{"id":19977,"date":"2025-08-02T10:32:02","date_gmt":"2025-08-02T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07277-01\/"},"modified":"2025-08-02T10:32:03","modified_gmt":"2025-08-02T08:32:03","slug":"07277-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07277-01\/","title":{"rendered":"Wissenschaftliche Untersuchung zur Beschleunigung und Verwitterung von Marmor und Aufbau einer Marmor\/Umwelt-Datenbank"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit der zunehmenden Industrialisierung und der damit verbundenen Schadstoffemission kommt es zu zunehmenden Sch\u00e4den an Denkmalen. Marmor ist von dieser Beschleunigung der Verwitterung, die auch das Gesteinsinnere erfa\u00dft, besonders betroffen. Ziel des Projektes ist es, die bisherigen zerst\u00f6rungsfreien Ultraschalluntersuchungen an Marmordenkmalen in einer Objektdatenbank zusammenzufassen, f\u00e4chendeckend eine repr\u00e4sentative Objektgruppe neu zu vermessen, diese Daten mit Standort-, Klima- und Umweltdaten zu verkn\u00fcpfen und zu analysieren, um so die Verwitterungsbeschleunigung zu quantifizieren und erhaltungsrelevante Daten f\u00fcr Interessenten bereitzustellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr die Marmordenkmale wird in der ersten Projektphase die Struktur f\u00fcr eine Objektdatenbank aufgebaut, die neben Objektkenndaten, Untersuchungsergebnissen, Standortdaten und Umweltdaten enth\u00e4lt. Einen inhaltlichen Schwerpunkt der Datenbank stellen die Ergebnisse der zerst\u00f6rungsfreien Ultraschalluntersuchungen dar, die den Verwitterungszustand der Denkmale beschreiben. In der zweiten Projektphase erfolgt, mit Hilfe der EUROMARBLE-Arbeitsgruppe, die Aufnahme m\u00f6glichst vieler bisher vermessener Objekte in Deutschland und den angrenzenden L\u00e4ndern in die Datenbank und einer ersten Zwischenanalyse unterzogen. Diese Analyse soll erste Hinweise f\u00fcr die Quantifizierung der Verwitterungsdynamik liefern. Die ersten Analyseergebnisse dienen der Auswahl einer geeigneten repr\u00e4sentativen Objektgruppe, die in der dritten Objektphase Neuuntersuchung unterzogen und in die Datenbank mit aufgenommen werden. Nach Abschlu\u00df der Messungen wird die Gesamtmenge der Daten einer Gesamtanalyse unterzogen, um die Verwitterungsdynamik von Marmor mit seinen Einflu\u00dffaktoren qualifizieren und quantifizieren zu k\u00f6nnen. Die Marmordatenbank und die Analysenergebnisse sollen allen interessierten Nutzern in geeigneter Form zug\u00e4nglich gemacht werden, um so die Erhaltung der Marmordenkmale in Europa zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ziel des Projektes Aufbau einer Marmor\/Umwelt-Datenbank f\u00fcr Marmordenkmale und Untersuchung der Beschleunigung der Verwitterung von Marmor war es, mit Hilfe einer statistisch relevanten Anzahl von zerst\u00f6rungsfreien Ultraschalluntersuchungen ein geeignetes Datenmaterial zu gewinnen, um die Frage nach der Beschleunigung der Marmorverwitterung zu beantworten und eventuelle Einflu\u00dffaktoren f\u00fcr diesen vermuteten Proze\u00df zu erkennen.<br \/>\nF\u00fcr die Datenverwaltung, die Datenauswertung und eine sp\u00e4tere Nutzung der Daten durch Interessenten aus der denkmalpflegerischen Praxis sollten die Untersuchungsdaten gemeinsam mit Daten zu den Objekten, ihren Standorten und den entsprechenden Klima- und Umweltbedingungen in einer Marmor\/Umwelt-Datenbank zusammengefa\u00dft werden. Der Datenbestand sollte sich aus schon vorhandenen Messungen (Altmessungen) und aus Neumessungen zusammensetzen. Die Neumessungen unfassen sowohl Messungen im Auftrag Dritter, als auch gezielte Messungen mit Projektmitteln.<br \/>\nIm Zeitraum der Projektlaufzeit konnten zu den etwas \u00fcber 200 Altmessungen 90 Neumessungen hinzugef\u00fcgt werden, von denen 23 im Projekt selbst durchgef\u00fchrt wurden. Durch eine gezielte Auswahl der Untersuchungsobjekte konnte mit Hilfe vieler zust\u00e4ndiger Landes\u00e4mter f\u00fcr Denkmalpflege eine zufriedenstellende Fl\u00e4chendeckung des Untersuchungsgebietes Bundesrepublik Deutschland erreicht werden. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei auf das Gebiet der Neuen Bundesl\u00e4nder gelegt, da hier vor 1989 die st\u00e4rksten Umweltbelastungen und Sch\u00e4den an Marmordenkmalen auftraten. Die Marmor\/Umwelt-Datenbank beinhaltet augenblicklich etwas \u00fcber 300 Marmordenkmale, die zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Carrara-Marmor und Laaser Marmor bestehen.<br \/>\nDie Datenbank ist in zwei Teile gegliedert, die Grunddatensammlung und die Einzeldatensammlung. Die Einzeldatensammlung beinhaltet die einzelnen und detaillierten Ergebnisse der zerst\u00f6rungsfreien Ultraschallmessungen. Die Grunddatensammlung vereinigt neben den zusammengefa\u00dften Ultraschalluntersuchungsergebnissen, ausf\u00fchrliche Angaben zum Untersuchungsobjekt, Standortdaten, sowie Klima- und Umweltdaten. F\u00fcr die normalen Datenrecherchen und Auswertungen wird bevorzugt die Grunddatensammlung verwendet.<br \/>\nAls Ma\u00df f\u00fcr die Verwitterungsgeschwindigkeit diente die durchschnittliche j\u00e4hrliche Abnahme der mittleren Ultraschallgeschwindigkeit eines Marmordenkmales vom Jahr seiner Erschaffung bis zum Jahr der Untersuchung. Als Bezugsgr\u00f6\u00dfe wurde f\u00fcr bruchfrischen Marmor eine Schallgeschwindigkeit von 5,4km\/s angenommen, die der minimalen Schallgeschwindigkeit entspricht, die bisher in Carrara f\u00fcr Bildhauersteine ermittelt wurde.<br \/>\nErste Auswertungen des Grunddatenbestandes mit verschiedenen Auswertungsprogrammen erbrachten den Nachweis f\u00fcr eine Verwitterungsbeschleunigung des Marmors, die ab dem beginnenden 18.Jahrhundert deutlich erkennbar ist. Dabei ist zu erkennen, da\u00df die zu diesem Zeitpunkt zunehmende Umweltbelastungen f\u00fcr den Grundproze\u00df der Beschleunigung der Verwitterung verantwortlich gemacht werden m\u00fcssen. Neben dem Nachweis der zunehmenden Verwitterungsdynamik von Marmor war es m\u00f6glich, Einflu\u00dffaktoren herauszuarbeiten, die in ihrem Zusammenwirken diesen Proze\u00df synergistisch und antagonistisch beeinflussen k\u00f6nnen. Dies sind neben der Gesteinsqualit\u00e4t des Rohsteines selbst auch regionale Klima- und Umwelteinfl\u00fcsse, deren qualitativer Einflu\u00df auf den Verwitterungsproze\u00df erkennbar ist. Dabei ist es m\u00f6glich, da\u00df durch eine ung\u00fcnstige Kombination von Einflu\u00dffaktoren eine Verwitterungsdynamik entsteht, die dann zu Totalverlusten von Marmordenkmalen f\u00fchrt, wie es 1978 in Potsdam-Sanssouci geschehen ist.<br \/>\nDie Marmor\/Umwelt-Datenbank soll kontinuierlich erg\u00e4nzt und weitergef\u00fchrt werden, um so eine Basis f\u00fcr sp\u00e4tere Nachmessungen zu erhalten, mit denen dann kl\u00e4rbar ist, ob die Verbesserung der Umweltbedingungen der letzten Jahre sich d\u00e4mpfend auf den Verwitterungsproze\u00df von Marmor auswirkt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Datenmaterial wurde dem Brandenburgischen Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege \u00fcbergeben und kann von diesem auf Anfrage an interessierte Nutzer weitergegeben werden. Ergebnisse und Teilergebnisse des Projektes wurden und werden auf nationalen und internationalen Tagungen vorgestellt und in Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Nach Abschlu\u00df des Projektes steht jetzt ein aufbereitetes Untersuchungsmaterial zur Verf\u00fcgung, das als Entscheidungshilfe bei praktischen Erhaltungsfragen f\u00fcr Marmordenkmale ebenso dienen kann, wie als Ausgangspunkt f\u00fcr gezielte interdisziplin\u00e4re Forschungen, die sich mit der weiteren Aufkl\u00e4rung des Ver-witterungsprozesses von Marmor besch\u00e4ftigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit der zunehmenden Industrialisierung und der damit verbundenen Schadstoffemission kommt es zu zunehmenden Sch\u00e4den an Denkmalen. Marmor ist von dieser Beschleunigung der Verwitterung, die auch das Gesteinsinnere erfa\u00dft, besonders betroffen. 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