{"id":20018,"date":"2023-07-13T15:09:29","date_gmt":"2023-07-13T13:09:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03625-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:30","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:30","slug":"03625-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03625-01\/","title":{"rendered":"Innovatives Entw\u00e4sserungsverfahren f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum am Beispiel der Schmutzwasser &#8211; Kanalnetzsteuerung in der Samtgemeinde Dornum"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Kommunale Kl\u00e4ranlagen unterliegen im Tagesgang gerade im l\u00e4ndlichen Raum gro\u00dfen Zufluss-Schwankungen, die in hydraulischer und stofflicher Hinsicht die Leistungsf\u00e4higkeit erheblich einschr\u00e4nken k\u00f6nnen. Alternativ zur gr\u00f6\u00dferen Auslegung der Kl\u00e4ranlagen mittels Sicherheitszuschl\u00e4gen sollte daher im Projekt am Beispiel des Kanalnetzes der Samtgemeinde Dornum die Zuflussvergleichm\u00e4\u00dfigung durch Stauraumnutzung in den Kan\u00e4len erprobt werden. Dazu sollte ein fernwirktechnisches Ger\u00e4t entwi-ckelt werden, welches den verz\u00f6gerten Pumpenbetrieb steuert bzw. regelt, um das Schmutzwasser einzustauen. Selbst ohne gezielte Einleitung von Regenwasser &#8211; wie es beim Trennsystem der Samtgemeinde Dornum der Fall ist &#8211; unterliegt jede Kl\u00e4ranlage tageszeitlichen Schwankungen im Zulauf, welche durch Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Bev\u00f6lkerung und Gebietsstruktur bestimmt werden. Je nach Bauart und Zustand des Kanalnetzes gelangt dabei aber auch mehr oder weniger Regenwasser in die Kanalisation. In der Samtgemeinde Dornum waren weiterhin noch jahreszeitliche Schwankungen aufgrund von vermehrtem Tourismusaufkommen in den Ferienmonaten zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wurde in zwei Phasen abgewickelt. Die erste Phase bezog sich auf die Erfassung des Ist-Zustandes der Abwassercharakteristik im Kanalsystem der Samtgemeinde Dornum und deren Auswirkung auf den Wirkungsgrad der Kl\u00e4ranlage. In der zweiten Phase wurde die eigentliche Kanalnetzsteuerung entwickelt und erprobt. Dabei galt es, ein hohes Retentionspotential in der Form von maximal m\u00f6glichen Einstauh\u00f6hen unter Gew\u00e4hrleistung eines ausreichenden Entw\u00e4sserungskomforts zu quantifizieren<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegen ein Zwischenbericht von August 1995 sowie der ausf\u00fchrliche Schlussbericht von Januar 2002 vor.<br \/>\nDas gesetzte Ziel, ein technisch einfaches und wirtschaftlich vertretbares System mit maximaler hydraulischer Wirksamkeit zu entwickeln, f\u00fchrte zu folgenden Grund\u00fcberlegungen:<br \/>\n\u00d8\tdas bis dahin diskontinuierlich abgeleitete Abwasser sollte zuk\u00fcnftig m\u00f6glichst kontinuierlich weitergeleitet werden,<br \/>\n\u00d8\tdas vorhandene Stauraumvolumen sollte weitestgehend ausgesch\u00f6pft werden,<br \/>\n\u00d8\tdas zu entwickelnde Regelsystem sollte auf einem lokalen Steuer- bzw. Regelkonzept basieren, welches durch gezielte Eingriffe des Bedienpersonals optimiert wird,<br \/>\n\u00d8\tdurch Niveaumesspunkte in den Pumpensch\u00e4chten sollte sichergestellt werden, dass Ereignissen wie Hochwasser, Trockenlauf und Systemausfall sicher begegnet werden kann.<br \/>\nAufwendige Messkampagnen in den Jahren 1998, 1999, 2000 und 2001 f\u00fchrten zu einem statistisch verl\u00e4sslichen Datenpool, um das Durchflussverhalten in der Form von Pumpenlaufzeiten in Stundenbl\u00f6cken im Tagesgang zu erfassen. Anhand von 7 ausgew\u00e4hlten, bez\u00fcglich Gr\u00f6\u00dfe des Einzugsgebietes und der hydraulischen Bedeutung f\u00fcr das Gesamtnetz repr\u00e4sentativen Pumpstationen wurden die relevanten Daten erfasst und ausgewertet.<br \/>\nAls wesentliches Ma\u00df f\u00fcr die angestrebte Zuflussvergleichm\u00e4\u00dfigung gilt die m\u00f6glichst gleichm\u00e4\u00dfige Verteilung der Pumpenlaufzeiten auf den Tag, d.h. auch auf die normalerweise durchflussarmen Nachtstun-den; f\u00fcr die untersuchten Pumpstationen konnte festgestellt werden, dass in den Vergleichszeitr\u00e4umen die Laufzeitanteile pro Tag (= 24 h) von anf\u00e4nglich 4,0 &#8211; 20,0 h\/Tag ohne Stauraumnutzung auf durchg\u00e4ngig 22,0 &#8211; 23,8 h pro Tag mit Stauraumnutzung gesteigert werden. F\u00fcr die Durchflussganglinien bedeutet das eine weitgehende Gl\u00e4ttung bzw. Vergleichm\u00e4\u00dfigung.<br \/>\nZur Frage, ob und welche Betriebsprobleme bei der neuen Betriebsweise eines Kanalnetzes auftauchen, ist folgendes festhalten:<br \/>\nverst\u00e4rkte Ablagerungen und\/ oder Geruchsbildungen konnten bei Inspektionsma\u00dfnahmen nicht festgestellt werden, zumal in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden je nach Pumpeneinzugsgebiet 1-2 mal w\u00f6chentlich ein Sp\u00fclsto\u00df automatisch durchgef\u00fchrt wird; die fr\u00fcher immer wieder aufgetretenen Spitzenlasten der Hauptpumpstation Dornum, die zu erheblichen Ger\u00e4uschbel\u00e4stigungen und \u00dcberlastungen der Stromversorgung f\u00fchrten, bleiben aus, so dass die bereits geplante Trafostation zur Verst\u00e4rkung des Stromnetzes nicht gebaut werden muss die intensive Auseinandersetzung mit der Charakteristik des Kanalnetzes und die erh\u00f6hte Transparenz der hydraulischen und maschinentechnischen Vorg\u00e4nge f\u00fchrte zu einer optimierten Bewirtschaftung der Pumpenaggregate, die die Reparaturanf\u00e4lligkeit und letztlich die Betriebskosten senkte im Betrieb der Kl\u00e4ranlage konnte die Vergleichm\u00e4\u00dfigung des Zuflusses positiv im Hinblick auf den stabilen Reinigungsprozess gerade bei der Nitrifikation bewertet werden; hier bedarf es allerdings noch intensiverer Untersuchungen.<br \/>\nDie Untersuchungen in Dornum trafen w\u00e4hrend der Projektlaufzeit auf gro\u00dfes Interesse. So sind mittlerweile etwa 650 Fernwirkmodems zur \u00dcberwachung installiert worden, so dass damit gerechnet werden kann, dass das hier erprobte Steuer- und Regelkonzept weitere Verbreitung finden wird, zumal die angesprochene Problematik weit verbreitet ist. Je nach vorhandener Technik bietet das entwickelte System mit Kosten von 1.000 &#8211; 1.500 \u0080 pro Pumpstation einen angemessen Kostenrahmen f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Zwischenergebnisse wurden 1997 und 1999 anl\u00e4sslich zweier Vortr\u00e4ge im Rahmen der Kl\u00e4ranlagen- Nachbarschaftstage der Nachbarschaft Aurich (ca. 22 Mitgliedskl\u00e4ranlagen der ostfriesischen Inseln und des k\u00fcstennahen Festlandes) zu Diskussion gestellt bzw. pr\u00e4sentiert.<br \/>\nMit Abschluss des Projektes wurde am 06.12.2001 unter Anwesenheit eines Vertreters der DBU, des Samtgemeindedirektors Herrn Erdmann, des KA-Betriebsleiters Herrn Martin mit Mitarbeiter, der Herren Droste und R\u00fclander eine Schlusspr\u00e4sentation vor Vertretern der lokalen\/ regionalen Presse (Ostfriesischer Kurier, Ostfriesische. Zeitung, Ostfriesische Nachrichten) durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDes Weiteren sollen in 2002 Fachartikel in den einschl\u00e4gigen Fachzeitschriften (Korrespondenz Abwasser, gwf etc.) erscheinen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wie die Ergebnisse belegen, konnten die Projektziele insgesamt erreicht werden. Seit Anfang 2001 wird die neue Technik in der Gemeinde Dornum eingesetzt. Mittlerweile ist es gelungen, die Spitzenbelastungen f\u00fcr das Kl\u00e4rwerk erheblich zur\u00fcckzufahren. Nach den Ausf\u00fchrungen des Betreibers ist das Kl\u00e4rwerk dadurch praktisch in der Lage, eine ganze Nachkl\u00e4rstufe einzusparen. Negative Effekte, wie verst\u00e4rkte Ablagerungen, Geruchsbel\u00e4stigungen oder ein Anfaulen des Abwassers wurde infolge des Aufstauens nicht festgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Kommunale Kl\u00e4ranlagen unterliegen im Tagesgang gerade im l\u00e4ndlichen Raum gro\u00dfen Zufluss-Schwankungen, die in hydraulischer und stofflicher Hinsicht die Leistungsf\u00e4higkeit erheblich einschr\u00e4nken k\u00f6nnen. Alternativ zur gr\u00f6\u00dferen Auslegung der Kl\u00e4ranlagen mittels Sicherheitszuschl\u00e4gen sollte daher im Projekt am Beispiel des Kanalnetzes der Samtgemeinde Dornum die Zuflussvergleichm\u00e4\u00dfigung durch Stauraumnutzung in den Kan\u00e4len erprobt werden. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,64,51,52,53],"class_list":["post-20018","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-niedersachsen","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"03625\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-03625.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"140.605,27","dbu_projektdatenbank_firma":"GAG Gemeinn\u00fctzige Ausbildungs-undEntwicklungsgesellschaft mbH Norden","dbu_projektdatenbank_strasse":"Rheinstr. 13","dbu_projektdatenbank_plz_str":"26506","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Norden","dbu_projektdatenbank_p_von":"1994-05-16 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"","dbu_projektdatenbank_telefon":"04931\/922-200","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Niedersachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"6","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20018\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":42798,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20018\/revisions\/42798"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}