{"id":20022,"date":"2023-07-13T15:14:17","date_gmt":"2023-07-13T13:14:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10881-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:19","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:19","slug":"10881-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10881-01\/","title":{"rendered":"Verfahren zur kontinuierlichen Abscheidung von Belastungsstoffen aus Emulsionen, Suspensionen und kolloidalen L\u00f6sungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen dieses Projektes soll eine Anlage zur selektiven Entfernung st\u00f6render Belastungen aus Proze\u00dfw\u00e4ssern (Emulsionen, Suspensionen, kolloidale L\u00f6sungen) entwickelt, gebaut und erprobt werden. Ziel ist es, eine Kreislauff\u00fchrung zu erm\u00f6glichen, bei der nur die tats\u00e4chlich verbrauchten Prozess-Chemikalien neu dosiert werden m\u00fcssen. Hierf\u00fcr soll eine spezielle Flotationstechnik entwickelt, gebaut und je nach Bedarf mit anderen Verfahren kombiniert werden. Die Anlage soll s\u00e4mtliche ungel\u00f6sten Stoffe (Suspensa inkl. Feinstabrieb, \u00d6le, Fette) entfernen. Gel\u00f6ste, noch wirksame Proze\u00dfchemikalien sollen im Kreislaufwasser verbleiben. Die Flotationsparameter und das Zusammenwirken mit den anderen Stufen soll auf eine optimale Kreislauff\u00fchrung hin angepa\u00dft werden. Systematisch soll dabei eine einfache betriebssichere Technik entwickelt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst wurde ein einfaches Lufteintragsverfahren ohne Kompressor und Druckkessel, sowie ein einfacher mechanischer Flotataustrag entwickelt. In einer Technikumsanlage mit diesen Komponenten wurde die Reinigung von Modellsuspensionen, Modellemulsionen, realen KFZ-Waschw\u00e4ssern sowie von verunreinigten K\u00fchlschmierstoffen untersucht. Mit den Erfahrungen der Technikumsanlage wurden zwei Pilotanlagen in Gr\u00f6\u00dfe und Ausf\u00fchrung entsprechend einem zuk\u00fcnftigen Serienprodukt gebaut. Der Erfolg des up-scalings wurde an Hand der Reinigung der bekannten Modellsuspension nachgewiesen. Mit einer Pilotanlage wurde eine langfristige Pilotierung in einer Autowaschstra\u00dfe durchgef\u00fchrt. Nach einem geforderten detailliertem Funktionsnachweis konnte die Anlage als alleinige Reinigungsstufe f\u00fcr das Kreislaufwasser der Autowaschstra\u00dfe \u00fcber mehrere Monate hinweg eingesetzt werden. Erst damit wurde eine Quantifizierung der Stoffstr\u00f6me und eine fundierte wirtschaftliche und \u00f6kologische Bewertung m\u00f6glich gemacht. Die zweite Pilotanlage wurde \u00fcber mehrere Monate hinweg zur Pflege des gesamten K\u00fchlschmierstoffes (KSS) in einer Zentralanlage eines metallverarbeitenden Betriebes mit mehreren hundert Angestellten eingesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das entwickelte Flotationsverfahren kann in Bezug auf Lufts\u00e4ttigung und Feinheit der Mikroblasen mit dem aufwendigen Druckkesselverfahren konkurrieren. Ein Flotatabzug ohne mechanische Hilfsmittel konnte mit Leitblechen realisiert werden. Damit wurde das Ziel einer \u00e4u\u00dferst einfachen zuverl\u00e4ssig funk-tionierenden Flotationsanlage erreicht.<\/p>\n<p>Mit dem Tonmineral Bentonit als Flockungsmittel lassen sich auch hydrophile Feinststoffe mit d50 = 5 mm gut flotativ abtrennen. <\/p>\n<p>Der mehrw\u00f6chige Dauerbetrieb der Flotationsanlage als alleinige Reinigungsstufe zeigte, da\u00df die Flotation ein effektives Verfahren zur Behandlung von Recyclewasser in Autowaschstra\u00dfen ist. In Verbindung mit einem Brauchwasserpuffer von 16 m3 ist die Flotationsanlage mit einem Durchsatz von 1,5 m\u00b3\/h ge-eignet, um das Waschwasser f\u00fcr bis zu 216 Autow\u00e4schen pro Tag kreislauff\u00e4hig zu halten.<\/p>\n<p>Der Einsatz der Flotationsanlage in einer Waschstra\u00dfe f\u00fchrt zu folgenden Ergebnissen:<\/p>\n<p>&#8211; Die Fixkosten f\u00fcr Strom und Flockungsmittel betragen 2.875,00 DM\/a. Die Kosten f\u00fcr die Schlammentsorgung wurden mit h\u00f6chstens 4.640,00 DM\/a ermittelt. Soll ohne Reinigungsstufe die gleiche Wasserqualit\u00e4t von 100 mg\/l durch erh\u00f6hte Zugabe von Frischwasser erreicht werden, so entstehen zus\u00e4tzliche Wasserkosten von 18.000,00 DM\/a. Es k\u00f6nnen somit 10.485,00 DM\/a eingespart werden.<br \/>\n&#8211; Die Flotation f\u00fchrt zu einer Einsparung an Frischwasser von 80 %, was einer Einsparung von 3.000 m3 pro Jahr entspricht.<br \/>\n&#8211; Die Flotationsanlage entlastet den Vorfluter pro Jahr um 300 kg nicht sedimentierbare Feststoffe. Nicht sedimentierbare Feststoffe sind f\u00fcr die Tr\u00fcbung von Fl\u00fcssen verantwortlich. Mit Flotationsanlage k\u00f6nnen diese Feststoffe, zusammen mit den 77 kg Feststoffen der Flockungsmittel abgetrennt und fachgerecht deponiert werden.<br \/>\n&#8211; Wird ein Puffer von mind. 16 m3 Volumen verwendet, so k\u00f6nnen mit der, in der Gr\u00f6\u00dfe akzeptablen, Flotation auch starke Sto\u00dfbelastungen wie sie in Autowaschstra\u00dfen z. B. an Samstagen auftreten, problemlos verarbeitet werden. <\/p>\n<p>Bei der Pflege von K\u00fchlschmieremulsionen kann mit reiner Luftflotation freies \u00d6l wie auch Feinstabrieb wie z.B. Graphit ausgetragen werden. Die Austragsmenge pro Zeiteinheit ist jedoch bei kleinen Schmutzkonzentrationen relativ gering, so da\u00df der Einsatz der Flotation erst bei h\u00f6heren Fremd\u00f6l und Suspensakonzentrationen wirtschaftlich wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>M. Fleschhut, Diplomarbeit FH-Furtwangen Abt. Villingen &#8211; Schwenningen 1998 K. Waizenegger, G. Baum: Gespr\u00e4che mit potentiellen Kunden anl\u00e4\u00dflich der Fachmesser IFAT, M\u00fcnchen, Mai 1999 K. Waizenegger, G. Baum: Abschlu\u00dfbericht 1\/2000<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Unterschied zu den bekannten Anlagen der Abwasserbehandlung werden in der Flotationsanlage durch<br \/>\nreine Luftflotation selektiv nur St\u00f6rstoffe (Schwebstoffe, \u00d6le, Bakterien) ausgetragen. Wirksame Proze\u00dfchemikalien verbleiben im Wasser und eine Kreislauf-f\u00fchrung wird m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Verfahrensentwicklung Luft-Flotation ist deshalb bez\u00fcglich der Umweltentlastungs-potentiale interessant. Der Aufbau der Anlage in Modulbauweise und die Kombinationsm\u00f6g-lichkeiten mit erprobten Reinigungsverfahren bieten gegen\u00fcber dem Stand der Technik Vorteile durch Reduzierung von Ein-satzchemikalien\/Schlamm, durch hohe Durchlaufleistung bei geringerem Raumbedarf und niedrigerem Energieverbrauch.<\/p>\n<p>Die Grenzen der reinen Flotation bei der Aufbereitung von K\u00fchlschmieremulsionen wurden deutlich. Die notwendige Weiterentwicklung modifizierter Anlagentechnik bis zur Marktreife mu\u00df der Bewilligungsempf\u00e4nger aus eigener Kraft leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen dieses Projektes soll eine Anlage zur selektiven Entfernung st\u00f6render Belastungen aus Proze\u00dfw\u00e4ssern (Emulsionen, Suspensionen, kolloidale L\u00f6sungen) entwickelt, gebaut und erprobt werden. Ziel ist es, eine Kreislauff\u00fchrung zu erm\u00f6glichen, bei der nur die tats\u00e4chlich verbrauchten Prozess-Chemikalien neu dosiert werden m\u00fcssen. 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