{"id":19980,"date":"2023-07-13T15:12:56","date_gmt":"2023-07-13T13:12:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08746-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:58","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:58","slug":"08746-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08746-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung (2): Qualit\u00e4tssteigerung der Getrenntsammlung von Bioabf\u00e4llen in Ballungsgebieten zur Erh\u00f6hung der Kompostqualit\u00e4t und Sicherung einer \u00f6kologischen Kreislaufwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der teilweise sehr hohe und regional bzw. siedlungsstrukturbezogen unterschiedliche St\u00f6rstoffanteil in getrennt gesammelten Bioabf\u00e4llen beeintr\u00e4chtigt die Kompostqualit\u00e4t und damit auch die Akzeptanz und die Vermarktungsf\u00e4higkeit. Ziel des Vorhabens ist es, Einflussfaktoren auf den St\u00f6rstoffeintrag zu ermitteln und darauf aufbauend ein verallgemeinerungsf\u00e4higes Handlungskonzept f\u00fcr eine zielgerichtete und differenziert gef\u00fchrte \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu erstellen. Die Erschlie\u00dfung neuer M\u00f6glichkeiten der Einflussnahme durch Anwendung professioneller neuartiger Methoden der \u00d6ffentlichkeitsarbeit durch Einsatz von auf bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen ausgerichtete Medien ist der Schwerpunkt des Vorhabens.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben ist Teil eines Verbundprojektes, das an mehreren Orten des gesamten Bundesgebietes zur gleichen Zeit durchgef\u00fchrt wird und bezieht sich in diesem Fall auf die Bioabfallsammlung in der Stadt Chemnitz. Die erste Projektphase mit einer Dauer von 12 Monaten beinhaltet die Durchf\u00fchrung vergleichbarer zwischen den Verbundpartnern abgestimmter Analysen zum St\u00f6rstoffgehalt, einschlie\u00dflich der Erhebung sozialwissenschaftlicher Grundlagendaten mit besonderer Ber\u00fccksichtigung der Spezifik der neuen Bundesl\u00e4nder. Zeitlich parallel zur Untersuchung der St\u00f6rstoffgehalte, die zur Schaffung einer Vergleichsbasis dienen, werden Befragungen durchgef\u00fchrt, die insbesondere eine Ermittlung sozialdemografischer Angaben beinhalten. Nach Auswertung der Analysen wird ein auf bestimmte Siedlungsstrukturen angepasstes Medienkonzept erstellt. Dieses Medienkonzept wird mit allen Verbundpartnern diskutiert und abgestimmt, wobei eine entsprechende Anpassung an regionale Besonderheiten erfolgt. Die zweite Projektphase mit einer Dauer von 12 Monaten beinhaltet die Durchf\u00fchrung der verschiedenen Ma\u00dfnahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit in mehreren Phasen. Nach der Wiederholung der Sortieranalysen etwa 1 Jahr nach der Erstanalyse und der Datenauswertung, die auch eine Wertung der Wirksamkeit des Medienkonzeptes beinhaltet, wird ein verallgemeinerungsf\u00e4higes Konzept erstellt, das einen f\u00fcr \u00f6ffentlich-rechtliche Entsorgungstr\u00e4ger nutzbaren Katalog von Ma\u00dfnahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit enth\u00e4lt, der insbesondere die konkrete Situation in den neuen Bundesl\u00e4ndern ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ziel dieses Projektes war es, m\u00f6gliche Einflussfaktoren auf den St\u00f6rstoffeintrag getrennt gesammelter Bioabf\u00e4lle zu ermitteln und darauf aufbauend ein verallgemeinerungsf\u00e4higes Handlungskonzept f\u00fcr eine zielgerichtete differenziert gef\u00fchrte \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu erarbeiten.<br \/>\nDurch eine Ist-Zustandsanalyse bei Bio- und Restabfall wurde zun\u00e4chst die Zusammensetzung und die einwohnerspezifische Menge des getrennt gesammelten Bioabfalls sowie der Organikanteil im Restabfall differenziert erfasst. Dabei wurde festgestellt, dass der St\u00f6rstoffanteil in allen untersuchten Siedlungsstrukturen unter 1 Masse-% liegt. Steigerungspotentiale gibt es beim Erfassungsgrad, der zwischen 16 % und 87 % schwankt. Auch aus den Ergebnissen der B\u00fcrgerbefragung (\u00fcber 500 Haushalte), in der soziale Verhaltensweisen, Gewohnheiten, Erfahrungen, Akzeptanzfragen sowie der Wissens- und Informationsstand \u00fcber die Bioabfallsammlung ermittelt wurden, zeigte sich, dass zwar ein sehr gro\u00dfer Anteil der Bev\u00f6lkerung beteiligt war, jedoch h\u00e4ufig ausschlie\u00dflich Obst- und Gem\u00fcseabf\u00e4lle gesammelt wurden. Viele kompostierbare Materialien (z. B. Tiereinstreu, verwelkte Blumen etc.) gelangen noch in den Restabfall. Aus diesem Grund zielten die Ma\u00dfnahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit vorwiegend auf eine Erh\u00f6hung der getrennt gesammelten Bioabfallmenge. Dabei wurden verschiedene Ma\u00dfnahmen getestet, wie z. B. Aufkleber, Plakate, Pressemitteilungen, Tag der offenen T\u00fcr an der Kompostanlage sowie die Telefonberatung. W\u00e4hrend sich diese Ma\u00dfnahmen an die gesamte Bev\u00f6lkerung gerichtet haben, wurde bei der Ausgabe von Handzetteln an einen kleinen B\u00fcrgerkreis eine zielgruppenorientierte \u00d6ffentlichkeitsarbeit betrieben. Bei dieser Ma\u00dfnahme konnte auch eine direkte Wirksamkeit nachgewiesen werden.<br \/>\nNeuartig war sowohl die Information \u00fcber das Internet als auch der Test von Abfalltrennsystemen. Bei diesem Test als auch bei der Ausgabe von kostenlosen Vorsortiergef\u00e4\u00dfen wurden vor allem die M\u00f6glichkeiten der Abfalltrennung auch bei beengten Wohnverh\u00e4ltnissen aufgezeigt. Ebenso wie bei den Pressemitteilungen \u00fcber Komposteinsatzgebiete stand die F\u00f6rderung des Bewusstseins zum Sinn und zur Notwendigkeit der Getrenntsammlung im Vordergrund.<br \/>\nDie Wirksamkeit der \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurde sowohl mit einer wiederholten Sortieranalyse des Bio- und Restabfalls nach Durchf\u00fchrung der Ma\u00dfnahmen \u00fcberpr\u00fcft als auch mit gezielten B\u00fcrgerbefragungen. Aus diesen Ergebnissen konnte der Erfolg der einzelnen Ma\u00dfnahmen abgeleitet werden. Wichtige Erkenntnis dabei war, dass die gegebenen Rahmenbedingungen bei der Durchf\u00fchrung der einzelnen Ma\u00dfnahmen einen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg haben.<br \/>\nSchriftliches Informationsmaterial, wie Plakate, Aufkleber oder Faltbl\u00e4tter werden zwar allgemein positiv bewertet, stellen jedoch lediglich flankierende Ma\u00dfnahmen dar, da sie keine \u00c4nderung der pers\u00f6nlichen Einstellung bewirken, sondern lediglich hilfreiche Zusatzinformationen liefern k\u00f6nnen. Eine telefonische Abfallberatung sollte nur bei eindeutigem Informationsdefizit eingesetzt werden oder bei lokalem Fehlverhalten (z. B. extrem hoher St\u00f6rstoffeintrag).<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00a7\tVorstellung des Vorhabens auf dem DBU-Statusseminar, November 1998, Osnabr\u00fcck.<br \/>\n\u00a7\tProjektbegleitende Artikel in der lokalen Tagespresse und Wochenzeitungen etc.<br \/>\n\u00a7\tVer\u00f6ffentlichung in der Fachzeitschrift Wasser &#038; Boden, Ausgabe Oktober 1999.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine zuk\u00fcnftige S\u00e4ule der \u00d6ffentlichkeitsarbeit wird in der Unterst\u00fctzung der Umweltbildung in Schulen gesehen. Weiterf\u00fchrende Projekte (altersspezifische Bildungsangebote und Motivationsprogramme) sollten vermitteln, dass die Abfalltrennung in den Schulen zur g\u00e4ngigen Praxis geh\u00f6rt.<br \/>\nAbschlie\u00dfend kann eingesch\u00e4tzt werden, dass zwar eine Sensibilisierung f\u00fcr Umweltprobleme in der Bev\u00f6lkerung vorhanden ist, jedoch in bezug auf die Notwendigkeit der Getrenntsammlung von Abf\u00e4llen das Interesse mit geringerem Lebensalter nachweisbar abnimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der teilweise sehr hohe und regional bzw. siedlungsstrukturbezogen unterschiedliche St\u00f6rstoffanteil in getrennt gesammelten Bioabf\u00e4llen beeintr\u00e4chtigt die Kompostqualit\u00e4t und damit auch die Akzeptanz und die Vermarktungsf\u00e4higkeit. 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