{"id":19985,"date":"2023-07-13T15:13:54","date_gmt":"2023-07-13T13:13:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10280-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:55","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:55","slug":"10280-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10280-01\/","title":{"rendered":"Umweltbildung durch Wahrnehmungserziehung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das umweltp\u00e4dagogische Arbeitsmaterial zur Umweltbildung durch Wahrnehmungserziehung im Elementar-\/Primarbereich soll helfen, einen positiven Umweltbezug durch Sensibilisierung f\u00fcr Umwelt und Natur zu f\u00f6rdern und zu entwickeln. Umwelterziehung im Elementar-\/Primarbereich bedeutet in erster Linie, Lebenszusammenh\u00e4nge auf altersgerechte Weise \u00fcber die Sinne erfahrbar werden zu lassen. Neben der direkten umweltp\u00e4dagogischen Arbeit mit Kindern, sollen Erziehende, Lehrende und Eltern in die spezifische Arbeitsweise eingef\u00fchrt werden, damit im Sinne einer umfassenden Bildung auch das Vorbildverhalten der Erwachsenen wirksam werden kann.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Umweltbildung durch Wahrnehmungserziehung im Elementar-\/Primarbereich wurden spezielle umweltp\u00e4dagogische Arbeitsmaterialien zur bewussten Umweltwahrnehmung, zu den Elementen: Erde, Feuer, Wasser, Luft, Sonne, Mond, Sterne, Steine, Wald, so zusammengestellt, entwickelt und erprobt, dass<br \/>\na)\tin Kinderg\u00e4rten und Grundschulen vor Ort mit diesem Umweltbildungsmaterialien, zun\u00e4chst modellhaft, gearbeitet werden konnte &#8211; und &#8211;<br \/>\nb)\tdie Arbeitsmaterialien f\u00fcr Fort-, Aus- und Weiterbildungsseminare genutzt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nNach der praktischen modellhaften Erprobungsphase mit begleitenden Fortbildungen und Beratungen der Institutionen, wurde das umweltp\u00e4dagogische Arbeitsmaterial ausgewertet und \u00fcberarbeitet. Das verantwortungsvolle Umweltverhalten soll \u00fcber ein Stufen-Lern-Programm (Selbst- Wahrnehmung, Sinnes-Wahrnehmung, Umweltwahrnehmung und Umwelt-Reflexion) vermittelt und im Sinne einer bewussten Wahrnehmungsschulung trainiert werden, wobei das unmittelbare sinnenreiche Erleben der Natur und Umwelt der Grundbaustein einer kindlich positiven Umweltethik das Ziel ist.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zielperspektive und Schwerpunkt des Projekts Umweltbildung durch Wahrnehmungserziehung war es, die Umwelt-Wahrnehmungskompetenz von Kindern im Sinne eines positiven Umweltbewusstseins zu f\u00f6rdern und GrundschullehrerInnen, ErzieherInnen und Studierende nach dem Konzept zu bilden.<br \/>\nDas Gesamtprojekt hatte das Ziel, die kindliche Wahrnehmung und Umweltwahrnehmung als Ausgangs- und Bezugspunkt zu nehmen, um von hier die Wahrnehmungsf\u00e4higkeit im Sinne der Umweltbildung zu f\u00f6rdern. Umweltbildung wurde im geplanten Projekt zun\u00e4chst nicht, wie \u00fcblich, als kognitive Bildung, nicht als vorrangiger Ort der Wissensvermittlung verstanden. Die Bildung einer Umweltethik, einer Grundhaltung zu sich, zur Umwelt, zu Mensch, Natur und Dingen ist das Ziel. Die Bildung dieser Grundhaltung, dieses Umweltbewusstseins sollte durch konzentrierte Wahrnehmungserziehung schon im fr\u00fchen Kindesalter, ab etwa 5 Jahren in Kinderg\u00e4rten und Grundschulen gef\u00f6rdert werden.<br \/>\nDas umweltp\u00e4dagogische Arbeitsmaterial, welches nach dem Projektkonzept zusammengestellt wurde, wurde in den ausgew\u00e4hlten Institutionen praktisch eingesetzt und erprobt. Der Ansatz der Umweltbildung durch Wahrnehmungserziehung als Umwelt-Bewusstseinserziehung war f\u00fcr alle am Projekt Beteiligte zun\u00e4chst fremd. Die Bedeutung der Wahrnehmungserziehung wurde im praktischen Umgang in den Institutionen immer deutlicher. Die Schwierigkeit, Umwelt- Wahrnehmungs- und Bewusstseinsprozesse zu initiieren und den Erfolg zu belegen, ist grunds\u00e4tzlicher Art. Die Erzieherinnen, Lehrer\/Innen, die Studierenden und Eltern best\u00e4tigten jedoch durchg\u00e4ngig, dass die Kinder (und auch sie selbst) viele Dinge ihrer nahen Um- und Mitwelt nicht mehr bewusst wahrnehmen, oftmals nicht wahrnehmen k\u00f6nnen und eine entsprechende F\u00f6rderung n\u00f6tig ist. Um die Beziehung zur Umwelt zu f\u00f6rdern, sollte auf eine kindgem\u00e4\u00dfe Weise die bewusste Wahrnehmung der Elemente und Ph\u00e4nomene gef\u00f6rdert werden. Best\u00e4tigt wurde von allen beteiligten Institutionen, dass die Umweltbildung durch eine Wahrnehmungserziehung vor jeglicher weiterer kognitiver Wissensvermittlung unverzichtbar ist. Die \u00dcberlegungen zum Gesamtkonzept st\u00fctzen sich auf die Annahme, dass jede Umweltbildung einer ethischen Grundhaltung bedarf, die das Bewusstsein um den notwendigen Lebensraum Umwelt-Natur-Sch\u00f6pfung positiv pr\u00e4gt und als Wert wertvoll erfahren, erleben und deuten l\u00e4sst. Das Projekt Umweltbildung durch Wahrnehmungserziehung mit dem praktischen umweltp\u00e4dagogischen Arbeitsmaterial hat einen positiven Einfluss auf des Bildung eines wertsch\u00e4tzendes Umweltverst\u00e4ndnis bei Kinder im Vor- und Grundschulalter auf allen Ebenen (Kindern, Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen, Studenten) best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das umweltp\u00e4dagogische Arbeitmaterial, welches die Umweltwahrnehmung und das Umweltbewusstsein von Kindern f\u00f6rdern soll, wurde in 4 Grundschulen, 2 Kinderg\u00e4rten und einer Fachschule f\u00fcr ErzieherInnen erprobt und ausgewertet, Umweltfeste und Umweltpassaktionen erfolgreich durchgef\u00fchrt. Die ausgew\u00e4hlten Institutionen haben w\u00e4hrend der 8-monatigen Praxisphase in unterschiedlich intensiver Weise mit den umweltp\u00e4dagogischen Arbeitsmaterialien in ihren Institutionen gearbeitet. In diesem Zusammenhang haben sich mindestens 5 Lehrerkollegien und 2 Kindergartenteams, d. h. etwa 30 Lehrpersonen, 20 angehende ErzieherInnen und 12 ausgebildete ErzieherInnen (auch in Multiplikatorenfunktion) mit der Thematik der wahrnehmenden Umweltbildung intensiv auseinandergesetzt. Des weiteren wurden auf diesem Wege \u00fcber die neue inhaltliche Auseinandersetzung und \u00fcber Elternabende und Umweltaktionen mindestens 500 Kinder und 40 Elternpaare (Elterninitiativen), auf eine neue Weise in ihrem Umweltbewusstsein und Umweltverhalten geschult und gebildet. Durch die von allen Institutionen positiv beschriebene Projektarbeit, waren alle 7 Einrichtungen am Ende Projektpraxisphase sicher, dass sie in ihren Schulen und Kinderg\u00e4rten die Umweltbildung durch Wahrnehmungserziehung weiterf\u00fchren werden. Dies bedeutet, dass sich nicht nur w\u00e4hrend der aktiven Projektarbeitsphase viele GrundschullehrerInnnen, ErzieherInnen (20-40), viele Kinder (ca.300-500 Kinder) und Eltern und durch die Seminararbeit an der Hochschule etwa 120 Studierende, mit der Umweltbildung auf eine neue bewusste handlungsorientierte Weise auseinander setzten, sondern das die Umweltbildung durch Wahrnehmungserziehung auch \u00fcber den von der Bundesstiftung gef\u00f6rderten Arbeitszeitraum hinaus, weitergeht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Insgesamt l\u00e4sst sich in Theorie und Praxis eine umweltp\u00e4dagogische Bewegtheit beobachten, die sich Nach meiner Einsch\u00e4tzung in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung (Theorie) weit weg von der Praxis entwickelt. In der Praxis gibt es z. T. interessante Projekte und Ans\u00e4tze, dort fehlt es vielfach an Grundkonzepten und an der kritischen p\u00e4dagogischen Reflexion. Viele Einrichtungen des Elementar-\/Primarbereichs, viele P\u00e4dagogen \u00fcberfrachten Kinder mit Aktionen und Themen, ohne sie kindgem\u00e4\u00df in kleinen Schritten mit den Kindern zu reflektieren. Es war Ziel und Arbeitsansatz, die elementare Umweltbildung als umweltp\u00e4dagogische Bewusstseinsbildung durch Umweltkommunikation im Elementar-\/Primarbereich mit m\u00f6glichst wenigen und kosteng\u00fcnstigen Mitteln, zu verankern. In der umfassenden konzeptionellen Beratung der Kinderg\u00e4rten und Grundschulen lie\u00dfe sich ein positi-ves handlungsorientiertes Umweltbewusstsein vermitteln, welches den Menschen in seiner Bezogenheit und Verantwortung f\u00fcr Natur und Mitwelt grundlegt. Mir erscheint es wichtig, Konzepte zu entwickeln und weiterzuentwickeln, die die Br\u00fccke zwischen Theorie und Praxis bilden und alle am Erziehungsprozess Beteiligten ansprechen, um die Umweltkommunikation mit Kindern weiterhin umfassend und grundlegend zu f\u00f6rdern. Durch die F\u00f6rderung des Projekts Umweltbildung durch Wahrnehmungserziehung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, hat die Umweltbildungsarbeit im Elementar-\/Primarbereich eine Chance der Breitenwirkung, die \u00fcber die F\u00f6rderzeit weit hinausgehen kann, da das Konzept, welches Verlagen zur Ver\u00f6ffentlichung vorliegt, auch weiterhin in vielen Einrichtungen umgesetzt werden kann und nicht nur an einen Standfort gebunden ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das umweltp\u00e4dagogische Arbeitsmaterial zur Umweltbildung durch Wahrnehmungserziehung im Elementar-\/Primarbereich soll helfen, einen positiven Umweltbezug durch Sensibilisierung f\u00fcr Umwelt und Natur zu f\u00f6rdern und zu entwickeln. Umwelterziehung im Elementar-\/Primarbereich bedeutet in erster Linie, Lebenszusammenh\u00e4nge auf altersgerechte Weise \u00fcber die Sinne erfahrbar werden zu lassen. 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