{"id":19933,"date":"2024-11-27T10:34:10","date_gmt":"2024-11-27T09:34:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10646-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:13","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:13","slug":"10646-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10646-01\/","title":{"rendered":"Handbuch zum Stand der Technik beim Bauen mit Lehm"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Verbreitung der Lehmbautechniken, insbesondere auch die auf heutige bauliche und handwerkliche Anforderungen zugeschnittenen, leiden trotz wachsender Nachfrage unter Akzeptanzproblemen, die die Realisierung von Lehmbauten behindern und im Kern auf fehlende verbindliche Qualit\u00e4tsstandards und auf Unsicherheiten \u00fcber die technische und bauphysikalische Leistungsf\u00e4higkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Hier gilt es, mehr Klarheit zu schaffen durch die Zusammenstellung konsensf\u00e4higer, gesicherter und aktueller Daten und Regeln. Dar\u00fcber hinaus deckt eine solche Statusbeschreibung Bereiche auf, in denen noch Forschungsbedarf, etwa zur Ermittlung von Stoffdaten in Test- bzw. Me\u00dfreihen, besteht.<br \/>\nMit dem hier beantragten Projekt soll in Kooperation mit Lehmbauexperten und Praktikern ein entscheidender Beitrag zur Formulierung und bauaufsichtlichen Einf\u00fchrung eines einheitlichen Regelwerkes f\u00fcr das Bauen mit Lehm geschaffen werden. Die physikalisch-technischen und handwerklichen Informationsbausteine des Regelwerkes liefern Grundlagen f\u00fcr eine sp\u00e4tere Normierung.<br \/>\nDamit entsteht ein Orientierungsrahmen f\u00fcr Beh\u00f6rden, Planer, Bauherren, Handwerker und andere Anwender, der auch den modernen Verarbeitungstechniken und neuen Lehmprodukten gerecht wird.<br \/>\nDer Verband initiiert und koordiniert den Diskurs mit Lehmbauexperten zu den einzelnen Themenkomplexen eines Regelwerkes mit dem Ziel einen Konsens der beteiligten Fachleute \u00fcber die Inhalte herzustellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Erstellung von Richtlinien zum Bauen mit Lehm, die den aktuellen Stand der Technik zusammenfassend dokumentieren, bedarf eines intensiven Diskussionsprozesses mit Lehmbaufachleuten. Dabei strebt der DVL die st\u00e4rkere Beteiligung von Handwerkern und Herstellern mit ausgewiesener Lehmbauerfahrung an. Dar\u00fcber hinaus werden ausl\u00e4ndische Experten zu Rate gezogen. Der DVL \u00fcbernimmt die Federf\u00fchrung bei diesem Diskussionsproze\u00df bis hin zur Endredaktion des Regelwerkes. Ein eigens einzurichtender Redaktionsbeirat diskutiert und bewertet die von einzelnen externen Sachverst\u00e4ndigen zusammengetragenen Informationsbausteine.<\/p>\n<p>Nachfolgende Aufgabenfelder wurden bearbeitet:<br \/>\n1. Zusammenstellung gesicherter bauphysikalischer, \u00f6kologischer Kennwerte und Stoffdaten f\u00fcr Lehmbaustoffe und Aufdecken von Wissensl\u00fccken bzw. Forschungsbedarf.<br \/>\n2. Verfassen von Merkbl\u00e4ttern mit Regeln und Erfahrungswerten f\u00fcr die rationelle und fachgerechte Be- und Verarbeitung von Lehmbaustoffen und Auflistung typischer Fehlerquellen;<br \/>\n3. Darstellung beispielhafter Konstruktionen mit Lehm unter Ber\u00fccksichtigung von Sicherheitsstandards;<br \/>\n4. Erfassung und Beschreibung der Lehmprodukte und Bezugsquellen.<\/p>\n<p>Der Verband \u00fcbernimmt die Redaktion f\u00fcr ein abschlie\u00dfendes Konsenspapier zum Bauen mit Lehm und sorgt f\u00fcr die zielgruppenspezifische Verbreitung der Informationsschrift.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projektergebnis dokumentiert den aktuellen Stand der Technik auf dem Gebiet des Lehmbaus in Deutschland. Die ARGEBAU hat auf ihrer 122. Sitzung im M\u00e4rz 1995 beschlossen, ausgehend von den alten, 1971 zur\u00fcckgezogenen DIN-Vorschriften eine neue technische Regel zum Bauen mit Lehm zu erarbeiten. Der DVL wurde gebeten, an der Erarbeitung dieser Regel mitzuwirken.<br \/>\nMit dem Projektergebnis legt der DVL nun einen Textvorschlag f\u00fcr eine solche Regel vor. Der Text durchlief einen stufenweisen Proze\u00df der Konsensfindung: er wurde zun\u00e4chst von einer AG des DVL er-arbeitet, intern beraten und anschlie\u00dfend in drei \u00f6ffentlichen Lehmbaufachgespr\u00e4chen, zuletzt auf der internationalen Fachtagung LEHM 97, vorgestellt und diskutiert. Zum Entwurf erhielt die AG des DVL mehr als 200 Anmerkungen und Hinweise von in- und ausl\u00e4ndischen Fachkollegen, die in dem nun vor-liegenden Textvorschlag Ber\u00fccksichtigung fanden. Dieser ist somit als erreichter Konsens aller an der Diskussion beteiligten Experten anzusehen. Alle eingereichten Diskussionsbeitr\u00e4ge sind beim DVL dokumentiert. <\/p>\n<p>Wesentliche Ziele, die mit dem vorliegenden Textvorschlag erreicht wurden, sind:<br \/>\n&#8211; einheitliche Begriffsbestimmungen und Abgrenzung. Lehm wurde definiert als Gemisch aus Tonmineralien und schluffigen bis steinigen Bestandteilen mit einem jederzeit wiederholbaren Erweichungsmechanismus bei Wasserzugabe. Diese wichtige Feststellung beschreibt eine grundlegende \u00f6kologische Qualit\u00e4t des Baustoffes Lehm und schafft einen Orientierungsrahmen f\u00fcr k\u00fcnftige, sich herausbildende besondere proze\u00dftechnische Herstellungsverfahren, z.B. bei Verwendung k\u00fcnstlicher Zus\u00e4tze.<br \/>\n&#8211; aktualisierte Gliederung nach Baustoff und Bauteil. Im Unterschied zu den alten Normen wurde eine an modernen Erfordernissen orientierte Gliederung nach Baustoffen und Bauteilen vorgenommen. Auf ein gesondertes Kapitel Bauverfahren wurde verzichtet, statt dessen Verarbeitungshinweise zu jedem Baustoff gegeben. Dadurch ergab sich eine klarere Struktur. Ber\u00fccksichtigt wurde auch der Lehmbau in tragender Anwendung<br \/>\n&#8211; Beitrag zur Markttransparenz. Durch die M\u00f6glichkeit der bauaufsichtlichen Bewertung von Baukonstruktionen aus Lehm sollen einerseits handwerklich unqualifizierte Leistungen wie auch \u00fcberzogene technische Forderungen seitens der Bauaufsichtsbeh\u00f6rden vermieden, anderseits zuk\u00fcnftige technische Entwicklungen nicht behindert werden.<br \/>\n&#8211; Aktualisierte Baustoff- und Bauteilwerte entsprechend aktueller Forschungsergebnisse wurden in den Anhang der Regel aufgenommen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die Regel vor allem an mit dem Gegenstand befa\u00dfte Fachleute wie Architekten, Planer, Bauingenieure, Bauaufsichtsbeh\u00f6rden etc. richtet, sind in einem zweiten Projektteil Lehmbau Informationen alle Aspekte zusammengetragen, die f\u00fcr Verbraucher als Einstiegsinformation wichtig sind. H\u00e4ufig nachgefragt werden z.B. anwendungsorientierte Informationen zu Baustoffen und deren Verarbeitung, Bauteile \/ Skizzen, Hersteller- u. H\u00e4ndlerlisten etc. Die allgemein verst\u00e4ndlichen Lehmbau Informationen decken ein entsprechendes Informationsbed\u00fcrfnis ab und leisten damit einen Beitrag zur Verbreitung des Lehmbaus.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das gesamte Projekt war von Anfang an auf die Beteiligung einer breiten Fach\u00f6ffentlichkeit ausgelegt. H\u00f6hepunkt war dabei die Pr\u00e4sentation des Textentwurfes der AG auf der internationalen Fachtagung Lehm 97 in Viersen. Nach Einigung mit dem Verlag stehen weitere Publikationen an.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Erarbeitung der Lehmbau-Regeln wurde ein entscheidender Fortschritt f\u00fcr die weitere Verbreitung des Baustoffes Lehm erreicht. Sie schaffen Entscheidungssicherheit bei Planern und Genehmigungsbeh\u00f6rden. Die Lehmbau-Informationen geben interessierten Bauherren praxisgerechte Hinweise zur Thematik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Verbreitung der Lehmbautechniken, insbesondere auch die auf heutige bauliche und handwerkliche Anforderungen zugeschnittenen, leiden trotz wachsender Nachfrage unter Akzeptanzproblemen, die die Realisierung von Lehmbauten behindern und im Kern auf fehlende verbindliche Qualit\u00e4tsstandards und auf Unsicherheiten \u00fcber die technische und bauphysikalische Leistungsf\u00e4higkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. 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