{"id":20000,"date":"2026-04-29T10:34:17","date_gmt":"2026-04-29T08:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/00876-02\/"},"modified":"2026-04-29T10:34:18","modified_gmt":"2026-04-29T08:34:18","slug":"00876-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/00876-02\/","title":{"rendered":"Markteinf\u00fchrung G\u00fctesiegel umwelt- und sozialvertr\u00e4glicher Tourismus"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Tourismus gilt als einer der st\u00e4rksten Wachstumsm\u00e4rkte schlechthin. Die Belastungen und Zerst\u00f6rungen von Natur und Landschaft und die Beeintr\u00e4chtigung der Lebensbedingungen der ortsans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung sind erheblich. Es ist dringend notwendig, verst\u00e4rkt vertr\u00e4gliche Angebote auf dem Markt einzuf\u00fchren und durchzusetzen und am Tourismusmarkt aus Umwelt- und Verbraucherschutzgr\u00fcnden f\u00fcr Transparenz hinsichtlich umweltgerechter Angebote zu sorgen. Mit der Einf\u00fchrung eines touristischen G\u00fctesiegels f\u00fcr umweltorientierte Angebote, analog dem Blauen Umweltengel des Umweltbundesamtes, wird hier eine gro\u00dfe Chance gesehen.Die Entwicklung eines G\u00fctesiegels entspricht den zunehmenden Anstrengungen und Diskussionen von Wissenschaft und Wirtschaft, f\u00fcr einzelne Produkte und Dienstleistungen \u00d6ko-Bilanzen zu erstellen. Damit soll der entscheidende Schritt von einer nachsorgenden Produktpolitik hin zur umfassenden Umweltvorsorge getan werden. Die \u00d6ko-Bilanz will den gesamten Lebenszyklus eines Produktes oder einer Dienstleistung aus \u00f6kologischer Sicht erfassen. Diesen Anspruch hat auch das \u00d6.T.E.-G\u00fctesiegel.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<\/p>\n<p>Der Projektantrag zielt auf den zentralen Arbeitsabschnitt Markteinf\u00fchrung des G\u00fctesiegels ab. Aufbauend auf bislang erstellte Kriterienkataloge soll einmal die Entwicklung und Ausgestaltung des Vergabeverfahrens und zum anderen die werbliche Darstellung des G\u00fctesiegels erfolgen. Zu erarbeiten sind Erl\u00e4uterungen f\u00fcr die Kriterienkataloge in Form von Feinindikatoren und Me\u00dfgr\u00f6\u00dfen. Als n\u00e4chster Arbeitsschritt steht die Entwicklung eines umfangreichen Fragebogens f\u00fcr die Bewerber des G\u00fctesiegels an. Parallel dazu ist ein Logo, das eigentliche Umweltzeichen zu entwickeln. Das Symbol des \u00d6.T.E.-G\u00fctesiegels soll der \u201eGr\u00fcne Koffer\u201c darstellen. Die graphische und werbliche Ausgestaltung ist der erste Arbeitsschritt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ein Konzept f\u00fcr einen umfangreichen Fragebogen zur Erfassung der touristisch orientierten, bzw. davon ber\u00fchrten Umweltleistungen eines Fremdenverkehrsortes wurde ausgearbeitet. Weiterhin ein Konzept zum Vergabeverfahren, was auch die Einrichtung entsprechender Gremien und Kontrollinstanzen betrifft sowie ein Entwurf f\u00fcr ein Logo zur graphischen und werblichen Ausgestaltung der G\u00fctesiegelvergabe.Die Arbeit wurde begleitet und war st\u00e4ndig eingebettet in eine politische Diskussion unter Beteiligung von Politikerinnen und Politikern des Bundestagsunterausschusses Fremdenverkehr und Tourismus, den Fachverb\u00e4nden Deutscher Hotel- und Gastst\u00e4ttenverband, Deutscher Reiseb\u00fcro-Verband, Deutscher Fremdenverkehrsverband und Deutscher St\u00e4dte- und Gemeindebund. Es ging dabei vor allem um die Suche nach einem Konsens, denn eine Verweigerung der betroffenen Fachverb\u00e4nde zu einem G\u00fctesiegel verhindert eine breite \u00d6ffentlichkeit und behindert die Umsetzung touristischer Umweltma\u00dfnahmen entscheidend.Im Verlauf des Jahres 1993 kam es zur Einigung einer parallelen Vorgehensweise, bei der sich der Deutsche St\u00e4dte- und Gemeindebund sowie der Deutsche Fremdenverkehrsverband durchsetzte mit seiner Forderung, zur Feinabstimmung der Kriterien und Bedingungen f\u00fcr ein hochqualifiziertes G\u00fctesiegel zun\u00e4chst einen Bundeswettbewerb unter den Fremdenverkehrsorten zu veranstalten und auf dessen Grundlagen und der dort erzielten Erkenntnisse die Diskussion \u00fcber die Einf\u00fchrung eines G\u00fctesiegel wieder aufzunehmen. Hierzu wurde wiederum mit Unterst\u00fctzung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt eine zweites Projekt parallel finanziert, erarbeitet vom B\u00fcro f\u00fcr Tourismus- und Erholungsplanung (BTE), Hannover. Dieses Projekt sollte einerseits Chancen und M\u00f6glichkeiten sowohl f\u00fcr einen Bundeswettbewerb als auch f\u00fcr ein G\u00fctesiegel aufzeigen.Nachdem die erste Phase des \u00d6.T.E.-Projektes, die Erstellung und \u00dcberarbeitung eines ausf\u00fchrlichen Fragebogens zur Erhebung der touristischen Umweltleistungen von Fremdenverkehrsorten, zum Sommer 1993 abgeschlossen war, konzentrierte sich die zweite Phase unter den ver\u00e4nderten Bedingungen des zus\u00e4tzlichen Gutachtens von BTE auf eine Zusammenarbeit in den Fragen der Erhebung tourismusrelevanter Leistungen. Kontinuierlich sind bei der Ausformulierung und \u00dcberarbeitung des \u00d6.T.E.-Fragebogens Bestandteile und Inhalte auch in die BTE-Studie geflossen und miteinander verschmolzen. Damit liegt erstmalig eine fundierte Checkliste vor, die alle f\u00fcr den Fremdenverkehr umweltrelevanten Bereiche kommunaler Handlung aufz\u00e4hlt und zu vielen Einzelbereichen gezielt nach Leistungen fragt. Diese Form versetzt die Kommune in die Lage, \u00fcber alle Bereiche der kommunalen Umweltvorsorge zu reflektieren. Dieses Verfahren ist nicht un\u00e4hnlich den Anforderungen der &#8211; noch freiwilligen &#8211; Richtlinie der EU zum betrieblichen \u00d6ko-Audit. Es lag nahe, dieses Verfahren als \u00d6ko-Audit f\u00fcr Fremdenverkehrsgemeinden zu bezeichnen. In der Abfrage der Leistungen des \u00d6ko-Audits wurden aus diesem Fragebogen Pr\u00fcfsteine eingearbeitet, die zwingend zu beantworten waren. Die an diesen Stellen vorgelegten Daten der Kommunen sollten gleichzeitig als Grundlage f\u00fcr die Bewertung und Auszeichnung mit dem G\u00fctesiegel Gr\u00fcner Koffer herangezogen werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Interesse der Medien an einem G\u00fctesiegel und der Umsetzung von Umweltma\u00dfnahmen ist ausgesprochen hoch und anhaltend. Fachbl\u00e4tter, Tageszeitungen und Magazine berichteten regelm\u00e4\u00dfig. Auf diversen Fachveranstaltungen und in Seminaren wurde \u00fcber das G\u00fctesiegel referiert. Auf der Internationalen Tourismus-B\u00f6rse in Berlin hat der \u00d6.T.E. 1993 und 1994 die Fachwelt \u00fcber dieses Vorhaben gezielt informiert. Ebenso wurden Faltbl\u00e4tter zur Information eingesetzt, \u00fcber Umweltverb\u00e4nde verteilt sowie bei Anfragen von zahlreichen Privatpersonen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>\u00d6.T.E. und BTE haben hiermit einen Standard erreicht, mit dem erstmalig die Umweltleistungen von Fremdenverkehrsorten erfa\u00dft werden k\u00f6nnen. Diese Grundlage bildet den Ausgangspunkt zur Einf\u00fchrung eines Bundeswettbewerbes f\u00fcr umweltfreundliche Fremdenverkehrsorte, der wiederum Ausgangspunkt f\u00fcr ein gemeinsames, von allen Beteiligten akzeptiertes G\u00fctesiegel ist.Damit ist ein von den Umweltverb\u00e4nden initiierter Diskussionsproze\u00df in konkretes Handeln umgesetzt. Politik und Fachverb\u00e4nde wirkten aktiv und \u00fcberzeugt mit bei der Entwicklung von Umweltma\u00dfnahmen in Fremdenverkehrsorten. Die Umsetzung freiwilliger Umweltschutzleistungen wird beschleunigt, die Darstellung in der \u00d6ffentlichkeit lenkt und intensiviert die Nachfrage auf der Verbraucherseite und steht als modellhafter Beispielkatalog f\u00fcr andere interessierte Fremdenverkehrsorte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Tourismus gilt als einer der st\u00e4rksten Wachstumsm\u00e4rkte schlechthin. Die Belastungen und Zerst\u00f6rungen von Natur und Landschaft und die Beeintr\u00e4chtigung der Lebensbedingungen der ortsans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung sind erheblich. 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