ist, gleisunabh\u00e4ngig sp\u00fclt, Sp\u00fclwasser absaugt und mittels Wasserr\u00fcckgewinnung die Frischwassermenge sowie den Energiebedarf (Elektrizit\u00e4t, Dieselkraftstoff) drastisch reduziert. Gegen-\u00fcber herk\u00f6mmlichen Verfahren soll die Effizienz des Ger\u00e4tes gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Sp\u00fclverfahren um den Faktor 5-7erh\u00f6ht werden. Dieses soll zu Kosteneinsparungen von 5 bis 6 TDM pro Arbeitstag f\u00fchren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Entwicklung der selbstfahrenden Arbeitsmaschine erfolgte in verschiedenen Arbeitspaketen. Zuerst wurde eine Machbarkeitstudie erstellt und die erforderlichen Maschinenkomponenten ausgew\u00e4hlt. Diese mu\u00dften gr\u00f6\u00dftenteils modifiziert werden, so da\u00df sie den Anforderungen gen\u00fcgten. Aus Gewichts- und Platzgr\u00fcnden waren Sonderkonstruktionen, wie Brauchwasser-R\u00fcckgewinnungsanlage, Pumpenaggregate und Fahrwerkskonstruktionen erforderlich. Diese Arbeiten erfolgten gemeinsam mit einem Konstruktionsb\u00fcro, spezialisierten Ingenieurb\u00fcros und der Werkstatt der Firma Haas. Kaufteile, wie die TV-Anlage zur Fernauge\u00fcberwachung, mu\u00dften in das System integriert werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das entwickelte Sp\u00fcl- und Saugfahrzeug wird direkt auf dem Randweg der Tunnels eingesetzt. Die Konstruktionsbreite und -l\u00e4nge des Sp\u00fclfahrzeuges richtete sich nach der vorgegebenen lichten Weite des technischen Nutzraumes in den Tunnels. Das neue Sp\u00fclfahrzeug ist mit einer Geschwindigkeit von 1O km\/h selbstfahrend.<br \/>\nMit den technischen Einrichtungen k\u00f6nnen alle Drainagekan\u00e4le gesp\u00fclt und abgesaugt werden. Mit Hilfe neuartiger, speziell entwickelter Wasserwerkzeuge ist es m\u00f6glich, totale Rohrverschl\u00fcsse und besonders hartn\u00e4ckige Ablagerungen in Rohren r\u00fcckstandsfrei und ohne Sch\u00e4den zu beseitigen. Die Wasserr\u00fcckgewinnungsanlage fa\u00dft 3,5 m3. Diese Wassermenge reicht als Sp\u00fclwasser pro Schicht aus.<br \/>\nF\u00fcr die Arbeiten wird ein schadstoffarmer Dieselmotor mit Ru\u00dffilter eingesetzt. Bei der Ausr\u00fcstung der Arbeitsmaschine waren besonders hohe Anforderungen an die TV-Kameratechnik zu erf\u00fcllen. Diese mu\u00dfte in der Lage sein, auch die Ulmenleitungen (kleine Drainageverzweigungen) zu befahren. Zur weiteren Ausr\u00fcstung geh\u00f6ren Arbeitsscheinwerfer und Stromaggregat.<br \/>\nDie gesamte technische Ausr\u00fcstung wird in einem eigens modifizierten 7,5t-LKW f\u00fcr den Transport zu den Einsatzorten installiert.<br \/>\nAuf Sicherheitsaspekte, d.h. rechtzeitiges Abschalten der Aggregate und die notwendige Arbeitsunterbrechung beim Vorbeifahren eines Zuges, wurde besonders geachtet. Es werden 2 verschiedene Sicherungen eingesetzt:<br \/>\nSchalldruckabschaltung und Notauspilz mit \u00e4hnlicher Wirkungsweise wie beim Wasserh\u00f6chstdruckstrahl. \u00dcber eine hochempfindliche Sensorik\/Elektronik werden s\u00e4mtliche Aggregate auf AUS geschaltet.<br \/>\nDie Entwicklung vereint folgende \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Vorteile:<br \/>\n&#8211; keine Gleisbelegung,<br \/>\n&#8211; keine Stillstandzeiten bei den Z\u00fcgen, vor allem im Tunnelbereich; bei Tag 100% Verf\u00fcgbarkeit der Gleise w\u00e4hrend der Sp\u00fclarbeiten;<br \/>\n&#8211; keine bahnbedingten Ausfallschichten,<br \/>\n&#8211; unkomplizierter, rascher Auf- und Abbau,<br \/>\n&#8211; keine Lok, kein Waggoneinsatz erforderlich,<br \/>\n&#8211; erh\u00f6hte Arbeits- und Betriebssicherheit,<br \/>\n&#8211; Personal- und Kosteneinsparung,<br \/>\nunabh\u00e4ngig von der Spurbreite des Gleisk\u00f6rpers, da gleisunabh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurden bahnspezifische Anforderungen erf\u00fcllt, wie: Hochdruckpumpe mit einer Ausgangsleistung von mind. 15O bar und einem Wasserdurchsatz von 32O-34O l\/min; berstgesch\u00fctzter Schlauch mit einer Mindestl\u00e4nge von 12O m; hydraulisch steuerbare Vortriebs- und Reinigungsgeschwindigkeit.<br \/>\nDas beim Sp\u00fclen anfallende Abwasser wird gleichzeitig mit einem Schlammabsaugger\u00e4t aufgenommen, ohne da\u00df Sp\u00fclwasser in den Vorfluter ger\u00e4t (Schlammabsaugger\u00e4t mit Diesel-Saugaggregat in abgasarmer Ausf\u00fchrung; Vakuumpumpe mit einer Saugleistung von mind. 1,O m3\/min.;<br \/>\nSchlammaufnahmebeh\u00e4lter von 4 m3; schwenkbarer Rohrausleger, Schwenkbereich 27O Grad, Ausladung von mind. 3,5O m, aber h\u00f6chstens 4,0 m von der Gleisachse).<\/p>\n<p>Der wichtigste umweltschonende Aspekt ist, da\u00df die Sp\u00fcleinrichtung derzeit das einzige auf dem Markt verf\u00fcgbare Ger\u00e4t ist, welches direkt vor Ort mit der Wasserr\u00fcckgewinnungsanlage ohne Trinkwasserzuspeisung arbeitet. Das System saugt aus den Drainagerohren Wasser auf, \u0082verbessert dieses durch die Wasserh\u00f6chstdruckpumpe und reinigt damit. Das ankommende Reinigungswasser wird durch die R\u00fcckgewinnungsanlage wieder gewonnen und wieder verpre\u00dft. Bei einer Einsatzzeit von 8 Stunden entspricht dies einem Verbrauch von 2 m3 Wasser, bei konventionellen Sp\u00fclmethoden ohne R\u00fcckgewinnung werden hierf\u00fcr bis zu 30 m3\/Tag ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadressen:<br \/>\nFirma AUV Haas GmbH &#038; Co., Wiesbadener Stra\u00dfe 16, 70372 Stuttgart, Ansprechpartner: Herr Helmar Haas, Tel. 0711\/95 59 50-0; Fax &#8211; 551687;<br \/>\nStuttgarter Stra\u00dfenbahnen AG, Schockenriedstra\u00dfe 50,  70565 Stuttgart, Ansprechpartner: Herr Ulrich Pischke, Tel. 0711 \/ 7885 &#8211; 2586; Fax &#8211; 2233;<br \/>\nDeutsche Bahn AG, Friedrich-Ebert-Anlage 35, 60327 Frankfurt\/Main, Ansprechpartner: Herr G\u00fcnter Speck, Tel. 069\/265 -4658, Fax -22567.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Bei der Reinigung von Drainageleitungen, Entw\u00e4sserungsarbeiten auf freien Strecken und in Tunnelbauten hatte die Firma Haas aufgrund jahrzehntelanger Praxiserfahrungen eine Anzahl von Sonderwerkzeugen und Spezialeinrichtungen entwickelt, die sich in der Praxis bew\u00e4hrt haben. Diese Kenntnisse erm\u00f6glichten es erst, das gleisunabh\u00e4ngige Reinigungssystem zu entwickeln.<br \/>\nDie wesentlichen \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Vorteile \u00fcberzeugten auch die Bahnbetriebe: die Gestellung von Arbeitsz\u00fcgen mit Personal ist entbehrlich geworden, das selbstfahrende Sp\u00fclfahrzeug ist energiesparender als biespielsweise die Summe des Energieaufwandes f\u00fcr die Arbeitsz\u00fcge und f\u00fcr die Umleitungsstrecken, auf der buchhalterischen Aufwandsseite flie\u00dfen nur die tats\u00e4chlichen Sp\u00fclkosten ohne aufwandssteigernde Zusatzkosten in die Trassenrechnung ein, keine Gleisbelegungen durch schienengef\u00fchrte oder waggonverladene Baufahrzeuge und die Dieselemissionen der Arbeitszugloks auf der Zu- und Abfahrt zum Tunnel und w\u00e4hrend der Sp\u00fclungen innerhalb der Tunnels entfallen. Der Wasserverbrauch betr\u00e4gt weniger als ein Zehntel der sonst \u00fcblichen Mengen. Die Behandlung des Abwassers erfolgt kontrolliert in einer Kl\u00e4ranlage<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Drainagerohre in Tunnelbauwerken, wie beispielsweise der Deutschen Bahn AG, m\u00fcssen von Zeit zu Zeit von hartn\u00e4ckigen Ablagerungen mineralischer Art befreit werden, um die Wirksamkeit der Tunnelentw\u00e4sserung sicherzustellen. Bisher waren derartige Rohrreinigungsarbeiten mit gro\u00dfen Nachteilen verbunden, wie: Gleisbelegung, hoher Personaleinsatz und gro\u00dfer Wasser- und Energieverbrauch. 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