{"id":20026,"date":"2023-07-13T15:14:11","date_gmt":"2023-07-13T13:14:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10743-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:13","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:13","slug":"10743-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10743-01\/","title":{"rendered":"Evaluierung bestehender Pilot- und Demonstrationsanlagen zur regenerativen Energieerzeugung auf Basis von Biomasse in der Bundesrepublik Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der Bundesrepublik Deutschland sind in den letzten Jahren eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Biomasseheizanlagen entstanden. Eine Auswahl solcher Anlagen die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt oder vom Freistaat Bayern gef\u00f6rdert wurden soll untersucht und bewertet werden.<br \/>\nDie Ist-Situation der Anlagen soll festgestellt werden, ein Vergleich mit der jeweiligen Projektplanung soll gezogen werden und Folgerungen f\u00fcr die Planung zuk\u00fcnftiger Biomasseheizanlagen sollen abgeleitet werden.<br \/>\nDie Ergebnisse sollen der \u00d6ffentlichkeit, Investoren und Planern als Hilfestellung f\u00fcr zuk\u00fcnftige Projekte zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenSchwerpunkt der Erhebungen ist die genaue Ermittlung der Leistungen und Kosten der untersuchten Projekte bezogen auf Betriebsjahre, wobei hinsichtlich der Kostengruppen auf bew\u00e4hrte Gliederungsschemata, wie kapitalgebundene Kosten, verbrauchsgebundene Kosten, betriebsgebundene Kosten und sonstige Kosten zur\u00fcckgegriffen werden soll.<br \/>\nFolgende Auswertungsschritte werden vorgenommen:<br \/>\n&#8211;\tErfassung von kapitalgebundenen, von verbrauchsgebundenen, von betriebsgebundenen und sonstigen Kosten,<br \/>\n&#8211;\tDarstellung der \u00f6kologischen Aspekte der untersuchten Anlagen,.<br \/>\n&#8211;\tTechnischer Beschrieb der realisierten Anlagen,<br \/>\n&#8211;\teine periodenbezogene Gewinn- und Verlustrechnung,<br \/>\n&#8211;\tein Soll-Ist-Vergleich des realisierten Projektes mit den Planungsvorgaben (Soll-Werten),<br \/>\n&#8211;\tLiquidit\u00e4tsrechnungen zur Ermittlung von Einnahmen-Ausgaben-\u00dcbersch\u00fcssen bzw. Unterdeckungen,<br \/>\n&#8211;\tSt\u00fcckkostenrechnungen zur Ermittlung der W\u00e4rmegestehungskosten als Basis f\u00fcr Angebotskalkulationen,<br \/>\n&#8211;\tErmittlung von kostendeckenden Biomassepreisen (Preisuntergrenzen) bei gegebener Erl\u00f6sstruktur.<br \/>\n&#8211;\tErmittlung von F\u00f6rderkonditionen bei gegebenen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Ableitung der Konkurrenzf\u00e4higkeit von Biomasse gegen\u00fcber fossilen Energietr\u00e4gern.<br \/>\n&#8211;\tEntwurf eines Konzeptes f\u00fcr vertikale und horizontale Kennzahlenvergleiche.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Vom Engagement und Durchhalteverm\u00f6gen des Initiators hing es im Wesentlichen ab, ob die Idee in ein konkretes Vorhaben umgesetzt werden konnte. Mussten zahlreiche W\u00e4rmekunden gewonnen werden und die W\u00e4rmeleitungen vorwiegend in \u00f6ffentlichem Grund verlegt werden, war der R\u00fcckhalt durch die Stadt oder die Gemeinde eine wichtige Voraussetzung. Als Organisationsformen konnten insbesondere die GbR bei Initiatorengesellschaften sowie die GmbH bei Betreibergesellschaften festgestellt werden. Bei Contractingmodellen war es von Vorteil, wenn der Contractor \u00fcber Erfahrungen mit Biomasseheizwerken verf\u00fcgte.<br \/>\nUnbefriedigend ist der erhebliche Verbesserungsumfang an den Anlagen kurz nach deren Fertigstellung. Die Ma\u00dfnahmen reichten von einzelnen Optimierungen und Anpassungen bis zum Austausch des Heizkessels. St\u00f6rungen traten vor allem in den Transporteinrichtungen auf. H\u00e4ufigste Ursache waren die h\u00f6chst unterschiedlichen Hackschnitzelqualit\u00e4ten (Wassergehalt, Gr\u00f6\u00dfenverteilung, Rinde, Sprei\u00dfel, St\u00f6rstoffe). Hier sollten entsprechende Qualit\u00e4tssicherungsma\u00dfnahmen eingef\u00fchrt werden.<br \/>\nDie Heizwerke haben bei den klimarelevanten Emissionen zu einer deutlichen Entlastung beigetragen. Bei CO, NOX, SO2 und Staub traten Mehrbelastungen auf. Die H\u00f6he der Einsparungen bzw. Mehrbelastungen war von zahlreichen Faktoren abh\u00e4ngig, u.a. vom Nutzungsgrad der Gesamtanlage. Eine besonders geringe energetische Effizienz des Gesamtsystems konnte bei Anlagen zur Versorgung gr\u00f6\u00dferer Wohngebiete, vor allem Neubaugebiete, festgestellt werden. Die geringe Effizienz war in der Regel auf eine ung\u00fcnstige Betriebsweise der Anlagen sowie auf \u00dcberdimensionierungen zur\u00fcckzuf\u00fchren.<br \/>\nEs musste bei den Heizwerken fast ausnahmslos auf eine Wiedergewinnung und Verzinsung der Eigenmittel (incl. F\u00f6rderung) verzichtet werden, um eine zumindest ausgeglichene Bilanz zu erreichen. Nur eines von sieben Heizwerken, die W\u00e4rme an Kunden verkauft haben, konnte das gesamte eingesetzte Kapital wiedergewinnen und verzinsen und noch einen geringen Gewinn erwirtschaften (Variante 1). F\u00fcnf weiteren Heizwerken war es m\u00f6glich, zumindest die Fremdmittel wiederzugewinnen und zu verzin-sen sowie die individuellen Instandhaltungskosten zu erwirtschaften (Variante 3). Mit den nach VDI 2067 anzusetzenden Instandhaltungskosten (Variante 3) w\u00fcrden vier dieser f\u00fcnf Projekte in die Verlustzone fallen.<br \/>\nNur bei drei Heizwerken konnten die in der Machbarkeitsstudie ermittelten W\u00e4rmegestehungskosten eingehalten werden. Bei den \u00fcbrigen ergaben sich deutlich h\u00f6here Kosten als geplant. Diese waren insbesondere auf gestiegene Investitionen, niedrigere W\u00e4rmeabnahmen oder effektive F\u00f6rderquoten, die geringer als erwartet ausgefallen waren, zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die geringsten Abweichungen vom Planungskonzept waren bei \u00fcberschaubaren Verbraucherstrukturen festzustellen. Die gr\u00f6\u00dften Abweichungen traten bei gr\u00f6\u00dferen Versorgungsgebieten mit langen W\u00e4rmenetzen und zahlreichen Anschlie\u00dfern sowie bei Neubaugebieten auf.<br \/>\nDie Preise f\u00fcr Waldhackgut &#8211; h\u00e4ufig lagen sie um 32 DM\/MWh &#8211; wurden von den meisten befragten Lieferanten als kaum kostendeckend bezeichnet. Allerdings w\u00e4re bei sieben von acht Heizwerken eine Zuzahlung zur Biomasse erforderlich gewesen, wenn entsprechend Variante 1 eine Wiedergewinnung und Verzinsung des gesamten, in das Projekt eingesetzten Kapitals h\u00e4tte geschehen sollen. Bei Variante 3 w\u00e4re es noch ein Heizwerk gewesen.<br \/>\nDie effektiven F\u00f6rderquoten lagen bei den Projekten in Bayern \u00fcber 35 %, bei den \u00fcbrigen Projekten unter 35 %. Bei guter Auslastung und durchschnittlichen W\u00e4rmepreisen (um 100 DM\/MWh) konnten bereits F\u00f6rderquoten um 30 % zu wirtschaftlich tragf\u00e4higen Konzepten beitragen. Hohe F\u00f6rderquoten haben offensichtlich auch zu relativ hohen Investitionen verleitet.<br \/>\nWichtige Kennzahlen konnten f\u00fcr die Verbraucherstruktur, die W\u00e4rmeerzeugung und -verteilung, f\u00fcr die Investitionen, die \u00f6konomische Berechnung sowie f\u00fcr die F\u00f6rderkonditionen abgeleitet werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine gek\u00fcrzte und anonymisierte Fassung des Endberichts wurde ver\u00f6ffentlicht (Printversion und pdf-Datei im Internet unter www.carmen-ev.de sowie www.dbu.de). Des weiteren erfolgt eine Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse durch Fachartikel und Vortr\u00e4ge im In- und Ausland, z.B. im Rahmen diverser C.A.R.M.E.N.-Fachgespr\u00e4chen, zu deren Zielgruppe u. a. Planer, Architekten und Betreiber von Bioenergieprojekten geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es konnte festgestellt werden, dass mit den untersuchten Biomasseheizwerken eine zuverl\u00e4ssige W\u00e4rmeversorgung bei sehr geringen Schadstoffemissionen und eine hohe Einsparung klimarelevanter Emissionen gegen\u00fcber einer W\u00e4rmebereitstellung mittels Heiz\u00f6l oder Erdgas m\u00f6glich waren. Probleme ergaben sich insbesondere im Bereich der Wirtschaftlichkeit, die auf ein unausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen der H\u00f6he der Investitionen, dem Jahresw\u00e4rmebedarf bei den Verbrauchern und den durchschnittlichen W\u00e4rmepreisen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden konnten und stark abh\u00e4ngig waren von der bedarfsgerechten Dimensionierung der W\u00e4rmeerzeugungs- und -verteilanlagen. Es wurden Empfehlungen f\u00fcr die Optimierung vorhandener Anlagen und f\u00fcr die Realisierung zuk\u00fcnftiger Projekte abgeleitet, die in einem Kennzahlensystem zusammengefasst sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der Bundesrepublik Deutschland sind in den letzten Jahren eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Biomasseheizanlagen entstanden. Eine Auswahl solcher Anlagen die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt oder vom Freistaat Bayern gef\u00f6rdert wurden soll untersucht und bewertet werden. 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