{"id":19914,"date":"2023-07-13T15:13:50","date_gmt":"2023-07-13T13:13:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10258-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:52","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:52","slug":"10258-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10258-01\/","title":{"rendered":"Demonstrationsvorhaben zur dezentralen Einbindung einer Solaranlage in die Nahw\u00e4rmeversorgung Markdorf-Lichtenberg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Am nord\u00f6stlichen Ufer des Bodensees werden in der Stadt Markdorf im Wohngebiet Lichtenberg III ca. 70 Wohnungen mit einer Nutzfl\u00e4che von ca. 6.000 m\u00b2 gebaut. Alle Geb\u00e4ude sind mit einem erh\u00f6hten baulichen W\u00e4rmeschutz ausgestattet. Der Bebauungsplan wurde unter der besonderen Ber\u00fccksichtigung der passiven Solarenergienutzung erstellt. Die Lage, das Klima und der Bebauungsplan erm\u00f6glichen aber auch eine optimale aktive Solarenergienutzung, so dass die Gemeinde Markdorf, das regionale Gasversorgungsunternehmen und ein Bautr\u00e4ger eine solar unterst\u00fctzte Nahw\u00e4rmeversorgung umsetzen werden. Die Heizzentrale kann in einem der Mehrfamilienh\u00e4user untergebracht werden. Auf den D\u00e4chern der beiden Nachbargeb\u00e4ude wird die Solaranlage mit einer Fl\u00e4che von ca. 240 m\u00b2 installiert. Der Sonnenenergieanteil an der gelieferten W\u00e4rme f\u00fcr Heizung und Warmwasser soll bei ca. 17 % liegen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie solare W\u00e4rmeversorgung ist in Deutschland ein neuer Versorgungszweig, der \u00fcber das Stadium von einigen Pilotanlagen noch nicht hinausgekommen ist. Pilotprojekte in Friedrichshafen (Wiggenhausen-S\u00fcd, Bahnhofsplatz, Immenstaad) belegen zwar die prinzipielle Durchf\u00fchrbarkeit solarer W\u00e4rmeversorgungskonzepte; die Kosten zeigen jedoch, dass sie ohne F\u00f6rderung nicht wirtschaftlich zu betreiben sind.<br \/>\nDie Technischen Werke Friedrichshafen TWF GmbH haben mit der Durchf\u00fchrung ihrer drei Pilotprojekte zur solaren Nahw\u00e4rmeversorgung ihre technische wie kaufm\u00e4nnische Erfahrungen in dem Bereich Innovative W\u00e4rmeversorgungskonzepte erweitert. Die Solaranlagen wurde je nach Projekt vom Bund, dem Land Baden-W\u00fcrttemberg und\/oder dem Bautr\u00e4ger gef\u00f6rdert.<br \/>\nDie TWF GmbH belegten, dass 10 % der Investitionen einer Solaranlage durch die Einsparung an Gas erwirtschaftet werden k\u00f6nnen. Durch ein praxisgerechtes Finanzierungsmodell ist es der TWF gelungen, 90 % der Investitionen f\u00fcr die Solaranlage bei verschiedenen F\u00f6rderern einzuwerben. So beteiligt sich die Stadt Markdorf mit 10 % und der lokale Bautr\u00e4ger (Wohn- und Gewerbebaugesellschaft mbH &#038; Co. KG) mit 30 %. Die verbleibende Finanzierungsl\u00fccke von 50 % werden durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt geschlossen.<br \/>\nDie Gesamtkosten (Solaranlage incl. 12 % Planungskosten) liegen bei ca. 250.000 DM. Bei der vorgesehenen Kollektorfl\u00e4che betragen die auf die Kollektorfl\u00e4che bezogenen Systemkosten ca. 1.000 DM\/m\u00b2.<br \/>\nDie Planung f\u00fcr das Nahw\u00e4rmesystem mit modernster Heiztechnik (Brennwertanlage) f\u00fcr die 5 Einfamilien-, 13 Reihen- und 11 Mehrfamilienh\u00e4user f\u00fchrt TWF selbst durch. Der Betrieb der Anlagen zur solaren Nahw\u00e4rme in Friedrichshafen zeigt, da\u00df die technischen Konzepte der solaren Nahw\u00e4rmeversorgung noch verbessert werden m\u00fcssen. So bereiten in der Praxis hohe R\u00fccklauftemperaturen aus der Geb\u00e4udebeheizung und der Warmwasserbereitung sowie das noch nicht optimal funktionierende Zusammenspiel zwischen Kessel- und Solaranlage noch Probleme. Im Projekt Markdorf \/ Lichtenberg III soll nun erstmals ein optimiertes Konzept hinsichtlich der Abstimmung zwischen Solaranlage und Brennwertkessel ausprobiert werden. Zudem sollen beim technischen Konzept der W\u00e4rme\u00fcbergabestationen auf die Realisierung niedriger R\u00fccklauftemperaturen besonders geachtet werden. Eine Herausforderung stellt die Anpassung der Heizungstechnik an den Betrieb einer Solaranlage dar. F\u00fcr einen wirtschaftlich und technisch sinnvollen Anlagenbetrieb sind niedrige R\u00fccklauftemperaturen unabdingbar. In vielen praktisch ausgef\u00fchrten Anlagen f\u00fchren hohe R\u00fccklauftemperaturen in der Som-merzeit dazu, da\u00df die gewonnene Solarenergie nur unzureichend genutzt werden kann. Oft liegt die R\u00fccklauftemperatur bei ca. 50 \u00b0C (die Planung sah 40 \u00b0C und weniger vor!), da die Warmwasserspeicher mit Speicherladesystem nicht die gew\u00fcnschten (zwischen 25 und 40\u00b0C) R\u00fccklauftemperaturen bereitstellen. Die Erfahrungen mit den anderen Projekten zur solaren Nahw\u00e4rmeversorgung in Friedrichshafen zeigen, da\u00df in der Planung und praktischen Umsetzung Unsicherheiten hinsichtlich der Speicherladesysteme bestehen. So mu\u00df der Speicher mit einem Schaltvolumen (Einschaltf\u00fchler in der Mitte, Ausschaltf\u00fchler am Beh\u00e4lterboden) versehen sein. Zudem sollte die Zirkulationspumpe \u00fcber der Speicherladeleitung eingebunden werden. Auch sollten die Speicherladeleitung und die Warmwasserleitungen nicht \u00fcber einen gemeinsamen Anschlu\u00df zum Speicher gef\u00fchrt werden. Alle \u00d6ffnungen, \u00fcber die Wasser in den Speicher gelangt, sind mit Prallteller zu versehen, so da\u00df die Schichtung nicht zerst\u00f6rt wird. Selbstverst\u00e4ndlich mu\u00df der Speicherladekreis auf der Brauchwasserseite hydraulisch einreguliert werden. Das kundenseitige Rohrnetz f\u00fcr die Heizung ist durch den Installateur einzuregulieren, um niedrige R\u00fccklauftemperaturen zu erhalten. Im Projekt Lichtenberg III soll auf diese praktischen, f\u00fcr die richtige Funktion der Solaranlage aber zwingend erforderlichen technischen Anforderungen verst\u00e4rkt geachtet werden.<br \/>\nUm eine gute Regelung f\u00fcr Heizung und Warmwasser mit niedrigen R\u00fccklauftemperaturen in den versorgten Geb\u00e4uden zu erhalten, darf die von der Heizzentrale gelieferte Temperatur nur wenig um den Sollwert schwanken. Aus diesem Grunde wurde der Brennwertkessel in der Heizzentrale hydraulisch in den Speicher f\u00fcr die Solaranlage eingebunden. Das obere Drittel des ca. 15 m\u00b3 gro\u00dfen Speichers dient als Puffervolumen f\u00fcr den Brennwertkessel. So k\u00f6nnen Schwankungen der Vorlauftemperatur beim Ein-schalten des Kessels und h\u00e4ufiges Takten vermieden werden. Zudem kann der Kessel langsamer zwischen Klein- und Gro\u00dflast modulieren. Liefert die Solaranlage W\u00e4rme unterhalb der Vorlauftemperatur des Versorgungsnetzes, so muss der Brennwertkessel mit h\u00f6heren R\u00fccklauftemperaturen als im Auslegungsbetrieb arbeiten. Um im Sommerbetrieb die Grundlast-Kesselleistung abzuf\u00fchren, ist ein erh\u00f6hter Heizwasser-Volumenstrom \u00fcber den Kessel notwendig. Die stabile Regelung dieses Massenstroms unter sich permanent \u00e4ndernden R\u00fccklauftemperaturen soll erprobt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die derzeitig schwierige konjunkturelle Lage schr\u00e4nkt den Absatz von Wohnungen ein. Daher ist mit einem langsamen Baufortschritt zu rechnen. Eine eingehende Diskussion der Ergebnisse bedingt jedoch, da\u00df mehr als 70 bis 80 % der Geb\u00e4ude gebaut und an die W\u00e4rmeversorgung angeschlossen sein m\u00fcssten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vor Ort werden die Einstrahlung, die solar erzeugte und die in das Versorgungsnetz eingespeiste W\u00e4rme gemessen. Diese Werte werden \u00fcber Datenleitungen in die Netzleitstelle der Technische Werke Friedrichshafen GmbH gemeldet und erm\u00f6glichen dort Besuchergruppen einen schnellen und umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die Leistungsf\u00e4higkeit der solar unterst\u00fctzten W\u00e4rmeversorgungsanlage in Markdorf.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit den im Projekt Markdorf-Lichtenberg III gewonnenen Erfahrungen ist zu erwarten, dass ein ausgereiftes Konzept f\u00fcr Anlagen zur solaren Nahw\u00e4rmeversorgung zur Verf\u00fcgung steht. Mit den vorgesehenen Ma\u00dfnahmen (passive und aktive Solarenergienutzung) soll in dem, in s\u00fcdlicher Hanglage liegenden Baugebiet ein auf die Wohnfl\u00e4che bezogener Gasverbrauch von etwa 80 kWh\/m\u00b2 erreicht werden. Im Vergleich zum Brennstoffverbrauch heute \u00fcblicher Wohngeb\u00e4ude liegt dieser Wert um ca. 40 % niedriger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Am nord\u00f6stlichen Ufer des Bodensees werden in der Stadt Markdorf im Wohngebiet Lichtenberg III ca. 70 Wohnungen mit einer Nutzfl\u00e4che von ca. 6.000 m\u00b2 gebaut. Alle Geb\u00e4ude sind mit einem erh\u00f6hten baulichen W\u00e4rmeschutz ausgestattet. Der Bebauungsplan wurde unter der besonderen Ber\u00fccksichtigung der passiven Solarenergienutzung erstellt. 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