{"id":19860,"date":"2024-11-27T10:34:02","date_gmt":"2024-11-27T09:34:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09395-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:03","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:03","slug":"09395-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09395-01\/","title":{"rendered":"Untersuchung zur Versickerung und Regenwasserbehandlung in der Mischkanalisation l\u00e4ndlicher Gemeinden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die vorhandenen Richtlinien und Regelwerke zur Bemessung von Regenentlastungsbauwerken im Mischverfahren ber\u00fccksichtigten die Gegebenheiten des l\u00e4ndlichen Raumes nach den Erkenntnissen der mit der Problematik befa\u00dften Arbeitsgruppen der ATV Abwassertechnischen Vereinigung in \u00f6kologischer Hinsicht in nicht ausreichender Weise.<br \/>\nIm Projekt sollten die besonderen Randbedingungen l\u00e4ndlicher Gemeinden und die bemessungsrelevanten abwassertechnischen Kennwerte erhoben werden. Dar\u00fcber hinaus sollte der Einflu\u00df von Versickerungsma\u00dfnahmen auf die Bemessung sowie die Auswirkungen dezentraler Regenwasserbewirtschaftungsma\u00dfnahmen auf die Gew\u00e4sserbelastung analysiert und bewertet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm ersten Schritt wurden verf\u00fcgbare Me\u00dfdaten zu Abwasseranfall und Abwasserverschmutzung in l\u00e4ndlichen Einzugsgebieten erhoben, ausgewertet und den Standardwerten der Literatur, die auf Messungen in (gro\u00df-)st\u00e4dtischen Kanalnetzen basieren, gegen\u00fcbergestellt.<br \/>\nIm zweiten Schritt wurden die Auswirkungen von Ma\u00dfnahmen der Regenwasserbewirtschaftung (Versickerung, dezentrale Speicherung, getrennte offene Ableitung) auf die Bemessung von Regenentlastungsbauwerken sowie die resultierende Gew\u00e4sserbelastung ermittelt. Dazu wurden vergleichende Schmutzfrachtberech-nungen f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Einzugsgebiete durchgef\u00fchrt. Angewandt wurde das sogenannte Schmutzfrachtmodell \u0082KOSMO (KOntinuierliche SchmutzfrachtMOdellierung) der Universit\u00e4t Karlsruhe.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Vorhabens zeigten, da\u00df bezogen auf die Abwassermengen &#8211; relevant ist in diesem Zusammenhang zun\u00e4chst die Trockenwetterabflussmenge &#8211; kein zu verallgemeinernder Unterschied zwischen st\u00e4dtischen und l\u00e4ndlichen Gemeinden besteht. Das in der Literatur h\u00e4ufig zitierte Vorurteil des hohen Fremdwasseranfalls im l\u00e4ndlichen Raum hat sich bei den untersuchten l\u00e4ndlichen Gemeinden nicht best\u00e4tigt. Bezogen auf die Verschmutzung des Trockenwetterabflusses bei den betrachteten Kl\u00e4ranlagen kann gefolgert werden, da\u00df die CSB- und Pges-Konzentrationen geringer sind als die bisher verwendeten Standardwerte. Dagegen zeichnet sich bezogen auf die NH4-N Konzentration die Tendenz ab, da\u00df der Wert im l\u00e4ndlichen Raum h\u00f6her liegt. Es kann demnach nicht pauschal gefolgert werden, da\u00df die Verschmutzung im l\u00e4ndlichen Raum geringer ist als in st\u00e4dtischen Gebieten.<\/p>\n<p>Ziel des zweiten Themenschwerpunktes war es, anhand von Beispielgemeinden die speziellen Randbedingungen des l\u00e4ndlichen Raumes aufzuzeigen, die f\u00fcr Regenwasserbewirtschaftungsma\u00dfnahmen relevant erscheinen. Daraus abgeleitet wurden Spannweiten f\u00fcr Abkopplungspotentiale. Die Unter-suchungen in den Ortsgemeinden zeigten, da\u00df trotz ung\u00fcnstiger Randbedingungen (Bodenverh\u00e4ltnisse, Topograhie) Regenwasserbewirtschaftungsma\u00dfnahmen zur Anwendung kommen k\u00f6nnen. Hierf\u00fcr sprechen Faktoren, die im st\u00e4dtischen Raum seltener zum Tragen kommen, wie die hohe Fl\u00e4chenverf\u00fcgbarkeit und die N\u00e4he zu einem Gew\u00e4sser. Aus diesen Erkenntnissen ergaben sich relativ hohe Abkopplungspotentiale in den betrachteten Gemeinden mit bis zu 82 %.<\/p>\n<p>Der letzte Abschnitt des Vorhabens besch\u00e4ftigte sich mit den Auswirkungen ver\u00e4nderter Entw\u00e4sserungskonzeptionen auf das Entlastungsverhalten von Bauwerken der Regenwasserbehandlung und dadurch letztlich auf die ver\u00e4nderte Gew\u00e4sserbelastung. Insgesamt zeigte sich, da\u00df durch Abkopplungsma\u00dfnahmen eine hohe Volumen- und Schmutzfrachtreduzierung bei Entlastungen an den Regen\u00fcberl\u00e4ufen und -becken stattfindet. Dagegen wiesen die Entlastungskonzentrationen mit zunehmender Abkopplung einen Anstieg auf. Insbesondere die im Vergleich zu st\u00e4dtischen Gebieten h\u00f6heren Ammoniumkonzentrationen im Trockenwetterabflu\u00df f\u00fchrten gemeinsam mit dem in Folge von Abkopplungsma\u00dfnahmen geringen Mischverh\u00e4ltnis zu vergleichsweise hohen Ammoniumkonzentrationen im Entlastungsabfluss. Diese Konzentrationen k\u00f6nnen zu kritischen Situationen bei kleinen Flie\u00dfgew\u00e4ssern f\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadresse:<br \/>\nUniversit\u00e4t Kaiserslautern, Fachbereich Architektur, Raum- und Umweltplanung, Bauingenieurwesen, FG Siedlungswasserwirtschaft, Ansprechpartner: Herr Professor Dr.-Ing. T. G. Schmitt, Frau Dipl.-Ing. Ulla Leinweber, Tel. 0631\/2050 &#8211; 2946, Fax -3905.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichung:<br \/>\nInvestments on stormwater treatment in rural areas accepted poster on the conference IAWQ 19 th Biennial International Conference in Vancouver.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Projekt erzielten Ergebnisse zeigten, da\u00df die Notwendigkeit besteht, Auswirkungen von Fl\u00e4chenabkopplungen in das Bemessungsprocedere des ATV-Arbeitsblattes A 128 problemgerecht einzuarbeiten. Dabei m\u00fcssen die Gegebenheiten des l\u00e4ndlichen Raums Ber\u00fccksichtigung finden. <\/p>\n<p>Es kann derzeit nicht davon ausgegangen werden, da\u00df Schmutzfrachtberechnungen in l\u00e4ndlichen Gebieten standardm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrt werden. Das Projekt zeigte jedoch, da\u00df sie exemplarisch an Entw\u00e4sserungsnetzen in l\u00e4ndlichen Gebieten durchgef\u00fchrt werden sollten, um die Auswirkungen von Fl\u00e4chenabkopplungen auf kleine Entw\u00e4sserungsnetze quantifizieren und die Unterschiede zwischen l\u00e4ndlichen und st\u00e4dtischen Gebieten besser beurteilen zu k\u00f6nnen. Letztlich sollte aufgrund der Erkenntnisse dieser Untersuchung und weiterer Schmutzfrachtberechnungen ein konkreter Weg gefunden werden, wie die Gegebenheiten des l\u00e4ndlichen Raumes innerhalb des einfachen Bemessungsverfahrens des ATV-Arbeitsblattes A 128 Ber\u00fccksichtigung finden.<br \/>\nInsofern oblag dem Projekt generell deutliche Relevanz f\u00fcr den Gew\u00e4sserschutz und das Projektziel wurde erreicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die vorhandenen Richtlinien und Regelwerke zur Bemessung von Regenentlastungsbauwerken im Mischverfahren ber\u00fccksichtigten die Gegebenheiten des l\u00e4ndlichen Raumes nach den Erkenntnissen der mit der Problematik befa\u00dften Arbeitsgruppen der ATV Abwassertechnischen Vereinigung in \u00f6kologischer Hinsicht in nicht ausreichender Weise. 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