{"id":19858,"date":"2023-07-13T15:14:52","date_gmt":"2023-07-13T13:14:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11800-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:53","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:53","slug":"11800-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11800-01\/","title":{"rendered":"Themenpaket Umweltmediation in Deutschland &#8211; Implementierung der Umweltmediation in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Es war zu pr\u00fcfen, ob und unter welchen Umst\u00e4nden Umweltmediation in Deutschland dazu beitragen kann, umweltrelevante Konflikte au\u00dfergerichtlich zu regeln, gegebenenfalls eine entsprechende Implementierung der Umweltmediation zu starten und so dazu beizutragen, den bestehenden Problemstau ab-zutragen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tAufbau und Betrieb der Projektorganisation (Struktur und Ablauf)<br \/>\n2.\tSchaffung einer geeigneten Versuchsanordnung (Datenkranz)<br \/>\n3.\tUmfassende Information der Hauptzielgruppen \u00fcber Umweltmediation (Wesen und Wirkung) &#8211; da Mediation h\u00e4ufig unbekannt<br \/>\n4.\tAnalyse der besonderen gesellschaftlichen und rechtlichen Gegebenheiten und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Umweltmediation und \u00e4hnliche Verfahren<br \/>\n5.\tAnalyse der verfahrensf\u00f6rdernden und -hemmenden Elemente<br \/>\n6.\tOptimierung von Instrument und Akteuren durch Standardsetzung und Qualifizierung, um Anwendern Verfahrenssicherheit zu geben.<br \/>\n7.\tInteressenvertretung des Mediums bei Legislative (Politik) und Exekutive (Verwaltung aller Ebenen, insbesondere Bund) als Lobby (Verankerung der Mediation in Gesetzen und Durchf\u00fchrungsbestimmungen auf bundesrepublikanischer und EU-Ebene)<br \/>\n8.\t\u00dcberlegungen zur Fortf\u00fchrung der Arbeiten nach Auslaufen der F\u00f6rderung auf der Basis der Machbarkeitsstudie<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurzfristig nach Aufnahme der vollen Projektarbeit wurde die Notwendigkeit zu einer Feinabstimmung der Projektziele erkannt. Ein angesichts der langen Besch\u00e4ftigung der AGU mit dem Thema Mediation \u00fcberraschend geringer Bekanntheitsgrad der Mediation und in Deutschland weitgehend fehlende Praxis einer geregelten Mediation war es notwendig, verst\u00e4rkte Informationsarbeit zu leisten und zum anderen musste das Untersuchungsziel modifiziert werden, indem vorrangig nicht die Implementierung der Mediation vorgenommen, sondern erst einmal die M\u00f6glichkeiten einer Implementierung untersucht werden mussten.<br \/>\nUm der bestehenden Begriffsverwirrung entgegen zu wirken und eine Verf\u00e4lschung der Untersuchungsergebnisse zu vermeiden, musste am Anfang der Projektarbeit eine eindeutige Definition des Begriffes Mediation gestellt werden. So wurde Mediation als eine Spielart des Runden Tisches definiert, die mindestens folgende Wesensmerkmale aufweist: die Einbeziehung aller unmittelbar Problembetroffenen, die weitgehende Freiwilligkeit der Teilnahme, Ergebnisoffenheit in einem von den Betroffenen akzeptierten Umfang, die Form der selbstbestimmten Verhandlung und die Teilnahme eines (oder mehrerer) von allen Beteiligten anerkannten Mittlers. Diese Charakteristika haben sich durch Beobachtung und Analyse der Mediationspraxis in Deutschland und insbesondere den USA als erfolgreich und konstitutiv  herausgestellt. Sie finden sich dementsprechend auch in der einschl\u00e4gigen Fachliteratur.<br \/>\nGem\u00e4\u00df dem Postulat professioneller Konfliktforscher bzw. -regler, konflikttr\u00e4chtige Situationen so fr\u00fch wie m\u00f6glich zum Gegenstand gemeinsamer Beratungen zu machen, wurde Mediation sowohl als Instrument der Konfliktregelung, als auch der Konfliktvermeidung verstanden.<br \/>\nDie Ausbildung war wegen der Intensit\u00e4t und Nachhaltigkeit der Wissensvermittlung ein wichtiger Baustein auch f\u00fcr die Informations- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit innerhalb des Projekts. Sie wurde auf verschie-denen Ebenen angegangen, als Erarbeitung eines praxisorientierten auf 80 Unterrichtsstunden angelegten Ausbildungskonzepts f\u00fcr Umweltmediatoren, das mit der Fernuniversit\u00e4t Hagen verwirklicht wurde, und &#8211; mit F\u00f6rderung des Bundesumweltamtes &#8211; als Studienbriefprogramm (Studienbrief plus Zwei-Tages-Seminar mit allen erforderlichen Seminarunterlagen &#8211; inklusiv Lehrvideo &#8211; zur Trainingsarbeit) f\u00fcr Nutzer der Umweltmediation.<br \/>\nErw\u00e4hnenswert ist auch die durch den F\u00f6rderverein initiierte und betreute Forschungsarbeit. Der F\u00f6rderverein fungierte dabei nicht nur als finanzieller F\u00f6rderer, sondern h\u00e4ufig auch als Kontaktvermittler und Ideengeber f\u00fcr spezielle Themenstellungen, die in dieser Form sicherlich sonst nicht bearbeitet worden w\u00e4ren. Es wurden f\u00fcnf Dissertationen und sechs Diplomarbeiten gef\u00f6rdert. Alle vorliegenden Arbeiten haben gezeigt, dass herk\u00f6mmliche Formen der Planung immer h\u00e4ufiger an Grenzen sto\u00dfen, die eine sachliche Diskussion anstehender Probleme erschweren, w\u00e4hrend kooperative Verfahren der Sachlichkeit und Nachhaltigkeit dienen k\u00f6nnen. Gesichert scheint ein Grundverst\u00e4ndnis dar\u00fcber zu sein, dass Umweltmediation strukturiert sein muss und komplexe Fragestellungen nicht durch unverbindliches Geplauder behandelt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDer vorgesehene Zeitplan wurde bei Einhaltung des vorgegebenen Kostenrahmens um 5 Monate \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Auf der Basis einer ausgefeilten Marketingstrategie wurden methodisch Medien (Printmedien, elektronische Medien und Film) entwickelt und eingesetzt f\u00fcr Schulung und Ausbildung, f\u00fcr die Pressearbeit (Presse, Rundfunk, Fernsehen), f\u00fcr die Experteninformation (Internet, Datenbanken, Infobrosch\u00fcre), Vortr\u00e4ge und Ausstellungen (Schautafeln, Vortragsfolien) und f\u00fcr Veranstaltungen verschiedener Art. Dadurch konnte auf au\u00dfergew\u00f6hnlich breiter Basis \u00fcber die F\u00f6rderung auf die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hingewiesen werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In der Bundesrepublik Deutschland hat sich eine zwar n\u00f6rgelnde, aber mit ihrem Schicksal als Wohlstandsgesellschaft durchaus einverstandene Gesellschaft entwickelt, die bis zu einem gewissen Grade reformunf\u00e4hig ist. Das kann aber bei einem durch die Globalisierung beschleunigten sozialen Wandel zu erheblichem Ver\u00e4nderungsdruck f\u00fchren, der dann \u00fcberhastete Reformen erzwingt. Dies, das wachsende Interesse an echter Partizipation in der B\u00fcrgerschaft und die Effektivit\u00e4t des Verfahrens in anderen Bereichen der Mediation, lassen es nur eine Frage der Zeit sein, dass dieses demokratische und zeitgem\u00e4\u00dfe Verfahren sich durchsetzt &#8211; auch wenn die aktuelle politische Lage dies nicht vermuten l\u00e4sst. Die Interessengemeinschaft, die sich im fr\u00fcheren F\u00f6rderverein Umweltmediation zusammenge-schlossen hatte, wird bem\u00fcht sein, in einem neuen Rahmen auf die gefundenen Erkenntnisse aufzubau-en und an der weiteren Implementierung der Umweltmediation bzw. Mediation im \u00f6ffentlichen Bereich zu arbeiten. Voraussetzung der weiterf\u00fchrenden Arbeit ist jedoch, dass es gelingt, die daf\u00fcr notwendigen Finanzen zu akquirieren. Die zahlreichen gestarteten Initiativen f\u00fchrten bisher noch zu keinem Durchbruch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Es war zu pr\u00fcfen, ob und unter welchen Umst\u00e4nden Umweltmediation in Deutschland dazu beitragen kann, umweltrelevante Konflikte au\u00dfergerichtlich zu regeln, gegebenenfalls eine entsprechende Implementierung der Umweltmediation zu starten und so dazu beizutragen, den bestehenden Problemstau ab-zutragen. 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