{"id":19890,"date":"2023-07-13T15:12:21","date_gmt":"2023-07-13T13:12:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07968-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:24","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:24","slug":"07968-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07968-01\/","title":{"rendered":"Planung und Umsetzung des nachhaltigen Modellstadtteils Vauban"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Gestaltung von Neubau- und Sanierungsgebieten bietet eine Vielzahl von M\u00f6glichkeiten, nachhaltige Wohn- und Arbeitsformen zu f\u00f6rdern und zu initiieren. Das Spektrum m\u00f6glicher Ma\u00dfnahmen reicht von technologischen Innovationen zur Verringerung des Umweltverbrauches bis zu Anreizen f\u00fcr eine entsprechende Ver\u00e4nderung der individuellen Lebens- und Konsumgewohnheiten. Diese Chancen werden h\u00e4ufig nicht gen\u00fctzt, vor allem weil den Beteiligten &#8211; Kommunalverwaltung, Institute, Unternehmen und Bewohner &#8211; keine Struktur der Zusammenarbeit zur Verf\u00fcgung steht. Konkrete Zielsetzung des Projektes war es, den planerischen Rahmen f\u00fcr den nachhaltigen Modellstadtteil Vauban in einem interaktiven Beteiligungsproze\u00df mit allen Beteiligten zu schaffen und die sp\u00e4tere Umsetzung in gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichem Ma\u00dfe zu f\u00f6rdern. Hierf\u00fcr wurde die von der Stadt Freiburg initiierte und im Forum Vauban e.V. zusammengeschlossene B\u00fcrgerbeteiligung von einem externen Expertengremium gezielt mit Detailinformationen \u00fcber umsetzbare nachhaltige Ma\u00dfnahmen und dem f\u00fcr die Umsetzung ben\u00f6tigten Fachwissen versehen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliederte sich in zwei Abschnitte. In einer ersten Projektphase haben Fachleute in einem interdisziplin\u00e4ren Arbeitskreis die Vision f\u00fcr einen nachhaltigen Modellstadtteil erarbeitet. Diese zusammengetragenen und aufeinander abgestimmten Ma\u00dfnahmenkataloge wurden mit Abschlu\u00df der Projektphase I der Fachwelt und den zuk\u00fcnftigen Bewohnern auf einer Fachtagung am 1.4.96 vorgestellt.<br \/>\nIn einer zweiten Projektphase wurde dieses inhaltliche Konzept in einigen Bereichen detailliert ausgearbeitet. Schwerpunkt in dieser Phase war es, den erarbeiteten Entwurf in einem intensiven Diskussionsproze\u00df mit der Stadtverwaltung, den zuk\u00fcnftigen Bewohnern und der interessierten \u00d6ffentlichkeit auf seine Umsetzbarkeit zu untersuchen. Als Arbeitsstruktur wurden thematisch ausgerichtete Arbeitskreise gew\u00e4hlt, die von fachlich versierten Wissenschaftlern betreut und geleitet wurden. In dieser Phase wurden die konzeptionellen Grundlagen f\u00fcr die sp\u00e4tere Umsetzung in Form von gemeinsamen Baugruppen und in Form einer genossenschaftlichen Wohnstruktur vorbereitet. Ebenso wurde die Errichtung eines privat organisierten und finanzierten B\u00fcrgerzentrums initiiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit Abschlu\u00df des Diskussionsprozesses sind folgende bauleitplanerische Vorhaben f\u00fcr nachhaltige Ma\u00dfnahmen geschaffen worden:<br \/>\n&#8211; Ausweisung von stellplatzfreien Innenbezirken des Stadtteils (ca. 2\/3 der Gesamtfl\u00e4che)<br \/>\n&#8211; Ausweisung eines Regenwasserversickerungskonzeptes durch Mulden Rigolen System<br \/>\n&#8211; Ausweisung von Biotopschutz Zonen am Bachrand und im Ostrand des Gel\u00e4ndes<br \/>\n&#8211; Ausweisung einer Stadteilmitte im Zuge des Stadtteils der kurzen Wege<\/p>\n<p>Folgende der Umsetzung f\u00f6rdernden Ma\u00dfnahmen wurden in das Vermarktungskonzept f\u00fcr die Grundst\u00fccke integriert:<br \/>\n&#8211; Generelle Verpflichtung aller Bauherren zur Errichtung von Geb\u00e4uden mit einem Heizwert geringer als 65 kWh pro qm pro Jahr (Niedrigenergiebauweise)<br \/>\n&#8211; Bevorzugung privater Baut\u00e4tigkeit vor konventionellen Bautr\u00e4gern<br \/>\n&#8211; Bevorzugung von Bauherrn, die sich vertraglich zur Errichtung eines Passivhauses verpflichten<br \/>\n&#8211; Individuelle Bevorzugung des genossenschaftlichen Wohnprojektes<br \/>\n&#8211; Integration des Verkehrskonzeptes in die Verkaufsvertr\u00e4ge<\/p>\n<p>Folgende Druckerzeugnisse wurden erzeugt:<br \/>\n&#8211; Werbe- und Informationsschriften zum Modellstadtteil generell, wie zu den Fachbereichen Energie und Verkehr<br \/>\n&#8211; Fortlaufendes Handbuch Vauban als Zusammenfassung der inhaltlichen Ergebnisse<\/p>\n<p>folgende konkrete Umsetzungsprojekte wurde initiiert bzw. gef\u00f6rdert<br \/>\n&#8211; Errichtung von Eigenheimen in 12 gemeinsamen Baugruppen (ca. 8 Parteien in der Baugruppe), die sich unterschiedlichen \u00f6kologischen und sozialen Schwerpunkten verschrieben haben.<br \/>\n&#8211; Errichtung von Eigenheimen in einem genossenschaftlichen Siedlungsprojekt f\u00fcr 100 Wohnparteien.<br \/>\n&#8211; Errichtung eines B\u00fcrgerzentrum als GmbH mit einem Nachbarschaftsverein, dem genossenschaftlichen Wohnprojekt und Forum Vauban e.V. als Gesellschafter.<br \/>\n&#8211; Errichtung eines Umwelt- Gewerbezentrums durch eine GbR mit mittelst\u00e4ndischen Unternehmen.<br \/>\n&#8211; Errichtung einer Solar Siedlung mit 400 Wohneinheiten durch einen Gro\u00dfinvestor.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Erfahrung vergleichbarer Projekte wie beispielsweise Bremen Hollerland bewog die Projektleitung einen verst\u00e4rkten Arbeitsschwerpunkt auf eine breit angelegte und professionell durchgef\u00fchrte \u00d6ffentlichkeitskampagne zu legen. Zentraler Bestandteil war hier die in Kooperation mit der Stadt Freiburg durchgef\u00fchrte Kampagne Wohnfr\u00fchling in Vauban, durch die es gelang, das Anliegen des Modellstadtteils zu einem allgemein bekannten und anerkannten Begriff in der Freiburger \u00d6ffentlichkeit zu machen. Mit Fortschreiten des Projektes und dem Erarbeiten konkreter Ergebnisse gelangte die Pr\u00e4sentation und der Austausch mit der Fach\u00f6ffentlichkeit in das Augenmerk der Projektbetreiber. Auf zahlreichen fachbezogenen Kongressen wurde das Projekt vorgestellt und in mehreren Fachpublikationen behandelt. Wichtigstes Pr\u00e4sentationsforum war die UNO Konferenz Habitat II, die in Istanbul im Juni 1996 stattfand, auf der das Projekt als deutscher Best-Practice Beitrag vorgestellt wurde.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt war ein voller Erfolg. Die Vielzahl von konkreten Ergebnissen, die in die Bauleitplanung und in das Vermarktungskonzept eingef\u00fchrt wurden und die Anzahl von insgesamt 800 Menschen, die derzeit (Stand Dezember 96) die Umsetzung des Modellstadtteils in den Baugruppen und dem genossenschaftlichen Wohnprojekt planen, dokumentieren deutlich den Erfolg. Allerdings war das Projekt nur durch die finanziellen Zuwendungen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in dieser Weise umsetzbar. Es bleibt daher zu hoffen, da\u00df in Zeiten leerer \u00f6ffentlicher Kassen kommunale Entscheidungstr\u00e4ger den Mut und die Entschlossenheit aufbringen, vergleichbare Beteiligungsprojekte aus ihren \u00f6ffentlichen Mitteln in ausreichendem Ma\u00dfe zu f\u00f6rdern. Die umfangreiche Dokumentation des Modellstadtteils Vauban kann hierf\u00fcr sicher eine gute Entscheidungshilfe geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Gestaltung von Neubau- und Sanierungsgebieten bietet eine Vielzahl von M\u00f6glichkeiten, nachhaltige Wohn- und Arbeitsformen zu f\u00f6rdern und zu initiieren. Das Spektrum m\u00f6glicher Ma\u00dfnahmen reicht von technologischen Innovationen zur Verringerung des Umweltverbrauches bis zu Anreizen f\u00fcr eine entsprechende Ver\u00e4nderung der individuellen Lebens- und Konsumgewohnheiten. 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