{"id":19849,"date":"2024-11-27T10:33:02","date_gmt":"2024-11-27T09:33:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09302-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:33:06","modified_gmt":"2024-11-27T09:33:06","slug":"09302-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09302-01\/","title":{"rendered":"Bodensanierung mittels Wasserdampfstrippdestillation"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Etablierte In-Situ-Verfahren zur Bodensanierung wie die Bodenluftabsaugung oder mikrobiologische Verfahren haben den Nachteil sehr langer Behandlungszeiten und sind auf die leichte Fl\u00fcchtigkeit bzw. biologische Abbaubarkeit der Schadstoffe angewiesen. Ziel des Projekts war daher die Entwicklung eines alternativen In-Situ-Verfahrens, das auch niederfl\u00fcchtige Schadstoffe aus problematischen B\u00f6den in einem wesentlich verk\u00fcrzten Zeitraum entfernen kann.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Bestimmung der Verfahrensparameter wurde ein Modell zum W\u00e4rme- und Stofftransport im Boden entwickelt. Auf Basis dieser Parameter wurde ein erster Prototyp der WDST-Anlage konzipiert und gefertigt. Entwicklung und Fertigung der mechanischen Ziehvorrichtung und der elektronischen Steuerung oblag dabei der Firma MUT. Der Projektpartner SGDA \u00fcbernahm den Bereich Rammtechnik und entwickelte zusammen mit der Firma MUT die Abgasreinigungsstrecke. Als Funktionstest f\u00fcr die Anlage wurden zwei Prinzipversuche unter realistischen Bedingungen in unkontaminiertem Boden durchgef\u00fchrt. Diesen Versuchen schlossen sich zwei Feldversuche an echten Schadensf\u00e4llen an. Die dabei gemachten Erfahrungen wurden bei der Entwicklung und der Fertigung des zweiten, gr\u00f6\u00dferen Prototyps der WDST-Anlage verwendet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Feldversuche haben gezeigt, da\u00df das WDST-Verfahren technisch funktioniert. Es wurden Reinigungsleistungen zwischen 70 und 99% in einem Zeitraum von nur wenigen Wochen erzielt. Die beiden Prototypen der WDST-Anlage haben ihre Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt. Sie funktionieren st\u00f6rungsarm und &#8211; einmal installiert &#8211; auch automatisch.<br \/>\nDie Gefahr des Schadstoffaustrags ins Grundwasser w\u00e4hrend der Behandlung mit dem WDST-Verfahren kann als gering eingestuft werden. Eine kleines Risiko besteht, da\u00df in der Anfangsphase der Behandlung kontaminiertes Kondenswasser nach unten sickert.<br \/>\nDie Kosten des Sanierungsverfahrens wurden bei der Antragstellung mit 60 bis 100 DM pro Tonne saniertem Boden untersch\u00e4tzt. Eine nachtr\u00e4gliche Kalkulation ergab einen Wert von zirka 150 DM\/t. Damit kann das WDST-Verfahren in F\u00e4llen, bei denen ein Ex-Situ-Verfahren anwendbar ist, nicht konkurrieren, da bei diesen die Kosten um 100 DM\/t liegen. Jedoch wenn ein Ex-Situ-Verfahren nicht in Frage kommt, z.B. weil sich der zu sanierende Boden in der unmittelbaren N\u00e4he oder unterhalb von Geb\u00e4uden befindet, ist das WDST-Verfahren eine Alternative zu etablierten In-Situ-Verfahren. Zumal wenn die Bodenverh\u00e4ltnisse schwierig oder die Schadstoffe nur gering fl\u00fcchtig sind, ist das WDST-Verfahren diesen Verfahren sogar \u00fcberlegen.<br \/>\nDer urspr\u00fcngliche Zeitplan f\u00fcr das Projekt konnte nicht eingehalten werden. Die zun\u00e4chst angestrebte Projektlaufzeit wurde um sechs Monate verl\u00e4ngert. Dies war erforderlich, da die Zahl der innerhalb der ersten 18 Monate durchgef\u00fchrten Versuche nicht ausreichend war, um die Zuverl\u00e4ssigkeit der Anlage \u00fcber l\u00e4ngere Zeit im Feldeinsatz zu pr\u00fcfen und um gen\u00fcgend Datenmaterial f\u00fcr einen Vergleich mit anderen Bodensanierungsverfahren an die Hand zu bekommen. Ferner mu\u00dfte eine L\u00f6sung des bis dahin ungel\u00f6sten Problems gefunden werden, da\u00df zu viel Au\u00dfenluft angesaugt wird, was die Abgasreinigungsstrecke unn\u00f6tig belastet und zu einer Verd\u00fcnnung des schadstoffhaltigen Kondensats durch zus\u00e4tzliches Kondenswasser f\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das WDST-Verfahren wurde zum Patent angemeldet. Das Patent mit der Dokumentennummer DE 196 48 928.8-45 wurde am 10.09.98 erteilt.<br \/>\nDas WDST-Verfahren nebst Anlage wurde in die Vertriebsstruktur der am Projekt beteiligten Unternehmen, der SGDA und der Firma MUT, aufgenommen. Dazu wurde Prospektmaterial entwickelt, da\u00df Interessenten auf Anfrage zugeschickt wird.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es gelang ein praxistaugliches In-Situ-Bodensanierungsverfahren zu entwickeln und technisch umzusetzen, da\u00df die notwendige Reinigungsleistung in sehr kurzer Zeit erbringt und dabei nur geringe Risiken des Schadstoffaustrags birgt. Aufgrund seines Einsatzspektrums bei gleichzeitig moderaten Kosten hat es Chancen sich am Markt zu behaupten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Etablierte In-Situ-Verfahren zur Bodensanierung wie die Bodenluftabsaugung oder mikrobiologische Verfahren haben den Nachteil sehr langer Behandlungszeiten und sind auf die leichte Fl\u00fcchtigkeit bzw. biologische Abbaubarkeit der Schadstoffe angewiesen. 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