{"id":19871,"date":"2024-12-01T10:32:12","date_gmt":"2024-12-01T09:32:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04146-01\/"},"modified":"2024-12-01T10:32:12","modified_gmt":"2024-12-01T09:32:12","slug":"04146-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04146-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Umsetzung von Handlungsstrategien f\u00fcr eine umweltgerechte Raumnutzung in d\u00fcnn besiedelten Gebieten der neuen Bundesl\u00e4nder"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In den d\u00fcnn besiedelten, strukturschwachen Regionen der neuen Bundesl\u00e4nder hat es neben einer rapide gesunkenen Geburtenrate massive Abwanderungsbewegungen gegeben. Damit sind f\u00fcr die Zukunft die Gefahren einer demographischen Entleerung und weiterer Strukturverluste gegeben. Um dieser Gefahr entgegenzutreten, werden in den d\u00fcnn besiedelten Regionen verschiedene Ma\u00dfnahmen und Strategien propagiert, die Arbeitsm\u00f6glichkeiten und damit Lebensperspektiven f\u00fcr die ans\u00e4ssige Bev\u00f6lkerung schaffen. Es nehmen bestimmte Schwerpunkte Gestalt an wie die Tourismusentwicklung, Abfallentsorgungsprojekte, Betriebe zur Verarbeitung land- und forstwirtschaftlicher Produkte einschlie\u00dflich aller technischer. Dabei herrscht Unsicherheit \u00fcber die sozialen und \u00f6kologischen Konsequenzen von Strategien, die nur betriebswirtschaftlichen Rentabilit\u00e4tsgesichtspunkten folgen. Deshalb geraten  die regionalen\/-lokalen Investoren und Entscheidungstr\u00e4ger bei der Realisierung von Ma\u00dfnahmen und Vorhaben oft in Zielkonflikte, die aus einer unterschiedlichen Bewertung der Nutzung d\u00fcnnbesiedelter R\u00e4ume durch den Menschen bzw. der \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Folgen der Raumnutzung wie Arbeiten &#8211; Bauen und Siedeln &#8211; Erholung &#8211; Versorgung &#8211; Fortbewegung resultieren.<br \/>\nZiel des Projektes ist es, beispielhafte Ma\u00dfnahmen und Strategien zur Verbesserung der Lebensperspektiven der Bev\u00f6lkerung in den d\u00fcnn besiedelten Regionen der neuen Bundesl\u00e4nder aufzuzeigen und Handlungsstrategien f\u00fcr Kommunen zu sammeln, die dem Leitbild einer umweltgerechten Raumnutzung folgen und dadurch Alternativen zu herk\u00f6mmlichen Entwicklungsmodellen erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen von insgesamt sieben Werkstattgespr\u00e4chen zu verschiedenen Handlungsbereichen wird eine Auswahl der recherchierten Beispiele einer interessierten Fach\u00f6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert und in methoden-gest\u00fctzten Arbeitgruppen diskutiert. abschlie\u00dfende Brosch\u00fcre soll die Arbeitsergebnisse in einer Hand-buchsystematik dokumentieren.<br \/>\nAusgew\u00e4hlte Handlungsbereiche sind: Energie, Tourismus- und Erholungsvorhaben, Siedlungs- und Verkehrskonzepte, Land- und Forstwirtschaft, technische Ver- und Entsorgungseinrichtungen (Abfall, Abwasser) sowie die \u00f6rtliche und regionale Koordination der verschiedenen Ma\u00dfnahmen in diesen Bereichen.<br \/>\nDie \u00dcbertragbarkeit der mit den Beispielen vorgestellten Handlungsstrategien soll von Praxisvertretern der einzelnen Umwelt- sparten, ihren Organisationen sowie von Experten aus der Wissenschaft. Die Werkst\u00e4tten haben die  Funktion einer Ideenb\u00f6rse und dienen gleichzeitig dem Erfahrungsaustausch. Gleichzeitig wird ein Neztwerk von Ansprechpartnern f\u00fcr vergleichbare Initiativen und Projekte aufgebaut.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Als Leitbegriff des Projekts hat sich der Begriff der Umweltvorsorge etabliert. Er hat seine Wurzeln in der \u00f6kologischen Ethik. Im Blickpunkt steht dabei das vorbeugende Handeln, das in ethischer Verantwortung und kalkulierter Strategie Wege einschl\u00e4gt, die der Erhaltung der nichtmenschlichen Natur und somit auch dem Erhalt des menschlichen Lebens dienen. Die Umweltvorsorge ist ein zentraler Ansatzpunkt f\u00fcr die Schonung der Ressourcen und die Sicherung von Umweltfunktionen. Eine wirkungsvolle Umweltvorsorge l\u00e4\u00dft sich vor allem im Rahmen einer umweltgerechten Raumentwicklung und Raumnutzung erreichen. Denn das umweltbezogene Vorsorgehandeln hat einen erheblichen Raumbezug.<br \/>\nEin wesentliches Kennzeichen der Umweltvorsorge ist der Einbezug aller Handelnden. Vor diesem Hintergrund mu\u00df die Rolle der Akteure neu definiert werden: Denn die Verantwortung und Gestaltungskraft liegt nicht mehr allein bei den professionellen Planungsgruppen. Private Akteure des politischen und wirtschaftlichen Bereichs sind als Schl\u00fcsselpersonen des Energie-, Stoff- und Fl\u00e4chenverbrauchs und der Bestimmung von Nutzungsintensit\u00e4ten in gleicher Weise an dem Proze\u00df beteiligt. Ein modernes Regionalmanagement der Umweltvorsorge mu\u00df die verschiedenen Gruppen von Akteuren deshalb nicht nur aktiv einbeziehen, sondern auch vernetzend aufeinander beziehen. Es sind geeignete Kooperationsstrukturen zu schaffen, die als Schnittstelle das Handeln von oben (institutionelle Akteure) mit dem Handeln der Initiativen von unten (informelle, private Akteure) verbinden.<br \/>\nIn Werkstattgespr\u00e4chen wird eine Auswahl der gesammelten Beispiele einer interessierten Fach\u00f6ffentlichkeit vorgestellt und systematisch er\u00f6rtert. Die Arbeitsfragen richten das Interesse auf:<br \/>\n&#8211; die lokalen und regionalen Potentiale f\u00fcr eine nachhaltig-umweltgerechte Entwicklung,<br \/>\n&#8211; die konkreten Handlungsm\u00f6glichkeiten der Kommunen und Regionen in planerischer, rechtlicher, ordnungspolitischer und informeller Hinsicht und<br \/>\n&#8211; die \u00f6rtlichen und regionalen Kooperationsformen, Organisationsweisen, Vernetzungen und Instrumente.<br \/>\nBesondere Aufmerksamkeit wird dem Handlungswissen der Akteure gewidmet, denn dies ist einer der zentralen Aspekte f\u00fcr die \u00dcbertragbarkeit von \u00f6rtlichen Beispielen auf andere regionale Kontexte. Insofern werden aus dem Vorhaben Umweltvorsorge und Raumnutzung Anhaltspunkte f\u00fcr die F\u00f6rderkulisse zur Entwicklung des strukturschwachen l\u00e4ndlichen Raumes im Rahmen von Modellprojekten gewonnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Werkstatt1: Beispiele zur umweltgerechten Entwicklung der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume in den neuen Bundesl\u00e4ndern am 18. 10.1994, Werkstatt 2: Energie im l\u00e4ndlichen Raum, am 28.02\/01.03.1995 in St. Marienthal, Werkstatt 3: Nachhaltige Regionalentwicklung durch Tourismus am 20.-21. 06 1995 in Templin, Werkstatt 4: Umweltgerechte Fl\u00e4chennutzungen, Siedlungen und Verkehrsl\u00f6sungen am 20.-21. 11.1995 in Herzberg\/Parchim, Werkstatt 5: Umweltgerechte Land- und Forstwirtschaft am 20.-21.02.1996 in Hitzacker, Werkstatt 6: Umweltorientierte Produktion, Ver- und Entsorgung im Sommer 1996 in Th\u00fcringen, Werkstatt 7: Umweltkoordination zur nachhaltigen Entwicklung im Herbst 1996 in Hannover. Die ausgewerteten Beispiele und Arbeitsergebnisse werden abschlie\u00dfend in einem Leitfaden f\u00fcr \u00f6rtliche und regionale Akteure zusammengefa\u00dft.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts werden erfolgreiche L\u00f6sungen einer umweltvorsorgenden Raumentwicklung gesammelt, in der Kommunikation mit Fachleuten bewertet und auf verallgemeinerbare Aussagen \u00fcberpr\u00fcft. Dadurch werden die aktuellen guten Beispiele einer Umweltvorsorge durch \u00f6rtliche und regionale Initiativen im Rahmen des Projekts als paradigmatische Ans\u00e4tze verbreitet. Die akteursbezogene Handlungsforschung hat sich darin bew\u00e4hrt herauszuarbeiten, welche Strategien der Umweltvorsorge Akzeptanz finden und unter welchen Rahmenbedingungen sie erfolgreich sein k\u00f6nnen. Die Erfahrungen zeigen, da\u00df die \u00f6rtlichen und regionalen Akteure durch Mitwirkung und Mitverantwortung in den Diskussionsprozessen sowie durch die Ausstrahlung guter Beispiele \u00fcberzeugt werden und da\u00df sie aus dem Kontakt untereinander neue Einsichten f\u00fcr ihre Praxis vor Ort mitnehmen.<br \/>\nDie Erkenntnisse des Projekts wurden als Buch bei der Dr. Josef Raabe Verlags-GmbH, D\u00fcsseldorf unter dem Titel Beispiele nachhaltiger Regionalentwicklungen (ISBN 3-88649-531-0) publiziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In den d\u00fcnn besiedelten, strukturschwachen Regionen der neuen Bundesl\u00e4nder hat es neben einer rapide gesunkenen Geburtenrate massive Abwanderungsbewegungen gegeben. Damit sind f\u00fcr die Zukunft die Gefahren einer demographischen Entleerung und weiterer Strukturverluste gegeben. 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