{"id":19971,"date":"2023-07-13T15:09:18","date_gmt":"2023-07-13T13:09:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03254-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:19","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:19","slug":"03254-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03254-01\/","title":{"rendered":"Untersuchung der Sanierungserfordernisse f\u00fcr die Halden des Mansfelder Kupferbergbaus am Beispiel der Halden Hohe Linde Sangershausen und Zirkelschacht"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gegenstand des Projektes sind Untersuchungen erforderlicher Sanierungsma\u00dfnahmen an Halden des Mansfelder Kupferbergbaus. Untersuchungsbedarf bildet das Austreten salzhaltiger Sickerw\u00e4sser aus Halden im Sangerh\u00e4user Revier, welches auf den hohen Nebengesteinsanteil von 10%, davon 1% Steinsalz, zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Auf einigen Halden wurden in Zusammenhang mit der Strecken-auffahrung Kalisalz verst\u00fcrzt. Der Austrag umweltrelevanter Schwermetallkonzentrationen ist wegen des geringen Erzanteils auf Neuhalden nicht zu erwarten, hierzu wird eine Althalde in die Untersuchungen mit einbezogen. Die von den Halden ausgehende Strahlung liegt nach Untersuchungen unter 2 bq\/g. Nach Untersuchungen der Halden soll eine Einsch\u00e4tzung der Umweltrelevanz der Halden erfolgen und ggf. ein Konzept der Verwertung respektive Renaturierung der Haldentypen bzw. Ableitung der Rekultivierungsnotwendigkeit gegeben werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNeben der Literaturrecherche zu den Standorten und Betrachtung der Geologie\/Hydrogeologie wurden die Standorte \u00fcber die Dauer der Projektlaufzeit beobachtet und dokumentiert. Laborativ wurde neben der Zusammensetzung der beiden Halden auch deren Eluationsverhalten untersucht; um die L\u00f6slichkeit der Schadstoffe nachzuweisen. Oberfl\u00e4chennahe Bodenschichten im Lee der Halden wurde auf eventuelle Schadstoffeintr\u00e4ge \u00fcber den Luftpfad untersucht. Vorhandene Sickerwasseraustritte wurde mehrmals beprobt und analysiert. Daneben wurden Grundwasseranalysen betrachtet, um Negativauswirkungen der Halden f\u00fcr eine Trinkwassernutzung nachzuweisen. Die ermit-telten Analysenergebnisse wurden mit g\u00e4ngigen Richt- und Orientierungswerten verglichen und bewertet. Im Anschlu\u00df wurden Berechnungen zu Salzaustr\u00e4gen aus den relevanten Kegel- und Flachhalden im Untersuchungsraum durchgef\u00fchrt und mit Salzaustr\u00e4gen der Kalir\u00fcckstandshalden verglichen und bewertet. Nach der Auswertung wurden Schlu\u00dffolgerungen f\u00fcr die untersuchten Halden abgleitet. Neben diesen Halden wurden weitere Haldenstandorte im Untersuchungsraum begutachtet und spezielle, weitergehende Untersuchungen f\u00fcr besonders belastete Standorte vorgeschlagen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Sowohl die Flachhalde als auch die Kegelhalde sind als Denkm\u00e4ler des Mansfelder Kupferschieferbergbaus gesch\u00fctzt. Daher ist eine Sanierung zum Zwecke der Optimierung des Landschaftsbildes nicht in Betracht zu ziehen. Obwohl insbesondere die Kegelhalden optisch durch ihre Gestalt und \u00fcberwiegend unbewachsene Oberfl\u00e4che deutlich hervortreten, ist der Erhalt der Denkm\u00e4ler zum Schutz und der Erhaltung dieser historisch gewachsenen Kulturlandschaft w\u00fcnschenswert.<br \/>\nRekultivierungen oder andere Sanierungsma\u00dfnahmen w\u00e4ren also nur bei akuter Gef\u00e4hrdung der Schutzg\u00fcter Luft, Boden, Wasser sowie des Menschen denkbar. F\u00fcr die Schutzg\u00fcter Luft und Boden konnte nachgewiesen werden, da\u00df infolge der geringen Eluierbarkeit der Schwermetallsulfide und der K\u00f6rnung des Materials st\u00e4rkere Belastungen im Umfeld nicht entstanden sind. Auch das Haldenmaterial ist schwer eluierbar und demzufolge nicht unmittelbar gef\u00e4hrdend. Sickerwasserbelastungen mit Salzen und Schwermetallen wurden vor allem an der j\u00fcngeren Halde festgestellt. Die Salzbelastung betr\u00e4gt jedoch nur 2% der Versickerung eines Kalihaldenstandortes. Von gesundheitlicher Bedeutung ist wegen seiner sch\u00e4digenden Wirkung auf den menschlichen Organismus insbesondere der nachgewiesenen Cadmiumgehalt in den Sickerw\u00e4ssern.<br \/>\nAn beiden untersuchten Standorten ist der Grundwasserflurabstand sehr fern. Eine gef\u00e4hrdende Belastung durch die versickernden W\u00e4sser konnte an der j\u00fcngeren Halde , auch in dem im Abstrom der Halde gelegenen Trinkwasserbrunnnen nicht festgestellt werden. Erh\u00f6hte Chloridgehalte sind festzustellen, \u00fcberschreiten jedoch seit 3 Jahren die Trinkwassergrenzwerte nicht.<br \/>\nSanierungsnotwendigkeiten sind aus den Untersuchungen f\u00fcr beide Halden nicht abzuleiten. Strahlenbelastung durch die Halden war nicht Gegenstand der Untersuchungen, Gutachten belegen keine Gef\u00e4hrdung durch die Halden. Standsicherheitliche Fragen wurden nicht betrachtet. Es ist jedoch zu beachten, da\u00df standsicherheitliche Gef\u00e4hrdungen durch unsachgem\u00e4\u00dfen Abtrag des Bergematerials m\u00f6glich sein k\u00f6nnen und daher vermieden werden sollten.<br \/>\nVorschlag zu einer Weiterf\u00fchrung des Projektes w\u00e4re die Untersuchung eines komplexeren Einzelstandortes, d.h. einer Halde, an der neben Bergematerial bergbaufremde Ablagerungen entstanden sind, um einen Vergleich mit den hier untersuchten Standorten zu ziehen und eventuelle Wechselwirkungen zwischen den Stoffen herauszustellen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse werden dem Sanierungsverbund e.V. Mansfeld zur Verf\u00fcgung gestellt, welcher sich zur Aufgabe gemacht hat, ein \u00fcberregionales Koordinationsorgan f\u00fcr die gesamtheitliche Bearbeitung der in der Region vorhandenen \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Probleme zu bilden. Der Verbund unterh\u00e4lt einen Haldenkatalog zu den Kupferschieferhalden; mit den vorliegenden Untersuchungen kann dieser Datenbestand erweitert werden und einen komplexen und detaillierten Wissenstand zu den einzelnen, untersuchten Halden liefern.<br \/>\nDer GVV mbH als Betreiber der stillgelegten Bergwerks &#8211; und Haldenstandorte sollen die Unter-suchungen und Ergebnisse zur Verf\u00fcgung gestellt werden, um daraus Erkenntnisse zum praktischen Umgang und der Verwahrung der stillgelegten Kupferschieferhalden abzuleiten.<br \/>\nEine Ver\u00f6ffentlichung in Fachzeitschriften wird angestrebt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die untersuchte Problematik ist von allgemeinem Interesse f\u00fcr die Bewertung der Altstandorte mit Bergehalden im Mansfelder Land. Insbesondere im Hinblick auf die Einordnung der Halden als technische Denkm\u00e4ler ist ihre Umweltrelevanz zu werten.<br \/>\nNach der Recherche zu den relevanten Haldenstandorten hat sich herausgestellt, da\u00df an einer Vielzahl der Halden bergbaufremde Ablagerungen stattgefunden haben. Eine Bewertung von Sanierungserfordernissen f\u00fcr diese Standorte konnte nicht erfolgen.<br \/>\nDie Halden konnten nur in Bezug auf den Vergleich der Salzbelastung zu Kalistandorten ausreichend betrachtet werden. Die Komplexit\u00e4t der Halden, insbesondere der Standorte, welche z.T. durch Fremdablagerungen stark beeinflu\u00dft sind, war mit dem vorgesehenen Bearbeitungsumfang nicht zu erfassen.<br \/>\nEventuelle, zuk\u00fcnftige Themenstellungen zu dieser Problematik sollten daher Einzelstandortbetrachtungen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Projektes sind Untersuchungen erforderlicher Sanierungsma\u00dfnahmen an Halden des Mansfelder Kupferbergbaus. Untersuchungsbedarf bildet das Austreten salzhaltiger Sickerw\u00e4sser aus Halden im Sangerh\u00e4user Revier, welches auf den hohen Nebengesteinsanteil von 10%, davon 1% Steinsalz, zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Auf einigen Halden wurden in Zusammenhang mit der Strecken-auffahrung Kalisalz verst\u00fcrzt. 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