{"id":19901,"date":"2024-11-27T10:34:17","date_gmt":"2024-11-27T09:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11374-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:17","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:17","slug":"11374-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11374-01\/","title":{"rendered":"Geophysikalische Kennwerte zur Kennzeichnung landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen f\u00fcr die teilfl\u00e4chenspezifische Bewirtschaftung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Landwirtschaftliche Maschinen sind in der Lage, D\u00fcnger und Pflanzenschutzmittel fein dosiert auszubringen und die Ausbringmenge innerhalb eines Schlages nach einer Vorschrift (Applikationsdatei) zu \u00e4ndern. Zur optimalen Nutzung dieser technischen M\u00f6glichkeiten , sind objektive Messgr\u00f6\u00dfen zur Erstellung einer Applikationsdatei notwendig. Insbesondere die Bodenfeuchte ist von Bedeutung f\u00fcr die verschiedensten Entscheidungen, Das Ziel des Projektes besteht darin, das methodische Instrumentarium der Geowissenschaften f\u00fcr die Nutzung der landwirtschaftlichen Betriebe zu erschlie\u00dfen, um die Bodeneigenschaften kleinr\u00e4umig und effektiv erfassen zu k\u00f6nnen. Damit soll ein Einfluss auf die D\u00fcngemittelausbringung erm\u00f6glicht und somit \u00dcberd\u00fcngungen vermieden werden. Ziel ist es, Boden und Grundwasser zu sch\u00fctzen. Mit Hilfe von geophysikalischen Verfahren sollen Daten in engem Raster fl\u00e4chenhaft und schnell ermittelt werden. Diese sollen Aufschluss \u00fcber den Zustand des Bodens geben und als Steuergr\u00f6\u00dfen f\u00fcr eine nachfolgende Bearbeitung dienen. Unter Beachtung der Bodenfeuchte kann \u00fcbersch\u00fcssiges D\u00fcngen vermieden werden, was neben dem \u00f6konomischen Effekt auch zu einer Entlastung der Umwelt f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAus den Voruntersuchungen ist zu erwarten, dass die geoelektrischen und elektromagnetischen Verfahren am g\u00fcnstigsten f\u00fcr die L\u00f6sung der Aufgabe- die engmaschige Erkundung landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen und die Bereitstellung von aktuellen Steuerdaten f\u00fcr die teilfl\u00e4chenspezifische Bewirtschaftung &#8211; geeignet sind. Daher werden diese vorrangig auf ihre Einsetzbarkeit gepr\u00fcft.<br \/>\nDurch wiederholte geophysikalische Kartierung von Versuchsfl\u00e4chen mit bekannten landwirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten zu unterschiedlichen Jahreszeiten und durch die gleichzeitige punktuelle Beprobung f\u00fcr chemische und bodenphysikalische Untersuchungen ist der Grad der Korrelation zu bestimmen. Die Bestimmung der Zusammenh\u00e4nge zwischen den geophysikalischen und den landwirtschaftlichen Kenngr\u00f6\u00dfen soll durch Feld- und Labormessungen erfolgen:<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum jetzigen Zeitpunkt kann die Einbeziehung der Kartierung der elektrischen Leitf\u00e4higkeit in die teilfl\u00e4chenspezifische Landwirtschaft bef\u00fcrwortet werden. Es hat sich gezeigt, dass erwartungsgem\u00e4\u00df die elektrische Leitf\u00e4higkeit relativ gut mit der Textur und der Bodenfeuchte korreliert. Auf allen untersuchten Testfl\u00e4chen konnten mit Hilfe der elektromagnetischen fl\u00e4chenhaften Kartierung Strukturen im Boden nachgewiesen und Gebiete \u00e4hnlicher Bodeneigenschaften abgegrenzt werden. Auf sowohl sandigen als auch lehmigen B\u00f6den wurden elektrische Leitf\u00e4higkeitsverteilungen kartiert und landwirtschaftlich interessierenden Gr\u00f6\u00dfen wie Bodenfeuchte, Gehalt an organischer Bodensubstanz, Textur, Luftbildern, Ertragskarten usw. gegen\u00fcbergestellt. Die elektrische Leitf\u00e4higkeit bildet in erster Linie die Textur ab. Da an die Textur wesentlich die Bodenfeuchte und die Fruchtbarkeit gebunden sind, l\u00e4sst sich auch zu diesen Gr\u00f6\u00dfen ein Zusammenhang herstellen.<br \/>\nDie Untersuchungen haben gezeigt, dass sowohl elektromagnetische als auch gleichstromgeoelektrische f\u00fcr die Kartierung der Heterogenit\u00e4t gro\u00dfer landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen geeignet sind. Ger\u00e4te wie EM38, GEM300, VERIS und Soil doctor sind auf dem Markt. Mit ihrer Hilfe k\u00f6nnen die Inhomogenit\u00e4ten, die innerhalb eines Schlages auftreten, lokalisiert werden. Es kann aus heutiger Sicht keine eindeutige Empfehlung f\u00fcr die eine oder andere Me\u00dfmethode gegeben werden. Der wesentliche Vorteil des von uns eingesetzten EM38 besteht darin, dass es ber\u00fchrungslos arbeitet und somit zu allen Jahreszeiten einsetzbar ist.<br \/>\nDa verschiedene Ursachen f\u00fcr die Differenzierungen in den elektrischen Eigenschaften verantwortlich sein k\u00f6nnen, sind gezielte Probenahmen nicht ganz unerl\u00e4sslich. W\u00e4hrend ohne geophysikalische Kartierungsmethoden enge Proberaster und Laboruntersuchungen notwendig sind, kann man durch eine Kopplung beider Methoden die Zahl der Proben erheblich reduzieren und ganz gezielt Lokationen innerhalb von Anomalien untersuchen.<br \/>\nEs ist festzustellen, dass geophysikalische Messwerte als Zwischenglied zwischen der gro\u00dfma\u00dfst\u00e4bigen Datenaufnahme \u00fcber Luftbilder und der punktuellen Beprobung einen wertvollen Beitrag bei der Erstellung von Applikationsdateien f\u00fcr die Teilfl\u00e4chenbewirtschaftung darstellen. Einmalig durchzuf\u00fchrende Leitf\u00e4higkeitskartierungen k\u00f6nnen als Grundinventur genutzt werden. Im Zusammenhang mit gezielten Bohrstockproben k\u00f6nnen die Karten der Leitf\u00e4higkeitsverteilung in Bodenkarten umgesetzt werden und die aus der Reichsbodensch\u00e4tzung bekannten Karten bzgl. der r\u00e4umlichen Variabilit\u00e4t der Schl\u00e4ge wesentlich pr\u00e4zisieren.<br \/>\nDas Potential der Geophysik f\u00fcr die Landwirtschaft ist allerdings mit elektrischen Leitf\u00e4higkeitskartierungen noch nicht ersch\u00f6pft. Die Frage nach der vertikalen Gliederung der Erdschichten auch im oberfl\u00e4chennahen Bereich wird immer wieder gestellt. Verfahren wie das Georadar und die Gleichstromgeoelektrik in Form von Pseudosektionen k\u00f6nnen hier wertvolle Beitr\u00e4ge leisten und eine Unterteilung in 2 &#8211; 3 Schichten f\u00fcr die obersten 1-2 m vornehmen. Auch hierf\u00fcr sind erste Testmessungen erfolgreich abgeschlossen worden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Poster auf den Jahrestagungen der Geophysiker, Pr\u00e4sentationen in der Landwirtschaft (Feldtag in Kassow und in Golzow), Vortr\u00e4ge und Ver\u00f6ffentlichungen auf Workshops zu Precision Farming <\/p>\n<p>Es ist geplant, die Arbeiten in Form eines Pilotprojektes Einf\u00fchrung geophysikalischer Messverfahren zur Ermittlung von Bodenkennwerten f\u00fcr die teilfl\u00e4chenspezifische Bewirtschaftung in der KSG Agrargesellschaft mbH Kassow fortzusetzen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die in dem Projekt erzielten Ergebnisse zeigen, dass die Geophysik einen wesentlichen Beitrag zur Ermittlung der Heterogenit\u00e4ten landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4chen leisten kann. Eine einmalige Kartierung der Fl\u00e4chen im Rahmen einer Grundinventur liefert Informationen \u00fcber die Differenzierung innerhalb der Schl\u00e4ge. Damit wird die L\u00fccke zwischen den derzeit hervorragenden technischen M\u00f6glichkeiten der Landwirtschaft und der teilweise zaghaften Umsetzung der Teilfl\u00e4chenspezifischen Bewirtschaftung infolge mangelnder Kenntnisse \u00fcber die Heterogenit\u00e4t des Bodens teilweise geschlossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Landwirtschaftliche Maschinen sind in der Lage, D\u00fcnger und Pflanzenschutzmittel fein dosiert auszubringen und die Ausbringmenge innerhalb eines Schlages nach einer Vorschrift (Applikationsdatei) zu \u00e4ndern. Zur optimalen Nutzung dieser technischen M\u00f6glichkeiten , sind objektive Messgr\u00f6\u00dfen zur Erstellung einer Applikationsdatei notwendig. 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