{"id":19986,"date":"2023-07-13T15:09:08","date_gmt":"2023-07-13T13:09:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02972-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:09","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:09","slug":"02972-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02972-02\/","title":{"rendered":"Energiesysteme im Wohnungsbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Akzeptanz von Wohnungsl\u00fcftungsanlagen als starke Einflussgr\u00f6\u00dfe auf den Heizenergieverbrauch von Geb\u00e4uden ist seit langem bekannt, und dennoch fehlen belastbare Erkenntnisse \u00fcber den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen L\u00fcftungskonzepten, dem L\u00fcftungsverhalten und dem sich einstellenden Geb\u00e4udeenergieverbrauch.<br \/>\nNachdem im Projekt Energiesysteme im Wohnungsbau (Teil 1) Methoden zur Messung und Verbesse-rung der Nutzerakzeptanz erarbeitet sowie Voranalysen und Projektierungen vorgenommen wurden, ist das Ziel des Teilprojektes 2 deren Umsetzung zur Kl\u00e4rung obiger Zusammenh\u00e4nge mit Hilfe von Messdaten \u00fcber einen Zeitraum von drei Heizperioden und wiederkehrenden sozialwissenschaftlichen Befragungen. Mit der bereitwilligen Unterst\u00fctzung des wissenschaftlichen Gro\u00dfvorhabens durch den Bauherrn bot sich als Standort f\u00fcr die Messung eine Neubausiedlung in einem Vorort von Leipzig an.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMethodisch gliedert sich das Projekt in die vier Bl\u00f6cke Messung, Simulation Befragung, Datenbankorganisation\/Statistik. Zur Gew\u00e4hrleistung geringer und einheitlicher In- und Exfiltrationsverluste wurde ein Luftdichtheitskonzept erarbeitet und die Dichtheit der Geb\u00e4ude (n50 < 2,0 h-1, Projektauflage) w\u00e4hrend der Bauausf\u00fchrung durch Blower-Door-Messung \u00fcberpr\u00fcft. Die Messtechnik wurde in einer Neubausiedlung in 29 identischen Reihenmittelh\u00e4usern (Holzst\u00e4nderbauweise, Niedrigenergiestandard) in einem Vorort von Leipzig installiert. Mit den Messgr\u00f6\u00dfen Haushalts-, Heizungs- und L\u00fcfterstrom, Gasverbrauch, Mischgaskonzentration, Raumlufttemperaturen und -feuchte, \u00d6ffnungszeiten der Au\u00dfenfenster und -t\u00fcren sowie meteorologischen Daten ergibt sich damit eine Datenpunktanzahl von ca. 900, Aufl\u00f6sung 15 min. Parallel erfolgte der Aufbau einer relationalen Datenbank auf einem Institutsrechner mit automatisierter Datenfern\u00fcbertragung und automatischer Datenplausibilit\u00e4tskontrolle als Basis f\u00fcr die statistische Auswertung. F\u00fcr die energetische Bilanzierung relevante Gr\u00f6\u00dfen, die in der Feldmessung nicht direkt erfassbar sind, sind mittels Simulation, unter Einbeziehung gemessener Eingabegr\u00f6\u00dfen und dynamischer Effekte, zu berechnen. Das hierf\u00fcr n\u00f6tige Simulationsmodell wurde mit dem Programmpaket TRNSYS 14.2 erstellt. F\u00fcr die Befragung wurde ein standardisierter Fragebogen erarbeitet und in einer ersten Erhebung eingesetzt.\n\n\nErgebnisse und Diskussion\n\nLuftdichtheit\nDie Luftdichtheit von Holzst\u00e4nderkonstruktionen l\u00e4sst sich nur erreichen, wenn ein in sich geschlossenes konstruktives Konzept vorliegt und alle am Bau beteiligten Gewerke informiert und geschult sind. Die ersterstellten H\u00e4user mit gemessenen n50-Werte um ca. 4-5 h-1 mussten nachgebessert werden, wobei als Problemstellen die Durchf\u00fchrung durch die Luftdichtheitsebene aller Gewerke (Hausanschluss, Ab-gasanlage, Frischluft-\/Fortluftkanal, Au\u00dfenfenster- und -t\u00fcranschlusse) und zwei- und dreidimensionale Bauteilanschl\u00fcsse wie Wand\/Wand, Decke\/Wand, Dach\/Wand beteiligt waren. Nach Schulung aller Handwerker wurden bei den danach erstellten H\u00e4usern problemlos n50-Werte zwischen 1,0 und 1,5 h-1 nachgewiesen.\nAls Schwierigkeit hat sich herausgestellt, dass die Blower-Door-Messung bei Holzkonstruktionen noch vor der Beplankung der Installationsebene erfolgen muss, um die Zug\u00e4nglichkeit f\u00fcr Nachbesserungen zu gew\u00e4hrleisten. Andererseits erh\u00e4lt die Folienebene aber im Bereich der Verklebungen erst durch die Beplankung die n\u00f6tige Festigkeit gegen die aufgepr\u00e4gten Druckkr\u00e4fte der Messung.\nBefragung\nDie Gesamtzufriedenheit in Bezug auf die HL-Technik wurde mit gut bis sehr gut beantwortet. Herausragende Tendenzen oder Probleme konnten nicht festgestellt werden. Ausnahme: Bei Luftheizungen wur-den aus Kostengr\u00fcnden mehrere R\u00e4ume zu einer Temperaturzone zusammengefasst. Hier zeigte sich bei den Bewohnern die gr\u00f6\u00dfte Unzufriedenheit, wenn die sp\u00e4tere Nutzung nicht entsprechend der Planung erfolgte. Abhilfe gew\u00e4hrleistete erst eine Nachr\u00fcstung durch Stellklappen (Temperaturregelung durch Volumenstromdrosselung).\nMesstechnik\nFolgende f\u00fcnf L\u00fcftungskonzepte sind in den 29 Reihenmittelh\u00e4usern der Feldmessung vertreten: Fensterl\u00fcftung (1), dezentrale Abluftanlage mit Luftnachstr\u00f6melementen (1), zentrale Abluftanlage mit Luftnachstr\u00f6melementen und W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung durch W\u00e4rmepumpe (1), zentrale Zu-\/Abluftanlage mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung (15), Luftheizungssystem (11).Die modular aufgebaute Geb\u00e4udeleittechnik als Messwerterfassungssystem konnte nach Verz\u00f6gerungen beim Bau der Siedlung und technischen Schwierigkeiten versp\u00e4tet im August 1999 in Betrieb gehen. Die ersten Messdaten zeigten, dass einige Anlagen sehr niedrige Kessel-Nutzungsgrade aufweisen, einige sehr h\u00e4ufig takten (An-Aus-Schaltspiele) und manche L\u00fcftungsanlage den Sommer durchgehend in Betrieb sind (allergiebedingt?). Weiter lagen die gemessenen Raumlufttemperaturen der Aufenthaltsr\u00e4ume im Bereich von 21 bis 24 \u00b0C.\nEnergieverbrauch\nDer Gasverbrauch gem\u00e4\u00df Energiekostenabrechnung der Geb\u00e4ude f\u00fcr Warmwasser und Heizung lag im Zeitraum 12\/97 bis 11\/98 zwischen 34 und 97, im Mittel bei 66kWh\/(m\u00b2a),im Zeitraum 12\/98 bis 11\/99 zwischen 35 und 96, im Mittel bei 62kWh\/(m\u00b2a).\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\nVortrag: L\u00fcftungssysteme im Wohnungsbau;\nOTTI Technologie-Kolleg Innovative L\u00fcftungssysteme, 02.07.1996, Regensburg\nVortrag: W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung und Wohnungsl\u00fcftung - Erfahrungen mit der ZimmerMeisterHaus-Siedlung Leipzig-Knauthain, Fachtagung Energie und Geb\u00e4udetechnik, 09.-10.06.1998, HTWK Leipzig\nFachartikel: Niedrigenergieh\u00e4user im Vergleich, TAB 10\/96\n\n\nFazit\n\nDie notwendigen Vorarbeiten f\u00fcr die Messdatenerfassung, Datenverarbeitung und -auswertung gem\u00e4\u00df Zielsetzung sind erfolgreich erbracht. Aufgrund der unvorhersehbaren zeitlichen Verz\u00f6gerung sollte die Mess- und Auswertphase in ein drittes Teilprojekt verlagert werden.Dabei bietet sich die Abstimmung bzgl. Nutzerbefragung (zum Zwecke der Vergleichbarkeit) und \u00d6ffentlichkeitsarbeit\/Pr\u00e4sentation mit anderen Vorhaben an. Weiterhin sollten Untersuchungen den neuerdings aufgetauchten hygienischen Bedenken gegen\u00fcber Wohnungsl\u00fcftungsanlagen nachgehen.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Akzeptanz von Wohnungsl\u00fcftungsanlagen als starke Einflussgr\u00f6\u00dfe auf den Heizenergieverbrauch von Geb\u00e4uden ist seit langem bekannt, und dennoch fehlen belastbare Erkenntnisse \u00fcber den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen L\u00fcftungskonzepten, dem L\u00fcftungsverhalten und dem sich einstellenden Geb\u00e4udeenergieverbrauch. 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