{"id":19979,"date":"2023-07-13T15:13:58","date_gmt":"2023-07-13T13:13:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10378-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:59","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:59","slug":"10378-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10378-01\/","title":{"rendered":"Erfolgsindikatoren des Umweltmanagements"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel war es, auf der Grundlage einer differenzierten Organisationsanalyse in EMAS-validierten Unternehmen f\u00f6rderliche und hemmende Bedingungen bzw. Einflu\u00dffaktoren, die ein \u00f6kologisch und unternehmenspolitisch erfolgreiches Umweltmanagement bestimmen, zu identifizieren und ein Instrument zur Erfolgsbeurteilung des Umweltmanagements zu entwickeln. Dieses Instrumentarium galt es, in einer modellhaften Umsetzung in der Praxis auf seine Tauglichkeit hin zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen einer Vorbereitungsphase wurden die einschl\u00e4gige Literatur zum Thema analysiert, 9 Unternehmen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe und Branchenzugeh\u00f6rigkeit f\u00fcr eine Kooperation ausgew\u00e4hlt sowie ein Interviewleitfaden entwickelt. Das gew\u00e4hlte Interviewverfahren l\u00e4\u00dft sich als ein Methodenmix aus narrativer und problemzentrierter Befragungstechnik charakterisieren. Im Fr\u00fchjahr\/Sommer 1997 wurden insgesamt 12 qualitative Interviews mit Umweltschutzexperten in den am Projekt beteiligten Unter-nehmen durchgef\u00fchrt. Ziel war es, diejenigen Umst\u00e4nde zu lokalisieren, die den betrieblichen Umweltschutz in den Unternehmen im besonderen Ma\u00dfe positiv beeinflussen und somit erfolgreich erscheinen lassen. Gleichzeitig ging es darum, die Erfolgsvorstellung der Experten zu ermitteln. In der Aufbereitungsphase wurden die Interviews transkribiert und mit Hilfe der Software WINMAXpro verdichtet, strukturiert und ausgewertet. Auf Grundlage dieser Daten konnten unternehmensbezogene Fallstudien (Erfolgsgeschichten) rekonstruiert sowie Bedingungen identifiziert werden, die den betrieblichen Umweltschutz f\u00f6rdern.<br \/>\nDie empirischen Befunde einerseits sowie die analytischen Ergebnisse der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Erfolgsbegriff im Umweltmanagement andererseits f\u00fchrte zur Entwicklung der TIKOM-Matrizen, einem Instrument zur Selbstevaluation der Erfolge im Umweltmanagement.<br \/>\nDie TIKOM-Matrizen wurden im Fr\u00fchjahr und Sommer 1998 in zwei getrennten Erprobungsrunden in beteiligten Unternehmen vorgestellt und getestet. Die praktischen Umsetzungserfahrungen wurden zur Weiterentwicklung des Instrumentariums genutzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der einschl\u00e4gigen Literatur zum Thema wird Umweltmanagement in erster Linie als ein Erfolgsfaktor herausgestellt, der den unternehmenspolitischen und damit vor allem den \u00f6konomischen Erfolg positiv beeinflu\u00dft. Diese Betrachtungsweise greift zu kurz. Bevor Umweltmanagement als einer von vielen m\u00f6glichen Faktoren f\u00fcr den Erfolg von Unternehmen identifiziert und in empirischen Untersuchungen daraufhin gepr\u00fcft wird, sollte zun\u00e4chst analysiert und festgelegt werden, woran erfolgreiches Umweltmanagement an sich festzumachen ist. Im Zusammenhang mit Erfolg steht immer auch die Bewertungsproblematik. Bei dem Versuch, den Erfolg betrieblicher Umweltmanagementaktivit\u00e4ten zu messen, wird in zunehmendem Ma\u00dfe die Verwendung von \u00f6kologischen und umweltmanagementbezogenen Kennzahlen diskutiert sowie die Entwicklung allgemeiner Umweltindikatoren gefordert.<br \/>\nBezogen auf die dargestellten theoretischen Probleme zeigen die im Forschungsprojekt erzielten Ergebnisse zweierlei: Die Unternehmenspraktiker sehen den Erfolg von Umweltmanagement keineswegs nur unter dem Blickwinkel des \u00f6konomischen Erfolges, sondern beziehen die soziale und \u00f6kologische Dimension in ihre Ausf\u00fchrungen mit ein. Die befragten Umweltexperten fordern dar\u00fcber hinaus zwar harte Instrumente, wie beispielsweise Umweltkennzahlen, mit deren Hilfe sie die Bem\u00fchungen im Umwelt-schutz messen k\u00f6nnen, sie selbst machen jedoch den Erfolg im betrieblichen Umweltschutz eher an weichen subjektiven Einsch\u00e4tzungen fest. Ferner wurde im Rahmen der empirischen Untersuchung deutlich, da\u00df zwar Bedingungen f\u00fcr erfolgreiches Umweltmanagement existieren, die unternehmens\u00fcbergreifend wirksam werden, da\u00df diese jedoch immer in einen situativen Kontext eingebunden sind, der den Erfolg des Umweltmanagements ma\u00dfgeblich pr\u00e4gt.<br \/>\nDie dargelegten Erkenntnisse wurden bei der Konzeption der TIKOM-Matrizen ber\u00fccksichtigt. Vor dem Hintergrund, da\u00df bisher keine harten und allgemeinverbindlichen Indikatoren existieren, an denen sich der Erfolg von betrieblichen Umweltschutzma\u00dfnahmen messen mu\u00df, wurde ein Pr\u00fcf- und Entwick-lungsinstrument konzipiert, das \u00fcber eine subjektive Bewertung der Umweltmanagementleistungen durch die Umweltexperten in den Unternehmen ein erfolgreiches Umweltmanagement vor Ort initiieren und ausbauen hilft. Mit den TIKOM-Matrizen wird ein anspruchsvoller Handlungsrahmen vorgegeben, an dem die Umweltschutzaktivit\u00e4ten des eigenen Unternehmens zu messen sind und der gleichzeitig M\u00f6glichkeiten f\u00fcr weitere Ma\u00dfnahmen aufzeigt.<br \/>\nErgebnis des Forschungsprojektes sind damit die TIKOM-Matrizen als ein neuartiges Instrumentarium zur Selbstevaluation der Erfolge im Umweltmanagement. Sie gew\u00e4hrleisten eine umfassende Bestandsaufnahme der bisher geleisteten Umweltmanagementaktivit\u00e4ten auf deren Grundlage eine systematische, an den eigenen Zielen und an erfolgsf\u00f6rdernden Bedingungen ausgerichtete Weiterentwicklung des Umweltmanagements m\u00f6glich wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zwischenergebnisse des Projektes wurden in der Zeitschrift UmweltWirtschaftsForum (UWF) ver\u00f6ffentlicht: Freimann, J\u00fcrgen\/Mettke, Thomas\/Schwedes, Roswitha: Erfolgsindikatoren des Umweltmanagements, UWF, H. 3\/97, S. 46-50<br \/>\nDas entwickelte Instrumentarium, die TIKOM-Matrizen, liegen in Form eines Ordners vor.<br \/>\nEine Kurzfassung des Endberichtes ist im Rahmen der Werkstattreihe Betriebliche Umweltpolitik erschienen: Schwedes, Roswitha\/Gr\u00fcnewald, Markus (1998): TIKOM-Matrizen. Ein Instrument zur systematischen Beurteilung und Weiterentwicklung des Umweltmanagements, Bd. 12 der Werkstattreihe Betriebliche Umweltpolitik, Kassel<br \/>\nWeitere Teilergebnisse des Forschungsprojektes werden voraussichtlich ver\u00f6ffentlicht in den Zeitschriften UmweltWirtschaftsForum, H. 1\/99 sowie \u00d6kologisches Wirtschaften H. 1\/99<br \/>\nDie Ergebnisse des Forschungsprojektes sowie die TIKOM-Matrizen selbst wurden im Rahmen eines von der Forschungsgruppe Betriebliche Umweltpolitik in Kooperation mit future e.V. durchgef\u00fchrten Umweltmanagement-Workshops Werkzeuge erfolgreichen Umweltmanagements am 15.\/16. Oktober in Kassel einer breiten \u00d6ffentlichkeit von Fachvertretern und Unternehmenspraktikern vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Erprobungsphasen wie auch die positive Resonanz, die das entwickelte Instrument im Rahmen des oben genannten Workshops erfahren hat, zeigen, da\u00df die TIKOM-Matrizen ein sehr praxistaugliches Instrumentarium darstellen. Ihre Anwendung erleichtert sowohl Unternehmen, die am Anfang ihrer Bem\u00fchungen f\u00fcr den Umweltschutz stehen, den Einstieg in das komplexe Feld Umweltmanagement, als auch die systematische Weiterentwicklung bereits vollzogener Aktivit\u00e4ten in solchen Unternehmen, die im betrieblichen Umweltschutz weiter fortgeschritten sind. Eine Einbindung der TIKOM-Matrizen in EMAS-Projekte ist sehr gut m\u00f6glich, z.B. im Vorfeld einer Revalidierung. Die Entwicklung einer EDV-Variante der bisher nur in Papierformat vorliegenden TIKOM-Matrizen erscheint sinnvoll und f\u00fcr eine Verbreitung des Instrumentes notwendig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel war es, auf der Grundlage einer differenzierten Organisationsanalyse in EMAS-validierten Unternehmen f\u00f6rderliche und hemmende Bedingungen bzw. 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